Erhielt Alma Nachricht, dass die Zoramiten die Wege des Herrn verkehrten

„Nun begab es sich: Nachdem Korihor sein Ende gefunden hatte, erhielt Alma Nachricht, dass die Zoramiten die Wege des Herrn verkehrten und dass Zoram, der ihr Führer war, das Herz des Volkes dazu verführte, dass es sich vor stummen Götzen niederbeugte, und so fing sein Herz wegen des Übeltuns des Volkes abermals an, krank zu werden.“ (Alma 31:1).

Erhielt Alma Nachricht, dass die Zoramiten die Wege des Herrn verkehrten. Wie gestern geschildert, waren die Zoramiten Nachkommen des Dieners von Laban, Zoram, der mit Lehi und seiner Familie Jerusalem um 600 v. Chr. auf Geheiß Gottes verlassen hat (1. Nephi 4:35). Seine Nachkommen wurden als Zoramiten zu dem Volk Nephi gezählt und sie waren ebenso gottesfürchtig wie diese. Allerdings musste Alma der Jüngere nun feststellen, dass sie sich vom wahren Gottesglauben abgewendet hatten und Götzen anbeteten bzw. eine übermäßige Bezogenheit auf oder an etwas hatten, das nicht Gott entsprach.

Das erstes der Zehn Gebote, dass der Herr seinem Bundesvolk gab, lautet: „Du sollst neben mir keine anderen Götter haben“, verbunden mit der Maßgabe sie nicht anzubeten und ihnen auch nicht zu dienen (Exodus 20:3,5). Ich kenne die Folgen von Götzenverehrung aus der Schrift und weiß, dass „… der Teufel aller Teufel …“ sich über diejenigen freut, die dies tun (2. Nephi 9:37). Die Folgen dessen, dass sie sich anderen Göttern zuwenden würden, wurden dem Volk Israel so benannt: „… dann werdet ihr völlig ausgetilgt werden.“ (Deuteronomium 8:19). Aus dem Alten Testament weiß ich auch, dass Widerspenstigkeit gegen Gott ebenso schlimm ist wie Götzendienst (1. Samuel 15:23). Auch Habsucht wird in der Schrift mit Götzendienst gleichgesetzt (Kolosser 3:5). Also lerne ich, dass ich mich nicht gegen den Herrn auflehnen darf, und dass ich nicht einem übertriebenen Drang, ständig meinen materiellen Besitz, unabhängig von dessen Nutzen, zu mehren, nachgeben darf. Mir kommt König Midas aus der der griechischen Mythologie in den Sinn. Er hatte Dionysos, einen der griechischen Götter, darum gebeten, dass alles, was er berühre, zu Gold werde, um Reichtum aufzuhäufen. Was war die Folge? Auch das, was er als Nahrung benötigte wurde zu Gold und er hätte unweigerlich verhungern müssen, wenn er sich nicht durch ein Bad im Fluss Paktolos von diesem Geschenk hätte lösen können. So bin ich dankbar, dass ich mich, durch ein Bad in den Wassern der Taufe, von Götzendienst – Widerspenstigkeit, Habsucht und sonstigem gottlosen Tun – habe lossagen können. Sicherlich bin ich in mancherlei Hinsicht immer noch am Lossagen – aber ich bin dran und bleibe dran. Was ist deine Einstellung zu Götzendienst?

Hieronymus Bosch: Der Heuwagen (Mittelflügel), um 1500.
Ein flämisches Sprichwort sagt: „Die Welt ist ein Heuhaufen – ein jeder pflückt davon, soviel er kann.“
(Bild: Quelle)

Einem Volk, das sich von den Nephiten getrennt und sich Zoramiten genannt hatte

Was letztendlich mit dem Antichristen Korihor geschah: „… Als er unter dem Volk umherging—ja, unter einem Volk, das sich von den Nephiten getrennt und sich Zoramiten genannt hatte, denn es wurde von einem Mann namens Zoram geführt—und als er unter ihnen umherging, siehe, da wurde er überrannt und niedergetreten, ja, bis er tot war. 60  Und so sehen wir, wie jemand endet, der die Wege des Herrn verkehrt; und so sehen wir, dass der Teufel seinen Kindern am letzten Tag nicht beistehen wird, sondern sie schnell zur Hölle hinabzerrt.“ (Alma 30:59-60).

Einem Volk, das sich von den Nephiten getrennt und sich Zoramiten genannt hatte. Ein Zoram begegnet uns zuerst im Buch Mormon bei dem Versuch Nephis, die Messingplatten in Labans Schatzkammer in Besitz zu nehmen. Er war Labans Knecht und konnte von Nephi überzeugt werden, mit ihm und seiner Familie Jerusalem zu verlassen (1. Nephi 4:20,35). Mit der ältesten Tochter Ismaels, dessen Familie ebenfalls zusammen mit der Familie Lehis Jerusalem verließ, gründete er eine Familie (1. Nephi 16:7). Mit Nephi und weiteren Familienmitgliedern hörte Zoram auf die Warnung des Herrn und trennte sich mit ihnen von Laman und denen, die zu ihm hielten (2. Nephi 5:6-7). So entstanden die zwei Volkshauptgruppen, die Nephiten und die Lamaniten. Unter den Nephiten waren die Nachkommen Zorams als Zoramiten bekannt (Jakob 1:13).

Dann taucht ein Zoram wieder um die 80 v. Chr. als nephitischer Heerführer auf, der die Lamaniten besiegt (Alma 16:5). Später fielen die Zoramiten um 74 v. Chr. vom wahren Glauben ab und trennten sich von den Nephiten (Alma 31:1-2). Alma der Jüngere versuchte, sie wieder zurückzugewinnen (Alma 31:7-8). Einige von ihnen bekehrten sich und verbündeten sich mit den bekehrten Lamaniten, den Ammoniten, die im Land Jerschon lebten (Alma 35:1-9). Wohingegen die nicht bekehrten Zoramiten Krieg gegen die Nephiten führten (Alma 35:10-13). In neuzeitlicher Offenbarung sagt der Herr, dass das Wissen um einen Erretter durch das Buch Mormon in alle Welt gelangt, auch an „… die Nephiten und die Jakobiten und die Josephiten und die Zoramiten, nämlich durch das Zeugnis ihrer Väter— …“ (Lehre und Bündnisse 3:17). Darin können wir die große Liebe Gottes zu seinen Kindern sehen. Er sorgt von Anbeginn der Menschheit an dafür, dass seine Kinder sein Wort kennenlernen können, damit sie durch das Befolgen seiner Gebote und Bündnisse in seine Gegenwart zurückkehren können. Wie beeinflusst sein Wort dein Leben?


Der Antichrist Korihor wurde von den Zoramiten einfach niedergetreten; Satan hat ihm keine Hilfe zukommen lassen
(Bild: Quelle)

Darum wurden sie alle wiederum zum Herrn bekehrt

Korihor behielt seine Stummheit, das Zeichen wurde nicht von ihm genommen und diese Information wurde allem Volk kundgetan mit der Ermunterung, dass diejenigen, die seinen Lehren geglaubt hatten, umkehren sollten, damit ihnen nicht Gleiches widerfahre (Alma 30:56-57). „Und es begab sich: Sie alle wurden von der Schlechtigkeit Korihors überzeugt; darum wurden sie alle wiederum zum Herrn bekehrt; und dies setzte dem Übeltun nach der Weise Korihors ein Ende. Und Korihor ging von Haus zu Haus umher, um sich Nahrung für seinen Unterhalt zu erbetteln.“ (Alma 30:58).

Darum wurden sie alle wiederum zum Herrn bekehrt. Wie wunderbar, dass der Herr uns Menschen immer wieder eine Chance gibt, wenn wir noch auf die warnenden Worte und Aufforderungen seiner berufenen Diener, zur Umkehr, bereit sind zu hören. Allerdings erkenne ich am Beispiel Korihors, dass es auch sein kann, dass der Wunsch zur Umkehr zu spät kommen kann, insbesondere, wenn es sich um einen aus der Not geborenen Hilferuf handelt, der nach erfolgter Erhörung dann aber ganz schnell wieder über Bord geworfen werden wird. Der Herr hat dies bei Korihor so erkannt und das Zeichen der Stummheit nicht von ihm genommen. Er konnte nun seinen Unterhalt nur noch durch Betteln bestreiten.

Das Beispiel von ihm dient mir als warnende Abschreckung. Lieber halte ich mich an die Aufforderung in Jesaja: „Wascht euch, reinigt euch! Lasst ab von eurem üblen Treiben! Hört auf, vor meinen Augen Böses zu tun!“ (Jesaja 1:16). Nachdem ich durch die Wasser der Taufe gewaschen worden bin, bemühe ich mich vom `üblen Treiben´ abzulassen. Es passiert leider trotzdem, dass ich hier und da übertrete. Da bin ich dem Herrn für die weiteren Chancen dankbar, die er uns eröffnet und ich, wenn ich meine Fehler erkenne, sie vor ihm bekennen und um Vergebung bitten und durch das Abendmahl wieder erneut versprechen kann, alle Gebote zu halten, und den Namen Christi auf mich nehmen kann (Lehre und Bündnisse 20:75-79). Wie nutzt du die Chancen, die uns der Herr immer wieder eröffnet, Umkehr zu üben, und seine Bereitschaft, uns mit offenen Armen zu empfangen, wenn wir gewillt sind umzukehren (Jakob 6:5)?

A painting by Clark Kelley Price showing a father embracing his son, who is wearing rags, on the road outside of the family’s home.Der Vater empfängt den verlorenen Sohn mit offenen Armen
(Lukas 15:10-32; Bild: Quelle)

Wenn dieser Fluch von dir genommen würde

Korihor flehte Alma an, dass der Fluch von ihm genommen werden würde (Alma 30:54). Die Antwort Almas lautete: „… Wenn dieser Fluch von dir genommen würde, dann würdest du das Herz dieses Volkes abermals verführen; darum soll dir geschehen, ja, wie der Herr es will.“ (Alma 30:55).

Wenn dieser Fluch von dir genommen würde. Alma der Jüngere geht aufgrund seiner Menschenkenntnis davon aus, dass Korihor mit seinen lügnerischen Machenschaften weiter machen würde, wenn der Herr ihm seine Sprache wieder geben würde. Das Schockerlebnis wäre viel zu kurz gewesen und seine heilende Wirkung würde sofort wieder verfliegen und er würde durch Satans Verführungskünste wieder in altes Fahrwasser geraten und dort weitermachen, wo er aufgehört hatte, die falschen Lehren Satans weiter zu verbreiten und Anhänger zu finden und wenn möglich, eine eigene Kirche zu gründen (1. Nephi 4:9).

Hast du das auch schon mal erlebt, dass wenn du etwas Gesetzwidriges gemacht hast und dafür bestraft worden bist, die erzieherische Wirkung zeitlich recht begrenzt war. Ich denke da an einen Verstoß gegen die Straßenverkehrsverordnung. Man ist mit dem Wagen unterwegs, sieht ein Geschwindigkeitsbegrenzungsschild und hält sich nicht dran. Zu spät erkannt, dass da eine Geschwindigkeitsmessung der Verkehrshüter durchgeführt wird. Man ärgert sich total, und bis man den Bußgeldbescheid bekommt, verhält man sich gesetzestreu und wartet gebannt auf die Höhe der Strafe. Hat man sie dann beglichen und ist froh, dass keine Punkte kassiert wurden, oder sogar ein Fahrverbot ausgesprochen wurde, geht man wieder recht schnell zu alten Gewohnheiten über. Auf das Evangelium übertragen, heißt das für mich, dass ich es auf keinen Fall drauf ankommen lassen sollte, den Herrn so lange herauszufordern, bis er zu schärferen Maßnahmen greift, die er dann auf mein Flehen hin, nicht mehr zurücknimmt, das Sühnopfer des Sohnes Gottes nicht mehr wirksam sein kann, keine Barmherzigkeit, sondern die Gerechtigkeit zum Zuge kommt (Mosia 2:38-39). Welche Erfahrungen hast du schon mit der zeitlich begrenzten Wirkung von Sanktionen gemacht?

(Bild: Quelle)

Er möge zu Gott beten, dass der Fluch von ihm genommen werde

Der Antichrist Korihor hatte, nachdem er nun durch Alma den Jüngeren, den Hohepriester der ganzen Kirche, im Namen Gottes mit Stummheit geschlagen war (Alma 30:50), zugegeben, dass er von Satan getäuscht wurde (Alma 30:53), und flehte nun Alma an, „… er möge zu Gott beten, dass der Fluch von ihm genommen werde.“ (Alma 30:54).

Er möge zu Gott beten, dass der Fluch von ihm genommen werde. Es gibt da ein Sprichwort: „Späte Einsicht ist besser als keine“, aber geht das immer auf? Korihor war von Satan so sehr geblendet worden, dass er durch sein Predigen viele weitere Menschen des Volkes vom wahren Glauben an Gott, Christus und den Erlösungsplan, weggeführt hatte, hin zu Ablehnung all dessen. Somit hat er diesen Menschen einen unüberschaubaren Schaden zugefügt, was für ihn sicherlich nicht ohne Konsequenzen bleiben wird, wie wir später auch noch sehen werden. Da greift dann das Zitat, das der englische Dichter und Dramatiker William Shakespeare König Lear in den Mund legt: „Weh, wer zu spät bereut!“

Ich lerne daraus, dass ich, ehe es für andere und für mich zu spät ist, früh genug zur Einsicht in mein Abdriften vom Weg des Herrn kommen muss, denn dann gibt es noch die Chance, dass der Spruch wirken kann: „Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung.“ Es ist aber unabdingbar, dass mir klar ist, dass dies in der Tat nur `der erste Schritt´ ist. Nach der Einsicht, muss dann das Handeln kommen. Ich werde mich mit dem Herrn besprechen und ihn um seine Hilfe bitten, aus der Verwirrung, die Satan angestiftet hat, wieder zu klarer Sicht zu kommen. Sicherlich kann es auch hilfreich sein, andere zu bitten, den Herrn um Hilfe für mich anzuflehen. Auf jeden Fall muss ich mich gebeterfüllt mit dem Wort des Herrn auseinandersetzen und es auch anwenden, um Licht- Erkenntnis – aus der richtigen Quelle zu empfangen (Johannes 8:12). Wie gehst du vor, wenn du spürst, dass du nicht mehr klar siehst?

John 8:12–58, Jesus stands in the temple and speaks with the PhariseesJesus erklärt: Ich bin das Licht der Welt.
(Bilder: Quelle)

Der Teufel hat mich getäuscht; denn er erschien mir in der Gestalt eines Engels

Der als Zeichen mit Stummheit geschlagene Antichrist Korihor (Alma 30:50) antwortete schriftlich weiter auf die Frage des obersten Richters über das ganze Land, ob er nun von der Macht Gottes überzeugt sei: „Aber siehe, der Teufel hat mich getäuscht; denn er erschien mir in der Gestalt eines Engels und sprach zu mir: Gehe hin und gewinne dieses Volk zurück; denn sie sind alle nach einem unbekannten Gott in die Irre gegangen. Und er sprach zu mir: Es gibt keinen Gott; ja, und er lehrte mich das, was ich sagen sollte. Und ich habe seine Worte gelehrt; und ich habe sie gelehrt, weil sie für den fleischlichen Sinn angenehm waren; und ich habe sie gelehrt, ja, bis ich viel Erfolg hatte, so sehr, dass ich wirklich glaubte, sie seien wahr; und aus diesem Grund habe ich der Wahrheit widerstanden, ja, bis ich diesen schweren Fluch über mich gebracht habe.“ (Alma 30:53).

Der Teufel hat mich getäuscht; denn er erschien mir in der Gestalt eines Engels. Im Buch Mormon und im Neuen Testament wird uns bestätigt, dass der Teufel sich als `Engel des Lichts´ tarnen kann (2. Nephi 9:9; 2. Korinther 11:14), und so Nachfolger für sich und seine Falschlehren gewinnt und veranlasst, dass sie in ihrer Überheblichkeit umhergehen und die Menschen lehren: „… Gott straft nicht. Es gibt keinen Gott …“ (Psalm 10:4). Weil die Lehren Satans „… für den fleischlichen Sinn angenehm …“ sind, verfestigen sie sich in seinen Anhängern so sehr, dass sie die Lügen Satans als wahr ansehen und die Wahrheit als Lüge.

Satan versucht uns Sterbliche in fleischliche Sicherheit zu wiegen, und somit für seine Lehre zu gewinnen (2. Nephi 28:21). Dass er uns damit betrügt und uns so ganz sachte, Stück für Stück, fast unmerklich ins Verderben führt, merken wir oftmals erst, wenn „das Kind in den Brunnen gefallen ist“. Wenn wir „den Stall erst abschließen, wenn die Kuh gestohlen ist“ macht es keinen Sinn mehr. Vorher muss ich den Stall abschließen, so dass der Dieb sich nicht meiner Seele bemächtigen und sie in die Hölle hinab ziehen kann. Wie schließt du den Stall ab, um deine Seele zu sichern?

(Bild: Quelle)

Ich habe immer gewusst, dass es einen Gott gibt

Auf die schriftliche Frage, ob Korihor nun von der Macht Gottes überzeugt sei, antwortete dieser schriftlich: „… Ich weiß, dass ich stumm bin, denn ich kann nicht sprechen; und ich weiß, dass allein die Macht Gottes dies über mich hat bringen können; ja, und ich habe immer gewusst, dass es einen Gott gibt.“ (Alma 30:52).

Ich habe immer gewusst, dass es einen Gott gibt. Was passiert, wenn man von jemandem dorthin geführt wird, wo das Licht einer Lampe abgeschirmt ist? Man wird nicht mehr in der Lage sein, zu erkennen, was vor sich geht. Daraus entstand die Redewendung: „Jemanden hinters Licht führen“, wenn jemand getäuscht, hereingelegt oder betrogen wird. Wie sehr kann Satan uns Menschen doch offensichtlich täuschen, hereinlegen oder betrügen, `hinters Licht führen´. Er hat Korihor, der seinen eigenen Bekundungen zufolge schon immer wusste, dass es Gott gibt, so arg `hinters Licht geführt´, dass er dieses Wissen aufgab und den Schmeicheleien Satans (2. Nephi 28:22) erlag und meinte, genau das Gegenteil wäre richtig.

Es gibt da einen Ausspruch des österreichischen Schriftstellers und Kritikers Alfred Polgar (1873-1955): „Es ist sehr schwierig, Menschen hinters Licht zu führen, sobald es ihnen aufgegangen ist“. Allerdings schafft es Satan, der Feind der Rechtschaffenheit, bei dem einen oder anderen offensichtlich doch. Am Beispiel Korihors lerne ich, dass Satan keine Anstrengung scheut, sogar diejenigen, die im Licht stehen – Kenntnis von der Existenz Gottes besitzen – hinters Licht zu führen, ihnen weis zu machen: Es gibt keinen Gott. Was kann ich tun, um mich davor zu schützen? Jakobus, der Bruder von Jesus Christus (Markus 6:3), und nach dem Weggang des Petrus (Apostelgeschichte 12:17) Leiter (Bischof) der Gemeinde der Judenchristen in Jerusalem, gibt mir da einen guten Ratschlag: „Ordnet euch also Gott unter, leistet dem Teufel Widerstand; dann wird er vor euch fliehen.“ (Jakobus 4:7). Auch darf ich das Gebet nicht außer Acht lassen (Alma 34:39). Es wäre ein fataler Fehler, dem Trugschluss zu verfallen: Ich bin fest in meinem Zeugnis, der Satan kann mich nicht `hinters Licht führen´ und hochmütig zu werden. Was unternimmst du, damit Satan dich nicht `hinters Licht führt´?

(Bild: Quelle)

An wem hättest du gewünscht, dass Alma sein Zeichen zeige?

Als der oberste Richter des ganzen Landes, der bei dem Gespräch zwischen Alma dem Jüngeren, dem Hohepriester des ganzen Landes, und Korihor zugegen war (Alma 30:29-30), erkannte, dass Korihor nicht mehr sprechen konnte, wie Alma es im Namen Gottes geboten hatte, „… streckte er seine Hand aus und schrieb an Korihor, nämlich: Bist du von der Macht Gottes überzeugt? An wem hättest du gewünscht, dass Alma sein Zeichen zeige? Wolltest du, dass er andere bedrängt, um dir ein Zeichen zu zeigen? Siehe, er hat dir ein Zeichen gezeigt; und willst du nun noch weiter streiten?“ (Alma 30:51).

An wem hättest du gewünscht, dass Alma sein Zeichen zeige? Ist ja nun sicherlich nicht gerade das, was sich Korihor als Zeichen gewünscht hätte, selber mit Stummheit geschlagen zu werden. Lieber wäre es ihm wohl gewesen, das Zeichen wäre irgendein anderes gewesen, an einer anderen Person z. B., oder einem anderen Objekt.

Ich lerne daraus, dass es u. U. ungünstig für mich ausgehen kann, wenn ich vom Herrn eine wundertätige Kundgebung – ein Zeichen – fordere, damit ich meine Neugierde befriedigt bekomme, oder Glauben an ihn erhalte bzw. verstärken kann, denn wie sagte der Herr zu den Pharisäern: „… Diese böse und treulose Generation fordert ein Zeichen …“ (Matthäus 12:39). Dazu möchte ich nicht gehören. Es passiert nämlich genau anders herum. Der Herr wird nach seinem Ermessen denen Zeichen zukommen lassen, die Glauben üben (Lehre und Bündnisse 58:64). Und außerdem sagt er uns in neuzeitlicher Offenbarung: „Verlangt keine Wundertaten, außer ich gebiete es euch …“ (Lehre und Bündnisse 24:13). Außerdem hat der Herr schon so viele „… Zeichen und Wunder am Himmel und auf der Erde …“ (Daniel 6:28) gewirkt, ich muss nur Augen, Ohren und Herz offen halten, um sie zu erkennen. Nur muss ich ein Gespür dafür entwickeln, welche Wunder von wem kommen, denn es gibt da auch noch Luzifer, der falsche Christusse und Propheten schickt, um mich zu verführen (Joseph Smith – Matthäus 1:22). Wie sind deine Gedanken zu Zeichen und Wundern?

Jesus Christus in a white robe, walking along the banks of the sea and calling out to a group of fishermen, who are pulling their nets into their boat.„Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es.
(Johannes 21:6; Bild: Quelle)

Und ich sage, im Namen Gottes wirst du mit Stummheit geschlagen werden

Korihor bestand darauf, dass Alma der Jüngere, der Hohepriester der ganzen Kirche, ihm ein Zeichen geben solle, ehe er an Gott glauben würde (Alma 30:48). Alma sprach deshalb zu ihm: „… Dies will ich dir zum Zeichen geben: Du wirst gemäß meinen Worten mit Stummheit geschlagen werden, und ich sage, im Namen Gottes wirst du mit Stummheit geschlagen werden, so dass du nicht mehr wirst reden können.“ (Alma 30:49).

Und ich sage, im Namen Gottes wirst du mit Stummheit geschlagen werden. Alma dem Jüngeren war die Vollmacht Gottes, hier auf Erden sein Sprachrohr und der Hohepriester über die gesamte Kirche zu sein, von seinem Vater übertragen worden (Mosia 29:42). Alma der Ältere hatte diese Vollmacht von König Mosia übertragen bekommen (Mosia 26:8). Der Hohepriester über die gesamte Kirche ist der Schlüsselträger des Herrn hier auf Erden (Matthäus 16:18-19) und was er sagt, das ist so, als wenn der Herr es selber sprechen würde (Lehre und Bündnisse 21:1,5). So hat Alma der Jüngere mit der ihm übertragenen Schlüsselvollmacht des hohen Priestertums, im Namen des Herrn, Korihor ein Zeichen gegeben, nämlich dass er stumm sein würde.

Die Schlüsselvollmacht über die ganze Kirche wird von Jesus Christus übertragen. So hat er Adam als ersten Menschen diese Schlüssel übertragen (Köstliche Perle Mose 6:7,57-58,66-68). Wie wir im Vers sieben gelesen haben, besteht dieses Priestertum immer fort. Natürlich gab es zwischendurch immer wieder Zeitabschnitte, in denen Menschen nicht würdig waren es zu haben. So z.B. nachdem alle Apostel, die der Herr Jesus Christus berufen hatte, nach seiner Himmelfahrt, nach und nach ermordet wurden. Aber der Herr hat immer wieder Menschen mit seinem Geist ausgestattet, dass sie dazu beitragen konnten, eine Wiederherstellung zu ermöglichen, z. B. die ganzen Reformatoren und all diejenigen, die mit ihren Erfindungen dazu beitrugen, dass das Wort Gottes alle Menschen erreichen konnte, vom Buchdruck bis hin zum Internet. Zwischendurch war dann auch die Zeit reif, dass Schlüssel wieder auf die Erde gelangen konnten. Es begann mit der Erscheinung Gott Vaters und seines Sohnes Jesus Christus dem jungen Joseph Smith, der sich im Jahr 1820 mit der Frage welcher Kirche er sich anschließen solle, an den Herrn wandte (Joseph Smith – Lebensgeschichte 1:1-20). Die Folge war die Wiederherstellung aller Priestertumsschlüssel. Sie wurden von Joseph Smith ununterbrochen bis heute weiter gegeben und sie sollen nie mehr von der Erde genommen werden (lies zu der ganzen Thematik gerne hier mehr) . Dass diese Schlüsselvollmacht heute der Hohepriester über die ganze Kirche, Thomas S. Monson, innehält, dafür brauche ich kein Zeichen verlangen, das weiß ich schon aus tiefstem Herzen. Wie sieht es bei dir mit dem Verlangen nach Zeichen aus?

Korihor fordert von Alma dem Jüngeren ein Zeichen
(Bild: Quelle)

Ich leugne nicht das Dasein eines Gottes, aber ich glaube nicht, dass es einen Gott gibt

Entgegen seinen vorhergehenden Aussagen schwächt Korihor nun, nachdem er gehört hat, dass Gott ihn schlagen würde, wenn er weiterhin dessen Existenz leugnen würde, seine Aussage ab. Zunächst hatte er Alma dem Jüngeren gegenüber ja die Frage, ob er Gott leugnet, bejaht (Alma 30:39,45), aber „Nun sprach Korihor zu ihm: Ich leugne nicht das Dasein eines Gottes, aber ich glaube nicht, dass es einen Gott gibt; und ich sage auch, du weißt nicht, dass es einen Gott gibt; und wenn du mir nicht ein Zeichen zeigst, werde ich nicht glauben.“ (Alma 30:48).

Ich leugne nicht das Dasein eines Gottes, aber ich glaube nicht, dass es einen Gott gibt. Korihor zieht die klare Leugnung zurück und beschränkt sich darauf, zu äußern, dass er nicht daran glaubt, dass es Gott gibt. Er fordert aber weiterhin ein Zeichen, ehe er sich zum Glauben bekehren würde, und stellt sogar eine Behauptung auf, nämlich, dass Alma selber wissen würde, dass es keinen Gott geben würde. Wie will er diese Behauptung beweisen oder womit rechtfertigen?

Ich stelle bei vielen Menschen fest, dass sie leichtfertig unzulässige Verallgemeinerungen äußern, bzw. Behauptungen aufstellen, deren Wahrheit sie nicht in der Lage sind nachzuweisen. Wie häufig hörst du Aussagen wie: `Das macht doch jeder´ oder `Dem geht doch alles schief´ oder `Nie macht er irgendwas richtig´ oder `Alles muss man ihm abnehmen´ oder `Nichts kann man ihn alleine machen lassen´. Wie häufig kommt es vor, dass man solche unzulässigen Verallgemeinerungen selber behauptet? Unzulässig, weil sie mit Sicherheit nicht allgemeingültig – immer und überall geltend – sind, sondern nur auf einen bestimmten Fall, oder einige wenige Fälle, zutreffen. Wieso? Vielleicht aufgrund von oberflächlicher, unbedachter, Kommunikation oder falschen Angewohnheiten in der Kommunikation. Ich lerne daraus, dass ich, bevor ich Behauptungen aufstelle, mir darüber klar sein muss, ob sie zutreffend, und damit nachweisbar sind, oder nicht. Du kennst sicherlich den Spruch: „Erst denken, dann reden!“ In welchen Fällen hast du schon unbedacht Verallgemeinerungen geäußert?

(Bild: Quelle)