Wenn du darum weiter leugnest, siehe, dann wird Gott dich schlagen

Alma der Jüngere und Hohepriester über die ganze Kirche, weiter zu dem Antichristen Korihor: „Aber siehe, es ist besser, deine Seele geht verloren, als dass du der Anlass dafür bist, dass viele Seelen durch dein Lügen und durch deine schmeichlerischen Worte zur Vernichtung hinabgeführt werden; wenn du darum weiter leugnest, siehe, dann wird Gott dich schlagen, dass du stumm wirst, dass du deinen Mund nie mehr öffnen wirst, dass du dieses Volk nicht mehr täuschen wirst.“ (Alma 30:47).

Wenn du darum weiter leugnest, siehe, dann wird Gott dich schlagen. Bei Leugnung denke ich direkt an Petrus. Auf seine Aussage hin, dass er bereit sei, mit Christus ins Gefängnis und in den Tod zu gehen, sagte der Herr ihm voraus, dass er ihn vor dem Hahnenschrei dreimal verleugnen werde (Lukas 22:33-34). Als das Vorhergesagte kurz darauf eintraf, weinte Petrus bitterlich, nachdem sich der Blick des Herrn mit dem seinen traf (Lukas 22:54-62).

Leugnen bedeutet für mich, dass ich etwas abstreite, wovon ich doch weiß, dass es wahr ist. Ich stelle etwas Offenkundiges, wider besseres Wissen, als unwahr hin. Ich erkläre allgemein anerkannte Lehren oder Weltanschauungen als nicht existent. Wenn ich also hergehen würde, und wider besseres Wissen, die Behauptung aufstellen würde, Christus habe nie auf Erden existiert, wovor ich mich hüten werde, wäre das eine Leugnung historischer Wahrheit und ich hätte sicherlich mit Konsequenzen zu rechnen. Du meinst, die Existenz von Jesus Christus sei doch wissenschaftlich gar nicht bewiesen? Mag sein, doch gibt es einige außerchristliche antike Quellen zu Jesus von Nazaret. So z. B. vom römisch-jüdischen Historiker Flavius Josephus aus dem Jahr 93 oder 94 n. Chr.; von Sueton, einen am Kaiserhof geachteten Römer, Schriftsteller und Verwaltungsbeamten; vom Politiker Tacitus; von dem Stadthalter von Bithynien Plinius dem Jüngeren; als auch im Talmud … Allerdings geht man davon aus, dass deren auf Christus bezogene Aussagen teilweise etwas verändert wurden (siehe hier). Aber es gibt auch immer mehr archäologische Funde, die Einzelheiten aus der Bibel bestätigen (siehe hier). Zudem wurden vor Kurzem sechs neue Entdeckungen über Jesus von Nazareth gemacht (siehe hier) und es gibt historische Belege für die Missionsarbeit der zwölf Apostel Jesu und deren Tötung. Wie begegnest du dem Leugnen von Tatsachen?

(Bild: Quelle)

Dass du noch immer dem Geist der Wahrheit widerstehst

Trotz des Zeugnisses, das Alma der Jüngere Korihor bezüglich der Existenz Gottes und seines Sohnes ablegte, beharrte er auf seinen falschen Behauptungen (Alma 30:45) und: „… Alma sprach zu ihm: Siehe, ich bin wegen deiner Herzenshärte bekümmert, ja, dass du noch immer dem Geist der Wahrheit widerstehst, so dass deine Seele vernichtet werden könnte.“ (Alma 30:46).

Dass du noch immer dem Geist der Wahrheit widerstehst. Was ist mit dem `Geist der Wahrheit´ gemeint? Es ist der Beistand, den Christus vom Vater, nach seiner Himmelfahrt, den Menschen senden wollte. Und dieser würde Zeugnis von Jesus Christus ablegen (Johannes 15:26). Dieser Geist, wird uns in die ganze Wahrheit führen und uns verkünden, was die Zukunft bringen wird (Johannes 16:13). Es handelt sich also um die dritte Person in der Gottheit, den Heiligen Geist (Lehre und Bündnisse 50:14). Das Gegenstück zum `Geist der Wahrheit´ ist der `Geist des Irrtums´ (1. Johannes 4:6). Die weltlich gesinnten Menschen werden den `Geist der Wahrheit´ nicht empfangen, da sie ihn nicht sehen und auch nichts von ihm wissen, während diejenigen, die an Christus glauben ihn kennen (Johannes 14:17).

Da gibt es einen Ausspruch von einem deutsch-kanadischen Kaufmann, Aphoristiker und Publizisten, Willi Meyer, der da lautet: „Die Menschheit hinters Licht führen heißt, eine Mondfähre auf der unbeschienenen Seite des Mondes landen zu lassen.“ Und ein chinesischer Aphorismus besagt: „Führst du mich einmal hinters Licht, Schande über dich; führst du mich zweimal hinters Licht, Schande über mich.“ Nicht ganz so toll, betrogen zu werden oder? Wer möchte schon gerne dem Irrtum unterliegen? Niemand lässt sich gerne `hinters Licht führen´. So lerne ich, dass ich nicht auf diejenigen hören werde, die Jesus Christus leugnen, denn sie unterliegen dem `Geist des Irrtums´. Ich kenne inzwischen aufgrund Erfahrung mit ihm, den `Geist der Wahrheit´. Ihn höre ich in den Aussagen der berufenen Diener Gottes, und ich fühle ihn in meinem Herzen, da es glücklicherweise nicht verhärtet ist. Wie gehst du mit diesen beiden Geistern um?

An image of a young woman smiling, paired with a quote by Elder L. Tom Perry: “We must never let the noise of the world … overwhelm that still, small voice.”Wir dürfen niemals zulassen, dass der Lärm der Welt die sanfte, leise Stimme übertönt und ausblendet.“ Elder L. Tom Perry
(Bild: Quelle)

Du hast Zeichen genug erhalten; willst du deinen Gott versuchen?

Alma redet weiter zu Korihor, der die Existenz eines Gottes und des Kommens von Jesus Christus leugnet, dies dem Volk auch als Lehre kundtut, und Alma um ein Zeichen gebeten hat (ca. 75 v. Chr.): „… Du hast Zeichen genug erhalten; willst du deinen Gott versuchen? Willst du sagen: Zeige mir ein Zeichen, wo du doch das Zeugnis all dieser deiner Brüder und auch aller heiligen Propheten hast? Die Schriften liegen vor dir, ja, und alles deutet darauf hin, dass es einen Gott gibt; ja, sogar die Erde und alles, was auf ihrem Antlitz ist, ja, und ihre Bewegung, ja, und auch alle Planeten, die sich in ihrer regelmäßigen Ordnung bewegen, bezeugen, dass es einen Allerhöchsten Schöpfer gibt.“ (Alma 30:44).

Du hast Zeichen genug erhalten; willst du deinen Gott versuchen? Sind wir oftmals auch geneigt, den Herrn um ein Zeichen zu bitten? Das führt zu keinem guten Ergebnis. Der Verfasser des Buches der Weisheit lässt die Herrscher der Erde wissen, dass sie in Frömmigkeit an den Herrn denken und ihn mit reinem Herzen suchen sollen: „Denn er lässt sich finden von denen, die ihn nicht versuchen, und zeigt sich denen, die ihm nicht misstrauen.“ (Weisheit 1:2). Er sagt weiter, dass verkehrte Gedanken uns von Gott trennen und wer seine Macht herausfordern sollte, zurückgewiesen werden würde (Weisheit 1:3). In der Ausgabe der Lutherbibel weist Christus selber auf die Aussage im Alten Testament hin (Matthäus 4:7): „Ihr sollt den HERRN, euren Gott, nicht versuchen, …“ (Deuteronomium 6:16).

Ich lerne daraus, dass ich genügend Zeugnisse für die Existenz Gottes, sowie seines Sohnes und des Heiligen Geistes, der dritten Person in der Gottheit, habe. Und wenn dem so ist, was will ich denn noch mehr? Ich denke hierbei an das, was der Herr zu Oliver Cowdery sprach, der als Schreiber für Joseph Smith fungierte. Er hatte schon ein Zeugnis von der Wahrheit der Platten, worauf das Buch Mormon graviert war, empfangen, wollte aber noch ein weiteres Zeugnis haben. Die Antwort des Herrn durch den Propheten Joseph Smith lautete: „Habe ich deinem Sinn nicht Frieden in dieser Angelegenheit zugesprochen? Welch größeres Zeugnis kannst du haben als von Gott?“ (Lehre und Bündnisse 6:22-24). Auch ohne, dass ich vom Herrn, oder einem seiner irdischen Diener, ein Zeichen für seine Existenz fordere, habe ich durch meine Erfahrungen, die ich durch das Befolgen seiner Lehren gemacht habe, Zeugnis genug und ich brauche nicht mehr als den Frieden in meinem Herzen, der entsteht, wenn ich im Einklang mit den Geboten des Herrn lebe. Ich will nicht erst mit Stummheit geschlagen werden, wie Zacharias, der durch einen Engel gesagt bekam, dass er in seinem hohen Alter noch einen Sohn bekommen solle und den Engel fragte: „Woran soll ich erkennen, dass das wahr ist?“ (Lukas 1:13-22). Wie ergeht es dir in Bezug auf Zeichen, um die Existenz Gottes anzuerkennen?

Luke 1:57–80, Zacharias with Elisabeth and JohnEr verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes.
(Lukas 1:63; Bild: Quelle)

Wenn du mir ein Zeichen zeigen willst, damit ich mich überzeugen kann

Alma redet mit Korihor weiter über dessen verführerische Falschlehren und fragt ihn direkt, ob er daran glaubt, dass es einen Gott und Christus gibt, was er verneint. Alma bezeugt ihm, dass „… es einen Gott gibt, und auch, dass Christus kommen wird.“ (Alma 30:37-39). Korihor fordert Alama dennoch auf: „… Wenn du mir ein Zeichen zeigen willst, damit ich mich überzeugen kann, dass es einen Gott gibt—ja, zeige mir, dass er Macht hat, und dann will ich mich von der Wahrheit deiner Worte überzeugen lassen.“ (Alma 30:43).

Wenn du mir ein Zeichen zeigen willst, damit ich mich überzeugen kann. Korihor wollte, dass Alma der Jüngere veranlassen soll, dass er eine wundersame Kundgebung von Gott erleben könne, die ihm als Beweis dienen würde, dass Gott tatsächlich existiert. Auch die Schriftgelehrten forderten von Christus ein Zeichen, obwohl er doch vor ihren Augen schon so viele wundersame Werke getan hat. Was antwortete der Herr ihnen? „Diese böse und treulose Generation fordert ein Zeichen, aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona.“ (Matthäus 12:39). Übrigens: Was meint Jesus eigentlich mit dem Zeichen des Propheten Jona? Wie wir aus dem nächsten Vers erkennen können, ist es eine sinnbildhafte Anspielung auf seinen eigenen bevorstehenden Tod, seine Auferstehung und die drei Tage dazwischen, denn Jona wurde vom Wal verschluckt, und nach drei Tagen wieder von diesem freigegeben (Jona 2:1,7).

Geht es doch vielen Menschen auch heute noch so, dass sie an Gott nur glauben wollen, wenn sie durch Zeichen überzeugt werden. Ist das dann noch Glaube, wenn wir durch übernatürliche Ereignisse zur Überzeugung gelangen? Wenn etwas bewiesen ist, ist Glaube nicht mehr notwendig, da ich ja Wissen erlangt habe. Doch das ist nicht der Weg des Herrn. Was sagt doch der Herr dem ungläubigen Thomas? „Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ (Johannes 20:29). Für unsere Entwicklung ist es einfach besser, wenn wir aufgrund von Glauben zur Überzeugung gelangen. Und dann, wenn wir festen Glauben erlangt haben, werden uns Zeichen folgen (Lehre und Bündnisse 58:64; Ether 4:18). Zeichen und Wunder verlieren mit der Zeit ihre Wirkung (3. Nephi 2:1), Glauben aber wird immer wieder neu herausgefordert und festigt sich durch die mit ihm gemachten Erfahrungen. Außerdem können wir uns nicht unbedingt auf Zeichen und Wunder verlassen, denn auch falsche Propheten sind zu solchen in der Lage (JS-Matthäus 1:22). Ich habe Glauben ausgeübt und dann meine Überzeugung von der Existenz Gottes und seines Sohnes, durch die dritte Person der Gottheit, durch den Heiligen Geist empfangen (3. Nephi 28:11). Wie hast du deine Überzeugung erlangt?

A painting by Robert T. Barrett showing Jonah in a ragged red robe lying on a beach with the silhouette of a whale seen in the distance.Jona nach drei Tagen vom Wal wieder freigegeben
(Bild: Quelle)

Dass wir uns nicht an der Arbeit dieses Volkes mästen

Der Antichrist Korihor wurde vor den Hohepriester der ganzen Kirche, Alma den Jüngeren und vor den obersten Richter geführt, wo er so weitermachte, wie vor den Beamten im Land Gideon (Alma 30:30). Alma erwiderte ihm: „… Du weißt, dass wir uns nicht an der Arbeit dieses Volkes mästen; denn siehe, ich habe vom Anfang der Regierung der Richter an bis jetzt mit eigenen Händen für meinen Unterhalt gearbeitet, obwohl ich so viel im Land umhergereist bin, um meinem Volk das Wort Gottes zu verkünden.“ (Alma 30:32).

Dass wir uns nicht an der Arbeit dieses Volkes mästen. Du kennst vielleicht auch das Lied von Johanna von Koczian „Keinen Pfennig“. Darin beschreibt sie, wie ihr kleiner Junge eines Abends mit einem Zettel zu ihr kam, auf dem er all seine Taten für sie notiert hatte und dahinter aufführte, wie viel sie ihm dafür schuldete. Z. B. `Den Rasen gesprengt, drei Mark´… Seine gesamte Rechnung ergab 15 Mark und 50 Pfennig. Sie drehte den Zettel um und schrieb darauf, was sie alles für ihn getan hatte mit der Bemerkung: „Insgesamt kostet dich all die Liebe von mir keinen Pfennig“. Als er das gelesen hatte, standen ihm die Tränen in den Augen und er schrieb auf seine Aufzählung: „Alles bezahlt!“ Das Lied kannst du dir hier anhören. Alma und alle anderen Diener in der Kirche des Sohnes Gottes haben, entgegen der Behauptung Korihors, für ihre geistlichen Dienste an den Menschen in der Kirche, nie Geld erhalten, „niemals auch nur soviel wie eine Senine …“ sagt er (Alma 30:33; eine Senine war bei den Nephiten eine Werteinheit und entsprach dem Tageslohn eines Richters, siehe Alma 11:3-4).

So wie der geistliche Dienst früher überwiegend unbezahlt wahrgenommen wurde, ist es auch heute noch in der Kirche des Herrn so. Die meisten, zeitlich begrenzten, Führungspositionen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Bischöfe, Pfahlpräsidenten, Gebietssiebziger, FHV-Präsidentinnen, Priester, Lehrer, Diakone, Elders usw) werden ehrenamtlich neben der Berufsausübung wahrgenommen. Es gibt keine Berufsgeistlichen und somit auch keine Karrierelaufbahn. Ausnahmen gibt es bei wenigen Kirchenführern, die aber vorher schon für viele Jahre ihres Lebens in unbezahlten ehrenamtlichen Positionen der Kirchenführerschaft gedient haben. Sie dienen nun vollzeitlich, mit weltweiten Aufgaben betraut, vielfach den Rest ihres Lebens, ohne die Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt aus einer Berufstätigkeit bestreiten zu können. Dies geschieht in Einklang mit der Heiligen Schrift (Lukas 10:7; Mosia 27:5; Lehre und Bündnisse 42:71-72). Bei jeglichem Dienst in der Kirche aber geht es niemals darum, Gewinn und Ehre zu erzielen (2. Nephi 26:20,29), sondern nur um das Wohlergehen des Einzelnen (Enos 1:9; Jakob 2:3). Welches sind deine Beweggründe für den Dienst in der Kirche?

A young woman sits at a table near her bishop, indicating a scripture and discussing it with him.Ein Bischof dient zeitlich begrenzt, neben seinem Beruf, ehrenamtlich in der Kirche
(Bild: Quelle)

Gaben sie ihm auf seine Worte keine Antwort

Der Antichrist Korihor machte gegenüber dem Hohepriester und dem obersten Richter viele Vorhaltungen: Sie würden das Volk unterdrücken (Alma 30:23); sie würden behaupten, dass Prophezeiungen aus alter Zeit wahr seien, obwohl sie das doch nicht wüssten (Alma 30:24); sie behaupten, das Volk sei wegen einem Vorfahren gefallen, obwohl ein Kind nicht wegen Übertretung der Eltern schuldig sein kann (Alma 30:25); Christus werde kommen, was nicht der Fall sein wird (Alma 30:26); Verführung des Volkes mit törichten Überlieferungen; die Geistlichen würden das Volk für sich arbeiten lassen (Alma 30:27); es gäbe Gott, den niemand gesehen habe (Alma 30:28). „Als nun der Hohepriester und der oberste Richter sahen, wie verhärtet sein Herz war, ja, als sie sahen, dass er selbst Gott schmähen würde, gaben sie ihm auf seine Worte keine Antwort, sondern sie ließen ihn binden; und sie übergaben ihn in die Hände der Beamten und sandten ihn ins Land Zarahemla, damit er vor Alma und den obersten Richter, der der Regierende über das ganze Land war, geführt werde.“ (Alma 30:29).

Gaben sie ihm auf seine Worte keine Antwort. Du kennst sicherlich den Ausspruch des römischen Redners und Staatsmanns Marcus Tullius Cicero (106 – 43 v. Chr.) aus einer seiner Reden um 63 v. Chr. gegen den Senator Lucius Sergius Catilina, in der es um die Aufdeckung, Verfolgung und Bestrafung der zweiten Catilinarischen Verschwörung, eines Umsturzversuchs Catilinas und seiner Anhänger, gegen die römische Republik ging: „Keine Antwort ist auch eine Antwort.“ Auf die Schriftstelle oben bezogen, leite ich daraus ab: Wenn ich davon ausgehen kann, dass mir bewusst falsche Vorhaltungen gemacht werden, halte ich es für besser, darauf gar nicht zu reagieren. Derjenige, der sie aufstellt, weiß meist selber ganz genau, dass sie unbegründet sind.

In bestimmten Situationen ist es einfach angebracht das Sprichwort „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ zu beherzigen, anstatt Unpassendes oder Überflüssiges im falschen Moment von sich zu geben. Auch wenn es einen noch so juckt, eine unbegründete Anschuldigung zurechtzurücken, kann Schweigen Unheil verhindern. Ich muss die Situation analysieren und entscheiden, ob es angemessen ist, durch eine Rechtfertigung oder Richtigstellung eine Eskalation herbeizuführen, die zu einem schlimmen Ende führen könnte. Von Paulus lerne ich: „Nehmt den an, der im Glauben schwach ist, ohne mit ihm über verschiedene Auffassungen zu streiten.“ (Römer 14:1). Ich gehe lieber einem Streit aus dem Wege und stecke zurück, als dass ich auf meinem vermeintlichen Recht bestehe. Ich denke bei mir in bestimmten Situationen das, was David zu Saul sagte: „Der Herr soll unser Richter sein und zwischen mir und dir entscheiden. Er blicke her, er soll meinen Rechtsstreit führen und mir dir gegenüber Recht verschaffen.“ (Samiel 24:16). Wie reagierst du, wenn dir jemand ungerechtfertigte Vorhaltungen macht?

Interpretation of Cicero speech in senate against Catiline. Fresco in Madam Palace by Maccari, César
(Bild: Quelle)

Von alten Priestern festgelegt

Auf die Frage des Hohenpriesters des Landes Gideon, Giddonach (übrigens ist er der Vater von Amulek, siehe Alma 10:2, der von einem Engel beauftragt wurde, für Alma den Jüngeren zu sorgen, siehe Alma 10:7, und berufen wurde, mit ihm als Missionar zu dienen, siehe Alma 8:29), warum er die Wege des Herrn verkehre (Alma 30:22), antwortete der Antichrist Korihor: „… Weil ich nicht die törichten Überlieferungen eurer Väter lehre und weil ich dieses Volk nicht lehre, sich durch die törichten Verordnungen und Verrichtungen niederzubinden, die von alten Priestern festgelegt worden sind, um sich Macht und Gewalt über sie anzueignen, um sie in Unwissenheit zu halten, so dass sie das Haupt nicht emporheben können, sondern gemäß deinen Worten erniedrigt werden.“ (Alma 30:23)

Von alten Priestern festgelegt. Wieso sollen ältere berufene Diener des Herrn törichte Verordnungen und Verrichtungen festlegen, und seit wann üben sie Macht und Gewalt aus, um die Mitglieder der Kirche in Unwissenheit zu halten? Es ist nicht so, dass der ältere Priester seinen eigenen Willen kundtut, sondern der Herr Jesus Christus ist derjenige, der seinen Willen seinen Knechten, den Propheten, kundtut (Amos 3:7) und dieser hat den Auftrag ihn an das Volk des Herrn weiterzugeben (Lehre und Bündnisse 21:1-5). So ist es seit Anbeginn der Menschheit gewesen (Köstliche Perle Mose 6:51-52,58,67), und so wird es bleiben bis Christus persönlich kommen, und seine Herrschaft auf Erden antreten wird (Apostelgeschichte1.11).

Ja, auch heute haben wir ältere Priester an der Spitze der Kirche. Die obersten Kirchengremien, die Erste Präsidentschaft und das Kollegium der Zwölf, haben ein Durchschnittsalter von knapp 77 Jahren. Das älteste Mitglied des Kollegiums der Zwölf ist Elder Russel M. Nelson (Präsident des Kollegiums) mit 90 Jahren, das jüngste, Elder Gary E. Stevenson, mit 62 Jahren (Stand 2017). Unser Prophet, Thomas S. Monson, derzeit des Herrn berufenes Sprachrohr auf Erden, ist 90 Jahre alt. Ich habe in meinem Kirchenleben seit 1960 bis heute, keine Erfahrung derart gemacht, dass diese `alten Priester´, die berufenen Diener des Herrn, mich je durch törichte Verordnungen und Verrichtungen versucht haben niederzubinden, oder mich in Unwissenheit zu halten. Ganz im Gegenteil, ich werde ständig dazu angehalten, eifrig nach Wissen aus den besten Büchern zu trachten, und zwar entsprechend neuzeitlicher Offenbarung: „durch Studium und auch durch Glauben;“ (Lehre und Bündnisse 109:7,14). Dies tue ich mit größter Freude und mit allem Eifer (1. Nephi 10:19). Außerdem profitiere ich von ihrer Erfahrung und Weisheit, die sie in ihrem Leben gesammelt und erlangt haben, und mit der sie mich liebevoll führen und anleiten. Wie stehst du zu älteren Priestern, die uns im Auftrag des Herrn führen und leiten?

(Bild: Quelle)

Warum lehrst du dieses Volk, es werde keinen Christus geben, und störst sie damit in ihrer Freude?

Vom Land Zarahemla (Alma 30:6) ging dieser Antichrist Korihor nun in das östlich gelegene Land Jerschon und versuchte seine Botschaft auch bei den bekehrten Lamaniten, die jetzt das Volk Ammon genannt wurden, zu verbreiten (Alma 30:19). Es heißt, dass sie klüger waren als viele Nephiten, so dass sie ihn dem Hohenpriester Ammon übergaben, der ihn außer Landes bringen ließ. Von dort aus versuchte er sein Glück im westlich gelegenen Land Gideon, wo ihm auch wenig Erfolg beschieden war und er vor den dortigen Hohenpriester und auch den obersten Richter des Landes gebracht wurde (Alma 30:20-21). „Und es begab sich: Der Hohepriester sprach zu ihm: Warum gehst du umher und verkehrst die Wege des Herrn? Warum lehrst du dieses Volk, es werde keinen Christus geben, und störst sie damit in ihrer Freude? Warum sprichst du gegen alle Prophezeiungen der heiligen Propheten?“ (Alma 30:22).

Warum lehrst du dieses Volk, es werde keinen Christus geben, und störst sie damit in ihrer Freude? Würdest du gerne in einem Zustand des Glücklichseins, der rechtschaffenem Leben entspringt, gestört werden, einem Zustand, den Gott für die Menschen vorgesehen hat? (2. Nephi 2:25). Eine Fülle der Freude kann der Mensch nun aber nur durch Christus erlangen (Lehre und Bündnisse 101:36). Und diese Freude wollte Korihor den Menschen dadurch nehmen, das er ihnen allen Ernstes predigte, dass es keinen Christus geben würde.

Auch heutzutage laufen viele Menschen herum und behaupten es gäbe keinen Christus und es gäbe kein Leben nach dem Tod. Würde ich diesen Meinungen erliegen, würde meine Freude und Hoffnung auch dahin sein. Das ist das, was Satan allzu gerne erreichen möchte. Er will uns so elend machen, wie er es ist (2. Nephi 2:27). Wahre Freude ist eine Gabe des Heiligen Geistes (Galater 5:22). Will ich sie genießen, muss ich so leben, dass ich den Einfluss des Heiligen Geistes verspüren kann. Und wenn ich dann ein rechtschaffenes Leben führe, und den Anfechtungen Satans widerstehe, `das Kreuz der Welt getragen habe´, werde ich Erbe des Reiches Gottes sein und eine Fülle der Freude erlangen (2. Nephi 9:18). Ich setze mein Vertrauen in den Geist, der mich dazu führt Gutes zu tun, mir hilft besser zu verstehen und mir meine Seele mit Freude erfüllt (Lehre und Bündnisse 11:12-13). Worein setzt du dein Vertrauen?

Mögliche Geographische Lage der Städte zueinander
Nehor, der Antichrist, zog vom Land Zarahemla ins Land Jerschon und von dort ins Land Gideon (Alma 30:6,21). (Bild: Quelle)

Wenn der Mensch tot sei, dann sei dies das Ende

Über den Antichristen Korihor heißt es weiter: „Und so predigte er ihnen und verführte vielen das Herz; er veranlasste sie, in ihrer Schlechtigkeit das Haupt emporzuheben, ja, er verführte viele Frauen und auch Männer, Hurerei zu begehen—denn er sagte ihnen, wenn der Mensch tot sei, dann sei dies das Ende.“ (Alma 30:18).

Wenn der Mensch tot sei, dann sei dies das Ende. Eine ähnliche Aussage wird uns im Jesaja über die unverbesserlichen Einwohner Jerusalems berichtet. Sie blickten nicht auf den Herrn. Der Herr befahl ihnen zu trauern. Doch was taten sie, sie `machten Party´ und sagten: „… Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot.“ (Jesaja 22:13). Sie waren einfach kurzsichtig, ihr Blick reichte nur bis zum irdischen Tod und meinten, dass damit alles erledigt sei. Der Apostel Paulus schrieb an die Mitglieder der von ihm gegründeten Gemeinde in Korinth über die Auferstehung Jesu. Er bekundete: „… Einige Leute wissen nichts von Gott; …“ (1. Korinther 15:34) und gab den Gedanken wieder: „… Wenn Tote nicht auferweckt werden, dann lasst uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot.“ (1. Korinther 15:32). Obwohl ihnen das Evangelium von Jesus Christus gepredigt wurde, meinten einige „…Eine Auferstehung der Toten gibt es nicht …“ (1. Korinther 15:12).

Und es gibt sie doch, die Auferstehung, die Wiedervereinigung des Geistkörpers mit dem physischen Körper aus Fleisch und Knochen (Lukas 24:39). Christus ist für uns gestorben und hat den Tod für alle überwunden (1. Korinther 15:20-22), ansonsten wäre das Evangelium von Jesus Christus sinnlos (1. Korinther 15:13-14). Und was erwartet uns nach der Auferstehung? Das `Jüngste Gericht´. Wir müssen uns für unsere Taten auf Erden verantworten (1. Nephi 10:20). Waren unsere Taten gut, werden wir zu immerwährendem Leben auferstehen, waren sie böse, zu Verdammnis (3. Nephi 26:5). Wer möchte nicht zum Glücklichsein erweckt werden? Es liegt an mir selber, ich bin durch meine Taten mein eigener Richter (Alma 41:3-7). Ich bemühe mich, das Evangelium von Jesus Christus täglich mehr und mehr zu ergründen und mein Tun daran auszurichten. Wie hältst du es mit der Aussage: „… Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot.“?

Luke 24:36–41, 44–49; John 20:21, Christ appears to the Apostles after His ResurrectionDer auferstandene Jesus zeigt sich seinen Aposteln. Hier z. B. beim gemeinsamen Mahl
(Apostelgeschichte 1:3-4; Bild: Quelle)

Was auch immer jemand tue, sei kein Verbrechen

Weiter predigt der Antichrist Korihor: „… dass kein Sühnopfer für die Sünden der Menschen vollbracht werden könne, sondern dass es jedermann in diesem Leben so ergehe, wie es dem Verhalten jedes Geschöpfes entspreche; darum gedeihe jeder Mensch, wie es seiner Begabung entspreche, und jeder Mensch gewinne, wie es seiner Kraft entspreche; und was auch immer jemand tue, sei kein Verbrechen.“ (Alma 30:17).

Was auch immer jemand tue, sei kein Verbrechen. Dieser Ansicht nach darf ich alles tun und muss mich nicht um irgendwelche Gesetze, Gebote und Verbote, soziale Normen bzw. Verhaltensregeln kümmern. Das allerdings würde ins Chaos führen. Überall dort, wo Menschen zusammenleben, müssen Regeln aufgestellt und auch eingehalten werden. Die Einfachste und doch Umfassendste, drückt das aus der `Goldenen Regel´ (Matthäus 7:12; Lukas 6:31; Tobit 4:15) abgeleitete Sprichwort: „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“ aus.

Ich glaube an das, was uns Moroni, der letzte nephitische Prophet gesagt hat, nämlich, dass der Geist des Herrn in jedem Menschen wirkt. Dabei handelt es sich um unser Gewissen, das innere Empfinden dafür, was richtig und was falsch ist (Moroni 7:16). Mit diesem inneren Empfinden, erzeugt durch das Licht Christi – Energie, Macht oder Einfluss, die von Gott ausgehen – wird jeder Mensch geboren (Lehre und Bündnisse 84:46). Dies macht uns zu verantwortlichen Wesen. Allerdings kann dieses Licht Christi durch Sünde bzw. Missbrauch ausgelöscht werden und dann sind wir bei der Weltanschauung, die Korihor vertrat. Schon von Kindesbeinen an wurde ich gelehrt nach ihr zu leben und je mehr Lebenserfahrung ich gesammelt habe, umso mehr wuchs in mir auch der Wunsch danach, die goldene Regel anzuwenden. Wie stehst du zu dieser Regel?

QVOD TIBI HOC ALTERI – „Was [du] dir [wünschst], das [tu] dem Andern“. Inschrift am Braunschweiger Gewandhaus
(Bild: Quelle)