Überfielen das Volk, das im Land Ammoniha war, und vernichteten es

Dass sich die Brüder der Lamaniten, die sich zum Herrn bekehrt hatten, ohne Gegenwehr haben abschlachten lassen, verursachte unter den umkehrunwilligen Lamaniten Frust. „Und siehe, nun begab es sich: Jene Lamaniten waren um so zorniger, weil sie ihre Brüder getötet hatten; darum schworen sie den Nephiten Rache; und sie unternahmen es zu der Zeit nicht mehr, das Volk Anti-Nephi-Lehi zu töten, 2 sondern sie nahmen ihre Heere und zogen hinüber in das Grenzgebiet des Landes Zarahemla und überfielen das Volk, das im Land Ammoniha war, und vernichteten es.“ (Alma 25:1-2).

Überfielen das Volk, das im Land Ammoniha war, und vernichteten es. Alma der Jüngere und sein Mitarbeiter Amulek missionierten das Volk der Nephiten, welches in Amoniha lebte um 82 v. Chr. (Alma 9:1). Obwohl es ein vom Herrn hochbegünstigtes Volk war, wollte es sich einfach nicht von seinem Übeltun abwenden (Alma 9:20) und der Herr ließ ihnen kundtun, dass sie durch die Hand der Lamaniten vernichtet werden würden (Alma 9:18-19). Nun, kurze Zeit drauf erfüllt sich diese Ankündigung durch die Hand der Lamaniten, die ihr Morden unter den Anti-Nephi-Lehier aufgaben und wohl über die südliche Wildnis nördlich zogen und die Bevölkerung der Stadt Ammoniha vernichteten.

Ich lerne daraus, dass der Herr uns warnt, bevor uns Vernichtung aufgrund unserer Schlechtigkeit ereilt, und es gut für mich ist, diese Warnung ernst zu nehmen und dem Wort des Propheten Glauben zu schenken, anstatt es zu verwerfen (Alma 9:4) und zu spät zu erkennen, dass es ein Fehler war (Alma 16:9-11). Ich weiß mit Bestimmtheit, dass der Herr auch in heutiger Zeit, so wie in jeder Evangeliumszeit, lebende Propheten berufen hat, um uns vor drohender Gefahr und den Folgen der Sünde zu warnen (siehe hier). Ich denke an die liebevolle Aufforderung von Präsident Monson auf der Generalkonferenz im April dieses Jahres: „Heute Morgen spreche ich über die Macht des Buches Mormon und darüber, wie dringend nötig wir als Mitglieder dieser Kirche es haben, uns mit seinen Lehren zu befassen, über sie nachzudenken und sie in unserem Leben anzuwenden. Wie wichtig es ist, ein festes und sicheres Zeugnis vom Buch Mormon zu haben, kann nicht genug betont werden.“ (siehe hier). Welche liebevollen Aufforderungen unserer Propheten und Apostel sind dir aus letzter Zeit in Erinnerung?

Präsident Thomas S. Monson unser lebender Prophet, Seher und Offenbarer; hinter ihm seine beiden Ratgeber
(Bild: Quelle)

So wird sein Zustand schlimmer, als wenn es dies alles nie gekannt hätte

„Und so können wir klar erkennen, wenn ein Volk einmal vom Geist Gottes erleuchtet ist und große Kenntnis von dem erlangt hat, was die Rechtschaffenheit betrifft, und dann in Sünde und Übertretung verfällt, so wird es verstockter, und so wird sein Zustand schlimmer, als wenn es dies alles nie gekannt hätte.“ (Alma 24:30).

So wird sein Zustand schlimmer, als wenn es dies alles nie gekannt hätte. Die Amalekiten und Amuloniten stammen von den Nephiten ab und kannten das Evangelium des Herren (Alma 22:7), haben sich aber davon abgekehrt und mit den Lamaniten verbrüdert (Mosia 23:35). Die Amuloniten haben sich aus einer Gruppe falscher Priester König Noas gebildet (Mosia 23:31). König Noa war der Sohn des nephitischen Königs Zeniff um 160 v. Chr. und tat, „was in den Augen des Herrn ein Greuel ist.“ (Mosia 11:1-2). Amalekiten und Amuloniten waren also vom Glauben abtrünnige Nephiten, die sich mit deren Feinden, den Lamaniten, zusammenschlossen und diese sogar an Feindseligkeit gegenüber den Nephiten übertrafen (Alma 21:3; 43:6).

Über solche, die Wahrheit erkannt und angenommen hatten, dann aber doch Satans Verführungskünsten erliegen, sagt Petrus: „Denn wenn sie durch die Erkenntnis des Herrn und Heilands Jesus Christus entflohen sind dem Schmutz der Welt, werden aber wiederum in diesen verstrickt und von ihm überwunden, dann ist’s mit ihnen am Ende ärger geworden als am Anfang.“ (2. Petrus 2:20). Das lehrt mich, dass ich mich, wenn ich den Herrn erkannt und sein Sühnopfer verstanden und angenommen habe, vor Satans ausgelegten Schlingen hüten muss. Ich muss sie früh genug erkennen, bevor ich mich in ihnen fangen lasse. Wie kann ich das? Indem ich der Ermahnung zu Wachsamkeit Folge leiste: „Wachet aber allezeit und betet, dass ihr stark werdet, zu entfliehen diesem allen, was geschehen soll, und zu stehen vor dem Menschensohn.“ (Lukas 21:36). Ansonsten wäre es besser für mich gewesen, wenn ich den Weg der Gerechtigkeit erst gar nicht erkannt hätte (2. Petrus 2:21-22). Wie schützt du dich davor, von wahrer Erkenntnis wieder abzufallen?

A photograph of a row of fallen dominoes with one standing, paired with the words “Don’t Fall for It.”
Bleibe standhaft. Nur weil alle anderen etwas Falsches tun, ist es noch lange nicht richtig
(Bild: Quelle)

Es gab viele, in denen das Herz für diejenigen ihrer Brüder schwoll, die unter dem Schwert gefallen waren

Die hartherzigen Lamaniten fielen nun über ihre Bekehrten Brüder her, mit der Absicht sie zu vernichten und den König abzusetzen (Alma 24:20). Die so überfallenen ließen das Morden über sich ergehen und riefen dabei noch den Namen des Herren an, um ihn zu preisen (Alma 24:21). In dieser Lage wurden eintausendundfünf Bekehrte umgebracht (Alma 24:22). „Als nun die Lamaniten sahen, dass ihre Brüder vor dem Schwert nicht fliehen und sich weder nach rechts noch nach links wenden wollten, sondern dass sie sich hinlegten und zugrunde gingen und Gott selbst dann noch priesen, als sie unter dem Schwert zugrunde gingen—24 als nun die Lamaniten dies sahen, ließen sie davon ab, sie zu töten; und es gab viele, in denen das Herz für diejenigen ihrer Brüder schwoll, die unter dem Schwert gefallen waren, denn sie kehrten von dem um, was sie getan hatten.“ (Alma 24:23-24).

Es gab viele, in denen das Herz für diejenigen ihrer Brüder schwoll, die unter dem Schwert gefallen waren. Was bedeutet es, wenn einem das Herz schwillt? Nach altem Volksglauben haben die Gemütsbewegungen, seien sie positiver oder auch negativer Art, ihren Ursprung im Herzen bzw. wirken sich auf das Herz aus. Wenn jemand gegenüber anderen Mitmenschen großzügig, großmütig, hilfsbereit und voller Liebe ist, spricht man davon, dass er ein großes Herz hat. Schwillt einem das Herz an, so vergrößert es sich und damit bekommen diese Eigenschaften noch mehr Raum in einem. So verstehe ich die obige Aussage dahin gehend, dass sich in ihnen Mitleid für ihre Brüder, die sie gerade mordeten, regte, und dies dazu führte, dass sie von ihrem grausamen Tun umkehrten (Alma 24:25). Bevor allerdings dieses Mitleid einsetzte, haben eintausendundfünf schon ihren Tod gefunden (Alma 24:22).

Ich weiß den Grund nicht, warum diese eintausendundfünf ihr Leben lassen mussten, nachdem sie sich doch zum Herrn bekehrt und Vergebung für ihre Sünden erhalten hatten (Alma 24:6). Lag er darin, dass dadurch weitere Lamaniten, sogar mehr als an diesem Tag getötet wurden, zum Herrn bekehrt wurden (Alma 24:26-27)? Die Getöteten haben ja `nur´ ihr irdisches Leben verlassen, aber in dem Bewusstsein, ihr ewiges zu empfangen (Alma 24:16). Vieles, was wir noch nicht imstande sind zu verstehen, ist uns einfach noch verborgen, aber eines Tages werden wir die Geheimnisse Gottes erkennen (Lehre und Bündnisse 101:32-33). Was ich aber daraus entnehme: Ich bin gut beraten, wenn ich, anstatt mein Herz gegen jemanden zu verhärten, es für meine Mitmenschen anschwellen lasse, im Sinne von Mitgefühl und Liebe, und zwar ohne, dass ich ihm vorher Leid zufüge. Wann ist dir das letzte Mal für einen Mitmenschen dein Herz angeschwollen?


Unterdrücke niemals einen großzügigen Gedanken – —Camilla E. Kimball
(Bild: Quelle)

Dass sie die Waffen des Krieges um des Friedens willen begruben

„Und so sehen wir, dass diese Lamaniten, nachdem sie so weit gebracht worden waren, dass sie die Wahrheit glaubten und erkannten, fest waren und sogar lieber den Tod erleiden wollten als Sünde zu begehen; und so sehen wir, dass sie ihre Friedenswaffen begruben oder dass sie die Waffen des Krieges um des Friedens willen begruben.“ (Alma 24:19).

Dass sie die Waffen des Krieges um des Friedens willen begruben. Durch James Fenimore Coopers „Lederstrumpf“-Romane, wurden die Rituale des `Kriegsbeil begrabens´ allgemein bekannt. Das Kriegsbeil war eine Streitaxt mit kultischer Bedeutung. Daher leitet sich dann auch die Redensart ab: „Lass uns das Kriegsbeil begraben.“ in dem Sinne von: Frieden schließen, einen Streit beilegen. Der umgekehrte Vorgang wäre: Das Kriegsbeil ausgraben.

Mein Vorname ist Manfred, was aus dem alemannischen abgeleitet so viel bedeutet wie `Mann des Friedens´. Und in der Tat, ich kann Streit einfach nicht leiden, sollte sich einer anbahnen, fühle ich mich äußerst unwohl. Ich bemühe mich demzufolge, mit allen Kräften, diesem aus dem Weg zu gehen. Sollte es jemals sein, dass dies nicht klappt, bin ich versucht, ihn unter allen Umständen so schnell wie möglich beizulegen, dafür zu sorgen, dass das `Kriegsbeil begraben´ wird und möglichst tief, sodass es nicht so leicht wieder hervorzuholen ist. Wie das geht?

Entsteht doch ein Konflikt, so schnell wie möglich deeskalieren mittels offener Gespräche mit `Ich-Botschaften´ (Genesis 13:8):

  • Wo es sich einrichten lässt: zu Beginn die Bitte um ein gemeinsames Gebet und evtl. eine passende Schriftstelle (Lehre und Bündnisse 136:23)
  • Stolz ablegen, sich demütigen (Sprichwöter 13:10)
  • Gemeinsame Wege über das Vorgehen finden
  • Genügend Zeit für die Konfliktlösung einräumen
  • Mit offenen Karten spielen
  • Lösungen finden, die die Bedürfnisse aller Beteiligten berücksichtigen
  • Vergebungsbereitschaft (Kolosser 3:13)
  • Besteht die Gefahr der Eskalation, Hilfe von außen holen (Mediation durch nicht involvierte, heilige Schriften als Anleitung nutzen, Beten, ggf. Fasten)

Wie begräbst du die Waffen des Krieges um des Friedens willen?

Image(Bild: Quelle)

Es war in ihren Augen ein Zeugnis vor Gott und auch vor den Menschen

Nachdem König Anti-Nephi-Lehi mit seiner Rede an sein Volk zu Ende gekommen war, wurden sie direkt aktiv und setzten ihren Beschluss, die Waffen zu vergraben, in die Tat um (Alma 24:17). „Und das taten sie, denn es war in ihren Augen ein Zeugnis vor Gott und auch vor den Menschen, dass sie niemals wieder Waffen benutzen würden, um Menschenblut zu vergießen; und das taten sie, indem sie vor Gott beteuerten und gelobten, dass sie, statt das Blut ihrer Brüder zu vergießen, lieber ihr eigenes Leben hingeben wollten; und statt einem Bruder etwas zu nehmen, sie ihm lieber geben wollten; und statt ihre Tage in Trägheit zu verbringen, sie lieber reichlich mit ihren Händen arbeiten wollten.“ (Alma 24:18).

Es war in ihren Augen ein Zeugnis vor Gott und auch vor den Menschen. Ihr festes Vorhaben, ja sogar ihr Bündnis, haben sie mit dem Vergraben ihrer Kriegswaffen für jetzt und die Zukunft, vor Gott und den Menschen, symbolisch bekräftigen wollen. Auch ihnen selber sollte es den Rückfall an der Lust am Morden stark erschweren, da sie ja erst wieder die Waffen ausbuddeln mussten und dabei hätten sie sich dann auf jeden Fall an ihr Versprechen gegenüber Gott erinnert. Sie wollten keinesfalls rückfällig werden, denn sie wussten, dass in dem Fall ihre alten Sünden wieder zählen würden, und deshalb taten sie alles, was sie darin unterstützte, es nicht zu tun.

Ich leite für ein persönliches Problem daraus ab: Wäre ich in der Situation, eine Abhängigkeit ablegen zu wollen, würde ein solches `Vergraben der Waffen´ sehr hilfreich sein. Nehmen wir ein aktuelles Beispiel: Angenommen, ich hätte eine Handy-Sucht (eine von den Psychotherapeuten offiziell als Mobile and Internet Dependency Syndrome – kurz: MAIDS – bezeichnete Abhängigkeit), würde es mir helfen, diese in den Griff zu bekommen, indem ich das Handy eine festgelegte Zeit lang immer wieder mal `vergrabe´, an einem Platz deponiere, an den ich nur äußerst umständlich rankomme und gezwungen bin, wieder vermehrt persönliche Kontakte zu pflegen und auf diese Weise dem Erleben von Einsamkeit begegnen würde. Nun kommst du sicherlich mit dem Argument: Was ist mit den Schriften in den Sonntagsversammlungen? Nun ja, greife ich doch mal wieder zu meinen Papierversionen. So oder so ähnlich könnte ich mir also Umstände schaffen, durch die ich mir etwas abgewöhnen könnte, was zu einer Sucht geworden ist. Wie würdest du vorgehen? Bei einem realen Suchtproblem lässt dich die Kirche nicht alleine (mehr, folge diesem Link).

Es gibt sogar Apps, die vor Handysucht warnen

(Bild: Quelle)

Da dies alles war, was wir tun konnten, um unsere Makel von uns nehmen zu lassen

König Lamoni hält eine motivierende Rede an sein Volk (Alma 24:7-14), die mit folgenden Worten ihrem Ende entgegenging: „O wie barmherzig ist unser Gott! Und nun siehe, da dies alles war, was wir tun konnten, um unsere Makel von uns nehmen zu lassen, und unsere Schwerter glänzend gemacht sind, lasst uns sie tief verbergen, damit sie glänzend bleiben zum Zeugnis vor unserem Gott am letzten Tag, ja, an dem Tag, da wir dazu gebracht werden, vor ihm zu stehen, um gerichtet zu werden, dass wir unsere Schwerter nicht mit dem Blut unserer Brüder befleckt haben, seitdem er uns sein Wort mitgeteilt und uns dadurch rein gemacht hat.“ (Alma 24:15).

Da dies alles war, was wir tun konnten, um unsere Makel von uns nehmen zu lassen. Was war alles, was sie tun konnten und warum? Zuerst das Warum: Sie hatten sich aufgrund der Überlieferungen ihrer Vorfahren einem gottlosen Leben hingegeben, mit jeglicher Schlechtigkeit, Müßiggang und Morden. Was war zu tun? Nachdem sie durch die nephitischen Missionare das Wort Gottes kennengelernt und ihren gefallenen Zustand erkannt hatten, konnten sie nichts anderes tun, als sich vor dem Herrn zutiefst zu demütigen und ihre Taten zu bereuen und davon umzukehren und mit dem Herrn Bündnisse zu schließen. So wurde ihnen Vergebung zuteil. Die Aufrichtigkeit ihrer Umkehr zeigt sich nun in ihrem Tun. Als sie merkten, dass ihre nicht bekehrten Brüder zornig auf sie wurden und über sie kommen und sie umbringen wollten, wollten sie nicht mehr in ihr altes Muster zurückfallen und anstatt sich zu verteidigen, eher umkommen, in dem Wissen, dass sie so gerecht vor den Richterstuhl Gottes treten würden. Im anderen Fall war ihnen klar, dass ihre Vergebung, die sie gerade erhalten hatten, hinfällig geworden wäre. So hatten sie alle vor, nie wieder ihre Waffen zu benutzen (Alma 24:6,16).

Ich erkenne aus ihrem Verhalten, dass sie sich dessen bewusst waren, dass der Herr ihnen all ihre Sünden aufgrund aufrichtiger Umkehr und Eingehen von Bündnissen, vergeben hatte, und er ihrer nicht mehr gedachte, ausgenommen sie würden in ihr altes Muster zurückfallen. Für den Fall war ihnen klar, dass ihre alten Sünden vor dem Richterstuhl Gottes wieder zählen würden, so, als wenn sie keine Umkehr geübt hätten. Für mich ergibt sich daraus: Wenn ich umkehr geübt habe, darf ich meine erlangte Vergebung nicht dadurch aufs Spiel setzen, dass ich mich meinen alten Sünden bewusst wieder hingebe. Ich werde also sinnbildhaft die Werkzeuge, mit denen ich sie begangen habe, tief in die Erde vergraben, um sie nicht wieder hervorzuholen. Welche Kenntnisse ziehst du aus der Rede König Anti-Nephi-Lehis?

Sie vergruben ihre Waffen ganz tief in der Erde und versprachen Gott, nie mehr zu töten.
(Bild: Quelle)

Um mit Lamoni und auch mit seinem Bruder Anti-Nephi-Lehi Rat zu halten

Lamonis Vater und König über das ganze Land der Lamaniten, übertrug das Königtum nun einem seiner Söhne und nannte ihn Anti-Nephi-Lehi und starb (Alma 24:3-4). „Als nun Ammon und seine Brüder und alle diejenigen, die mit ihm heraufgekommen waren, die Vorbereitungen der Lamaniten für die Vernichtung ihrer Brüder sahen, zogen sie hin in das Land Midian, und dort traf Ammon alle seine Brüder; und von dort zogen sie in das Land Ischmael, um mit Lamoni und auch mit seinem Bruder Anti-Nephi-Lehi Rat zu halten, was sie tun sollten, um sich gegen die Lamaniten zu verteidigen.“ (Alma 24:5).

Um mit Lamoni und auch mit seinem Bruder Anti-Nephi-Lehi Rat zu halten. Wenn Entscheidungen zu treffen sind, die eine Gruppe von Menschen betrifft, wurde in der Kirche des Herrn schon seit jeher `Rat´ gehalten. Wir werden unterrichtet, dass, bevor die Erde gestaltet wurde, die Götter Rat hielten (Köstliche Perle Abraham 4:26). Weiterhin wissen wir durch den Propheten Joseph Smith, dass der Vater im Himmel einen Rat mit seinen Geistkindern, also uns, abhielt, um über seinen Plan, unseren Fortschritt und unsere Erlösung betreffend, zu beraten und zu Beschlüssen zu kommen. In der Schrift kommt der Begriff `Rat im Himmel´ nicht direkt vor, doch gibt es viele Schriftstellen, die auf einen solchen indirekt hinweisen (Hiob 38:4-7; Offenbarung 12:7-8; …) „In einer großen vorirdischen Ratsversammlung erzählte der Vater uns von seinem Plan. Als wir den Plan verstanden hatten, waren wir so glücklich, dass wir vor Freude jubelten und die Morgensterne zusammen jauchzten“ Elder Weatherford T. Clayton von den Siebzigern (siehe hier; mehr lies hier).

Diesem Beispiel folgend, haben wir auch heute in der Kirche des Herrn Zusammenkünfte, in denen Verantwortungsträger darüber beraten, wie der Familie und dem Einzelnen am besten geholfen werden kann, größtmögliche Fortschritte zu machen. Das geht in der Familie los mit dem `Familienrat´ und weiter über alle Kirchengremien in den Gemeinden, Pfählen (geografisches begrenztes Gebiet), den Regionen (mehrere Pfähle umfassend) und allen weltweit agierenden Organisationseinheiten, bis hin zur Ersten Präsidentschaft (siehe Einleitung zu Lehre und Bündnisse 104). Diese Ratsversammlungen werden, unter der Leitung des jeweiligen Priestertumsführers, in regelmäßigen Abständen abgehalten. In welchem Gremium hast du eine Ratsversammlung erlebt und mit welchem Ergebnis?

Seven adults sit in a bishop’s office in blue chairs, talking, writing, and interacting with one another.Mitglieder des Gemeinderates diskutieren und beschließen Belange ihrer Gemeinde
(Bild: Quelle)

Darum nahmen sie die Waffen gegen das Volk Anti-Nephi-Lehi auf

Dass sich ein großer Teil der Lamaniten zum Herrn bekehrt und der Kirche des Herrn angeschlossen hatte (Alma 23:4), war Satan ein Dorn im Auge. „Und ihr Hass [der Amalekiten, Amuloniten und restlichen Lamaniten] wurde überaus heftig gegen sie, ja, so sehr, dass sie anfingen, sich gegen ihren König aufzulehnen, so sehr, dass sie ihn nicht mehr als ihren König haben wollten; darum nahmen sie die Waffen gegen das Volk Anti-Nephi-Lehi auf.“ (Alma 24:2; Eckige Klammer hinzugefügt).

Darum nahmen sie die Waffen gegen das Volk Anti-Nephi-Lehi auf. Satan ging zum Gegenangriff über. Nachdem er weiß, dass er seine Chancen, Macht im Himmel zu ergreifen, völlig verspielt hat (2. Nephi 24:12), wünscht er sich nichts mehr, als all die anderen der zwei Drittel, die sich für den Herrn entschieden hatten (Lehre und Bündnisse 29:36-37), mit aller Macht so elend zu sehen, wie er es selber geworden ist (2. Nephi 2:27). Darum wendet er alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel an (2. Nephi 28:20). Er stachelt diejenigen, die er noch beeinflussen konnte, zum Zorn gegen diejenigen auf, die sich von ihm ab- und dem Herrn zugewendet hatten, und zwar in der Weise, dass sie bereit waren, die Waffen gegen ihre Brüder zu erheben.

Habe ich gegen die schweren Geschütze, die Satan in meinem Leben gegen mich auffährt, eine Chance, mich wirkungsvoll zur Wehr zu setzen? Eindeutig: Ja. Und warum? Wir sind ihm gegenüber insofern im Vorteil, dass wir einen Körper haben und er nicht. William P. McIntire, berichtet über eine Rede von Joseph Smith Anfang 1841 in Nauvoo, Illinois: „Der Satan kann uns mit seinen Verlockungen nicht verführen, es sei denn, wir sind im Herzen einverstanden und geben nach. Wir wurden so erschaffen, dass wir dem Teufel widerstehen können; wären wir nicht so erschaffen, könnten wir nicht selbständig handeln.“ (William Patterson McIntire, Notebook 1840–1845, Archiv der Kirche; siehe hierzu auch: Helaman 14:30). Ob Satan mich verführt oder nicht, liegt ganz in meiner Hand. Genauso, wie der Herr es tat, kann auch ich es tun, dem Satan befehlen und er muss gehorchen: „… Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: …“ (Matthäus 4:10). Das große Problem dabei ist nur: „Der Geist ist willig, …“ (Matthäus 26:41). Deshalb sind wir hier auf Erden, dass wir lernen, das Fleisch dem Geist unterzuordnen. Wie gehst du daran, das Fleisch dem Geist unterzuordnen?

Die Spitzfindigkeit Satans„… Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: …“
(Matthäus 4:10; Bild: Quelle)

Wurden von den Amalekiten und von den Amuloniten zum Zorn gegen ihre Brüder aufgestachelt

Die Bildung der neuen religiösen und politischen Gruppe der Anti-Nephi-Lehier durch die bekehrten Lamaniten, verursachte unter den Hardlinern natürlich große Sorge. „Und es begab sich: Die Amalekiten und die Amuloniten und die Lamaniten, die im Land Amulon waren und auch im Land Helam und die im Land Jerusalem waren, kurz gesagt, in allem Land ringsum, die nicht bekehrt waren und den Namen Anti-Nephi-Lehi nicht auf sich genommen hatten, wurden von den Amalekiten und von den Amuloniten zum Zorn gegen ihre Brüder aufgestachelt.“ (Alma 24:1).

Wurden von den Amalekiten und von den Amuloniten zum Zorn gegen ihre Brüder aufgestachelt. Im Strafgesetzbuch der Bundesrepublik Deutschland gibt es einen Titel, der sich mit Friedensverrat beschäftigt. Im § 80a geht es um das „Aufstacheln zum Verbrechen der Aggression“ und da heißt es: „Wer im räumlichen Geltungsbereich dieses Gesetzes öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) zum Verbrechen der Aggression (§ 13 des Völkerstrafgesetzbuches) aufstachelt, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.“

Schon alleine aufgrund dieses Gesetzes muss ich mit Freiheitsstrafe rechnen, wenn ich unter unserem Volk das tun würde, was die Amalekiten und Amuloniten vor etwas mehr als 2000 Jahren mit ihren Brüdern taten. Und das nur aus dem Grund, dass sie sich zum Herrn bekehrt hatten und dies dadurch dokumentierten, dass sie sich einen anderen Namen gaben. Gibt es aber auch noch ein Aufstacheln, das nicht unter diesen Paragrafen fällt? Wie, wenn ich jemanden dazu aufstacheln würde, Umkehr von seinem Übeltun zu üben? Hiermit stachle ich ja nicht zum Verbrechen der Aggression auf, sondern ggf. eher, sich von Aggression abzukehren (Jarom 1:12). So stachelt auch der Herr Menschen auf, an ihre Pflicht zu denken, wenn wir diese vernachlässigen (Mosia 1:17). Bei mir verlief ein solches Aufstacheln meist über ein äußerst, sowohl geistiges als auch körperliches Unbehagen, das mich so lange leiden ließ, bis ich die richtigen Schritte der Umkehr eingeleitet und Vergebung erlangt habe. Danach habe ich dann schlagartig wieder inneren Frieden verspürt (Johannes 14:27). Ich bin für ein solches Aufstacheln dankbar, werde ich doch vor dem zweiten Tod (Alma 13:30), dem geistigen Tod (Lehre und Bündnisse 29:41), bewahrt (Lehre und Bündnisse 18:6). In welcher Hinsicht bist du schon aufgestachelt worden?


(Bild: Quelle)

Der Fluch Gottes folgte ihnen nicht mehr nach

Über diejenigen Lamaniten, die sich zu Gott bekehrten, heißt es: „Und sie fingen an, ein sehr fleißiges Volk zu sein; ja, und sie waren freundlich zu den Nephiten; darum nahmen sie mit ihnen Verbindung auf, und der Fluch Gottes folgte ihnen nicht mehr nach.“ (Alma 23:18).

Der Fluch Gottes folgte ihnen nicht mehr nach. Was hat es mit dem Fluch Gottes, der ihnen nicht mehr nachfolgte, auf sich? Wir machen uns zunächst klar, dass ein Fluch das Gegenteil von einem Segen ist. Fluch und Segen sind Folgen bestehender Gesetzmäßigkeiten. Wen segnet der Herr? Diejenigen, die seine Gebote halten (Lehre und Bündnisse 130:20-21). Wen verflucht der Herr? Diejenigen, die sich ihm mutwillig widersetzen und seine Gebote missachten (Deuteronomium:28:20). So war die gesetzmäßige Folge ihrer Schlechtigkeit kein Segen, sondern ein Fluch (Alma 3:14). Genauso, als wenn ich die Gesetzmäßigkeit der Schwerkraft außer Acht lasse und mich vom Dach eines Hochhauses stürzen würde. Worin bestand ihr Fluch? Nicht wie all zu leicht aufgrund Alma 3:14 angenommen werden kann, mit dem `Kennzeichen´ einer schwarze Haut, das er auf sie setzte, sondern im Entzug der Segnung der Gegenwart Gottes, indem sie das Evangelium und die Kirche des Herrn nicht mehr hatten und damit auch kein Priestertum (2. Nephi 5:20-24).

Ich lerne daraus, dass ich den Fluch des Herrn selber auf mich bringe (Alma 3:19), indem ich Bündnisse, die ich mit dem Herrn geschlossen habe, wissentlich und mutwillig breche. Aber, dass der Herr dennoch seine Arme ausgebreitet lässt, und mich freudig wieder empfängt, wenn ich mich reumütig ihm wieder zuwende, indem ich Umkehr übe, erkenne ich daran, dass der Fluch den bekehrten Lamaniten nicht mehr folgte, sowie z. B. am Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukas 15:24). Ich erkenne auch, dass es notwendig ist, meine Trägheit abzulegen und eifrig in den Schriften zu forschen und deren Anweisungen in Handeln umzusetzen. Welche Segnungen sind dir schon mal nicht zuteilgeworden, weil du etwas falsch gemacht hast und wie hast du dich gefühlt?

A painting by Robert T. Barrett of Cain leaning on a staff and Abel holding a lamb, with storm clouds gathering overhead.Kain brachte den Fluch auf sich, weil er seinen Bruder Abel aus niederen Gründen tötete
(Genesis 4:11-12; Bild: Quelle)