So fing ein überaus heftiger Streit unter ihnen an

Nachdem der Lamanite, der Ammon mit dem Schwert umbringen wollte, vor Ausführung der Tat tot umfiel (Alma 19:22), hatte die umstehende Menge ganz unterschiedliche Meinungen über die Ursache (Alma 19:24-27): „Und so fing ein überaus heftiger Streit unter ihnen an. Und während sie so stritten, kam die Magd herbei, die veranlasst hatte, dass die Menge sich sammelte, und als sie den Streit sah, den es unter der Menge gab, war sie überaus bekümmert, ja, so sehr, dass sie weinte.“ (Alma 19:28).

So fing ein überaus heftiger Streit unter ihnen an. Natürlich waren alle zusammengekommenen Lamaniten über die Geschehnisse am Hof des Königs Lamoni sehr verwundert und auch verängstigt. Jeder hatte so seine eigene Ansicht, was die Ursache betrifft. Sie trugen nun ihre unterschiedlichen Ansichten über die Ursache in Form von heftigem `Streit´ aus. Die einen meinten, es habe etwas mit dem `Großen Geist´ zu tun, andere, es sei ein von den Nephiten gesandtes Ungeheuer.

Auseinandersetzungen in Form von Streitgesprächen auszutragen, ist nicht das, was dem Herrn gefällt. Jeder Mensch hat seinen eigenen Blickwinkel auf die Dinge und versteht sie aus diesem. Deshalb kann es über ein und denselben Punkt ganz unterschiedliche Meinungen geben. Je nachdem worum es geht, kann ein richtig geführtes Streitgespräch, in der Form, dass dem Anderen genauso seine Meinung zugestanden wird, für alle Beteiligten Druck senkend wirken, aber auch zu neuen Erkenntnissen führen. Das Übel daran ist aber, dass bei einem Streitgespräch ganz leicht die Emotionen hochkochen und schlimmstenfalls nicht mehr kontrolliert werden können und die Auseinandersetzung in körperliche Auseinandersetzungen gipfelt. Schon Abraham sagte zu Lot: „Zwischen mir und dir, zwischen meinen und deinen Hirten soll es keinen Streit geben; wir sind doch Brüder.“ (Genesis 13:8). Und Paulus fordert Titus auf: „Lass dich nicht ein auf törichte Auseinandersetzungen und Erörterungen über Geschlechterreihen, auf Streit und Gezänk über das Gesetz; sie sind nutzlos und vergeblich.“ (Titus 3:9). So will ich mich gerne dieser Aufforderung anschließen und Streit vermeiden. Aufgrund meines Vornamens Manfred – Mann des Friedens – ist dieses mein Bemühen schon vorgezeichnet. Wie sieht deine Streitkultur aus?

Wenn Gelehrte streiten, Zeichnung von Lothar Meggendorfer
(Bild: Quelle)

Als er das Schwert hob, um ihn zu schlagen, siehe, da fiel er tot um

Aufgrund der Verbreitung der Neuigkeiten am Hofe durch die Magd Abisch, kam eine Menge des Volkes zusammen und stritt darüber, was wohl die Ursache für die Geschehnisse war (Alma 19:19-21). „Nun zog einer von ihnen, dessen Bruder vom Schwert Ammons getötet worden war, der überaus zornig auf Ammon war, sein Schwert und trat vor, dass er es auf Ammon fallen ließe, um ihn zu töten; und als er das Schwert hob, um ihn zu schlagen, siehe, da fiel er tot um. 23  Nun sehen wir, dass Ammon nicht getötet werden konnte, denn der Herr hatte zu Mosia, seinem Vater, gesprochen: Ich werde ihn verschonen, und es wird ihm gemäß deinem Glauben geschehen—darum hatte Mosia ihn dem Herrn anvertraut.“ (Alma 19:22-23).

Einer derjenigen, die sich da stritten, was die Ursache dessen war, was am Hof geschehen ist, sah einen günstigen Zeitpunkt gekommen, den Tod seines Bruders zu rächen. Derjenige, der dafür verantwortlich war, der Nephit, lag wie tot am Boden und er hätte nicht viel Mühe aufwenden brauchen. Wie sich aber herausstellte, war es kein guter Entschluss, den dieser Lamanit fasste, den Tod seines Bruders zu rächen, indem er Ammon mit seinem Schwert töten wollte. Er konnte ja nicht wissen, dass der Herr verheißen hatte, dass all die auf Mission zu den Lamaniten gehen wollten, vom Herrn beschützt werden würden (Mosia 28:7).

Als er das Schwert hob, um ihn zu schlagen, siehe, da fiel er tot um. Ich lerne erneut, dass der Herr sein Wort hält. Schon in den Auseinandersetzungen mit den Herdenräubern an den Wassern Sebus, hatte der Herr Ammon die nötige Kraft gegeben, ihnen gegenüber zu bestehen, sie kampfunfähig zu machen und in die Flucht zu treiben (Alma 17:35-37). Jetzt war die Situation aber doch ganz anders, Ammon lag leblos auf dem Boden und er brauchte doch nur sein Schwert fallen zu lassen. „Er machte die Rechnung ohne den Wirt“, will meinen, dass sein Plan nicht aufging, da er das Wichtigste außer Acht ließ, den Herrn. Sein Vorhaben wandte sich nun sogar gegen ihn selbst. Für mich wird daraus klar, dass wenn ich die `Rechnung ohne den Herrn mache´, mein Plan auf jeden Fall nicht aufgehen wird.

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Darum lief sie von Haus zu Haus und tat es dem Volke kund Teil 3: Darum lief sie von Haus zu Haus und tat es dem Volke kund

Überwältigt von den Ereignissen rief nun auch die Dienerschaft den Herrn an (Alma 19:15). „Und es begab sich: Sie riefen den Namen des Herrn an mit ihrer Kraft, ja, bis sie alle zur Erde gefallen waren, außer einer lamanitischen Frau, deren Name Abisch war; sie war vor vielen Jahren zum Herrn bekehrt worden, infolge einer außergewöhnlichen Vision ihres Vaters– 17  und so, da sie zum Herrn bekehrt war, dies aber nie kundgetan hatte, darum, als sie sah, dass alle Knechte Lamonis zur Erde gefallen waren und auch ihre Herrin, die Königin, und der König und Ammon auf der Erde hingestreckt lagen, wusste sie, dass es die Macht Gottes war; und sie meinte, dass diese Gelegenheit, nämlich, wenn sie dem Volk kundtat, was bei ihnen geschehen war, dass der Anblick dieses Geschehnisses sie veranlassen würde, an die Macht Gottes zu glauben; darum lief sie von Haus zu Haus und tat es dem Volke kund.“ (Alma 19:16-17).

Darum lief sie von Haus zu Haus und tat es dem Volke kund. Allein das Erkennen des richtigen Zeitpunktes reichte nicht aus. Hätte sie nicht ihre Scheu überwunden und der Überlegung auch Taten folgen lassen, wäre nichts passiert. Sie aber hatte erkannt, dass der Geist des Herrn auf das gesamte Königshaus eingewirkt hatte, indem der König, die Königin, der nephitische Missionar Ammon und die Dienerschaft vom Geist überwältigt auf dem Boden lagen. Nun musste sie handeln, um das Volk an dieser Situation teilhaben zu lassen, in der Hoffnung, dass es auch den Geist verspürt und sich bekehrt. Sie entschied sich dazu, von Tür zu Tür zu laufen und das Volk einzuladen, sich von der Bekehrungsgeschichte des Königshauses zu überzeugen.

Die Lehre, die sich daraus für mich ergibt: Auch ich muss die Initiative ergreifen, wenn ich erkannt habe, dass es eine Möglichkeit gibt, jemanden an einem Wunder teilhaben zu lassen. Die Missionare der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage gehen auch von Tür zu Tür, wenn sie keine anderen Termine haben, um die Menschen einzuladen zu kommen und zu sehen (Johannes 1:46). Dieses Missionieren von Tür zu Tür ist nicht so ergiebig. Bei Abisch jedoch war der Erfolg des Kommens und Sehens auf jeden Fall groß, denn es kam eine Menge zusammen, um zu sehen (Alma 19:18). Ich erkenne hieraus auch, dass ich nicht nur etwas tun muss, sondern auch zum richtigen Zeitpunkt genau das Wirkungsvollste. Was empfindest du, wenn jemand vor deiner Tür steht und dich mit etwas bekannt machen will?

Abish sharing newsAbisch verbreitet die Nachricht, was im Königshaus passiert ist
(Bild: Quelle)

Darum lief sie von Haus zu Haus und tat es dem Volke kund Teil 2: Sie war vor vielen Jahren zum Herrn bekehrt worden

Überwältigt von den Ereignissen rief nun auch die Dienerschaft den Herrn an (Alma 19:15). „Und es begab sich: Sie riefen den Namen des Herrn an mit ihrer Kraft, ja, bis sie alle zur Erde gefallen waren, außer einer lamanitischen Frau, deren Name Abisch war; sie war vor vielen Jahren zum Herrn bekehrt worden, infolge einer außergewöhnlichen Vision ihres Vaters– 17  und so, da sie zum Herrn bekehrt war, dies aber nie kundgetan hatte, darum, als sie sah, dass alle Knechte Lamonis zur Erde gefallen waren und auch ihre Herrin, die Königin, und der König und Ammon auf der Erde hingestreckt lagen, wusste sie, dass es die Macht Gottes war; und sie meinte, dass diese Gelegenheit, nämlich, wenn sie dem Volk kundtat, was bei ihnen geschehen war, dass der Anblick dieses Geschehnisses sie veranlassen würde, an die Macht Gottes zu glauben; darum lief sie von Haus zu Haus und tat es dem Volke kund.“ (Alma 19:16-17).

Sie war vor vielen Jahren zum Herrn bekehrt worden. Durch diese Bekehrung, zum Herrn, war der Grundstein für ihre außergewöhnliche Tat am Hofe des Königs Lamoni gelegt. Warum aber hat sie diese Bekehrung aufgrund der Vision ihres Vaters, von der er ihr berichtete, viele Jahre lang geheim gehalten? Zum einen müssen wir uns vor Augen halten, dass sie unter einem blutrünstigen Volk gelebt hat. Hätte sie zu erkennen gegeben, dass sie sich zum Glauben an den einen Gott, zu dem sich auch die Nephiten, ihre größten Feinde, bekannten, bekehrt hat, hätte sie damit rechnen müssen, als Volksverräterin hingerichtet zu werden. König Lamoni, an dessen Hof sie diente, hat diese Macht gehabt und auch nach Belieben genutzt (ALma18:5-6).

Ich lerne daraus: Auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an. Jetzt, da Abisch sah, dass der ganze Hof des Königs unter der Macht des Geistes des Herrn stand (Alma 19:14), hatte sie das Gefühl, dass nun ihr Zeitpunkt sich zu offenbaren, gekommen sei (Alma 19:17). Auch ich muss mich bereit machen, den Geist des Herrn zu verspüren, um zu erkennen, wann er mir einflüstert, dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt ist, meinem Nächsten über meinen Glauben an den einen Gott und seinen Sohn, unseren Erlöser, zu berichten. Wie erkennst du den richtigen Zeitpunkt?

Abish by Walter RaneDas ganze Haus Lamonis sank vom Geist überwältigt auf die Erde nieder
(Bild: Quelle)

Darum lief sie von Haus zu Haus und tat es dem Volke kund Teil 1: Bis sie alle zur Erde gefallen waren, außer einer lamanitischen Frau, deren Name Abisch war

Überwältigt von den Ereignissen rief nun auch die Dienerschaft den Herrn an (Alma 19:15). „Und es begab sich: Sie riefen den Namen des Herrn an mit ihrer Kraft, ja, bis sie alle zur Erde gefallen waren, außer einer lamanitischen Frau, deren Name Abisch war; sie war vor vielen Jahren zum Herrn bekehrt worden, infolge einer außergewöhnlichen Vision ihres Vaters– 17  und so, da sie zum Herrn bekehrt war, dies aber nie kundgetan hatte, darum, als sie sah, dass alle Knechte Lamonis zur Erde gefallen waren und auch ihre Herrin, die Königin, und der König und Ammon auf der Erde hingestreckt lagen, wusste sie, dass es die Macht Gottes war; und sie meinte, dass diese Gelegenheit, nämlich, wenn sie dem Volk kundtat, was bei ihnen geschehen war, dass der Anblick dieses Geschehnisses sie veranlassen würde, an die Macht Gottes zu glauben; darum lief sie von Haus zu Haus und tat es dem Volke kund.“ (Alma 19:16-17).

Bis sie alle zur Erde gefallen waren, außer einer lamanitischen Frau, deren Name Abisch war. Abisch, was für ein merkwürdig unbekannter Name. Wirklich? In den Heiligen Schriften findet er tatsächlich nur einmal, und zwar an dieser Stelle, Erwähnung. Aber nicht nur dieser Name ist einmalig. Weitere Namen, die nur im Buch Mormon genannt sind: Aha, Ammoniha, Kemisch, Hagot, Himni, Isabel, Jarom, Josch, Luram, Matoni, Matonihach, Muloki, Sam und Schul. Frühere Kritiker haben daraus abgeleitet, dass das Buch Mormon eine Erfindung Joseph Smiths sei. Aber den Namen Abisch gibt es lt. Stammbäumen in MyHaritage 443.540 Mal, auch schon im 16. Jahrhundert (nach überschläglichem Durchblättern). Der Name stammt wahrscheinlich aus dem hebräischen und bedeutet so viel wie: „Vater ist ein Mann“ (Quelle mit umfänglicher Betrachtung).

Zitat aus einer Fireside mit Scott Gordon im Oktober 2006: „Wir haben Beweise für viele Namen aus dem Buch Mormon, die kürzlich in Israel auf Siegeln, Tonscherben und auf Dokumenten entdeckt wurden. Einige Beispiele sind: Abisch, Aha, Chemisch, Josh, Mathoni und Mathonihah, Sam, und Alma. Es gibt viele andere Dinge im Buch Mormon, von denen Kritiker früher sagten, dass sie ein Beweis dafür seien, dass Joseph Smith alles erfunden hat, die jetzt von der modernen Archäologie unterstützt werden. Je mehr wir erfahren, umso mehr wissen wir, dass Joseph Smith recht hatte. Joseph Smith als Bauernbub im ländlichen Staat New York sollte es eigentlich falsch gemacht haben.“ (Quelle). Was meinst du, warum wird der Name dieser Dienerin Abisch ausdrücklich genannt, obwohl im Buch Mormon offenkundig Frauennamen nicht häufig Erwähnung finden?

(Bild: Quelle)

Fiel er auf die Knie und fing an, seine Seele in Gebet und Danksagung vor Gott auszuschütten

„Als nun Ammon sah, dass der Geist des Herrn gemäß seinen Gebeten auf die Lamaniten ausgegossen wurde, auf seine Brüder, die wegen ihrer Übeltaten und ihrer Überlieferungen die Ursache von so viel Trauer unter den Nephiten, nämlich unter allem Volk Gottes, gewesen waren, fiel er auf die Knie und fing an, seine Seele in Gebet und Danksagung vor Gott auszuschütten für das, was er für seine Brüder getan hatte; und auch er wurde von Freude überwältigt, und so waren sie alle drei zur Erde gesunken.“ (Alma 19:14).

Ammon konnte dieses an ein Wunder grenzende Ergebnis nur deshalb erzielen, weil er vorher darum gebetet und sich durch Studium und Fasten vorbereitet hat (Alma 17:2-3). Nun, nachdem der Herr ihm geholfen hat beim König auf offene Ohren und einen demütigen Geist zu treffen, hielt er sich mit entsprechenden Danksagungen gegenüber Gott nicht zurück, und auch er sank zur Erde nieder.

Fiel er auf die Knie und fing an, seine Seele in Gebet und Danksagung vor Gott auszuschütten. Hier lerne ich, dass ich mich durch entsprechende Anstrengungen auf meine Aufgaben vorzubereiten habe, damit auch ich mit der „Macht und Vollmacht von Gott“ (Alma 17:3) Zeugnis ablegen darf und nach erfolgter Hilfe durch den Herrn, nicht vergesse, wieder demütig auf meine Knie zu fallen, um ihm für seine wunderbaren Segnungen Dank entgegenzubringen. Dieses `Danke´ auf meinen Knien ist mir schon in Fleisch und Blut übergegangen, sodass mich mein Arzt bei Vorsorgeuntersuchungen wiederholt fragte, warum meine Haut an den Knien so merkwürdig strapaziert aussieht. Meine Antwort, weil ich regelmäßig auf meinen Knien mit meinem Vater im Himmel spreche, nahm er wortlos zur Kenntnis. Wie ergeht es dir mit der Danksagung auf deinen Knien?

Christ in white, yellow, and green robes, kneeling with hands folded, looking upward, against a plain background.Christus unser Vorbild
(Lukas 22:41; Bild: Quelle)

So gewiss, wie du lebst, siehe, so habe ich meinen Erlöser gesehen

Ammon lobte den außerordentlichen Glauben der Frau des Königs (Alma 19:10) und sie wachte neben ihrem Mann, bis er sich wie vorhergesagt von seinem Lager erhob (Alma 19:11): „… und als er sich erhob, streckte er seine Hand zur Frau aus und sagte: Gesegnet sei der Name Gottes, und gesegnet bist du. 13  Denn so gewiss, wie du lebst, siehe, so habe ich meinen Erlöser gesehen; und er wird hervorkommen und von einer Frau geboren werden, und er wird alle Menschen erlösen, die an seinen Namen glauben. Als er aber diese Worte gesagt hatte, schwoll sein Herz in ihm, und er sank abermals vor Freude nieder; und auch die Königin sank nieder, denn sie war vom Geist überwältigt.“ (Alma 19:12-13).

So gewiss, wie du lebst, siehe, so habe ich meinen Erlöser gesehen. Dies war nun der Grund, weshalb König Lamoni wie tot dalag, aber in Wirklichkeit `in Gott geschlafen´ hat. Welch ein unvorstellbares wunderbares Erlebnis: Lamoni war `entrückt´ worden und hat seinen Erlöser gesehen und ihm wurden offensichtlich weitere göttlichen Kenntnisse mitgeteilt. So z. B., dass dieser Erlöser durch eine Frau auf diese Erde geboren werden würde und er alle Menschen, die an ihn glauben, erlösen werde. Davon war sowohl er als auch die Königin so überwältigt, dass nun beide wieder zur Erde niedersanken. Das Ganze, geschah ca. 90 Jahre, bevor Christus tatsächlich auf die Erde geboren wurde.

Welch ein unvorstellbarer Vorzug, der dem lamanitischen König zuteilwurde, und zwar aufgrund des dringenden Wunsches von Ammon, einem der Söhne König Mosia des Jüngeren und seiner Freunde, das Wort Gottes ihren Feinden, den Lamaniten, predigen zu wollen, damit auch sie errettet werden könnten (Mosia 28:1-3,5). Für mich entnehme ich daraus die Anregung, unerschrocken mein Zeugnis von der Wahrheit des Evangeliums von Jesus Christus auch denen gegenüber abzulegen, die mir nicht wohlgesonnen sind, in der Hoffnung, dass sie sich doch dem Herrn zuwenden und Erlösung erhalten mögen. Dieses Zeugnisablegen stelle ich mir im Wesentlichen durch mein rechtschaffenes Verhalten allen Menschen gegenüber vor. Ein ambitioniertes Anliegen. Ich muss mich daher unbedingt in die Lage bringen, dass ich immer den Geist des Herrn mit mir haben kann. Und das gelingt nur, wenn ich rechtschaffen lebe. Wie stehst du zu einem solchen Bemühen?

Lamoni erzählt seiner Frau, dass er Christus gesehen hat
(Bild: Quelle)

Glaubst du das?

Ammon, der nephitische Missionar, sagte der Frau des lamanitischen Königs, dass ihr Mann, Lamoni, nicht tot ist, sondern `in Gott schläft´ (Alma 19:8) und fragte sie „… Glaubst du das? Und sie sprach zu ihm: Ich habe kein Zeugnis erhalten außer dein Wort und das Wort unserer Knechte; doch glaube ich, dass es so sein wird, wie du gesagt hast.“ (Alma 19:9).

In dem Sinne der Frage Ammons gemeint: Kannst du das als wahr hinnehmen? Oder aber auch: Vertraust du mir? Die Frau des Königs hatte bis jetzt nichts anderes, als das Wort Ammons und das der Knechte. Dennoch vertraute sie der Aussage Ammons. Ich denke hierbei an die Umstände der Auferweckung des Lazarus (Johannes 11:1-44; oder hier Video in Englisch). Maria und Marta sandten eine Nachricht an Jesus, dass ihr Bruder Lazarus, sein Freund, ernsthaft erkrankt sei. Nachdem Jesus wusste, dies eine besondere Gelegenheit wird, seine Macht zu zeigen, wartete er noch zwei Tage, bis er nach Betanien ging, um der Bitte nachzukommen. Bis Jesus dort ankam, waren vier Tage vergangen und viele waren schon zusammengekommen, um die beiden Schwestern zu trösten. Marta hielt Jesus vor, dass er es versäumt hätte, ihm zu helfen, doch nun sei es zu spät. Jesus sagt ihr, dass jeder, der an ihn glaube, auferstehen würde und fragt sie: „Glaubst du das?“ Marta antwortet ihm: „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.“ (Johannes 11:25-27).

Glaubst du das? Alle übernatürlichen Dinge verlangen von einem jeden von uns Glauben, weil wir uns nicht an unser Vorherdasein erinnern können und deshalb auch nicht mehr wissen, was da alles war und geschah. Unser ganzes Leben ist auf Glauben aufgebaut. Du fragst unser ganze Leben? Ja. Doch viele vor uns haben schon bestimmte Dinge aufgrund Glaubens ausprobiert und in Erfahrung gebracht, das sie wahr sind und uns diese Erfahrung übermittelt. Wir haben darauf vertraut, ebenso gehandelt und auch die Wahrheit erkannt. Wenn es um geistige Dinge geht, hat uns Moroni einen Zweistufenplan an die Hand gegeben, mittels dessen wir Wahrheit herausfinden können: 1. Gott mit aufrichtigem Vorsatz fragen, 2. Glauben an Christus haben (Moroni 10:4) – kostet nichts und ist absolut sicher! Wie ist deine Reaktion, wenn du gefragt wirst: Glaubst du das?

John 11:1–44, Mary of Bethany and others mourn for LazarusChristus tröstet Maria und Marta
(Bild: Quelle)

Er schläft in Gott

Ammon folgte der Aufforderung der Königin, betrachtete den liegenden König, und stellte fest: „… Er ist nicht tot, sondern er schläft in Gott, und morgen wird er sich wieder erheben; darum begrabe ihn nicht.“ (Alma 19:8).

Er schläft in Gott. Dies ist eine Umschreibung des Zustandes der `Entrückung´, in dem sich König Lamoni nach der Beschreibung am Ende des Verses sechs befand. Aus dem Neuen Testament lerne ich, dass jemand durch die Macht des Herrn aus diesem Erdenumfeld geistig oder körperlich entrückt werden kann, um unaussprechliche Belehrungen des Himmels zu erhalten. So spricht Paulus davon, dass er einen Mann kennt, der aus einem solchen Grund in den dritten Himmel entrückt wurde (2. Korinther 12:2-4). In der Offenbarung des Johannes berichtet dieser davon, dass ein Engel ihn auf einen hohen Berg `entrückte´ um ihm zu zeigen, wie die Stadt Jerusalem von Gott aus dem Himmel herabgelassen wurde (Offenbarung 21:10).

Ich lerne, dass der Herr jene, denen er Besonderheiten für ihre Berufung mit auf den Weg geben will, an andere Orte entrücken kann, um sie in dazu erforderlichem Umfeld zu belehren. So hat er z. B auch drei der Zwölf Jünger, die er bei seinem Erscheinen kurz nach seiner Auferstehung auf dem amerikanischen Kontinent als Apostel berief, in den Himmel entrückt, wo sie Unaussprechliches hörten und sahen, über das sie nicht sprechen durften, als sie wieder zurück waren (3. Nephi 28:13-14). Für mich ist es ganz selbstverständlich, dass der Herr solche Maßnahmen ergreifen wird, wo sie notwendig und angebracht sind. Wie denkst du darüber?

Christ in white robes, standing outside with His disciples in America, talking with three of them who stand near Him.Christ with Three Nephite Disciples, by Gary L. Kapp
(Bild: Quelle)

Er wusste, dass der finstere Schleier des Unglaubens von seinem Sinn weggezogen wurde

Dass die Königin nach ihm rief, war, … was Ammon wünschte, denn er wusste, dass König Lamoni unter der Macht Gottes war; er wusste, dass der finstere Schleier des Unglaubens von seinem Sinn weggezogen wurde, und das Licht, das seinen Sinn erleuchtete, nämlich das Licht der Herrlichkeit Gottes, welches ein wunderbares Licht seiner Güte ist—ja, dieses Licht hatte ihm solche Freude in die Seele gegossen, und die Wolke der Finsternis war zerstreut worden, und dass das Licht des immerwährenden Lebens in seiner Seele angezündet war, ja, er wusste, dass dies seinen natürlichen Leib überwältigt hatte und er in Gott entrückt war—„ (Alma 19:6).

Er wusste, dass der finstere Schleier des Unglaubens von seinem Sinn weggezogen wurde. Ein Schleier verhindert einem die Sicht. Ein finsterer Schleier verschlechtert das Hindurchsehen, das Erkennen von Dingen auf der anderen Seite des Schleiers, noch um ein Vielfaches. In diesem Fall ist mit dem `finsteren Schleier´ ein Verdecken der Sicht auf Dinge des Glaubens auf der anderen Seite des Schleiers, durch starken Unglauben gemeint. Wenn mein Sinn die ganze Zeit durch falsche Lehren getrübt wurde, habe ich es schwer, nun das genaue Gegenteil von dem Kennengelernten als Wahrheit anzuerkennen.

Wie wurde nun der ` finstere Schleier des Unglaubens von seinem Sinn weggezogen´? Dies konnte nur mithilfe des Herrn geschehen, denn er ist das Licht (Johannes 8:12; 12:46), das in der Finsternis leuchtet (Johannes 1:5). Zudem war es der Einfluss des Heiligen Geistes, denn er lehrt uns, als dritte Person in der Gottheit, all das, was Christus, der Herr, uns gesagt hat, und weckt in uns die Erinnerung daran (1. Johannes 5:7; 14:26). Ich lerne daraus, dass ich, wenn ich mein Vertrauen in Gott setze und rechtschaffenes Verhalten an den Tag lege, anderen dazu verhelfen kann, den finsteren Schleier des Unglaubens zu durchbrechen, und die wahre Lehre des Herrn dahinter zu erkennen, die ihnen durch den Heiligen Geist gelehrt bzw. in Erinnerung gebracht werden wird. Was tust du, um den Schleier des Unglaubens wegzuziehen?

A young man holding a notebook smiles while walking arm in arm with an elderly woman outside.(Bild: Quelle)