Dass ihr anfangt, euren Glauben zur Umkehr auszuüben

Amulek fährt in seinen Ausführungen an die gedemütigten Zoramiten fort: „Darum möge Gott euch, meinen Brüdern, gewähren, dass ihr anfangt, euren Glauben zur Umkehr auszuüben, dass ihr anfangt, seinen heiligen Namen anzurufen, damit er zu euch barmherzig sei;“ (Alma 34:17).

Dass ihr anfangt, euren Glauben zur Umkehr auszuüben. Wenn wir in einem Gespräch auf das Thema Glauben zu sprechen kamen, habe ich häufig von den Gesprächspartnern den Spruch gehört: „Ich glaube, dass ein Pfund Fleisch eine gute Suppe gibt.“ Jeder Mensch glaubt an irgendetwas. Der eine daran, dass er vom Affen abstammt, der andere glaubt nur an seine eigene Fähigkeiten, wieder ein anderer, dass alles machbar ist … Glauben ist u. a. die Grundlage jeglichen Handelns. Er veranlasste Joseph Smith, den Herrn tatsächlich um Weisheit zu bitten, wie er es ihm in Jakobus 1:5 angeboten wurde. Und was ist aus dieser glaubensvollen Frage hervorgegangen? Das Werk zur Rettung der gesamten Menschheit wurde wieder aufgerichtet.

Amulek bittet Gott, dass er den Zoramiten die Möglichkeit eröffnet, an Umkehr von falschem Handeln zu glauben. Ich lerne daraus, dass ich den Herrn bitten kann, mir, oder meinen Mitmenschen, in bestimmten Punkten zu gewähren, Glauben auszuüben. Ein interessanter Gesichtspunkt: Für andere zu bitten, Gott möge ihnen Glauben an etwas Bestimmtes gewähren. Für denjenigen, der mir antwortet, dass er daran glaubt, dass ein Pfund Fleisch eine gute Suppe ergibt, kann ich den Herrn bitten, ihm zu gewähren, dass er Glauben an seine Existenz anfängt auszuüben, oder zu beginnen an Gottes Barmherzigkeit zu glauben … Das ist etwas, was ich ab sofort vermehrt machen werde, den Herrn bitten, bestimmten Personen in meinem Umkreis, zu gewähren, anzufangen, Glauben an bestimmte Grundsätze auszuüben. Für meine Verwandten bitte ich den Herrn darum schon sehr lange in meinen täglichen Gebeten. Was hältst du davon?

(Bild: Quelle)

Es ist ratsam, dass es ein großes und letztes Opfer gebe

Amulek erklärt nun dem gedemütigten Teil der Zoramiten: „Denn es ist ratsam, dass es ein großes und letztes Opfer gebe; ja, nicht ein Opfer von Menschen, auch nicht von Tieren, auch nicht von Vögeln irgendwelcher Art; denn es soll nicht ein menschliches Opfer sein, sondern es muss ein unbegrenztes und ewiges Opfer sein.“ (Alma 34:10).

Im Intrigenlustspiel „Casanova im Fort St. André“ (1839) von Carl August Lebrün, lässt dieser den Casanova gegenüber dem Gondoliere, dem Überbringer einer nicht so guten Nachricht einer Geliebten, sagen, indem er ihm ein Antwortschreiben aushändigt: „Da, dies für die Person, die dich sandte, und sage ihr – wenn du ihr gegenüber reden kannst – sie hätte ein großes Opfer von mir verlangt, aber ihr Wunsch sei mir Befehl.“ Hier und da wird von einem jeden von uns ein großes Opfer verlangt, etwas, was man hergeben, oder auf das man verzichten soll, obwohl es einem schwerfällt.

Es ist ratsam, dass es ein großes und letztes Opfer gebe. Im Alten Testament verlangt Gott von den Menschen seines Bundesvolkes allerlei Opfergaben. Schon Adam und Eva wurde das Gesetz des Opferns gegeben, als sie aus dem Garten von Eden vertrieben wurden, wozu auch Tieropfer gehörten (Köstliche Perle Mose 5:4-5). Als sie später von einem Engel befragt wurden, weshalb sie dem Herrn Opfer darbrächten und sie den Grund nicht nennen konnten, wurde ihnen erklärt: „… Dies ist ein Sinnbild für das Opfer des Einziggezeugten des Vaters, …“ (Köstliche Perle Mose 5:7). All die vom Bundesvolk geforderten Blutopfer durch Erstlingstiere deuteten auf dieses eine `große und letzte Opfer´ hin, welches nur der makellose Sohn Gottes, nämlich Jesus Christus, erbringen konnte. Sein Opfer war das letzte Blutopfer (Alma 34:13-14). Er führte mit seinen Jüngern das Abendmahl ein, welches uns seitdem immer an das `große und letzte Opfer´ erinnern soll. Von seinem Opfer an, brauchte sein Volk keine Blutopfer mehr zu erbringen. Heute fordert er von uns „… als Opfer ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist …“ (3. Nephi 9:20). Ich bemühe mich tagtäglich, dem Herrn dieses Opfer, mit allem, was sonst noch dazugehört, in Dankbarkeit darzubringen. Wenn mir dies bis zum Ende meiner Erdentage gelingt, weiß ich, dass aufgrund seines `großen und letzten Opfers´, nämlich seines Sühnopfers, für meine Sünden Sühne vor Gott geleistet wurde und die Barmherzigkeit die Gerechtigkeit überwältigt (Alma 34:11,15-16) und ich so, durch Sein Blut gereinigt, vor Gott treten darf. Wie stehst du zu diesem, Seinem Opfer?

Das Opfer der Witwe
(Lukas 21.1-4; Bild: Quelle)

Gemäß dem großen Plan des ewigen Gottes

Im vorhergehenden Vers spricht Amulek zu den gedemütigten Zoramiten darüber, dass Christus auf die Erde kommen wird (Alma 34:8). Nun erklärt er den Grund dafür: „Denn es ist ratsam, dass ein Sühnopfer vollbracht werde; denn gemäß dem großen Plan des ewigen Gottes muss ein Sühnopfer vollbracht werden, denn sonst müsste die ganze Menschheit unvermeidlich zugrunde gehen; ja, alle sind verstockt; ja, alle sind gefallen und sind verloren und müssten zugrunde gehen, wenn es nicht das Sühnopfer gäbe, von dem es ratsam ist, dass es vollbracht werde.“ (Alma 34:9).

Kennst du auch noch diese drei Gestalten: Egon Olsen – ein adrett in einen Anzug gekleideter Gentleman mit Zigarrenstummel im Mundwinkel, Benny – ein Lulatsch in Hochwasserhosen und gelben Socken, und Kjeld – ein kleiner Dicker, zusammen die Olsenbande? Als Egon nach seinem letzten Coup wieder mal aus dem Gefängnis entlassen war und sich mit seinen beiden Kumpels traf, hörten sie von ihm immer diesen Satz: „Ich habe einen Plan!“ Und dann gingen sie an die Arbeit, Egon delegierte und die beiden anderen arbeiteten. Sie waren immer `Feuer und Flamme´ über Egons `genialen Plan´ und freuten sich `mächtig gewaltig´. Das Ende aller Mühen: Der Plan ging schief.

Gemäß dem großen Plan des ewigen Gottes. Hierbei handelt es sich um einen Plan, der für die gesamten Kinder des himmlischen Vaters erarbeitet, ihnen in der Präexistenz (das Leben vor dem Erdenleben) vorgelegt und von ihnen freudig angenommen wurde (Ijob 38:4,7), also für alle Menschen, die auf diese Erde gekommen sind, jetzt hier sind und noch kommen werden. Wir kennen ihn unter den Namen: „Plan der Erlösung“, „Plan der Errettung“, „Plan des Glücklichseins“ oder auch „Plan der Barmherzigkeit“ (siehe auch hier). Dieser Plan ist die Fülle des Evangeliums Jesu Christi, dazu bestimmt, die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen in der Gegenwart Gottes zu ermöglichen. Er umfasst die Schöpfung, den Fall Adams und Evas im Garten von Eden, das Sühnopfer von Jesus Christus, sowie alle von Gott erlassenen Gesetze, Verordnungen und Lehren. Wenn der Mensch mit `Feuer und Flamme´ – mit ganzem Herzen – diesen Plan umsetzt, hat er die Möglichkeit, schlussendlich für immer bei Gott zu leben (2. Nephi 2:9). Der Plan Gottes ist `genial´ und ich freue mich `mächtig gewaltig´ dass er für uns entworfen wurde und bezeuge, dass ich weiß, dass dieser Plan funktioniert! Und wenn das Ergebnis wider Erwarten anders aussehen sollte, so weiß ich auch, dass es alleine an meinem Versagen lag, dass ich mich eben nicht bis ans Ende meines Erdenlebens treu an diesen Plan gehalten habe (2. Nephi 31:15-16,20). Was denkst du über diesen `großen Plan des ewigen Gottes´?

War mal wieder nix: Benny (Morten Grundwald), Egon (Ove Sprogøe) und und Kjeld (Poul Boungaardin) in „Die Olsenbande“ von 1968, dem ersten ihrer 14 Filme. Foto: pr
(Bild: Quelle)

Ich will euch aus mir selbst bezeugen

Amulek bringt gegenüber den gedemütigten Zoramiten zum Ausdruck, dass sein Bruder im Evangelium, Alma der Jüngere, die Propheten zitiert hat, die Christus bezeugten (Alma 34:7) und sagt dann: „Und nun siehe, ich will euch aus mir selbst bezeugen, dass dies alles wahr ist. Siehe, ich sage euch, dass ich wirklich weiß, dass Christus unter die Menschenkinder kommen wird, um die Übertretungen seines Volkes auf sich zu nehmen, und dass er für die Sünden der Welt sühnen wird; denn der Herr, Gott, hat es gesagt.“ (Alma 34:8).

Ich will euch aus mir selbst bezeugen. Amulek legt nun gegenüber den Zoramiten sein eigenes Zeugnis davon ab, dass er „… wirklich weiß, dass Christus unter die Menschenkinder kommen wird, …“ um das Sühnopfer zu vollbringen. Damit gibt er eine offizielle Erklärung darüber ab, was er für wahr hält. Ebenso haben dies andere Menschen getan, wie z. B. Ijob: „Doch ich, ich weiß: mein Erlöser lebt, …“ (Hiob 19:25-26).

Alle, die einen Bund mit dem Herrn geschlossen haben, sind aufgefordert, als Zeugen Gottes aufzutreten (Mosia 18:9) und sich dessen nicht zu schämen (2. Timotheus 1:8). Du fragst dich, wie man ein Zeugnis erlangen kann? Durch Glauben, der vom Herrn geprüft wird (Ether 12:6) und durch Bestätigung von Wahrheit durch den Heiligen Geist (Johannes 16:13). Wie erkennt man diese Bestätigung? Durch ein Empfinden von Frieden (Lehre und Bündnisse 6:22-23). Ich schäme mich nicht, zu bezeugen, dass auch ich aus tiefstem Herzen weiß, dass Gott lebt, er seinen Sohn Jesus Christus beauftragt hat, auf die Erde zu kommen, um das Sühnopfer für uns sündhafte Menschen zu erbringen, auf dass wir alle vom Tode auferstehen können, wie Christus, und ewig leben können. Ich weiß, dass mein Tun auf Erden darüber entscheidet, wo ich die Ewigkeit verbringen werde, in der Gegenwart des Herrn, oder, wenn ich es nicht anders wollte, dort, wo Luzifer regiert. Ich weiß auch, dass es nach Christus eine Zeit der geistigen Dunkelheit gab und danach Joseph Smith beauftragt wurde, diese Dunkelheit zu durchbrechen. Er wurde von Gott bevollmächtigt, alles wiederherzustellen, inklusive der Errichtung der Kirche des Sohnes Gottes, was für die Errettung der Menschheit notwendig ist. Wovon kannst du Zeugnis ablegen?

A conceptual photograph showing one sparkler firework being used to light another, paired with the words “Testimony: Share It.”„Darum haltet euer Licht hoch, damit es der Welt leuchte.“
(3. Nephi 18:24; Bild: Quelle)

Dass das Wort zur Errettung in Christus ist

Nach Alma dem Jüngeren sprach nun sein Missionsmitarbeiter Amulek (Alma 8:29-30) zu ihnen. Er unterstrich das, was Alma über Christus und Glauben an ihn schon gesagt hatte (Alma 34:1-4) und fährt fort: „Und wir haben gesehen, dass die große Frage, die ihr im Sinn habt, die ist, ob das Wort im Sohn Gottes sei oder ob es keinen Christus geben werde. 6  Und ihr habt auch gesehen, dass mein Bruder euch in vielen Fällen bewiesen hat, dass das Wort zur Errettung in Christus ist.“ (ALma 34:5-6).

Dass das Wort zur Errettung in Christus ist. Bei dem Begriff `Wort´ kommt mir direkt der Prolog zum Johannesevangelium in den Sinn: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“ (Johannes 1:1). Welches Wort war im Anfang? Das Wort von Jesus Christus bei der Schöpfung, denn er „… sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht.“ (Genesis 1:3). Wieso kann ich das so sagen? Aufgrund der weiteren Aussagen des Johannes. Er nimmt weiter Bezug auf das `Wort´ und sagt, dass in dem `Wort´ das Leben war und es das Licht der Menschen sei (Johannes 1:4) und in die Welt kam (Johannes 1:9) und durch es die Welt geschaffen wurde (Johannes 1:10). Weiter bestätigt Johannes, dass das `Wort´ Fleisch geworden ist und unter den Menschen wohnte als einziger Sohn (einzig im Fleisch gezeugter Sohn) vom Vater (Johannes 1:14). Und dieser einzige Sohn ist ein Gott und ruht am Herzen seines Vaters, Gottvater (Johannes 1:18), womit zwei Personen der Gottheit angesprochen sind (die dritte Person der Gottheit ist der Heilige Geist).

Ich erkenne, dass Jesus Christus das Wort ist, durch das alles erschaffen wurde (Kolosser 1:16), der von seinem Vater herab in die Welt kam, um das Licht zu sein, das uns den Weg zu ihm zurückweist. Und dies ist nur möglich, weil er das hierfür notwendige Sühnopfer vollbrachte (Matthäus 26:28). Durch dieses `Wort´ kommt die Errettung (Mosia 4:6-8) und es ist in dem Sohn Gottvaters und er handelt in dessen Auftrag (Johannes 10:18). Und wie verstehst du: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott“ (Johannes 1:1)?

An image of two old-fashioned nails paired with a quote by Bishop Gary E. Stevenson: “The Atonement can make up for imperfections.”Das Wunder des Sühnopfers kann die Unvollkommenheit unserer Leistungen aufwiegen.“ – Bischof Gary E. Stevenson Präsidierender Bischof (jetzt Mitglied des Kollegiums der Zwölf)
(Bild: Quelle)

Dass eure Lasten leicht seien durch die Freude an seinem Sohn

Am Ende seiner Belehrungen an die gedemütigten Zoramiten sagt Alma der Jüngere: „Und nun, meine Brüder, wünsche ich, ihr würdet dieses Wort in euer Herz pflanzen und, wenn es anfängt zu schwellen, es gleichermaßen durch euren Glauben nähren. Und siehe, es wird ein Baum werden, der in euch zu immerwährendem Leben emporsprießt. Und dann möge euch Gott gewähren, dass eure Lasten leicht seien durch die Freude an seinem Sohn. Und all dies könnt ihr tun, wenn ihr nur wollt. Amen.“ (Alma 33:23).

Dass eure Lasten leicht seien durch die Freude an seinem Sohn. Ist es dir schon mal passiert, dass du in Schwierigkeiten gesteckt hast, du diese aber leichter empfunden hast, als sie eigentlich waren, weil du eine Vorfreude auf etwas Wunderbares in dir hattest, dir diese Vorfreude Kraft zum Durchstehen gegeben hat? Zum Beispiel die Strapazen der Vorbereitung auf eine schwierige Abschlussprüfung, von der dein weiterer Erfolg abhängig war, ist dir aufgrund der Vorfreude eines besseren Lebens nach der Prüfung, wesentlich leichter gefallen.

Wie erst, wenn einem die Last die gerade mal wieder auf einem ruht, versüßt wird durch den Glauben daran, dass Christus für uns gelitten hat, und uns durch sein Sühnopfer die Möglichkeit der Rückkehr in unsere himmlische Heimat geebnet hat? Wie hat es bei den nephitischen Missionaren, die unter den abgefallenen Zoramiten dienten, funktioniert? Gott „… gab ihnen auch Stärke, so dass sie keinerlei Bedrängnisse litten, die nicht in der Freude über Christus verschlungen worden wären.“ (Alma 31:38). Ich bin fest davon überzeugt, wenn ich Freude in Christus habe, werde ich daraus so viel Kraft schöpfen, dass ich meine Bedrängnisse leichter ertragen und besser bestehen kann. Wenn ich mich bemühe, die Gebote des Herrn zu halten, also sein `Joch´, welches nicht schwer ist, auf mich nehme (Matthäus 11:30), werde ich in ihm Ruhe finden (Matthäus 11:28). Dessen bin ich mir, aufgrund häufiger eigener Erfahrung, ganz sicher. Wie gehst du mit den Lasten um, die dir hier und da auferlegt werden?

donkeySo läuft es sicherlich nicht mit dem Joch von Christus
(Bild: Quelle)

In der Wildnis wurde ein Sinnbild aufgerichtet

Alma der Jüngere sagt den gedemütigten Zoramiten, dass die beiden angeführten alttestamentlichen Propheten Zenos und Zenoch (Alma 33:15) nicht die Einzigen waren, die über den Sohn Gottes gesprochen haben (Alma 33:18): „Siehe, Mose hat über ihn gesprochen, ja, und siehe, in der Wildnis wurde ein Sinnbild aufgerichtet, damit jeder, der zu ihm aufblickte, lebe. Und viele blickten auf und lebten. 20  Aber wenige verstanden die Bedeutung davon, und zwar wegen ihrer Herzenshärte. Aber es gab viele, die so verstockt waren, dass sie nicht aufblicken wollten, darum gingen sie zugrunde. Nun war der Grund, dass sie nicht aufblicken wollten, der, dass sie nicht glaubten, es würde sie heilen.“ (Alma 33:19-20)

In der Wildnis wurde ein Sinnbild aufgerichtet. Um welches Sinnbild handelte es sich? Wieder einmal lehnte sich Israel gegen seinen Gott auf, weil er sie aus der ägyptischen Knechtschaft befreit hat. Allerdings mussten sie in der Wüste leben und hatten nicht die Speise, die sie sich wünschten. So schickte der Herr ihnen giftige Schlangen, durch deren Bisse viele starben. Sie sahen ihre Verfehlung gegen Gott ein und baten Mose zum Herrn zu beten, dass sie von den Schlangen befreit werden mögen. Der Herr gab Mose die Anweisung, eine kupferne Schlange an einer Stange aufzuhängen. Jeder der gebissen wurde, sollte geheilt werden, wenn er auf die Schlange blickte. (Numeri 21:4-9).

Wofür dieses Sinnbild der auf die Stange gehängte Schlange und die Rettung derjenigen, die gebissen wurden und auf sie blicken steht, wird uns im Evangelium des Johannes erklärt: „Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, 15  damit jeder, der (an ihn) glaubt, in ihm das ewige Leben hat.“ (Johannes 3:14-15). Die aufgehängte Schlange war also Sinnbild für die Kreuzigung Jesu und wer auf ihn schaut, an ihn und sein Sühnopfer glaubt, würde durch ihn errettet werden und in den Genuss des ewigen Lebens kommen. Ich blicke gerne auf ihn und glaube aus tiefstem Herzen, dass ich durch das Sühnopfer des Sohnes Gottes Errettung erfahren werde, wenn ich in diesem Bemühen bis ans Ende treu ausharre (Alma 33:21-22). Wie handelst du im Hinblick auf dieses zu Ihm hinaufschauen?

(Bild: Quelle)

Weil das Volk seine Worte nicht verstehen wollte, haben sie ihn zu Tode gesteinigt

Alma der Jüngere erklärt den gedemütigten Zoramiten: „Und nun, meine Brüder, ihr seht, dass ein zweiter Prophet aus alter Zeit den Sohn Gottes bezeugt hat; und weil das Volk seine Worte nicht verstehen wollte, haben sie ihn zu Tode gesteinigt.“ (Alma 33:17).

Weil das Volk seine Worte nicht verstehen wollte, haben sie ihn zu Tode gesteinigt. In diesem Zusammenhang fällt mir die Begebenheit mit Jesus und der Samariterin am Jakobsbrunnen ein. Er bat sie um Trinken. Sie fragte ihn, wie er als Jude sie als Samariterin darum bitten könnte. Jesus antwortete ihr, wenn sie wissen würde, wer sie gebeten hat, dann hätte sie ihn selber um lebendiges Wasser gebeten. Sie antwortete ihm, er habe doch gar kein Schöpfgefäß, wie wolle er denn das lebendige Wasser schöpfen. Darauf Jesus zu ihr, wer vom lebendigen Wasser trinken würde, dem würde nie wieder dürsten. Natürlich wollte die Frau von dem Wasser: „Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierher kommen muss, um Wasser zu schöpfen.“, allerdings hatte sie ein anderes Bild vom lebendigen Wasser in ihrem Kopf, als Jesus. Sie hatte im Kopf, dass sie sich dann den Weg zum Brunnen sparen könnte und Jesus das vom Wort Gottes, das zu ewigem Leben führt (Johannes 4:3-15).

„Hast du einen Mann?!“ – „Nicht nur einen. Ich hasse alle!“ (Dialogfetzen von Prof. Dr. phil. habil. Rainer Kohlmayer *1940). Ist es dir nicht auch schon oft passiert, dass du missverstanden worden bist? Missverständnisse sind häufig Ursache für ausgewachsenen Streit. Im Fall des alttestamentlichen Propheten Zenoch sogar Ursache seiner Steinigung (Alma 33:15,17). Verständigung hängt von den jeweiligen Bildern ab, die Sender bzw. Empfänger zu dem Gesagten in ihrem Kopf entwerfen. Der Hörer interpretiert das Gehörte aus seiner Perspektive heraus und ist sich sicher, dass der Sprecher das gleiche Bild im Sinn hat. Wie können wir also Missverständnissen relativ leicht aus dem Wege gehen? Wir müssen sicherstellen, dass beide Seiten, die gleichen Bilder vor Augen haben. Das können wir, indem im Zweifelsfall jeder dem anderen seine Bilder vermittelt. Stellt man fest, dass sie unterschiedlich sind, kann man sich erklären. Wie vermeidest du Missverständnisse?

Christ in white robes, sitting on the edge of a stone well, talking to a woman who sits on the ground next to a water jug, listening to His words.
(Bild: Quelle)

Glaubt ihr an diese Schriften, die von denen vor alters geschrieben worden sind?

„Und nun sprach Alma zu ihnen: Glaubt ihr an diese Schriften, die von denen vor alters geschrieben worden sind? 13  Siehe, wenn ja, so müsst ihr glauben, was Zenos gesagt hat; denn siehe, er hat gesagt: Du hast deine Strafgerichte abgewendet um deines Sohnes willen.“ (Alma 33:12-13).

Glaubt ihr an diese Schriften, die von denen vor alters geschrieben worden sind? Eine Frage, die Alma der Jüngere und Hohepriester der ganzen Kirche, also der Prophet und Präsident der Kirche unter dem Volk Nephi, um die 74 v. Chr., dem Teil der Zoramiten stellte, der von dem anderen Teil wegen ihrer Armut verachtet und aus der Gesellschaft ausgestoßen wurde (Alma 32:6,12). Bei den Schriften handelt es sich um Worte, die von heiligen, von Gott berufenen Männern, durch den Heiligen Geist bewegt, gesprochen und aufgeschrieben worden sind. Zurzeit, um die es in dieser Situation geht, handelt es sich um die Schriften, die auf den Messingplatten Labans enthalten waren, und um die Schriften, die bei den Nephiten seit ihrem Auszug aus Jerusalem, um die 600 v. Chr., aufgeschrieben und von Generation zu Generation weitergeführt und weitergeben wurden (2. Nephi 25:21). Die Messingplatten Labans enthalten einen Bericht der Juden, mit der Schöpfung beginnend, bis zum Beginn der Regierung Zidkijas 600 v. Chr. Sie enthielten die Prophezeiungen der heiligen Propheten sowie die Stammtafel der Vorfahren Lehis und Labans (1. Nephi 5:10-16)

Glaubt ihr an diese Schriften, die von denen vor alters geschrieben worden sind? Diese Frage ergeht auch an uns heute. Und wenn wir sie gelesen haben, dann müssen wir auch an die, in den uns zugänglichen, aufgezeichneten, Worte der Propheten vor alters glauben. Aber nicht nur an sie, denn wir haben auch heute lebende Propheten und Apostel, die vom Heiligen Geist geleitet zu uns sprechen und deren Worte seit Joseph Smith auch heute noch aufgeschrieben werden. Die derzeitigen berufenen Diener Gottes findest du hier. Ihre Worte ergehen an uns in den Ansprachen der Generalkonferenzen. Und was sie vom Heiligen Geist bewegt reden, soll Heilige Schrift sein (Lehre und Bündnisse 68:1-4) und wird aufgezeichnet und kann angeschaut oder nachgelesen werden (siehe hier). Ich studiere regelmäßig in den heiligen Schriften, glaube an sie (Alma 33:14), und bin bemüht, ihre Lehre zu verstehen und in meinem täglichen Leben anzuwenden. Wie gehst du mit Heiliger Schrift um? Wenn du willst, lies auch gerne „Erforscht die Schrift“ von L. Lionel Kendrick

A brown triple combination resting on a stack of other books and lying open to Moroni chapter 9.(Bild: Quelle)

Du hast mein Gebet vernommen

Alma der Jüngere zitiert den gedemütigten Zoramiten nun Worte des alttestamentlichen Propheten Israels, Zenos: „Denn er hat gesagt: Du bist barmherzig, o Gott, denn du hast mein Gebet vernommen, selbst als ich in der Wildnis war; ja, du warst barmherzig, als ich für diejenigen gebetet habe, die meine Feinde waren, und du hast sie mir zugewendet.“ (Alma 33:4).

Du hast mein Gebet vernommen. In diesem und in den weiteren Versen bis elf, bringt Zenos zum Ausdruck, wo er überall gebetet hat und bezeugt, dass Gott sein Gebet jeweils erhört hat, egal, ob `in der Wildnis´ (Vers 4), oder `auf dem Felde´ (Vers 5), oder `in seinem Haus´ (Vers 6), oder `in seiner Kammer´ (Vers 7), oder `in den Kirchenversammlungen´ (Vers 9), oder `als Ausgestoßener´ (Vers 10). Und weil Zenos dies wusste, hat er in seinen Bedrängnissen immer aufrichtig zum Herrn gebetet und der Herr war um seines Sohnes willen immer barmherzig zu ihm (Vers 11).

Natürlich gibt es besonders geeignete Orte der Anbetung. Dies sind all diejenigen, an denen ich eine außerordentliche Nähe zu meinem Gott verspüren kann. Ein solcher wird sicherlich nicht das Fußballstadion oder das Festzelt auf der Wiesn des Oktoberfestes sein. Was natürlich nicht bedeutet, dass ich dort in besonderen Situationen nicht auch beten kann, jedoch wird es sich dabei dann sicher nicht um eine `Anbetung´ handeln, sondern wohl eher um ein stilles Danke für die Speise oder eine stille Bitte um Sicherheit bei meinem Dienst, den ich dort evtl. zu erbringen habe. Orte der Anbetung sind dann doch eher mein Kämmerlein, in dem ich alleine anbete, oder mein Heim, in dem ich mit der Familie zusammen anbete, oder die Kirche, in der ich mit der Gemeinde zusammen anbete, oder das Haus des Herrn, Sein Tempel. Ich werde allerdings immer und überall den Vater „… im Geist und in der Wahrheit …“ anbeten, „… denn so will der Vater angebetet werden.“ (Johannes 4:23). Wie betest du den ewigen Vater an, „… der den Himmel und die Erde, das Meer und die Wasserquellen geschaffen hat.“ (Offenbarung 14:7)?

A watercolor illustration of the manger scene with Mary, Joseph, the baby Jesus, two shepherds, a lamb, a donkey, and a cow.Die Hirten beten Jesus Christus an
(Bild: Quelle)