Sie gingen weg und kamen von dort bis in das Land Sidom

Nachdem das Volk in Ammoniha gesehen hat, was mit dem Gefängnis passiert ist und dass Alma der Jüngere und Amulek unbeschadet herauskamen, während die anderen umgekommen sind, ergriff sie so große Furcht vor ihnen, dass sie flohen (Alma 14:29) und dann „… wurde Alma und Amulek geboten, aus jener Stadt wegzugehen; und sie gingen weg und kamen von dort bis in das Land Sidom; und siehe, dort fanden sie alle diejenigen, die aus dem Land Ammoniha weggegangen waren, die ausgestoßen und gesteinigt worden waren, weil sie den Worten Almas geglaubt hatten.“ (Alma 15:1).

Sie gingen weg und kamen von dort bis in das Land Sidom. Dies war nun auch der Teil des Landes, in den Zeezrom und diejenigen geflohen waren, die an die Worte Alma des Jüngeren und Amuleks in Ammoniha geglaubt hatten und deshalb misshandelt und verfolgt wurden, während diejenigen, die dort blieben, mit ihren Schriften verbrannt wurden (Alma 14:6-8). Alma der Jüngere und Amulek berichteten ihnen nun, was alles passiert war (Alma 15:2).

Wo dieses Land Sidom lag, ist uns nicht überliefert, aber aus den verschiedenen Angaben im Buch Mormon, die auf die Geografie Rückschlüsse erlauben, haben einige versucht Karten zu erstellen, die uns zumindest die Lage der Orte zueinander aufzeigen. Dabei handelt es sich aber nur um menschliche Überlegungen.

Cover
Die mögliche Lage der im Buch Mormon erwähnten Stätten basiert auf Angaben in diesem Buch. Es sollte nicht versucht werden, auf dieser Landkarte angegebene Stätten mit derzeit bestehenden geographischen Gegebenheiten zu vergleichen. Ursprünglich angefertigt von Daniel H. Ludlow und mit seiner Genehmigung veröffentlicht. (Das Buch Mormon – Leitfaden für den Schüler S. 212)
(Bild: Quelle)

Alma und Amulek kamen aus dem Gefängnis heraus, und sie waren nicht verletzt

Es trat ein, was der Prophet Alma der Jüngere gegenüber seinem Mitarbeiter im Werk des Herrn, Amulek, vorhersagte (Alma 14:12-13): „Und Alma und Amulek kamen aus dem Gefängnis heraus, und sie waren nicht verletzt; denn der Herr hatte ihnen Macht gewährt gemäß ihrem Glauben, der in Christus war. Und sie kamen geradewegs aus dem Gefängnis heraus; und sie waren von ihren Banden befreit, und das Gefängnis war zur Erde gestürzt, und jede Seele innerhalb seiner Mauern war getötet worden, außer Alma und Amulek; und sie kamen geradewegs heraus in die Stadt.“ (Alma 14:28).

Ich lerne, dass wenn ich festen Glauben ausübe und mich dem Willen des Herrn füge, er alles so richten wird, dass alles so ausgehen wird, wie es ein jeder verdient hat. Alma der Jüngere und Amulek waren dem Herrn treu und sie bekamen die Kraft ihre Fesseln zu zerreißen (Alma 14:26) und unversehrt aus dem zusammengestürzten Gefängnis herauszukommen, während alle anderen, die die Diener des Herrn vorher unsäglich gequält hatten, und damit Gott lästerten, darin umkamen.

Alma und Amulek kamen aus dem Gefängnis heraus, und sie waren nicht verletzt. Dies geschah aufgrund ihres unerschütterlichen Glaubens. Und aufgrund dessen, dass sie sich dem Willen des Herrn unterordneten, konnten sie mit seiner Macht, die er ihnen im Priestertum verliehen hat, gebieten, und es geschah (Jakob 4:6). Wie wunderbar zu wissen, dass der Herr uns seine Macht verleiht, wenn unsere Wünsche den seinen entsprechen. Wenn dies der Fall ist, sind es reine Wünsche und dienen einem jeden, der davon betroffen sein wird, zur Gerechtigkeit. Dessen bin ich mir sicher, die heiligen Schriften sind voll von Zeugnissen darüber. Eines finden wir im Gottesurteil am Karmel, wo Elija dem König Ahab die Macht Gottes demonstrierte und sich das Volk Israel dadurch wieder zu seinem wahren Gott bekehrte (1. Könige 18:17-39). Welches Beispiel fällt dir ein?

Elia kämpft gegen die Priester des Baal von Jerry Harston
(Bild: Quelle)

Die auf Alma und Amulek eingeschlagen hatten, wurden durch den Einsturz getötet

Nachdem Alma der Jüngere und Amulek gemäß ihrem Glauben an Christus mit der ihnen verliehenen Kraft ihre Stricke mit denen sie gebunden waren zerrissen und die Mauern des Gefängnisses einstürzten (Ether 12:13), bekamen es die Anwesenden mit der Angst zu tun: „Und es begab sich: So groß war ihre Furcht, dass sie zur Erde fielen und nicht bis zur äußeren Tür des Gefängnisses gelangten; und die Erde bebte heftig, und die Mauern des Gefängnisses brachen entzwei, so dass sie zur Erde stürzten; und der oberste Richter und die Gesetzeskundigen und Priester und Lehrer, die auf Alma und Amulek eingeschlagen hatten, wurden durch den Einsturz getötet.“ (Alma 14:27).

Ich lerne daraus, dass der Triumph derjenigen, die meinen, ihre menschliche Stärke sei größer als die aus Glauben an Christus entstehende Macht, nicht lange anhält. Der Herr sieht sich dieses Gebaren eine Zeit lang an, dann aber zeigt er jenen, was ein solcher Glaube zu bewirken vermag. In diesem Fall wurde der sehr kurzzeitige Triumph des obersten Richters und der Gesetzeskundigen, Priester und Lehrer, die meinten, Alma und Amulek nach ihrem Belieben tyrannisieren zu können, mit dem Leben bezahlt.

Die auf Alma und Amulek eingeschlagen hatten, wurden durch den Einsturz getötet. Ich werde mich nicht gegen die Diener des Herren auflehnen und versuchen Macht über sie auszuüben, weil sie mir aufzeigen, worin ich falsch handle und Umkehr zu üben habe. Ich nutze diese Gelegenheiten, um etwas über mich zu lernen, um mich zu verbessern und zukünftig so zu verhalten, dass das Sühnopfer Jesu in meinem Leben wirksam werden kann. In heutiger Zeit gibt es viele Bestrebungen Glauben an Christus zu unterdrücken, Religionsfreiheit mit Füßen zu treten. Was können gläubige Christen tun, um Religionsfreiheit zu verteidigen? Gerade in jüngster Zeit setzen sich die die Autoritäten der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage mit diesem Thema verstärkt auseinander (ein aufschlussreiches Beispiel findest du hier).


Wir als Heilige der Letzten Tage müssen unser Bestes geben, um das Licht zu bewahren und unsere Familie und unsere Gesellschaft vor diesem Angriff auf Sittlichkeit und Religionsfreiheit zu schützen (Quentin L. Cook vom Kollegium der Zwölf Apostel).
(Bild: Quelle)

O Herr, gib uns Stärke gemäß unserem Glauben, der in Christus ist

Alma der Jüngere und Amulek wurden viele Tage im Gefängnis festgehalten und ausgefragt, aber sie antworteten nicht, schwiegen und erduldeten die Misshandlungen (auch hier sehe ich wieder Parallelen zu Christus, als er vom Hohen Rat verhört wurde, Markus 14:60-61), bis „… die Macht Gottes auf Alma und Amulek …“ kam (Alma 14:21-25): „Und Alma schrie, nämlich: Wie lange sollen wir diese schweren Bedrängnisse ertragen, o Herr? O Herr, gib uns Stärke gemäß unserem Glauben, der in Christus ist, ja, dass wir befreit werden. Und sie zerrissen die Stricke, mit denen sie gebunden waren; und als die Leute das sahen, fingen sie an zu fliehen, denn die Furcht vor Vernichtung war über sie gekommen.“ (Alma 14:26).

Aus vielen weiteren Beispielen in den heiligen Schriften lerne ich, dass man durch Glauben alles erreichen kann, wenn es im Sinne des Herrn ist. Nicht umsonst heißt eine Redensart: „Der Glaube kann Berge versetzen“. Wo kenne ich diese Redensart denn bloß her? Ach ja, die Jünger hatten versucht einen Mondsüchtigen zu heilen, schafften es aber nicht. Jesus wurde damit konfrontiert, konnte es nicht fassen und heilte ihn. Als die Jünger dann wieder allein mit Jesus waren fragten sie ihn, warum sie es nicht tun konnten und er antwortete ihnen: „Weil euer Glaube so klein ist.“ und teilt ihnen mit, „Wenn euer Glaube auch nur so groß ist wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück von hier nach dort!, und er wird wegrücken.“ und erweitert noch: „… Nichts wird euch unmöglich sein.“ (Matthäus 17:20).

O Herr, gib uns Stärke gemäß unserem Glauben, der in Christus ist. Ja, der Herr gab ihnen die Stärke, die ihrem Glauben an Christus entsprach: sie konnten ihre Fesseln zerreißen und die dies miterlebten gerieten nun verständlicherweise in Panik. Ich bemühe mich, auch Stärke aus meinem Glauben an Christus zu gewinnen. Nicht unbedingt, um dadurch irgendetwas Spektakuläres zu machen – dazu würde der Herr mir auch nicht Stärke geben – sondern um meinen Mitmenschen zeigen zu können, wie wir bessere Menschen werden, wenn wir uns die größte Mühe geben, nach dem Wort des Herren zu leben. Welche Art von Stärke wünschst du dir?

(Bild: Quelle)

Wenn ihr solch große Macht habt, warum befreit ihr euch nicht?

Nachdem die Gläubigen nebst den Heiligen Schriften verbrannt waren, kam der oberste Richter zu Alma dem Jüngeren und Amulek und hielt ihnen verächtlich vor, dass sie und ihr Gott nichts dagegen ausrichten konnten und sie wurden befragt, ob sie an ihren Worten gegen das Volk und deren Gesetz festhalten wollten. Sie antworteten ihnen aber nicht und wurden ins Gefängnis geworfen (Alma 14:14-19): „Und es begab sich: Sie entfernten sich und gingen ihres Weges, kamen aber am nächsten Tag wieder; auch schlug der Richter sie wiederum auf die Wange. Und viele traten auch herzu und schlugen sie und sprachen: Werdet ihr wieder auftreten und dieses Volk richten und unser Gesetz schuldig sprechen? Wenn ihr solch große Macht habt, warum befreit ihr euch nicht?“ (Alma 14:20).

Wenn ihr solch große Macht habt, warum befreit ihr euch nicht? Irgendwoher kommt mir das bekannt vor. Ach ja, da gibt es eine Parallele im Leiden von Jesus Christus: „Anderen hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen. …“ (Matthäus 27:42). Dies begab sich, als Christus am Kreuz hing und die Leute vorbeikamen, ihn verhöhnten, den Kopf schüttelten und sagten: „… Wenn du Gottes Sohn bist, hilf dir selbst, und steig herab vom Kreuz!“ (Matthäus 27:40). Weiter riefen sie, ähnlich wie die vielen Gesetzeskundigen, Richter, Priester und Lehrer bei Alma dem Jüngeren und Amulek (Alma 14:24; „… dann befreit euch von diesen Banden, und dann wollen wir glauben …“): „… Er soll vom Kreuz herabsteigen, dann werden wir an ihn glauben.“ (Matthäus 27:42).

Die Geschichte zeigt mir, dass trotz Zeichen, die Menschen gefordert hatten, mit der Zusage bei Eintreten glauben zu wollen, sie dennoch nicht glaubten (Alma 32:17; 3. Nephi 1:22). Es ist andersherum: denjenigen, die glauben, werden Zeichen kundgetan (Lehre und Bündnisse 63:7-11). Ich will erst Glauben üben, dem dann Zeichen des Herrn folgen werden (Lehre und Bündnisse 58:64). Auf diese Art haben wir die Möglichkeit dem Herrn unsere Treue ihm gegenüber zu zeigen. Wenn etwas als wahr bewiesen ist, gibt es keinen Grund mehr, zu glauben. Aber das ist ja Sinn unseres Daseins auf Erden: im Glauben auszuharren, um errettet werden zu können (Lehre und Bündnisse 20:25,29). Welche Beziehung hast du zu Glauben, Zeichen und Wissen?

Er soll vom Kreuz herabsteigen, dann werden wir an ihn glauben.
(Matthäus 27:42; Bild: Quelle)

Unser Werk ist noch nicht vollendet; darum verbrennen sie uns nicht

Amulek gab gegenüber Alma dem Jüngeren zu bedenken, dass sie selber auch verbrannt werden könnten (Alma 14:12), „Und Alma sagte: Dies geschehe gemäß dem Willen des Herrn. Aber siehe, unser Werk ist noch nicht vollendet; darum verbrennen sie uns nicht.“ (Alma 14:13).

Unser Werk ist noch nicht vollendet; darum verbrennen sie uns nicht. Das ist doch einerseits eine trostreiche Aussage. Auf der anderen Seite teilt uns der Herr in neuzeitlicher Offenbarung durch Jospeh Smith 1832 mit, dass er die schlechten Nationen geißeln und dass Plagen „… nicht von der Erde weggenommen werden, bis ich mein Werk vollendet habe, das in Rechtschaffenheit abgekürzt werden wird— 98  bis alle mich kennen werden, die verbleiben, …“ (Lehre und Bündnisse 84:97-98). Aber auch das beinhaltet doch einerseits eine trostreiche Aussage, nämlich, dass sein Werk: „… in Rechtschaffenheit abgekürzt werden wird …“

Ich verstehe das so, dass der Herr die sehr starke Leidenszeit, die über die Menschheit kommen soll, um der Gerechten Willen abkürzen wird (Matthäus 24:15-22). Aber Sein Werk ist noch nicht vollendet (2. Nephi 29:9). Doch wir sind in der glücklichen Lage, Sein Wort zu haben, und zwar aus dem Mund der Juden und der Nephiten, aber zukünftig auch der anderen Stämme Israels und weiterer Völker (2. Nephi 29:10-12). Und durch das Wissen, das uns darin vermittelt wird, können wir Kraft und Trost erlangen, für das, was uns ggf. an Leid und Not durchzumachen auferlegt ist. Uns wird gesagt, dass wir uns heiligen sollen (Lehre und Bündnisse 88:74-75) und wenn wir das tun, tragen wir unseren Teil dazu bei, dass der Herr sein Werk beschleunigen wird (Lehre und Bündnisse 88:73). Welches sind deine Bemühungen, damit die Not nicht zu lange andauern wird, das Erlösungswerk des Herrn beschleunigt wird? Du kannst gerne hier nachlesen.

Es ist an der Zeit, dass wir alle unsere Rolle bei der Beschleunigung des Erlösungswerks besser verstehen.
(Bild: Quelle)

Das Blut der Unschuldigen wird als Zeuge gegen sie dastehen

Amulek wollte Alma den Jüngeren dazu bewegen, mit ihrer Priestertumsvollmacht die dem Feuertod ausgelieferten Ammonihaiten zu retten (Alma 14:10): „Aber Alma sprach zu ihm: Der Geist drängt mich, meine Hand nicht auszustrecken; denn siehe, der Herr nimmt sie zu sich auf in Herrlichkeit; und er lässt zu, dass sie dies tun, ja, dass die Menschen ihnen dies antun können gemäß ihrer Herzenshärte, damit die Richtersprüche, die er in seinem Grimm auf sie anwenden wird, gerecht seien; und das Blut der Unschuldigen wird als Zeuge gegen sie dastehen, ja, und am letzten Tag mächtig gegen sie schreien.“ (Alma 14:11).

Das mag uns kurzsichtigen, nur in vergänglichen Dimensionen denkenden, gerechtigkeitsliebenden Menschen, doch nicht so recht in den Kopf gehen. Wie kann es angehen, dass ein liebender Gott solche Gräueltaten nicht unterbinden will, wenn er diese Macht den Menschen durch das Priestertum schon verliehen hat? Unzählige Menschen haben ihr Blut gegeben, um für die Wahrheit, das Wort Gottes, einzustehen. Nicht zuletzt der Größte selber, Jesus Christus. Nicht einmal sich selber hat er ausgenommen. Nein, Sein Opfer musste es überhaupt erst sein, damit all die anderen Opfer nicht umsonst waren (Johannes 3:16).

Das Blut der Unschuldigen wird als Zeuge gegen sie dastehen. Um das Urteil gegen die schlechten Menschen zu bekräftigen, lässt Gott es zu, dass Unschuldige leiden oder gar ihr Leben lassen. In allen Zeitaltern gab es Märtyrer, ja sogar heutzutage gibt es sie noch. Das Missionswerk Open Doors, das im Dienst der verfolgten Christen weltweit steht, schätzt, dass zurzeit weit mehr als 100 Millionen Menschen weltweit wegen ihres Glaubens an Christus verfolgt werden. Der letzte Prophet, der sein unschuldiges Blut als Zeugnis für Gott hat fließen lassen, war Joseph Smith im Jahr 1844 (Lehre und Bündnisse 135) und zwar in dem Land, das in seinem Grundrechtskatalog seit 1791 u. a. die Religionsfreiheit garantiert. Für all diejenigen, die aus religiösen Gründen wegen ihrer Überzeugungen getötet wurden oder noch werden, heißt es: „… Wer in mir stirbt, wird den Tod nicht schmecken, denn er wird ihm süß sein;“ (Lehre und Bündnisse 42:46). Welche Gefühle bewegen dich, wenn du darüber nachsinnst, dass Gott in solchen Fällen oftmals nicht eingreift, obwohl er es doch könnte?

Der Mob schießt durch das obere Fenster des Carthage Gefängnisses auf Joseph Smith.
(Bild: Quelle)

Damit sie verbrennen und durch Feuer vernichtet würden

„Und sie [der schlechte Teil der Ammonihaiten] holten ihre Frauen und Kinder zusammen, und wer auch immer an das Wort Gottes glaubte oder unterwiesen worden war, daran zu glauben, bei denen veranlassten sie, dass sie ins Feuer geworfen wurden, und sie holten auch ihre Aufzeichnungen mit den heiligen Schriften herbei und warfen sie ebenfalls ins Feuer, damit sie verbrennen und durch Feuer vernichtet würden.“ (Alma 14:8).

Damit sie verbrennen und durch Feuer vernichtet würden. Bücherverbrennungen gab es in der Menschheitsgeschichte schon sehr häufig. In seiner Tragödie Almansor (erschienen 1823), lässt Heinrich Heine, in Anlehnung an die Eroberung des spanischen Granada durch christliche Ritter unter dem inquisitorischen Kardinal Gonzalo Jiménez de Cisneros 1499/1500, den Moslem Almansor ben Abdullah im Gespräch mit Hassan, dem früheren Diener seiner Familie, sagen: „Wir hörten dass der furchtbare Ximenes, Inmitten auf dem Markte, zu Granada – mir starrt die Zung im Munde – den Koran in eines Scheiterhaufens Flamme warf!“, worauf Hassan antwortet: „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“ Später wurde dieser letzte Satz als prophetische Äußerung Heines im Hinblick auf die 1933 durchgeführte Bücherverbnrennung in Deutschland gedeutet.

Dieses Schicksal sollte auch etwa 81 v. Chr. die zum Glauben an Christus bekehrten Ammonihaiten treffen: Sowohl sie selber als auch die heiligen Schriften wurden verbrannt. Nun fühlen wir uns in Alma den Jüngeren und Amuklek hinein, wie sie wohl gelitten haben müssen, als die Meute sie zu der Marterstätte schleppte, damit sie Augenzeugen der Schandtat würden (Alma 14:9). Amulek wollte Alma den Jüngeren dazu bewegen, dass sie ihre Priestertumsvollmacht nutzen sollten, um die ins Feuer getriebenen Brüder und Schwestern zu retten (Alma 14:10). Ich denke, dass ein jeder andere ebenso empfunden und gehandelt hätte. Wie empfindest du, wenn du jemand anderen leiden siehst und unfähig bist, ihm zu helfen?

Dann holten die schlechten Menschen die gläubigen Frauen und Kinder zusammen und warfen sie zusammen mit den heiligen Schriften ins Feuer.
(Alma 14:8; Bild: Quelle)

Siehe, ich bin schuldig, und diese Männer sind makellos vor Gott

Nachdem Zeezsroms Bewusstsein ihn wegen seiner Irreführung der Ammonihaiten marterte (Alma 14:6), wollte er sein falsches Handeln öffentlich richtigstellen: „Und es begab sich: Er fing an, dem Volk zuzurufen, nämlich: Siehe, ich bin schuldig, und diese Männer sind makellos vor Gott. Und von der Zeit an fing er an, sich für sie einzusetzen; aber sie schmähten ihn, nämlich: Bist du auch vom Teufel besessen? Und sie spien ihn an und stießen ihn aus von sich und auch alle diejenigen, die den Worten glaubten, die von Alma und Amulek gesprochen worden waren; und sie stießen sie aus und sandten Männer hin, die mit Steinen nach ihnen werfen sollten.“ (Alma 14:7).

Aufgrund der Worte Alma des Jüngeren und Amuleks, wirkte der Geist des Herrn auf Zeezrom und er erkannte, dass er sich durch Satan hat verführen lassen, das Volk gegen die beiden aufzuhetzen, was womöglich eine Verurteilung aufgrund falscher Behauptungen nach sich ziehen würde.

Siehe, ich bin schuldig, und diese Männer sind makellos vor Gott. Einen Fehler öffentlich einzugestehen ist eine äußerst mutige Tat. Ich erkenne hier, dass, wenn erst einmal der Geist des Herrn in einem wirkt und man sich seines verderblichen Handelns bewusst wurde, man im positiven Sinn über sich selbst hinauswachsen kann. Aber ich denke, dass dazu auch noch ein gewisser Leidensdruck hinzukommen muss. Dieser Leidensdruck wurde bei Zeezrom dadurch erzeugt, dass ihn das „Bewusstsein seiner eigenen Schuld“ marterte (Alma 14:6). Ist dieser nur groß genug, wird er zu einer Triebfeder für Veränderung, überwindet emotionale Hindernisse, wie sich bloßgestellt fühlen oder von einer bestimmten Gruppe nicht mehr anerkannt und sogar selber von ihr verfolgt zu werden …

Wenn mir bewusst wurde, dass ich gegen ein Gebot verstoßen hatte, wollte Luzifer mir erst einreden, dass ich es geheim halten sollte. Irgendwann aber litt ich unter dem Bewusstsein, dass ich gesündigt hatte, so stark, dass ich mich gedrängt fühlte, `reinen Tisch zu machen´, offen mit allen Beteiligten und dem Herrn die Angelegenheit zu klären. Erst nachdem ich volle Umkehr geleistet hatte, fühlte ich mich wieder frei und unbelastet (Lehre und Bündnisse 98:8). Das bewirkt das Sühnopfer Jesu und dafür bin ich dem Herrn zutiefst dankbar. Wodurch wirst du gedrängt, `Tabula rasa´, `reinen Tisch´ zu machen; energisch, rücksichtslos und unbeirrt Ordnung, klare Verhältnisse zu schaffen oder Klarheit herbeizuführen?

(Bild: Quelle)

Seine Seele fing an, vom Bewusstsein seiner eigenen Schuld gemartert zu werden

Einer der fachkundigsten Gesetzeskundigen unter den Ammonihaiten, der Alma den Jüngeren und Amulek zu Fall bringen wollte (Alma 11:21), erkannte seinen Fehler: „Und es begab sich: Zeezrom war über die Worte verwundert, die gesprochen worden waren; und er wusste auch von der Verblendung des Sinnes, die er durch seine Lügenworte unter dem Volk verursacht hatte; und seine Seele fing an, vom Bewusstsein seiner eigenen Schuld gemartert zu werden; ja, er fing an, ringsum von der Pein der Hölle umschlossen zu werden.“ (Alma 14:6).

Die Worte Alma des Jüngeren und Amuleks – beide Diener Gottes, in seinem Auftrag unter den Ammonihaiten – überzeugten mithilfe des Geistes Zeezrom davon, dass er sich von Luzifer hat blenden lassen, indem er die beiden vernichten wollte. Nachdem er nun sah, was er unter seinem Volk durch sein Beispiel angerichtet hatte – dass das Volk vorhatte, Unschuldige umzubringen, die dem Volk nur den Spiegel vorgehalten hatten – wurde er von Schuldgefühlen überwältigt. Diese Erkenntnis bewirkte in ihm sehr starke negative Emotionen, Gewissensbisse quälten ihn.

Seine Seele fing an, vom Bewusstsein seiner eigenen Schuld gemartert zu werden. Von dem Bewusstsein seiner eigenen Schuld gemartert zu werden, ist keine Erfahrung, die man gerne des Öfteren durchmacht. Insbesondere, wenn durch sein Verhalten Unschuldige dem Tod ausgeliefert werden. Ja, es wird sich anfühlen, als würden man die Hölle durchschreiten. Ich habe diese Empfindungen schon erlebt, sicherlich nicht in dem Ausmaß, wie über Zeezrom geschildert, aber es war eine Zeit, die ich nicht öfters durchmachen möchte. Wie bin ich dieser Erfahrung entkommen? Indem ich die Rüstung Gottes erneut anlegte und mich so erfolgreich gegen weitere Angriffe Satans zur Wehr setzen konnte und Kraft zur aufrichtigen Umkehr erhielt, deren Folge totale Erleichterung durch Vergebung war. Diese Rüstung besteht darin, Wahrheit und Gerechtigkeit zu lieben, in der Bereitschaft, für das Evangelium von Jesus Christus einzustehen, Glauben an Gott zu üben, und das Schwert des Geistes, das Wort Gottes, zu nutzen (Epheser 6:13-17). Hast du schon mal eine Zeit erlebt, in der du dich gemartert fühltest und wie bist du da wieder rausgekommen?

whole armor of God

(Bild: Quelle)