Er hat sie in sein immerwährendes Licht geführt, ja, in die immerwährende Errettung

Der nephitische Missionar Ammon, Sohn König Mosia des Jüngeren, führt gegenüber seinen Mitarbeitern im Missionswerk bezüglich der bekehrten Lamaniten im Land Lehi-Nephi weiter aus: „Ja, sie waren ringsum von immerwährender Finsternis und Vernichtung umschlossen; aber siehe, er hat sie in sein immerwährendes Licht geführt, ja, in die immerwährende Errettung, und sie sind ringsum von der unvergleichlichen Fülle seiner Liebe umschlossen, ja, und wir sind Werkzeuge in seinen Händen gewesen, um dieses große und wunderbare Werk zu verrichten.“ (Alma 26:15).

Er hat sie in sein immerwährendes Licht geführt, ja, in die immerwährende Errettung. Wer sich gerne mit Bösem abgibt, lebt eher gerne im Verborgenen, liebt eher die Finsternis, jedenfalls, was das Verhältnis zu Jesus Christus anbelangt, denn Christus ist das immerwährende Licht der Welt (Johannes 3:19-21). Nachdem die missionierten Lamaniten sich von ihrem Übeltun abgewendet und Christus zugewendet hatten, haben sie sich aus der Finsternis in das Licht begeben, in das Licht, das ihnen sowohl körperliche als auch geistige Errettung vom Tod bringt. Die körperliche Errettung widerfährt jedem Menschen, und zwar durch den Tod und die Auferstehung von Jesus Christus, dem Sohn Gottes (1 Korinther 15:22). Das ist die Gnade Gottes. Jeder Einzelne kann aber auch aufgrund der Gnade Gottes und seines Glaubens an Jesus Christus vom geistigen Tod, der immerwährenden Trennung von Gott, errettet werden (Alma 13:27-30). Wie zeigt sich dieser Glaube? In dem derjenige das Sühnopfer von Jesus Christus erkennt und für sich, durch Bündnisse mit Gott, annimmt und danach, bis zum Ende seiner Erdenzeit, lebt (3. Nephi 15:9).

So kann eine jede Tochter, ein jeder Sohn Gottes, in das immerwährende Licht und in die immerwährende Errettung geführt werden. Wer dies zulässt, wird ebenso von der Fülle seiner Liebe, die immerwährend ist, umschlossen. Und wenn man dann durch sein gutes Beispiel andere Menschen dazu `aufstachelt´, auch den Wunsch zu entwickeln, ins Licht zu kommen und Jesus nachzufolgen, dann ist man auch zu einem Werkzeug in den Händen Gottes geworden. Wann bist du aus der Finsternis in das immerwährende Licht getreten und wie hast du dich da gefühlt?

A conceptual photograph of a small purple flower blooming in the middle of a dry desert, paired with the words “New Life.”Neues Leben
(2. Nephi 9:10-13; Bild: Quelle)

Ich fürchte, deine Freude reißt dich hin zu prahlen

Ammon, Sohn von König Mosia dem Jüngeren und nephitischer Missionar unter den Lamaniten, sprach in einer Zusammenkunft mit seinen Mitmissionaren über den Erfolg, den Gott ihnen unter den Lamaniten hat zuteilwerden lassen (Alma 26:1-9). „Und es begab sich: Als Ammon diese Worte gesagt hatte, wies ihn sein Bruder Aaron zurecht, nämlich: Ammon, ich fürchte, deine Freude reißt dich hin zu prahlen.“ (Alma 26:10).

Was haben wir unter Prahlen zu verstehen? Wenn ich z. B. meine Handlungen übertrieben oder unangemessen lobend hervorhebe, prahle ich mit ihnen. Ich gebe mit ihnen an, schneide mit ihnen auf, brüste mich mit ihnen, nehme den Mund voll und staple hoch. Du kennst die Redensart: „Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.“? Und woher stammt sie? In dieser Form aus der Lutherübersetzung des Matthäus 12:34. In der Einheitsübersetzung klingt es so: „Denn wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund.“ Dieser Ausspruch Jesu kommt aus einer Unterhaltung mit den Pharisäern.

Ich fürchte, deine Freude reißt dich hin zu prahlen. Ammon ging es hierbei nicht um Erfolge, die aus eigener Kraft heraus erzielt wurden, sondern nur mithilfe des Herrn (Alma 26:11). Er stellt klar, dass er mit seinem Gott prahlen will, denn nur mit seiner Kraft konnten sie Tausende Lamaniten zum Herrn bekehren (Alma 26:12-13). Aus diesem Grund wollte er dem Herrn die Ehre geben und Dank sagen (Alma 26:14). Ich lerne daraus, dass mit den eigenen Kräften aus Übermut zu prahlen, schlecht ist (Jakobus 4:16). Wer im falschen Stolz prahlt, der prahlt im Sinne der Welt (Korinther 11:17-18). Ich befleißige mich, nicht mit meinen Taten zu prahlen, sondern die Ehre für Erfolge dem Herrn zu überlassen (Galater 5:26), denn darf ich mich dessen rühmen, was der Herr mit mir, als seinem Werkzeug, erzielt hat (2. Nephi 20:15)? Ebenso vermeide ich es, mit Besitz zu prahlen (1. Johannes 2:16). Hast du schon mal reflektiert, wie du mit Prahlen umgehst?

A plain pink background with the words from Alma 26:12 printed over the top.„Ich will mit meinem Gott prahlen, denn in seiner Kraft kann ich alles tun“
(Alma 26:12; Bild: Quelle)

Sie wären auch Fremdlinge vor Gott gewesen

Ammon regt seine nephitischen Missionarsmitarbeiter an, dem Herrn zu danken (Alma 26:8), „Denn wären wir nicht aus dem Land Zarahemla heraufgekommen, so wären diese unsere sehr geliebten Brüder, die uns so sehr lieben, noch immer von Hass gegen uns gepeinigt, ja, und sie wären auch Fremdlinge vor Gott gewesen.“ (Alma 26:9).

Wie aus diversen Aussagen bezüglich der Geografie, entnehme ich auch diesem Vers wieder eine Angabe, die mir hilft, mir die Landschaft in meinem Geiste auszumalen. Im Vers oben heißt es: „… wären wir nicht aus dem Land Zarahemla heraufgekommen … Daraus entnehme ich, dass das südlicher gelegene Land Lehi-Nephi, in dem die Lamaniten lebten, in den Bergen, oder jedenfalls höher gelegen haben musste. Schon an anderer Stelle wird beschrieben, dass Ammon, nicht der Sohn König Mosia des Jüngeren, als er mit einer Gruppe zusammen nach dem Volk Limhi suchte, aus Zarahemla `heraufgekommen´ war in die Stadt bzw. das Land Lehi-Nephi (Mosia 7:3,9,13). Solche Vorstellungen der Landschaft machen für mich das Studium des Buches Mormon noch lebendiger.

Sie wären auch Fremdlinge vor Gott gewesen. Stellt sich die Frage, wann ist man ein `Fremdling vor Gott´? Ich denke da an die Erklärung, die uns Paulus bezüglich der Heiden liefert, nachdem sie sich dem `neuen Weg´ angeschlossen hatten, also Christen geworden sind: „Ihr seid also jetzt nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes. 20 Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlussstein ist Christus Jesus selbst.“ (Epheser 2:19-20). Wenn ich also auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut bin, also Christus und seiner Lehre durch den Bund der Taufe verbunden bin, bin ich kein Fremdling mehr, sondern gehöre zum Haus Israel, zum Bundesvolk des Herrn als Hausgenosse, also Mitbewohner (Lehre und Bündnisse 39:11). Welches Verständnis hast du von `Fremdlinge vor Gott´ zu sein?

A painting by Arnold Friberg showing Alma baptizing a Nephite woman, with other men and women watching by the side of the water.Alma Baptizes in the Waters of Mormon, by Arnold Friberg (62332)
(Bild: Quelle)

Sie werden am letzten Tag vom Sturm nicht umgeworfen werden

Über die bekehrten Lamaniten sagt Ammon: „Ja, sie werden am letzten Tag vom Sturm nicht umgeworfen werden; ja, sie werden auch von den Wirbelstürmen nicht zerrissen werden; sondern wenn der Sturm kommt, dann werden sie an ihrem Ort versammelt sein, so dass der Sturm nicht bis zu ihnen eindringen kann; ja, sie werden auch nicht von grimmigen Winden gejagt, wohin auch immer sie zu schleppen es den Feind gelüstet. 7 Sondern siehe, sie sind in den Händen des Herrn der Ernte, und sie sind sein; und er wird sie am letzten Tag emporheben.“ (Alma 26:6-7).

Was mit dieser Aussage gemeint ist, können wir uns am Gleichnis `vom Haus auf dem Felsen´ klar machen, dem Ende der Bergpredigt (Matthäus 7:24-27): Jemand, der das Wort Gottes hört und danach handelt, ist klug, weil er sein Haus, seinen Lebenswandel vor Gott, auf das Fundament des Felsens, Jesus Christus (1. Korinther 10:4) baut. Rütteln die Stürme, die Anfechtungen Satans daran, hat es festen Halt, dieser Mensch bleibt Christus treu verbunden. Wer die Worte hört, aber nicht danach handelt, ist töricht, weil er sein Haus auf Sand, seine eigene Stärke, baut. Die Stürme werden dieses Haus ganz schnell zum Einsturz bringen, diese Menschen werden sich vom Herrn ganz schnell ab- und Satan zuwenden.

Sie werden am letzten Tag vom Sturm nicht umgeworfen werden. Warum werden die bekehrten Lamaniten und alle, die auf den Felsen gebaut haben und noch bauen, nicht umgeworfen? Weil sie sich unter den Schutz Gottes gestellt haben. Sie haben Schutz im Haus Gottes eingenommen, wo die Anfechtungen Satans sie nicht so leicht umwehen können, da dort, wo das Wort des Herrn gelebt wird, Böses nicht existieren kann – Licht vertreibt Dunkelheit. Ich bin dankbar, dass ich meinen Lebenswandel am Wort des Herrn ausrichten kann, weil es unter uns ist und ich nicht auf meine eigene Klugheit bauen brauche (Sprichwörter 3:5). Wenn ich auf den Felsen baue, kann ich nicht überwältigt werden (Lehre und Bündnisse 6:34). Worauf gründest du, bei deinem `Hausbau´, dein `Fundament´?

A conceptual photograph showing a young man standing on a large rock surrounded by stacks of boulders, paired with the words “Rock Solid.”Felsenfest. Auf welches feste Fundament baust du?
(3. Nephi 11:39; Bild: Quelle)

Ihr habt die Sichel eingeschlagen und mit aller Macht geerntet

Ammon, Sohn König Mosia des Jüngeren und nephitischer Missionar unter den Lamaniten, reflektiert die Missionsanstrengungen von sich und seinen Mitarbeitern: „Siehe, das Feld war reif, und gesegnet seid ihr, denn ihr habt die Sichel eingeschlagen und mit aller Macht geerntet, ja, den ganzen Tag lang habt ihr euch gemüht; und nun seht die Zahl eurer Garben! Und sie werden in die Speicher gesammelt werden, damit sie nicht verlorengehen.“ (Alma 26:5).

Mit dem Feld meint Ammon bildhaft die Gegend, in der sie missioniert hatten und dass es reif war, soll zum Ausdruck bringen, dass viele der dort lebenden Menschen bereit waren, das Zeugnis von Jesus Christus anzunehmen. Wenn nun ein Getreidefeld reif ist, hat man das Feld in früherer Zeit mit der Sichel abgeerntet, die Halme in Garben gebündelt und in die Scheune in Sicherheit gebracht. Bezogen auf ihre Missionsarbeit: Sie haben den Lamaniten im Land Umkehr gepredigt, sie getauft und die so geernteten Lamaniten in Gemeinden gebündelt und dadurch im Speicher in Sicherheit gebracht, dass sie nicht verloren gehen.

Ihr habt die Sichel eingeschlagen und mit aller Macht geerntet. Ich erkenne: Wenn ich ernten will, bedarf es ganz enormer Anstrengungen. Ich denke an meine Kindheit zurück. Wir hatten einen Schrebergarten, in dem unter anderem auch Johannisbeersträucher standen. Wenn die Beeren reif waren, mussten sie geerntet werden, wenn man die Früchte verarbeiten wollte, um später Vorrat zu haben. Ich durfte dann mit einem Eimer an die Ernte gehen. Es war frustrierend, wie langsam sich nur alleine der Boden des Eimers bedeckte, geschweige, der Eimer irgendwann mal tatsächlich voll wurde. Ich hätte zwischendurch liebend gerne aufgegeben. Dann mussten die so geernteten Früchte auch sofort noch verarbeitet werden, was nach der langen Pflückzeit zusätzlich sehr beschwerlich war. Genauso muss ich mich im Werk des Herrn anstrengen, wenn ich meine Sichel einschlagen will. Und nun ist uns in heutiger Zeit auch gesagt, dass das Feld schon reif zur Ernte ist und wenn wir Vorrat anlegen wollen, wir unsere Sichel mit aller Macht einschlagen müssen, wodurch wir unserer Seele Errettung bringen würden (Lehre und Bündnisse 4:4). Was befähigt dich und mich zu einer solch anstrengenden Ernte? Die Antwort findest du in Lehre und Bündnisse 4:5.

A painting by Judith Mehr showing Ruth and Naomi standing in a field, picking bits of wheat off the ground and storing them in pouches.Ruth Gleaning in the Fields (Ruth and Naomi), by Judith Mehr;
(Bild: Quelle)

Dass wir in den Händen Gottes zu Werkzeugen geworden sind

In ihrem Rückblick auf ihre Mission unter den Lamaniten, stellt Ammon fest, dass der Herr ihnen große Segnungen gewährt hat (Alma 26:1) und stellt seinen Brüdern dann eine rhetorische Frage (eine Frage, bei der der Fragesteller keine Antwort von den Zuhörern erwartet, sondern sie selber gibt), um welche Segnungen es sich denn handle (Alma 26:2) und gibt darauf selber folgende Antwort: „Siehe, ich antworte für euch; denn unsere Brüder, die Lamaniten, waren in Finsternis, ja, selbst im finstersten Abgrund; aber siehe, wie viele von ihnen sind dazu gebracht worden, dass sie das wunderbare Licht Gottes sehen! Und dies ist die Segnung, die uns zuteil geworden ist, dass wir in den Händen Gottes zu Werkzeugen geworden sind, dieses große Werk zuwege zu bringen. 4 Siehe, Tausende von ihnen freuen sich und sind in die Herde Gottes gebracht worden.“ (Alma 26:3-4).

Dass wir in den Händen Gottes zu Werkzeugen geworden sind. Ein Werkzeug ist ein Gerät oder ein Gegenstand, mit dem man sich in die Lage versetzt, eine Arbeit auszuführen oder sie zu erleichtern. Was bedeutet es nun, ein Werkzeug in den Händen Gottes zu sein? Schauen wir uns das anhand von einem anderen Beispiel aus der Schrift an. Kurz vor seinem Tod ermahnt Lehi seine Söhne die Waffenrüstung der Rechtschaffenheit anzulegen (2. Nephi 1:23) und gebietet ihnen, sich nicht mehr gegen ihren Bruder Nephi aufzulehnen, denn er hat die Gebote des Herren gehalten und ist deshalb in den Händen des Herrn insofern ein Werkzeug gewesen, als er die Familie mit ihren Anhängern ins verheißene Land geführt hat. Ohne ihn wären sie auf der Reise zugrunde gegangen (2. Nephi 1:24). Der Herr hat sich also des gehorsamen Sohnes Lehis bedient, sein Werk umzusetzen, nämlich die Familie Lehi vor der Zerschlagung in Jerusalem zu verschonen (1. Nephi 1:4; Helaman 8:21) und mit ihren Mitreisenden unversehrt in das für sie verheißene Land zu führen (1. Nephi 17:14).

Wer kann alles ein Werkzeug in den Händen Gottes werden? Don R. Clarke von den Siebzigern hat in seiner Rede „Wie wir ein Werkzeug in der Hand Gottes werden“ in der Herbstgeneralkonferenz 2006 gesagt, dass man keine Berufung in der Kirche braucht, auch keine Einladung jemandem zu helfen, auch nicht einmal Gesundheit, um ein Werkzeug in der Hand Gottes zu sein. Er erzählt eine Begebenheit seines in finanzielle Not geratenen Großvaters. Als dieser nicht mehr ein noch aus wusste, kam völlig unerwartete Hilfe von einem kleinen verkrüppelten Mann. Er gab ihm 200 Dollar und damit konnte er seine verschuldete Farm bei der Bank auslösen und noch ein wenig Kleidung für die Kinder kaufen. „Jim war ein kleiner, verkrüppelter Mann, den Gott damit betraute, einem blinden Farmer mit einer schweren Schuldenlast und drei Kindern zu helfen.“ (die ganze Rede kannst du hier nachlesen, oder anschauen). So kann sich jeder dafür bereit machen, ein Werkzeug in den Händen Gottes zu sein, indem er das Evangelium lebt und auf die Einflüsterungen des Geistes hört. Ich konnte schon sehr häufig in meinem Leben als Werkzeug Gottes meinen Mitmenschen helfen, indem ich eifrig meine Berufungen in der Kirche ausgeübt habe. Wann warst du das letzte Mal so ein Werkzeug?

Young Jesus standing next to Joseph in the carpenter’s shop, working with tools on the wood while Joseph supervises.Childhood of Jesus Christ, by Del Parson (62124); GAK 206
(Bild: Quelle)

Sie sahen, dass der Herr ihnen gemäß ihren Gebeten gewährt hatte

 

Die nephitischen Missionare und Söhne König Mosia des Jüngeren, zogen Bilanz ihrer Missionszeit unter den Nephiten: „Und nun siehe, Ammon und Aaron und Omner und Himni und ihre Brüder freuten sich über die Maßen über den Erfolg, den sie unter den Lamaniten gehabt hatten; denn sie sahen, dass der Herr ihnen gemäß ihren Gebeten gewährt hatte und dass er sein Wort an sie in jeder Einzelheit hatte Wahrheit werden lassen.“ (Alma 25:17).

Sie sahen, dass der Herr ihnen gemäß ihren Gebeten gewährt hatte. Ammon und seine Brüder, die die Übernahme des Königtums ihres Vaters ablehnten, gingen stattdessen lieber mit einigen weiteren Nephiten, zu den Lamaniten auf Mission (ALma 17:6-8). Natürlich hatten sie sich mit vielem Fasten und Beten auf ihre schwere Aufgabe vorbereitet, sie gingen schließlich zu ihren Erzfeinden und wollten sie davon überzeugen, dass ihre Feindschaft auf falschen Überlieferungen ihrer Väter beruht, und sie zur Erkenntnis der Wahrheit führen (Alma 17:9). Der Herr berief sie dann auch entsprechend ihrem Wunsch um 91 v. Chr. und verhieß ihnen, dass sie ein Werkzeug in seinen Händen sein würden, indem sie viele Seelen zur Errettung führen würden (Alma 17:11). Nun, etwa 77 v. Chr. zogen sie Bilanz und mussten feststellen, dass alles, was der Herr ihnen vor etwa 14 Jahren, aufgrund ihres Betens mitteilte, in jeder Einzelheit eingetroffen war.

Für mich wird hier wieder ganz deutlich, dass der Herr uns auf unsere Gebete antwortet und wenn er in dieser Antwort etwas verheißt, dies auch alles, bis ins kleinste Detail, eintreffen wird. Zum Beispiel denke ich da an den patriarchalischen Segen, den jedes würdige Mitglied erhalten kann. Er wird von einem von Gott berufenen Patriarchen gespendet und enthält für den Empfänger den Rat des Herrn (mehr lies hier). Der erste Patriarch in der wiederhergestellten Kirche des Herrn, Hyrum Smith, wurde 1841 vom Herrn berufen (Lehre und Bündnisse 124:91-92). Genau, wie die Erfüllung der Gebete Ammons und seiner Brüder, wird sich ein solcher persönlicher Segen, in allen Einzelheiten erfüllen. Eine Voraussetzung gibt es allerdings: Gehorsam zu den Geboten des Herrn (Lehre und Bündnisse 130:21). Wann hast du das letzte Mal deinen Segen angeschaut, um Rat zu erhalten, oder zu sehen, was sich alles schon erfüllt hat?

(Bild: Quelle)

Sie befolgten das Gesetz des Mose

Diejenigen Lamaniten in der Wildnis, die das Evangelium von Jesus Christus annahmen, wurden von den übrig gebliebenen Herrschern der Amuloniten verfolgt (Alma 25:7), was dazu führte, dass die Lamaniten diese nun anfingen zu töten (Alma 25:8), wodurch sich Abinadis Prophezeiung weiter erfüllte (Alma 25:9-12). Als die Lamaniten sahen, dass sie gegen die Nephiten nichts ausrichten konnten, schlossen sie sich den Anti-Nephi-Lehiern an, um auf den Wegen des Herrn zu wandeln (Alma 25:13-14). Und sie zusammen „…  befolgten das Gesetz des Mose; denn es war für sie ratsam, das Gesetz des Mose noch zu befolgen, denn es war noch nicht ganz erfüllt. Aber trotz des Gesetzes des Mose schauten sie nach dem Kommen Christi aus und betrachteten das Gesetz des Mose als ein Sinnbild seines Kommens und glaubten, diese äußerlichen Verrichtungen befolgen zu müssen bis zu der Zeit, da er ihnen offenbart werden würde.“ (Alma 25:15).

Sie befolgten das Gesetz des Mose. Warum befolgten sie das Gesetz des Mose, obwohl sie doch die Macht des höheren Priestertums unter sich hatten (Alma 26:7)? Weil es das Gesetz war, das Gott dem Volk Israel gegeben hatte, nachdem es das höhere Gesetz, welches er ihnen zunächst gab, nicht in der Lage waren zu erfüllen (JSÜ, Exodus 34:1-2; Lehre und Bündnisse 84:23-27), und es in seinem Sinn noch nicht erfüllt war. Was war der Sinn? Es sollte das Volk auf das Kommen des Erlösers vorbereiten, indem es in dessen äußerlichen Verrichtungen das kommende Sühnopfer von Jesus Christus begreiflich – im wahrsten Sinne des Wortes – machen (Levitikus 1-7), und ihren Glauben an ihn stärken sollte (Alma 25:16). Wann hat es seinen Sinn erfüllt? Den Nephiten war bewusst, dass mit der Vollendung des Sühnopfers von Jesus Christus, sich das Gesetz des Mose erfüllt haben wird (Alma 34:13-14; 3. Nephi 9:17) und ab diesem Zeitpunkt lebten sie nach dem höheren Gesetz mit dem Abendmahl als ständige Erinnerung an Jesus Christus (3. Nephi 18:1-13).

So leben auch wir heute nach diesem höheren Gesetz. Der Herr hat uns ein Priestertum als vorbereitendes Priestertum gegeben (Lehre und Bündnisse 107:13-14), das in allen zeitlichen Dingen dient (Lehre und Bündnisse 107:68) und des Weiteren das höhere (Lehre und Bündnisse 107:18), welches in allen geistigen Belangen dient (Lehre und Bündnisse 107:8). Auch uns hat der Herr geboten uns seiner, mittels des Abendmahls, ständig zu erinnern (Lehre und Bündnisse 20:75-79). Welches Gesetz befolgst du?

A painting by Walter Rane showing Christ and His Apostles sitting around a table, partaking of the Last Supper by candlelight.Zu meinem Gedächtnis (Das Abendmahl)
(Matthäus 26:26-29, siehe auch JSÜ Matthäus 26; Bild: Quelle)

Darum fingen sie an, den Überlieferungen ihrer Väter nicht mehr zu glauben

Viele der Lamaniten, die in die Wildnis im Osten geflohen waren (Alma 25:5) und „…  die viel Verlust und so viele Bedrängnisse erlitten hatten, fingen an, in der Erinnerung an die Worte, die Aaron und seine Brüder ihnen in ihrem Land gepredigt hatten, aufgestachelt zu werden; darum fingen sie an, den Überlieferungen ihrer Väter nicht mehr zu glauben und an den Herrn zu glauben und dass er den Nephiten große Macht gegeben habe; und so wurden viele von ihnen in der Wildnis bekehrt.“ (Alma 25:6).

Darum fingen sie an, den Überlieferungen ihrer Väter nicht mehr zu glauben. In ihrer misslichen Lage, in der sich die Lamaniten nun in der Wildnis befanden, erinnerten sie sich an die Worte, die ihnen der nephitische Missionar Aaron in ihren Heimatstädten gepredigt hatte (Alma 21:9) und sie überzeugten sich davon, dass die Überlieferungen ihrer Vorfahren falsch waren und die Worte Aarons wahr sind.

Wie kann ich Unwahrheit von Wahrheit unterscheiden? Da gibt es den bekannten Spruch: Lügen haben kruze Beine. Mit anderen Worten, Lügen, also Aussagen, von denen man weiß, oder vermuten muss, dass sie unwahr sind, werden recht schnell enttarnt. Hingegen bleibt Wahrheit für immer bestehen (Lehre und Bündnisse 1:39). Wer einem bei der Enttarnung helfen kann? Der Heilige Geist, die dritte Person in der Gottheit: „… denn der Geist spricht die Wahrheit und lügt nicht.“ (Jakob 4:13) und durch ihn können wir von allem wissen, ob es wahr ist (Moroni 10:5). Und wie wird er uns die Wahrheit vermitteln? Er vermittelt uns diese über unseren Verstand und unser Herz (Lehre und Bündnisse 8:2). Wir müssen also beide einsetzen, um Wahrheit zu erkennen. Wie unterscheidest du Unwahrheit von Wahrheit?

A photograph of a grove of trees paired with the words from Moroni 10:29.„Und Gott wird euch zeigen, dass das, was ich geschrieben habe, wahr ist.“
(Moroni 10:29; Bild: Quelle)

Unter den Lamaniten, die getötet wurden, waren fast alle Nachkommen Amulons und seiner Brüder

Viele Lamaniten kamen in weiteren kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Nephiten ums Leben (Alma 25:3). „Und unter den Lamaniten, die getötet wurden, waren fast alle Nachkommen Amulons und seiner Brüder, die die Priester Noas waren, und sie wurden durch die Hand der Nephiten getötet; 5 und die übrigen, die in die Wildnis im Osten geflohen waren und sich die Macht und Gewalt über die Lamaniten angeeignet hatten, veranlassten, dass viele Lamaniten wegen ihres Glaubens durch Feuer zugrunde gingen—“ (Alma 25:4-5).

Unter den Lamaniten, die getötet wurden, waren fast alle Nachkommen Amulons und seiner Brüder. Wir erinnern uns, dass Amulon als abgefallener Nephit, ein Führer der gottlosen Priester König Noas war (Mosia 23:31-33). König Noa, Führer einer Gruppe von Nephiten, hatte mit seinen selbst ernannten Priestern den nephitischen Propheten Abinadi den Feuertod sterben lassen, weil dieser ihnen im Auftrag Gottes ihre Sünden vorgehalten und sie zur Umkehr aufgerufen hatte, wobei Abinadi ihnen prophezeite, dass sie und ihre Nachkommen eines Tages den selben Tod erleiden würden (Mosia 17:15). König Noa traf dieser Tod durch die Hände seiner eigenen Anhänger, die zornig auf ihn wurden um die 130 v. Chr (Mosia 19:19-20). Viele weiterer seiner Anhänger traf es bei den oben zitierten Kämpfen zwischen ihnen und den Nephiten.

Es führt kein Weg dran vorbei, es ist unvermeidlich und absolut notwendig: Das Wort Gottes muss und wird sich erfüllen (Lehre und Bündnisse 1:38). Es wird sich natürlich zu dem von ihm vorgesehenen Zeitpunkt erfüllen und das kann u. U. aus Menschensicht Jahrzehnte später sein. Ich bin also gut beraten, nicht davon auszugehen, dass Gott sein Wort vergessen haben wird, wenn es sich nach längerer Zeit noch nicht erfüllt haben sollte. Umso schlimmer wird die Überraschung für mich sein, wenn dann die Zeit gekommen ist, dass es doch eintritt. Eine Prophezeiung kann sich auf eine Weise oder zu einer Zeit erfüllen, die ich nicht erwarte. Aus diesem Grund bin ich gut beraten, wachsam zu sein (Markus 14:38). Viele Prophezeiungen sind mit einer Bedingung verknüpft. Je nachdem wie die Bedingung formuliert ist, kann ich durch mein Handeln bewirken, dass sie eintrifft oder eben nicht (Beispielhaft: 2. Nephi 9:24). Wie stehst du zu Prophezeiungen, die sich noch nicht erfüllt haben?

Two parents and their three children kneel around a small table with their heads bowed to pray before bedtime.„Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet..“
(Matthäus 26:41; Bild: Quelle)