Ich will alles hergeben, was ich besitze, …, damit ich diese große Freude empfangen kann

Nachdem Aaron, einer der nephitischen Missionare, dem König des ganzen Landes und Vater des Königs Lamoni, die Schriften erläutert hatte (Alma 22:13), „… sprach der König: Was soll ich tun, dass ich dieses ewige Leben habe, von dem du gesprochen hast? Ja, was soll ich tun, dass ich aus Gott geboren werde und dieser schlechte Geist mir aus der Brust gerissen werde und ich seinen Geist empfange, damit ich mit Freude erfüllt werde, damit ich nicht am letzten Tag verstoßen werde? Siehe, sprach er, ich will alles hergeben, was ich besitze, ja, ich will meinem Königreich entsagen, damit ich diese große Freude empfangen kann.“ (Alma 22:15).

Ich will alles hergeben, was ich besitze, …, damit ich diese große Freude empfangen kann. Mir kommt bei dieser Aussage des Königs über das ganze Land direkt das Gleichnis vom Schatz und der Perle aus dem Neuen Testament in den Sinn: „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker. 45 Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. 46 Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie.“ (Matthäus 13:44-46).

Christus verdeutlichte seinen Jüngern seine Lehre oftmals mit Gleichnissen. Sie waren aus dem Alltag gegriffen und somit ein lebensnahes Beispiel für einen zu vermittelnden Grundsatz. Durch solche Gleichnisse konnte Jesus den Jüngern die `Augen ihres Verständnisses´ (Epheser 1:18; Lehre und Bündnisse 76:19) öffnen. Mit ihnen ist es auch uns möglich, das zu verstehen, was geistig ist. Ich verstehe nun das Gleichnis so: Das Himmelreich gleicht einem im Acker vergrabenen Schatz. Der Acker ist unsere Welt. In ihr gilt es nun, diesen Schatz zu finden. Um einen Schatz zu finden, bedarf es größerer Anstrengungen. Ich muss mich um die Schatzkarte bemühen und dann den Weg zu ihm suchen. Hat jemand eine Goldmine gefunden, wird er sie auch so lange verborgen halten, bis er das dazugehörige Land in seinen Besitz gebracht hat. So werde ich mein Wissen um das Himmelreich sichern, bis ich herausgefunden habe, was ich tun muss, um es zu besitzen. Wenn ich den Wert des Schatzes erkannt habe, werde ich mein früheres Leben dafür aufgeben, sinnbildlich verkaufen, um durch Bündnisse mit dem Herrn, die ich dann auch einhalten muss, den Acker zu kaufen und somit rechtmäßig zu besitzen. Was bist du bereit herzugeben, um diese große Freude zu empfangen?

Das Gleichnis vom Schatz im Acker von Rembrandt (um 1630)
(Bild: Quelle)

Da der Mensch gefallen war, konnte er von sich aus kein Verdienst zuwege bringen

Aaron erläutert dem König weiter: „Und da der Mensch gefallen war, konnte er von sich aus kein Verdienst zuwege bringen; sondern die Leiden und der Tod Christi sühnen für seine Sünden, durch Glauben und Umkehr und so weiter; und dass er die Bande des Todes zerreißt, damit das Grab keinen Sieg haben wird und damit der Stachel des Todes in den Hoffnungen auf Herrlichkeit verschlungen sei; und Aaron erläuterte dies alles dem König.“ (Alma 22:14).

Da der Mensch gefallen war, konnte er von sich aus kein Verdienst zuwege bringen.

  • Der Fall
    Wenn wir von dem Fall sprechen, so handelt es sich um einen Vorgang der Ureltern aller Menschen, Adam und Eva, im Garten von Eden. Der Herr hatte ihnen geboten: „… Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen, 17 doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn sobald du davon isst, wirst du sterben.“ (Genesis 2:16-17). Adam wollte sich an dieses Gebot halten, doch Eva hat durch Luzifer herausgefunden, dass sie keinen Fortschritt machen könnten und auch nicht das Gebot erfüllen könnten„… Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde, …“ (Genesis 1:28), wenn sie nicht von dieser Frucht essen würde. Nachdem ihr Luzifer sagte, dass es keinen anderen Weg des Fortschritts geben würde, entschied sie sich davon zu essen und überzeugte auch Adam es zu tun (Köstliche Perle Mose 4:12). Nun bekamen sie Erkenntnis (Köstliche Perle Mose 4:13), und erst jetzt waren sie in der Lage Gut von Böse zu unterscheiden (Köstliche Perle Mose 4:28), wurden sterblich und aus dem Garten von Eden, und damit aus der Gegenwart Gottes, ausgestoßen (Köstliche Perle Mose 4:29). Dieser Vorgang wird als Fall Adams und Evas bezeichnet und von ihm sind alle ihre Nachkommen betroffen.
  • Kein Verdienst von sich aus
    Wenn du in eine tiefe enge Gletscherspalte fällst, kannst du dich meist auch nicht mit eigenen Kräften, aus eigenem Verdienst, befreien. Du brauchst Hilfe von außen. Aus dem gefallenen Zustand kann sich der Mensch erst recht nicht aus eigenen Kräften befreien. Deshalb hat unser uns liebender und gütiger himmlischer Vater einen Erlöser vorgesehen (Apostelgeschichte 4:10-12), der in der Lage war ein `unbegrenztes Sühnopfer´ zu vollbringen (2. Nephi 9:7), nämlich den Messias (2. Nephi 25:16), ja seinen Einziggezeugten im Fleisch, seinen Sohn (Alma 34:14).

Ohne das `unbegrenzte Sühnopfer´ von Jesus Christus wären wir für immer verloren. Wie unendlich dankbar können wir für seine Liebestat an uns sündigen Menschen sein. In unserem Zustand sind wir gar nicht in der Lage, zu erfassen, was seine Tat für uns bedeutet und ermessen, wie `umfassend´ sie eben ist. Was bewegt dich bei dem Gedanken an Seine Liebestat? Lies auch gerne den Artikel von Russell M. Nelson: „Das Sühnopfer“.

John 20:3–18, Mary Magdalene speaks with the resurrected ChristMaria spricht mit dem, der das `unbegrenzte Sühnopfer´ vollbrachte
(Bild: Quelle)

Wenn du nun sagst, es gibt einen Gott, siehe, so will ich glauben

Nachdem Aaron dem Vater von König Lamoni geantwortet hatte, warum Ammon nicht zu ihm gekommen sei (Alma 22:4), und der König ihn zum Geist des Herrn und der Umkehr befragte (Alma 22:5-6), stellte Aaron ihm zunächst folgende Frage: „… Glaubst du, dass es einen Gott gibt? Und der König sprach: Ich weiß, die Amalekiten sagen, dass es einen Gott gibt, und ich habe ihnen gewährt, Heiligtümer zu bauen, damit sie sich versammeln können, um ihn anzubeten. Und wenn du nun sagst, es gibt einen Gott, siehe, so will ich glauben.“ (Alma 22:7).

Diese Frage, „… glaubst du, dass es einen Gott gibt?“, hatte auch Ammon dem König Lamoni gestellt, bevor er mit weiteren Belehrungen begann (Alma 18:24,36). Offensichtlich spielt diese Frage in einem Gespräch über den Erlösungsplan eine Schlüsselrolle. Sie betrifft den Kern des Gespräches und ist eine Frage, auf deren Beantwortung es ankommt. Die Antwort des Befragten gibt vor, wie das Gespräch weiter zu führen ist. Antwortet er mit nein, muss man zunächst den Grundsatz des Glaubens erklären, antwortet er hingegen mit ja, kann man mit seinem eigenen Zeugnis dies bekräftigen und die Grundsätze erklären, woher wir kommen, weshalb wir hier auf Erden sind und wie es nach unserem irdischen Tod mit uns weitergeht.

Wenn du nun sagst, es gibt einen Gott, siehe, so will ich glauben. Wie oben beschrieben, hat Aaron reagiert, nachdem der König so positiv geantwortet hatte. Aaron bekräftigte die Aussage des Königs durch sein eigenes Zeugnis (Alma 22:8) und es gab eine Frage und eine Antwort über diesen Gott als den Schöpfer, wieder endend mit der Frage: Glaubst du das? (Alma 22:9-10). Wieder gab es eine positive Antwort vom König und Aaron konnte mit der Belehrung aus den Schriften beginnen (Alma 22:12-13). Bewundernswert ist die Einstellung des Königs: „… ich wünsche, dass ihr mir von all diesen Dingen erzählt, und ich werde deinen Worten glauben.“ (Alma 22:11). Welcher Missionar wünscht sich nicht eine solche Situation. Nichts Schöneres kann einem Missionar passieren und die Freude Aarons darüber ist nur allzu verständlich (Alma 22:8). Ich erkenne in dem Vorgehen Ammons und Aarons ein Muster, wie Gespräche über Glaubensfragen geführt werden können. Insbesondere, wenn man vorher um Gelegenheiten Zeugnis abzulegen, viel gefastet und gebetet hat (Alma 17:9). Welche Erlebnisse hattest du schon mit Gesprächen über Glaubensfragen?

Aaron stellt die Schlüsselfrage: Glaubst du, dass es einen Gott gibt?
(Bild: Quelle)

Ich bin in meinem Sinn ziemlich beunruhigt wegen der Großmut und der Erhabenheit in den Worten deines Bruders Ammon

Der nephitische Missionar Aaron, Bruder von Ammon, beginnt nun ein Gespräch mit dem König über das ganze Land, dem Vater von König Lamoni: „Und nun, o König, wenn du unser Leben verschonst, wollen wir deine Knechte sein. Und der König sprach zu ihnen: Erhebt euch, denn ich werde euch euer Leben gewähren, und ich werde nicht zulassen, dass ihr meine Knechte seid; sondern ich bestehe darauf, dass ihr euch meiner annehmt, denn ich bin in meinem Sinn ziemlich beunruhigt wegen der Großmut und der Erhabenheit in den Worten deines Bruders Ammon; und ich wünsche den Grund zu erfahren, warum er nicht mit dir von Middoni heraufgekommen ist.“ (Alma 22:3).

Ich bin in meinem Sinn ziemlich beunruhigt wegen der Großmut und der Erhabenheit in den Worten deines Bruders Ammon. Wie kann man über großmütige und erhabene Worte beunruhigt sein? Beunruhigung empfindet man doch meistens nur bei Erlebnissen, von denen man negative Auswirkungen befürchtet. Hatte der König Befürchtungen in Bezug auf seine Zukunft aufgrund der Aussagen Ammons? Wenn wir folgende Aussage Ammons betrachten vielleicht schon: „… aber wenn du zu dieser Zeit fällst, in deinem Zorn, so kann deine Seele nicht errettet werden.“ (Alma 20:17).

Ich erkenne, dass Gott weiß, welcher Mensch sich in seinem Leben doch noch zu ihm bekehren wird und ihm diese Möglichkeit im Verlaufe seines Erdenlebens schenkt und ihn vor vorzeitigem Abtreten von der Bühne dieses Erdenlebens verschont. In diesem Fall, dass Ammons Verteidigung nur so weit ging, dem König nur eine Verletzung zuzufügen, die ihn am Weiterkämpfen hinderte (Alma 20:20). Dies bringt mich dazu, an unsere heutige Zeit zu denken und zu erkennen, wie der Herr uns die Möglichkeit gibt, trotz Nachrichten über Kriege und Naturkatastrophen, unerschrocken an unserer Bekehrung zu arbeiten (Matthäus 24:6). Gerne nehme ich die Stärkung des Herrn in mir auf: „… Gebt Acht, lasst euch nicht erschrecken! Das muss geschehen. Es ist aber noch nicht das Ende.“ und nutze die Zeit, die der Herr mir noch schenkt, um meine Glaubensansichten, mein Herz und mein Leben dahingehend zu ändern, den Willen Gottes anzunehmen und ihm zu entsprechen, eben ein treuer Jünger Christi zu werden (Apostelgeschichte 3:19) und meinen natürlichen Menschen abzulegen (Mosia 3:19). Diesen Weg versuche ich zu gehen, solange der Herr mich auf der Bühne dieses Erdenlebens belässt und zwar ohne beunruhigt zu sein. Was beunruhigt evtl. deinen Sinn?

Aaron im Gespräch mit Lamonis Vater
(Bild: Quelle)

Sie waren eifrig darauf aus, die Gebote Gottes zu halten

So ging es im Land Ischmael mit der Bekehrung der Lamaniten gut voran „Und Ammon predigte dem Volk König Lamonis; und es begab sich: Er lehrte sie alles über das, was die Rechtschaffenheit betrifft. Und er ermahnte sie täglich mit allem Eifer; und sie beachteten sein Wort, und sie waren eifrig darauf aus, die Gebote Gottes zu halten.“ (Alma 21:22).

Sie waren eifrig darauf aus, die Gebote Gottes zu halten. Wie wunderbar, dass der Herr Ammon in diesen Teil des Landes der Lamaniten geführt hat, um sich ihre Gunst erarbeiten zu können und es ihm gelang, durch seine Werke, das Herz vieler ehemaliger Erzfeinde der Nephiten zu erweichen. Worauf sie das Wort Gottes nicht nur annahmen, sondern auch eifrig danach lebten, weil sie in allem, was Rechtschaffenheit anbelangt, unterwiesen wurden.

Wie unendlich dankbar bin ich dem himmlischen Vater, dass auch ich in allem, „… was die Rechtschaffenheit betrifft …“ belehrt werde. Wo und wie ich darin belehrt werde? Zunächst war ich durch meine Mutter vorbereitet worden, Glauben an Gott zu entwickeln. Dann kamen Missionare wie Ammon und seine Mitarbeiter zu uns an die Tür und boten uns das größte Geschenk, das uns gemacht werden konnte, an. Nämlich vollständige Erkenntnis von dem Sühnopfer Jesu Christi. Wir lauschten, beteten, besuchten die Kirche, schlossen Bündnisse mit dem Herrn und wurden auf diese Weise weiterhin in allem, was Rechtschaffenheit betrifft, unterwiesen. Dadurch waren auch wir „eifrig darauf aus, die Gebote Gottes zu halten.“ Unser Leben hat dadurch eine ganz andere Dimension erlangt, denn wir streben unablässig dem Ziel entgegen, in die Gegenwart unserer himmlischen Eltern zurückkehren zu können. Meine Mutter schon in der Geisterwelt und ich noch hier auf Erden. Das läuft es nicht immer glatt, aber dafür hat uns der Herr, durch sein Sühnopfer, die Möglichkeit der Umkehr geschenkt. Wie eifrig bist du darauf bedacht, die Gebote Gottes zu halten?

A photograph of a field of plants at sunset, paired with a quote by President Dieter F. Uchtdorf: “The lessons we learn from patience will cultivate our character.”„Was wir durch die Geduld lernen, wird unseren Charakter festigen, unser Leben auf eine höhere Ebene bringen und unser Glück mehren.“ Präsident Dieter F. Uchtdorf, zweiter Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft „In Geduld fortfahren“
(Bild: Quelle)

Dass es ihnen freigestellt sei, den Herrn, ihren Gott, nach ihren Wünschen anzubeten

Nachdem Aaron, Muloki und Ammach mit seinen Brüdern in Ani-Anti und Umgebung erfolglos predigten, weil das Volk sein Herz verhärtet hatte, versuchten sie es im Land Middoni. Auch hier waren sie erfolglos und wurden zum Teil sogar eingekerkert. Einige von ihnen konnten in die Umgebung fliehen (Alam 21:11-13). Den inhaftierten und misshandelten kamen nun König Lamoni und Ammon zur Hilfe (Alma 21:14). Nun riefen sie vom Geist des Herrn geleitet an anderen Orten Lamaniten und Amalekiten zur Umkehr auf und der Herr segnete sie mit Erfolg (Alam 21:15-17). Ammon und Lamoni kehrten in ihr eigenes Land Ischmael zurück und bauten dort die Kirche auf (Alma 21:18-21). „Und er [König Lamoni] verkündete ihnen auch, dass es ihnen freigestellt sei, den Herrn, ihren Gott, nach ihren Wünschen anzubeten, wo auch immer sie sich befänden, solange es in dem Land war, das der Regierung König Lamonis unterstand.“ (Alam 21:22).

Dass es ihnen freigestellt sei, den Herrn, ihren Gott, nach ihren Wünschen anzubeten. Das klingt ja ganz nach `Religionsfreiheit´. Wie dankbar dürfen wir sein, in einer Zeit zu leben, in der wir sie heute in vielen Ländern der Welt als ein Grund- und Menschenrecht in den jeweiligen Verfassungen verbrieft haben. Hierdurch ist es u. a. jedem Menschen erlaubt, den Glauben an einen Gott oder Götter oder ein weltanschauliches Bekenntnis frei zu bilden und seine Anschauung sowie kultische Handlungen ungestört auszuüben, inklusive dafür zu werben. Hierzu gehört auch das Recht, nicht an einen Gott glauben zu müssen.

Natürlich muss einem dabei doch gleich der elfte Glaubensartikel in den Sinn kommen, den Joseph Smith folgendermaßen formuliert hat: „Wir beanspruchen das Recht, den Allmächtigen Gott zu verehren, wie es uns das eigene Gewissen gebietet, und gestehen allen Menschen das gleiche Recht zu, mögen sie verehren, wie oder wo oder was sie wollen.“ (Glaubensartikel 1:11). In der Erklärung, die am Schluss des Buches der Offenbarungen gegeben wurde, heißt es noch, dass Regierungen Gesetze verabschieden müssen, „… die alle Bürger bei der freien Ausübung ihres religiösen Glaubens schützen …“  und diese Rechte dürfen nicht beschnitten werden, „… solange die Gesetze geachtet und in Ehren gehalten werden und diese religiösen Ansichten nicht Aufstand und Verschwörung gutheißen.“ (Lehre und Bündnisse 134:7). So bin ich dem Herrn von Herzen dankbar dafür, in einem Land leben zu dürfen, in dem mir diese Rechte zugestanden werden. Doch gedenke ich auch der Menschen, denen dieses Glück noch nicht beschieden ist und ich bete dafür, dass auch sie in diesen Genuss kommen werden. Und es wird kommen, davon bin ich fest überzeugt, denn der Herr möchte, dass sein Evangelium auf der ganzen Welt gepredigt werden kann (Markus 16:15). Wie stehst du zu diesem Recht? Lies auch gerne die Ansprache von Apostel Ronald A. Rasband „Glaube, Fairness und Religionsfreiheit“.

sitting around a table
Sich in der Frage der Religionsfreiheit engagieren
(Bild: Quelle)

Sie stritten mit vielen über das Wort

Die Amalekiten wollten Aaron nicht zuhören und verspotteten ihn (Alma 21:10). „Darum, als er sah, dass sie seine Worte nicht hören wollten, entfernte er sich aus ihrer Synagoge und kam zu einem Dorf herüber, das Ani-Anti genannt wurde, und dort traf er Muloki, wie er ihnen das Wort predigte, ebenso Ammach und seine Brüder. Und sie stritten mit vielen über das Wort.“ (Alma 21:11).

Sie stritten mit vielen über das Wort. Wir erinnern uns, dass Alma der Jüngere und vier Söhne König Mosia des Jüngeren (Mosia 27:32-34) zusammen zu den Lamaniten auf Mission gingen (Mosia 28:5-9) und sich an der Grenze des Landes trennten und jeder in einen anderen Landesteil ging (Alma 17:13). Allerdings hatten sie noch andere Missionare mitgenommen, deren Namen nirgends genannt werden (Alma 17:8). Nur an dieser Stelle werden zwei von der `Anzahl´ der mitgenommenen namentlich erwähnt: Muloki und Ammach. Auf sie traf nun Aaron, einer der vier Söhne König Mosia des Jüngeren und sie waren offensichtlich in Streitgespräche mit den Einwohnern des Dorfes Ani-Anti verwickelt. Wer diese angezettelt hat, ist nicht überliefert.

Ich gehe jedoch davon aus, dass nicht die Missionare diesen Streit begonnen haben, denn der Herr hat uns Menschen geboten nicht zu streiten (2. Nephi 26:32), insbesondere nicht sein Evangelium betreffend (Lehre und Bündnisse 10:63). Ganz bestimmt waren sie auch über die Aussage des Hohepriesters über die damalige ganze Kirche (Mosia 23:16), Alma des Älteren, belehrt worden, dass Priester nicht streiten sollen (Mosia 18:21). Eher hatte wohl Satan die Dorfbewohner zum Streit aufgestachelt, denn er ist der „… Vater des Streites …“ (3. Nephi 11:29). In jüngeren Jahren, als ich dies noch nicht so gut verinnerlicht hatte, habe ich mich öfters dazu hinreißen lassen, andere mit Bestimmtheit auf Punkte hinzuweisen, die ich anders verstanden habe als sie. Heute weiß ich und halte mich auch daran: keine Streitgespräche, insbesondere nicht über Evangeliumsthemen. Sollte ich merken, mein Gesprächspartner behauptet für mein Verständnis stocksteif etwas Falsches, so werde ich höchsten sagen, dass ich diesen Punkt anders verstehe und ihm weiter freundlich begegnen, anstatt dagegenzuhalten. Wie ist deine Einstellung zu diesem Punkt?

A conceptual photograph of a young man with flames coming out of his mouth and a young woman holding a fire extinguisher and a can of gasoline, paired with the words "Cool It."Du hast es in der Hand, eine Situation zu eskallieren oder zu entspannen
(Matthäus 5:9; Bild: Quelle)

Wurden sie zornig auf ihn und fingen ihn zu verspotten an

Der nephitische Missionar Aaron, Sohn König Mosia des Jüngeren und Freund Alma des Jüngeren, predigte in der Synagoge der Amalekiten und erläuterte ihnen den Plan der Erlösung (Alma 21:9). „Und es begab sich: Als er anfing, ihnen dies alles zu erläutern, wurden sie zornig auf ihn und fingen ihn zu verspotten an; und sie wollten die Worte, die er sprach, nicht hören.“ (Alma 21:10).

Wurden sie zornig auf ihn und fingen ihn zu verspotten an. Hier denke ich an eine der vielen Parallelen. Als z. B. Paulus auf seiner dritten Missionsreise um 52 n. Chr. in Ephesus, dem Zentrum der römischen Provinz Asien, Station machte, predigte auch er in der jüdischen Synagoge. Drei Monate versuchte er die Juden vom Reich Gottes zu überzeugen. Doch waren einige seiner Zuhörer wohl in ähnlicher Weise verstockt wie die Amalekiten und sie widersetzten sich dem `neuen Weg´ und verspotteten ihn. Daraufhin ging Paulus von ihnen weg und lehrte diejenigen, die hören wollten, das Wort des Herrn im Lehrsaal der Schule des Tyrannus, wohl Inhaber der Philosophenschule, den viele Bewohner der ganzen Provinz Asien aufsuchten. Sowohl Juden als auch Griechen (Apostelgeschichte 19:8-9). Ähnlich handelte Ammon: „Darum, als er sah, dass sie seine Worte nicht hören wollten, entfernte er sich aus ihrer Synagoge …“ (Alma 21:11).

Für mein Verhalten lerne ich aus den Erlebnissen der frühen Missionare, dass Rückzug angesagt ist, wenn das Wort des Herrn nicht gehört werden will oder sogar Verspottung desselben droht. Ich werde mein Zeugnis über die wahre Lehre Gottes dann bevorzugt denen mitteilen, die gewillt sind, sich dem Herrn zuzuwenden und den Wunsch haben, über den Erlösungsplan mehr zu erfahren. Wie gehst du in solchen Situationen vor?

Paulus predigte in Ephesus in der Synagoge, aber die Zuhörer verspotteten die Lehre und er ging von ihnen weg und lehrte in einem Lehrsaal wo man ihn hören wollte.:
Lehrer im Lehrsaal
(Bild: Quelle)

Dass es keine Erlösung für die Menschen geben kann außer durch den Tod und die Leiden Christi

Der Amalekit hatte Aaron gegenüber geäußert, dass sie daran glauben, dass alle Menschen errettet würden (Alma 21:6). Aaron knüpft daran an und begann „… ihnen die Schriften über das Kommen Christi und auch über die Auferstehung der Toten zu eröffnen, und dass es keine Erlösung für die Menschen geben kann außer durch den Tod und die Leiden Christi und das Sühnopfer seines Blutes.“ (Alma 21:9).

Dass es keine Erlösung für die Menschen geben kann außer durch den Tod und die Leiden Christi.

  • Erlösung – wovon?
    Aufgrund der Übertretung unserer ersten Eltern im Garten von Eden sind sie und all ihre Nachkommen, die ganze Menschheit, sterblich geworden und aus dem Garten, und damit aus der Gegenwart Gottes, vertrieben worden (2. Nephi 2:19). Das bedeutet, dass unser Geist, der Atem, der vom Herrn in Adams physischen Körper eingehaucht wurde (Köstliche Perle Mose 3:7), diesen nach einer vom Herrn bestimmten Zeit, wieder verlassen muss (körperlicher Tod). Der physische Leib kehrt zum Staub zurück (Ijob 34:15) und der geistige in die Geisterwelt, bestehend aus zwei `Wartehäuschen´: Paradies (Alma 40:11-12) und Hölle (Mormon 9:4). Die Erlösung besteht nun zum einen darin, dass unser zu Grabe getragener Leib mit dem in der Geisterwelt wartenden wieder vereinigt wird und wir ewig leben dürfen (Alma 11:43,45). Zum anderen besteht die Erlösung auch darin, dass wir unter der Voraussetzung von Glauben an Christus und Umkehr von unseren Sünden, wieder in die Gegenwart Gottes zurück dürfen (Helaman 14:17-18).
  • Tod und Leiden Christi – wieso?
    Um den physischen Tod aller Menschen überwinden zu können, bedurfte es des Todes und der Auferstehung von Jesus Christus. Um den geistigen Tod (Trennung von Gott) überwinden zu können, bedurfte es des Leidens Christi in Getsemani. Anderenfalls würden wir für immer in einem gefallenen Zustand verbleiben (1. Nephi 10:6).

Das Sühnopfer von Jesus Christus (sein Leiden in Getsemani, sein Tod am Kreuz und seine Auferstehung) eröffnet also allen Menschen vom Tod zum ewigen Leben aufzuerstehen und zudem denjenigen, die an ihn glauben und von ihren Sünden umkehren, für alle Ewigkeit auch wieder in die Gegenwart Gottes zurückkehren zu dürfen (Köstliche Perle Mose 6:59). Eine Tat, die ich noch nicht in ihrer ganzen Tragweite erfassen kann und für die ich nicht dankbar genug sein kann. Doch dem Herrn reicht als Dankbarkeit aus, sein Erlösungswerk anzunehmen mittels eines rechtschaffenen Lebenswandels und eines reuigen Herzens (Lehre und Bündnisse 59:8). Was sind deine Gedanken zum Erlösungswerk?

Christ in white robes in front of billowing white clouds, walking across large stones seen in the foreground.Der auferstandene Erlöser aller Menschen; by Wilson J. Ong
(Bild: Quelle)

Wir glauben nicht, dass du von Zukünftigem weißt

Auf die Frage Aarons, ob er daran glaubt, dass Christus kommen wird (Alma 21:7), antwortete der Amalekit: „… Wir glauben nicht, dass du so etwas weißt. Wir glauben nicht an diese törichten Überlieferungen. Wir glauben nicht, dass du von Zukünftigem weißt, und wir glauben auch nicht, dass deine Väter und ebenso unsere Väter etwas in bezug auf das gewusst haben, wovon sie gesprochen haben, nämlich von dem, was kommen wird.“ (Alma 21:8).

Wir glauben nicht, dass du von Zukünftigem weißt. Gibt es das, dass jemand etwas über Zukünftiges vorhersagen kann? Am 29. März habe ich im dritten Teil des ARD-Sechsteilers „Charité“ gesehen, wie eine Gruppe hochgestellter Persönlichkeiten im Anwesen des Direktors der Charité, Spinola, zusammenfand, um ein Medium über ihre Zukunft zu befragen. Das Medium verkündet der Runde, dass der Geist anwesend ist und bereit sei, durch sie zu sprechen. Dann verkündet das Medium für einzelne Anwesende, was sie zukünftig erwartet. Weil doch sehr allgemein gehalten, mögen solche Vorhersagen eintreffen, aber das ist nicht die Art, von `Zukünftigem´ zu erfahren, auf die ich setze. Hier prophezeit nicht der Geist des Herrn.

Sollte es zum Nutzen des Menschen sein, so wird ihm Zukünftiges nur mittels Inspiration durch den Propheten des Herrn (Offenbarung 3:7), oder den von ihm berufenen Patriarchen (Patriarch oder auch Evangelist genannt, ist ein Amt im Melchisedekischen Priestertum; Epheser 4:11; Lehre und Bündnisse 107:39), vorhergesagt. Ein Patriarch ist dazu berufen, würdigen Mitgliedern, die dies wünschen, einen besonderen Segen, ihre Herkunft und ihre Zukunft betreffend, zu spenden. Er kann Verheißungen, Ermahnungen und Warnungen enthalten. Wer diesen Segen beherzigt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auf Abwege geraten und die darin enthaltenen Segnungen empfangen. Mehr kannst du hier und auch hier nachlesen. Ich habe einen solchen Segen vom damaligen Patriarchen des Pfahles Hamburg erhalten und bin dankbar für die Anleitung, die mir dadurch gegeben wurde. Was ist deine Meinung zu solcher Art von göttlicher Vorhersage?

young woman receiving blessingPatriarchalische Segnungen können uns helfen, die spirituellen Gaben zu erkennen, die wir erhalten haben.
(Bild: Quelle)