Wie weißt du, dass wir nicht ein rechtschaffenes Volk sind?

Der Amalekit sagt in seinem Streitgespräch (Alma 21:5) weiter zu Aaron: „Du sagst auch, wenn wir nicht umkehren, werden wir zugrunde gehen. Wie weißt du von dem Denken und der Absicht unseres Herzens? Wie weißt du, dass wir Grund haben umzukehren? Wie weißt du, dass wir nicht ein rechtschaffenes Volk sind? Siehe, wir haben Heiligtümer gebaut, und wir kommen zu Versammlungen, um Gott anzubeten. Wir glauben daran, dass Gott alle Menschen erretten wird.“ (Alma 21:6).

Wie weißt du, dass wir nicht ein rechtschaffenes Volk sind? Was meinst du, wie Aaron dieses Wissen erlangen konnte? Klar, zum einen aufgrund der Lehren, die die Amalekiten in ihren Synagogen lehrten, die aber im Gegensatz zum Wort Gottes standen, und zum anderen natürlich anhand ihrer Handlungen im Alltag, die nicht die Lehre Christi widerspiegelten. Aber, da muss es auch noch eine andere Quelle gegeben haben.

Ich denke da an die verschiedenen Gaben, die der Herr einem jeden von uns mitgegeben hat (1. Korinther 12:1-11). Eine davon ist die Gabe der Unterscheidung (1. Korinther 12:10). Dies ist eine Gabe des Geistes, die es einem ermöglicht „das wahre Wesen von Menschen und die Quelle und Bedeutung geistiger Kundgebungen zu erkennen.“ Meine Lehre, die ich hieraus ziehe: Um von anderen nicht getäuscht werden zu können, ist es für mich erforderlich, nach den besten Gaben zu trachten (Lehre und Bündnisse 46:8). Eine Aufzählung solcher Gaben des Geistes „… zum Nutzen der Kinder Gottes.“ (Lehre und Bündnisse 46:26) folgt in diesem Kapitel in den Versen 13 bis 25. Es ist uns auch gesagt, dass nicht jedem jede Gabe gegeben ist (Lehre und Bündnisse 46:11), aber denen, die über die Kirche wachen, ist die Gabe gegeben, „… alle diese Gaben zu unterscheiden, damit nicht jemand unter euch etwas vorgebe und doch nicht von Gott sei.“ (Lehre und Bündnisse 46:27). So hatte Aaron sicherlich diese Gabe damals, als er in der Synagoge der Amalekiter predigte; und diejenigen, die heute vom Herrn berufen sind über die Kirche zu wachen, haben sie ganz sicher auch. Daher weiß ich mit Bestimmtheit, dass ich z. B. meinem Bischof oder Pfahlpräsidenten nicht die Frage stellen brauche: Wie weißt du, dass ich nicht rechtschaffen bin? Was bedeutet diese Tatsache für dich?

Wahrheit von Irrtum können wir durch die Gaben des Geistes unterscheiden
(Bild: Quelle)

Warum erscheinen uns keine Engel?

Aaron, einer der Söhne König Mosia des Jüngeren, kam also in die Stadt Jerusalem, um dort seine Mission bei einem Teil der Lamaniten zu beginnen. „Als darum Aaron eine ihrer Synagogen betrat, um dem Volk zu predigen, und als er zu ihnen sprach, siehe, da erhob sich ein Amalekit und fing mit ihm zu streiten an, nämlich: Was ist das, was du da bezeugt hast? Hast du einen Engel gesehen? Warum erscheinen uns keine Engel? Siehe, ist nicht dieses Volk ebenso gut wie dein Volk?“ (Alma 21:5).

Warum erscheinen uns keine Engel? Ein Amalekit stellte ihm also in der Synagoge, in der Aaron dem Volk predigte, diese Frage. Überall, wo es Juden gab, wurden auch Synagogen als religiöse Versammlungsorte gebaut und genutzt (Matthäus 9:35). Wie wir wissen, waren die Nephiten und Lamaniten als Auswanderer aus dem alten Jerusalem auf der östlichen Hemisphäre, jüdischer Abstammung (2. Nephi 30:4). Offensichtlich hat Aaron von der Bekehrungsgeschichte Alma des Jüngeren und der vier Söhne Mosia des Jüngeren, von denen er einer war, Zeugnis abgelegt (Mosia 27:11-15,32,34).

Die Frage des Amalekiten lässt sich aus meiner Sicht folgendermaßen beantworten: Engel Gottes werden von ihm beauftragt und mit einer bestimmten Botschaft zu bestimmten Menschen gesandt. Beispielhaft sei das Erscheinen des Engels Gabriel bei dem Priester Zacharias, seiner Frau Elisabeth und deren Verwandte, Maria, der Mutter Jesu, genannt (Lukas 1:11-38). Engel werden ausgesandt, um Menschen zu dienen (Moroni 7:22) und das nicht nur zu alten Zeiten, sondern auch heutzutage, je nachdem wie der Herr es für notwendig erachtet (Moroni 7:29). Eine wichtige Voraussetzung, dass Engel zu einem Dienst vom Herrn angewiesen werden, ist der Glaube (Moroni 7:37). Auf jeden Fall war diese Voraussetzung bei den Amalekiten nicht gegeben. Nun magst du sagen: Und wie war es bei Alma dem Jüngeren und den vier Söhnen Mosia des Jüngeren? Die haben doch auch nicht geglaubt und sogar die Kirche verfolgt. Ja, richtig, aber hier haben das Volk und Vater Alma starken Glauben entwickelt und für ihre Bekehrung gebetet und der Herr hat ihre Gebete erhört und einen Engel geschickt (Mosia 27:14), auch heute noch (lies gerne die Ansprache von Jeffrey R. Holland, Mitglied des Kollegiums der Zwölf; hier). Wie ist deine Einstellung zum Dienst von Engeln?

Matthew 27:57–60, Angels speak to Mary Magdalene as she searches for Jesus ChristEngel erzählen Maria, als sie den Herrn im leeren Grab nicht findet, dass Christus auferstanden ist
(Bild: Quelle)

Viele von den Amalekiten und den Amuloniten gehörten zur Ordnung der Nehorer

„Und es begab sich: Aaron kam zur Stadt Jerusalem und fing zuerst an, den Amalekiten zu predigen. Und er fing an, ihnen in ihren Synagogen zu predigen, denn sie hatten Synagogen gebaut nach der Ordnung der Nehorer; denn viele von den Amalekiten und den Amuloniten gehörten zur Ordnung der Nehorer.“ (Alma 21:4).

Viele von den Amalekiten und den Amuloniten gehörten zur Ordnung der Nehorer. Was war das nun wieder für eine Ordnung? Die Ordnung Nehors wurde durch den `Antichristen´ gleichen Namens, zuzeiten des obersten Richters Alma des Jüngeren, errichtet. Nehor verkündete seine eigene Lehre, in der die Priester vom Volk bezahlt werden sollten (Alma 1:3), gründete eine eigene Kirche (Alma 1:6), stritt sich mit dem gottesfürchtigen Diener Gideon und tötete ihn (Alma 1:7,9), verteidigte seine Handlungen vor Alma mit viel Dreistigkeit (Alma 1:11), wurde zum Tode verurteilt (Alma 1:14) und gab vor seiner Hinrichtung zu, dass sein Predigen gegen das Wort Gottes war (Alma 1:15). Durch seinen Tod wurde der Ausbreitung dieser `Priesterlist´ im Lande jedoch kein Ende bereitet (Alma 1:16), denn viele folgten seiner Lehre (Alma 1:5) und verbreiteten sie, um des Ansehens und Reichtums willen (Alma 1:16).

Ich lerne daraus, dass ich falsche Lehren und Priesterlist erkennen muss, um nicht auf sie reinzufallen. Es gibt laut der Schrift insgesamt nur zwei Kirchen auf der Erde: die Kirche des `Lammes Gottes´ und die Kirche des `Teufels´ (1. Nephi 14:10). Aus dem Neuen Testament weiß ich, dass viele falsche Propheten versuchen werden, uns in die Irre zu führen (Matthäus 24:11) und ich mich vor ihnen hüten soll (Matthäus 7:15). Ich bin aufgefordert, durch Prüfen die falschen von den richtigen zu unterscheiden (1. Johannes 4:1). Diese Prüfung erfolgt an dem gegebenen Wort Gottes und mittels gläubigem Gebet und der Hilfe des Heiligen Geistes (1. Johannes 4:1-6). Wie gehst du vor, um Wahrheit von Irrtum zu unterscheiden?

Nehor vor dem obersten Richter Alma dem Jüngeren
(Bild: Quelle)

Die Amalekiten und Amuloniten waren noch verstockter

Während Ammon im Land Ischmael missionieren ging, gingen sein Bruder Aaron sowie weitere Brüder von ihm in das Land Jerusalem (siehe Karte im Blog; hier). Dort lebten sowohl Lamaniten als auch Amalekiten und das Volk Amulon, die dort eine große Stadt Jerusalem errichtet hatten (Alma 21:1-2). „Nun waren die Lamaniten an sich schon genug verstockt, aber die Amalekiten und Amuloniten waren noch verstockter; darum veranlassten sie die Lamaniten, ihr Herz zu verhärten und an Schlechtigkeit und an ihren Gräueln stark zuzunehmen.“ (Alma 21:3).

  • Die Amalekiten waren, ebenso wie die Lamaniten, eine abtrünnige Volksgruppe der Nephiten (Alma 43:13). Sie gehörten der Ordnung der Nehorer (Alma 1:2-15) an (Alma 21:4). Dies, sowie Ähnlichkeiten in der Verhaltensweise und den Ideologien, veranlasst Forscher davon auszugehen, dass Amalekiten und die Gruppe der Amlissiten (Alma 2:1,11) die gleichen Leute sein könnten (siehe hier).
  • Die Amuloniten waren eine relativ kleine Gruppe von König Noas bösen Priestern, die sich vor dem Untergang des Königs, von diesem und ihren Familien trennte, und in der Wildnis eine Gruppe lamanitischer junger Frauen entführte, um, nachdem sie von diesen ausfindig gemacht worden waren, um Gnade zu bitten und sich bei den Lamaniten anzusiedeln und sie ständig zum Krieg gegen die Nephiten anzustacheln (um 147-87 v. Chr.; Mosia 20:1-5; Mosia 23:31-35,39; siehe auch hier).

Die Amalekiten und Amuloniten waren noch verstockter. Ich erkenne, wie schlimm es ist, verstockt zu sein, was soviel bedeutet wie starrsinnig, uneinsichtig, widerspenstig, trotzig zu sein, keine Bereitschaft zur Umkehr zu haben. Wovor muss ich mich also hüten, um Verstocktheit zu vermeiden? Wenn ich erst einmal Kenntnis von Rechtschaffenheit erlangt habe, darf ich nicht wieder in Sünde und Übertretung verfallen (Alma 24:30). Dies erreiche ich dadurch, indem ich mich eifrig mit dem Wort Gottes gebeterfüllt auseinandersetze, und bemühe es immer besser zu befolgen. Ich denke an die Elf, die nicht glauben wollten, dass Christus auferstanden war. Sie wurden von ihm getadelt und aufgefordert das Evangelium in aller Welt zu predigen (Markus 16:14-15). Demzufolge erkenne ich auch, dass Verstocktheit dadurch begegnet werden kann, dass ich Zeugnis von der Existenz Jesu ablege. Wie gehst du mit Verstocktheit um?

The complete disappearance of the Amlicites, combined with the mysterious mention of the similarly named Amalekites, has led some scholars to conclude that the two groups are one and the same. Recent evidence from the original and printer’s manuscripts strengthens this suggestion. https://knowhy.bookofmormoncentral.org/content/how-were-the-amlicites-and-amalekites-related #BookofMormon #Manuscript #Mormon #LDS #Faith #Translation #JosephSmith: Jüngste Forschungen ergaben, dass die Amlissiten und Amalekiten dieselbe Volksgruppe sein könnten (lies hier)
(Bild: Quelle)

Doch waren sie in all ihren Leiden geduldig

Der Vater König Lamonis ließ sie nun ziehen und sie kamen in das Land Middoni und bekamen die Brüder Ammons aus dem Gefängnis frei (Alma 20:28). „Und als Ammon sie traf, war er überaus bekümmert, denn siehe, sie waren nackt, und ihre Haut war überaus zerschunden, weil sie mit starken Stricken gebunden waren. Und sie hatten auch Hunger, Durst und Bedrängnisse jeder Art erlitten; doch waren sie in all ihren Leiden geduldig.“ (Alma 20:29).

Die Brüder Ammons hatten also gar keinen Erfolg in ihrem Missionsgebiet, ja sie wurden sogar misshandelt und schließlich im Gefängnis drangsaliert. Das Volk um das Land Middoni herum war noch verstockter und halsstarriger als das Volk in Ischmael, wo Ammon missionierte (Alma 20:30).

Doch waren sie in all ihren Leiden geduldig. Was mag ihnen Trost und Kraft gespendet haben, ihre Leiden geduldig zu ertragen? Um da eine Antwort drauf zu finden, gehen wir zurück zu dem Zeitpunkt, als sich ihre missionarischen Wege trennten. Wir lesen, dass sie sich durch Fasten und viel Beten um den Geist des Herrn bemühten, damit sie in seinen Händen ein Werkzeug seien, um die Lamaniten zur Erkenntnis der Wahrheit zu führen (Alma 17:9). Hierauf besuchte sie der Herr mit seinem Geist, sprach ihnen Mut zu und forderte sie auf, dass sie „… geduldig sein in langen Leiden und Bedrängnissen, damit ihr ihnen gutes Beispiel in mir zeigt, und ich werde euch zu einem Werkzeug in meinen Händen machen, um viele Seelen zu erretten.“ (Alma 17:10-11). Bis jetzt hatten sie nur diese Zusage, der Erfolg war ihnen noch nicht vergönnt, aber sie stützten sich offensichtlich auf diese Zusage, waren geduldig und verzagten nicht. Das regt mich an, in Situationen der Verzagtheit, auch in den Worten, die der Herr zu mir gesprochen hat und spricht – in den heiligen Schriften – , Kraft zum Durchhalten, zur Geduld, zu finden, verbunden mit Fasten und viel Gebet. Was hilft dir in solchen Situationen Kraft zu schöpfen, um Geduld zu üben?

Der Vater König Lamonis ließ sie nun ziehen und sie kamen in das Land Middoni und bekamen die Brüder Ammons aus dem Gefängnis frei (Alma 20:28). „Und als Ammon sie traf, war er überaus bekümmert, denn siehe, sie waren nackt, und ihre Haut war überaus zerschunden, weil sie mit starken Stricken gebunden waren. Und sie hatten auch Hunger, Durst und Bedrängnisse jeder Art erlitten; doch waren sie in all ihren Leiden geduldig.“ (Alma 20:29).

Die Brüder Ammons hatten also gar keinen Erfolg in ihrem Missionsgebiet, ja sie wurden sogar misshandelt und schließlich im Gefängnis drangsaliert. Das Volk um das Land Middoni herum war noch verstockter und halsstarriger als das Volk in Ischmael, wo Ammon missionierte (Alma 20:30).

Doch waren sie in all ihren Leiden geduldig. Was mag ihnen Trost und Kraft gespendet haben, ihre Leiden geduldig zu ertragen? Um da eine Antwort drauf zu finden, gehen wir zurück zu dem Zeitpunkt, als sich ihre missionarischen Wege trennten. Wir lesen, dass sie sich durch Fasten und viel Beten um den Geist des Herrn bemühten, damit sie in seinen Händen ein Werkzeug seien, um die Lamaniten zur Erkenntnis der Wahrheit zu führen (Alma 17:9). Hierauf besuchte sie der Herr mit seinem Geist, sprach ihnen Mut zu und forderte sie auf, dass sie „… geduldig sein in langen Leiden und Bedrängnissen, damit ihr ihnen gutes Beispiel in mir zeigt, und ich werde euch zu einem Werkzeug in meinen Händen machen, um viele Seelen zu erretten.“ (Alma 17:10-11). Bis jetzt hatten sie nur diese Zusage, der Erfolg war ihnen noch nicht vergönnt, aber sie stützten sich offensichtlich auf diese Zusage, waren geduldig und verzagten nicht. Das regt mich an, in Situationen der Verzagtheit, auch in den Worten, die der Herr zu mir gesprochen hat und spricht – in den heiligen Schriften – , Kraft zum Durchhalten, zur Geduld, zu finden, verbunden mit Fasten und viel Gebet. Was hilft dir in solchen Situationen Kraft zu schöpfen, um Geduld zu üben?

Lamoni spricht mit dem König von Middoni und Aaron und seine Begleiter wurden freigelassen.

(Bild: Quelle)

Darum hatte er den Wunsch, mehr darüber zu erfahren

Der König war angesichts der Reaktion Ammons natürlich äußerst erleichtert (Alma 20:25). „Und als er sah, dass Ammon nicht den Wunsch hatte, ihn zu vernichten, und als er auch sah, welch große Liebe dieser für seinen Sohn Lamoni hatte, war er über die Maßen verwundert und sprach: Weil dies alles ist, was du gewünscht hast, nämlich dass ich deine Brüder freilasse und zulasse, dass mein Sohn Lamoni sein Reich behält, siehe, so werde ich dir gewähren, dass mein Sohn von dieser Zeit an und immerdar sein Reich behält, und ich werde ihn nicht mehr regieren—27 und ich werde dir auch gewähren, dass deine Brüder aus dem Gefängnis entlassen werden, und du und deine Brüder mögt zu mir in mein Reich kommen; denn ich wünsche sehr, dich zu sehen. Denn der König war sehr verwundert über die Worte, die er gesprochen hatte, und auch über die Worte, die von seinem Sohn Lamoni gesprochen worden waren; darum hatte er den Wunsch, mehr darüber zu erfahren.“ (Alma 20:26-27).

Wer wäre nicht erleichtert zu erkennen, dass sein gefühlter Feind ihm gar nicht nach dem Leben trachtet und auch auf das Angebot, das halbe Königreich übertragen zu bekommen, nicht weiter eingeht, sondern nur die Freilassung der gefangen genommenen Brüder wünscht und dass der Sohn des Königs sein Reich behalten dürfe. Das erinnert mich an die Situation zwischen David und Saul. David wurde von Saul verfolgt und hatte sich in den Bergen in einer Höhle versteck. Just in diese Höhle kam auch Saul, um sich zu erleichtern. Davids Leute ermunterten ihn Saul zu töten, denn der Herr habe ihn in seine Hand gegeben. David aber schnitt nur einen Rockzipfel Sauls ab, und als dieser die Höhle wieder verließ, rief er ihm hinterher, dass er ihn hätte umbringen können, es jedoch nicht getan habe, da er der König war. Saul erwiderte: „Du hast heute bewiesen, dass du gut an mir gehandelt hast; obwohl der Herr mich in deine Gewalt gegeben hatte, hast du mich nicht getötet. … Der Herr möge dir mit Gutem vergelten, was du mir heute getan hast.“ (1. Samuel 24:19-20).

Darum hatte er den Wunsch, mehr darüber zu erfahren. Wenn man auf diese Art überrascht wird, befällt einen sicherlich ein Gefühl der Demut und man wünscht sich die ganze Botschaft zu hören, die der vermeintliche Feind begonnen hatte mitzuteilen. Man wird sanftmütig und dadurch belehrbar. Man erkennt auf einmal seine Abhängigkeit von anderen, insbesondere von Gott, und entwickelt den Wunsch, sich ihm zu unterwerfen. Dies ist eine Bedingung dafür, dass man mit dem Herrn Bündnisse schließen kann (Lehre und Bündnisse 20:37). Jeder hat so seine eigene Situation, durch die er sich veranlasst fühlt, sich vor dem Herrn zu demütigen. Welche Situation hat dir aufgezeigt, dass du vom Herrn abhängig bist?

Ammon verschont Lamonis Vater
(Bild: Quelle)

Als nun Ammon sah, dass er gemäß seinem Wunsch auf den alten König eingewirkt hatte

Der Vater König Lamonis wollte den nephitischen Missionar Ammon töten, doch Ammon schlug ihm so auf seinen Arm, dass er ihn nicht mehr nutzen konnte. Nun fürchtete der Vater Lamonis um sein Leben und flehte Ammon an, ihn zu verschonen, und gewährte ihm im Gegenzug die Erfüllung seiner Forderungen, selbst bis zur Hälfte seines Königreiches (Alma 20:20-23). „Als nun Ammon sah, dass er gemäß seinem Wunsch auf den alten König eingewirkt hatte, sprach er zu ihm: Wenn du mir gewährst, dass meine Brüder aus dem Gefängnis entlassen werden, und auch, dass Lamoni sein Reich behält und dass du über ihn nicht ungehalten sein wirst, sondern ihm gewährst, gemäß seinen eigenen Wünschen zu handeln in allem, was er denkt, dann werde ich dich verschonen; andernfalls werde ich dich zur Erde schlagen.“ (Alma 20:24).

Als nun Ammon sah, dass er gemäß seinem Wunsch auf den alten König eingewirkt hatte. Was hättest du dir im Gegenzug vom König über das gesamte Land der Lamaniten gewünscht? Die Hälfte seines Reiches? Wäre doch eine hervorragende Aussicht, oder? Ammon aber war ein gottesfürchtiger Mann und wünschte sich nichts dergleichen. Er setzte sich nur für das Leben seiner gefangenen Brüder und die Unabhängigkeit Lamonis von seinem Vater ein.

Mir fällt hier die Begebenheit ein, in der der Herr Salomo im Traum erschien und ihn aufforderte: „Sprich eine Bitte aus, die ich dir gewähren soll.“ (1. Könige 3:5). Was für eine Sache, vom Schöpfer des Himmels und der Erde dieses Angebot zu bekommen. In solch einer Situation nicht überheblich zu werden und um das zu bitten, was einem am meisten an weltlichem Dingen einbringt, ist sicherlich nicht so einfach. Aber Salomo blieb ganz locker und bat ob seiner Verantwortung, die ihm übertragen worden ist: „Verleih daher deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht.“ (1. Könige 3:9). Ich lerne, dass ich mich in solchen Situationen, in denen ich meine, eine besonders gewährte Gunst nutzen zu können, auf das Wesentliche besinne und nicht in erster Linie an mich, sondern das Wohl meiner Mitmenschen denken soll. Ich bin mir sicher, dass das auch mir am meisten bringt. Wie würdest du vorgehen?

Ammon verteidigt sich
(Bild: Quelle)

Vielleicht würdest du deine Seele verlieren

Der nephitische Missionar Ammon erklärt dem lamanitischen Vater König Lamonis: „Und weiter, es ist ratsam, dass du das nicht tust; denn würdest du deinen Sohn töten, da er doch ein unschuldiger Mann ist, so würde sein Blut vom Erdboden her zum Herrn, zu seinem Gott, schreien, dass Vergeltung über dich käme; und vielleicht würdest du deine Seele verlieren.“ (Alma 20:18).

Vielleicht würdest du deine Seele verlieren. Warum würde Lamonis Vater nach dem Vergießen unschuldigen Blutes seine Seele verlieren? Lamonis Vater war ein sterbliches Wesen, bestehend aus einem geistigen und einem physischen Körper, zusammen als lebende Seele bezeichnet (Köstliche Perle Abraham 5:7). Sterblichkeit bedeutet, dass Geist und physischer Körper nach einer von Gott festgelegten Zeit wieder voneinander getrennt werden. In diesem Vorgang wird der `Atem´ (Geist), den Gott den Menschen bei der Schöpfung eingehaucht hatte, wieder zurückgeholt und alles Fleisch stirbt (Hiob 34:14-15).

Diesen Vorgang wieder umzukehren, ja sogar Geist und Körper wieder für alle Zeit und Ewigkeit zusammenzufügen, dafür ist Christus gestorben und als Erster wieder auferstanden (1. Korinther 15:21-23). Damit wäre die Seele des Menschen gerettet. Allerdings können wir diese Rettung durch entsprechendes ungöttliches Verhalten, z. B. durch widerrechtliches und absichtliches Töten eines Menschen, zunichtemachen (Lehre und Bündnisse 42:18-19), unsere Seele in dem Sinne verlieren, dass wir für immer aus der Gegenwart Gottes ausgestoßen werden (2. Nephi 28:21-23). Was müssen wir also vermeiden, um an den Ort zu gelangen, der als ein See von Feuer und Schwefel bezeichnet wird? Anregungen findest du in Jakob 6:5-10.

Schwefel-FumaroleEin durch Schwefel gelb gefärbtes Becken des Norris-Geysirs; Yellowstone National Park
(Bild: Quelle)

Du sollst deinen Sohn nicht töten; doch wäre es besser, er würde fallen als du

Nachdem Lamoni der Aufforderung seines Vaters nicht nachkommen wollte, wurde dieser zornig und wollte ihn töten (Alma 20:16). „Aber Ammon trat vor und sprach zu ihm: Siehe, du sollst deinen Sohn nicht töten; doch wäre es besser, er würde fallen als du, denn siehe, er ist von seinen Sünden umgekehrt; aber wenn du zu dieser Zeit fällst, in deinem Zorn, so kann deine Seele nicht errettet werden.“ (Alma 20:17).

Du sollst deinen Sohn nicht töten; doch wäre es besser, er würde fallen als du. Warum wäre es besser, wenn eher Lamoni zu diesem Zeitpunkt zu Tode kommen würde, als sein Vater? Die Antwort gibt uns Amulek, Missionarsmitarbeiter von Alma dem Jüngeren (Alma 8:20-21,29), in seiner Rede an die ärmeren Zoramiten (Alma 32:4) um 74 v. Chr.: „Denn siehe, dieses Leben ist die Zeit, da der Mensch sich vorbereiten soll, Gott zu begegnen; ja, siehe, der Tag dieses Lebens ist der Tag, da der Mensch seine Arbeiten verrichten soll.“ (Alma 34:32). Lamoni hatte sich aufgrund der Belehrungen Ammons zum Herren bekehrt, Umkehr geübt und ein Bündnis mit ihm geschlossen (Alma 19:6,12-13,35). Wäre er nun getötet worden, stünde er gereinigt vor dem Herrn, während dies bei seinem Vater eben noch nicht der Fall war und er somit ob seiner Vergehen gegen Gottes Gebote hätte nicht gerettet werden können.

Ich lerne daraus, dass ich ständig so leben muss, dass ich vor dem Herrn gerechtfertigt bin, denn ich weiß nicht, wann meine Vorbereitungszeit zu Ende sein wird. Ein Sprichwort sagt: „Lebe jeden Tag als wäre es dein letzter!“ Schwierig? Sicherlich, aber hilfreich ist da ein Perspektivenwechsel: „Was würde ich garantiert nicht tun, wenn dies mein letzter Tag wäre?“ (abgeschaut auf Glücksdetektive.de). Was könnte das sein? Z. B.: Mich nicht über jede Kleinigkeit aufregen, unbedingt Streit mit meinen Lieben vermeiden, … Und weil das leider auch oft danebengeht, hat der Herr uns die Möglichkeit der Umkehr eröffnet, die ich regelmäßig dankbar nutze (Alma 34:33). Was fällt dir dazu ein?

A conceptual photograph of an eye with a temple reflected inside the pupil, paired with the words “Set Your Sights.”Die richtige Perspektive wählen
(Bild: Quelle)

Ich werde Ammon nicht töten, und ich werde auch nicht in das Land Ischmael zurückkehren

Lamonis Vater und König über das ganze Land Nephi gebot nun seinem Sohn diesen Nephiten Ammon mit seinem Schwert zu töten und mit ihm in das Land Ischmael zurückzukehren (Alma 20:14). „Aber Lamoni sprach zu ihm: Ich werde Ammon nicht töten, und ich werde auch nicht in das Land Ischmael zurückkehren, sondern ich gehe in das Land Middoni, um die Brüder Ammons freizulassen, denn ich weiß, sie sind gerechte Männer und heilige Propheten des wahren Gottes.“ (Alma 20:15).

Ich werde Ammon nicht töten, und ich werde auch nicht in das Land Ischmael zurückkehren. Das war ja nun schon eine mutige Absage Lamonis an das Gebot seines Vaters, der zudem auch noch König über ihn und das ganze Land war. Da fällt mir doch als erstes das vierte Gebot ein, übrigens das einzige Gebot mit einer Verheißung: „Ehre deinen Vater und deine Mutter, wie es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht hat, damit du lange lebst und es dir gut geht in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.“ (Deuteronomium 5:16). Auf der anderen Seite erinnere ich mich aber auch an die Apostel des Herrn, die trotz Verbotes, zwar nicht durch Vater oder Mutter, aber durch die Hohepriester und Sadduzäer (eine Gruppe des Judentums in Israel zur Zeit des zweiten Tempels), ihren Auftrag, den sie durch einen Engel bekommen hatten (Apostelgeschichte 5:19-20) im Namen des Herren mit der Begründung „… Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ das Wort Gottes überall lehrten (Apostelgeschichte 5:29).

Ich lerne, dass ich mir beim Befolgen oder Nichtbefolgen von menschlichen Geboten immer noch die Gebote des Herrn vor Augen halten muss und auch noch abzuwägen habe, welches ist das Gebot, dass in dieser Situation zu erfüllen ist. Lamoni hatte zwischen mehreren Geboten abzuwägen: den Geboten, Vater und Mutter zu ehren, und dem fünften Gebot: „Du sollst nicht morden“ (Deuteronomium 5:17). Des Weiteren galt es die Frage zu klären, wem er mehr gehorchen musste, seinem irdischen Vater oder dem himmlischen. Unter der Führung und Leitung des Geistes hat er sich dafür entschieden, das fünfte Gebot zu halten und damit das fünfte Gebot, dem Vierten vorzuziehen und Gott mehr zu gehorchen als seinem Vater. So gibt es sicherlich viele Situationen in unserem Leben, in denen auch wir abwägen und eine Entscheidung für das eine und gegen das andere treffen müssen. Überaus wichtig ist für mich dabei sich auf die Führung und Leitung des Heiligen Geistes zu verlassen. Wie gehst du in solchen Situationen vor?

Lamoni weigerte sich, Ammon zu töten
(Bild: Quelle)