Er sah, dass er im Bewusstsein seiner Schuld zu zittern anfing

Nachdem Amulek dem Zeezrom und all denen, die um ihn herumstanden, den Plan der Erlösung erklärt hatte und Zeezrom sah, dass er ihm auf die Schliche gekommen ist, fing er an Angst zu bekommen (Alma 11:46) und Alma sah seine Zeit gekommen, die Worte Amuleks zu bestätigen und weiter auszuführen: „Nun sah Alma, dass Amuleks Worte Zeezrom zum Schweigen gebracht hatten, denn er bemerkte, dass Amulek ihn bei seinem Lügen und Täuschen gefangen hatte, womit er ihn vernichten wollte, und er sah, dass er im Bewusstsein seiner Schuld zu zittern anfing, und da öffnete er den Mund und fing an, zu ihm zu sprechen und die Worte Amuleks zu bestätigen und darüber hinaus zu erklären oder die Schriften über das hinaus zu entfalten, was Amulek getan hatte.“ (Alma 12:1).

Da gibt es ein latainisches Sprichwort: „Wer ein schlechtes Gewissen hat, bezieht alles, was gesagt wird, auf sich.“ [Conscius ipse sibi de se putat omnia dici.]. Hast du das auch schon mal erlebt? Wenn man ein schlechtes Gewissen hat, schläft es sich nicht nur schlecht, denn nur „ein reines Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen“, sondern man bezieht auch alles, was man hört, extrem auf seine Situation. Ganz anders und einfach entspannter lebt es sich, wenn man „nichts auf dem Kerbholz hat“ (schuldhaft, kriminell sein; Verbrechen begangen haben; sich schuldig gemacht haben; etwas ausgefressen haben; kein unbeschriebenes Blatt sein).

Er sah, dass er im Bewusstsein seiner Schuld zu zittern anfing. Mir fällt in dem Zusammenhang die Begebenheit zwischen David und Saul ein: Das Leben von Saul lag in Davis Händen, aber David schnitt ihm nur heimlich einen Zipfel seines Mantels ab. Dennoch schlug ihm hinterher das Gewissen, da seine Tat symbolisch als das Wegreißen der Herrschaft oder Minderung der Lebenskraft angesehen werden konnte (1. Samuel 24:4-6). Mit all meinen Kräften bemühe ich mich, im Hinblick auf die Auferstehung und das kommende Gericht, mein Gewissen rein zu halten, so wie es auch Paulus vor dem römischen Statthalter Felix anlässlich der Anklage durch den Hohepriester Hananias und einiger Ältester, im Hinblick auf die Auferstehungslehre sagt: „Deshalb bemühe auch ich mich, vor Gott und den Menschen immer ein reines Gewissen zu haben.“ (Apostelgeschichte 24:16). Wie ich das umsetze? Wenn mein Gewissen mich wegen einer falschen Handlung nicht in Ruhe lässt, kläre ich die die Situation mit allen Beteiligten, inklusive der Bitte um Vergebung und der Bekundung der Wiedergutmachung (so möglich) und dem Vorhaben, es nicht wiederzutun. Mit anderen Worten, ich übe Umkehr (Ezechiel 18:30-31). Wie sind deine Empfindungen bezüglich eines reinen Gewissens?

umkehr„Ich bin gekommen, um die Sünder zur Umkehr zu rufen, nicht die Gerechten.“
(Lukas 5:32; Bild: Quelle)

Vom Tod, nämlich vom ersten Tod, zum Leben

Amulek spricht zu den Ammonihaiten über die Auferstehung und erwähnt einen „ersten Tod“: „Nun siehe, ich habe zu euch über den Tod des sterblichen Leibes gesprochen und auch über die Auferstehung des sterblichen Leibes. Ich sage euch, dieser sterbliche Leib wird zu einem unsterblichen Leib auferweckt, das heißt vom Tod, nämlich vom ersten Tod, zum Leben, so dass sie nicht mehr sterben können; ihr Geist vereinigt sich mit ihrem Leib, um nie mehr getrennt zu werden; und so wird das Ganze geistig und unsterblich, so dass sie keine Verwesung mehr erfahren können.“ (Alma 11:45)

Vom Tod, nämlich vom ersten Tod, zum Leben. Unter Tod ist eine Trennung zu verstehen. Wenn es einen ersten Tod gibt, muss es auch zumindest einen „zweiten Tod“ geben. Aber zur besseren Verwirrung gibt es sogar zwei „erste Tode“.

Erster „erster Tod“:
Und um es noch verwirrender zu machen: Dieser erste Tod ist auch der „zweite Tod“. Es ist der Tod, den Adam und Eva starben, als sie vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse gegessen hatten. Sie lebten zu der Zeit im Garten Eden, in der Gegenwart Gottvaters und seines Sohnes Jesus Christus. Die Folge dessen, dass sie von der Frucht des Baumes der Erkenntnis aßen: Sie wurden aus deren Gegenwart in die einsame und öde Welt verbannt (Köstliche Perle Mose 4:28-29). Schluss mit dem paradiesischen Leben und der Gegenwart Gottes. Diese Verbannung war der erste Tod, der auch der letzte Tod sein kann, eine geistige Trennung von Gott (Alma 42:9).

Zweiter „erster Tod“:
Nachdem sie aus der Gegenwart Gottes ausgeschlossen wurden und auf die Erde kamen, veränderte sich ihr Zustand derart, dass sie auch körperlich sterblich wurden, was sie im Garten Eden nicht waren (Genesis 2:17; Köstliche Perle Mose 3:17). Nach einer irdischen Bewährungszeit mussten sie dann ihren physischen Körper ablegen. Dieser Vorgang wird auch als erster Tod bezeichnet. Mit ihrem unsterblichen Geistkörper gingen sie in eine Welt, in der sie auf ihre Auferstehung, die Zusammenführung von Körper und Geist zu einer unsterblichen Seele (1. Korinther 15:53-54; 2. Nephi 9:13) warten mussten, die durch Christus ermöglicht wurde.

Nachdem wir alle Nachkommen von diesen ersten Eltern sind, durchlaufen auch wir diesen Kreislauf. Mit unserer Geburt auf diese Erde werden wir von Gott getrennt (erster Tod, der geistige Tod). Nach unserer Bewährungszeit sterben wir, unser Geist verlässt den physischen Körper und geht in die Geisterwelt und wartet dort auf die Auferstehung (Alma 40:13-14). Danach werden wir nach unseren Taten gerichtet und werden entweder zu ewigem Leben in der Gegenwart Gottes auferstehen oder zum „zweiten Tod“, nämlich der immerwährenden Verbannung aus der Gegenwart Gottes (2. Nephi 9:16).

Für mich ziehe ich daraus die Schlussfolgerung, dass wenn ich mich hier auf Erden bemühe, an Gott zu glauben, von meinem Übeltun abzulassen, mich taufen zu lassen, die Bündnisse die ich schließe bis an mein irdisches Ende zu halten, dass mir dann der zweite Tod nichts anhaben kann (Offenbarung 2:11; Alma 13:30). Welches sind deine Ziele in Hinsicht auf das Leben nach diesem Erdendasein?

adamAdam und Eva werden aus dem Garten von Eden verbannt
(Bild: Quelle)

Wissend, ja, wie wir jetzt wissen, und eine klare Erinnerung an all unsere Schuld

Über unser Erinnerungsvermögen vor dem Herrn sagt Amulek den Ammonihaiten: „Der Geist und der Leib werden wieder in ihrer vollkommenen Gestalt vereinigt werden; beide, Glieder und Gelenke, werden zu ihrer rechten Gestalt wiederhergestellt, ja, so wie wir jetzt zu dieser Zeit sind; und wir werden dazu gebracht werden, vor Gott zu stehen, wissend, ja, wie wir jetzt wissen, und eine klare Erinnerung an all unsere Schuld haben.“ (Alma 11:43).

Mit dem Erinnerungsvormögen von uns Menschen ist es doch manchmal sehr merkwürdig. Wenn es um Dinge geht, die wir falsch gemacht haben und wir uns deshalb rechtfertigen sollen, heißt es plötzlich: „Daran kann ich mich nicht mehr erinnern.“ Da haben viele dann „ein Gedächtnis wie ein Sieb“. An Dinge, die mal sehr wichtig waren, kann man sich dann einfach nicht mehr erinnern. Andererseits gibt es auch Dinge, die man nie vergisst, da haben wir dann „ein Gedächtnis wie ein Elefant“ – Elefanten finden nach Jahrzehnten ihnen in der Kindheit gezeigte Wasserstellen wieder, oder erinnern sich jahrelang an Menschen, die ihnen Gutes getan haben oder auch Schlechtes.

Wissend, ja, wie wir jetzt wissen, und eine klare Erinnerung an all unsere Schuld. Ist unser Gedächtnis im Erdenleben auch so löchrig wie das gröbste Sieb, wenn wir eines Tages vor dem Herrn stehen, um gerichtet zu werden, werden wir eine „klare Erinnerung an all unsere Schuld“ haben. Ist das nicht furchteinflößend? Da werden all meine Schandtaten glasklar vor mir sein? Allerdings denke ich auch, dass mir all meine guten Taten gegenwärtig sein werden. Ich verstehe das so, dass ich mich nicht mit irgendetwas, und sei es mir noch so peinlich, vor dem Herrn verstecken kann. „Adam, wo bist du?“ (Genesis 3:9-10; Köstliche Perle Mose 4:14-17). Ich hoffe ich habe genügend Umkehr geübt und werde es weiterhin tun, sodass das Blut Christi mich reinwaschen wird. Wie ergeht es dir bei diesem Gedanken mit der `klaren Erinnerung´?

gedaechtnis(Bild: Quelle)

Darum verbleiben die Schlechten so, als sei keine Erlösung vollbracht worden

Amulek spricht weiter zu Zeezrom: „Darum verbleiben die Schlechten so, als sei keine Erlösung vollbracht worden, außer dass die Bande des Todes gelöst werden; denn siehe, der Tag kommt, da werden alle von den Toten auferstehen und vor Gott stehen und gemäß ihren Werken gerichtet werden.“ (Alma 11:41).

Darum verbleiben die Schlechten so, als sei keine Erlösung vollbracht worden. Was will Amulek damit sagen? Zunächst relativiert er seine Aussage dahin gehend, dass auch diese auf jeden Fall auferstehen werden. Denn durch Christi Auferstehung wird es ermöglicht, dass der unsterbliche Geistkörper eines jeden Menschen, nach dessen irdischem Leben, bei seiner Auferstehung, wieder mit seinem zu Grabe getragenen sterblichen, physischen, Körper, für ewig zu einem unsterblichen Wesen wiedervereinigt werden wird (1. Korinther 15:20-22; 2. Timotheus 1:10). Dies ist die Auferstehung die Amulek in seinen weiteren Aussagen beschreibt. Allerdings kommt danach noch die Bewertung des Verhaltens eines jeden hier auf Erden (Römer 14:10; Alma 11:42-45). Die `Schlechten´, diejenigen, die Böses tun, ungehorsam gegenüber den Geboten Gottes sind, haben in ihrem irdischen Dasein durch ihr Verhalten dafür gesorgt, dass ihre Sünden nicht durch das Blut Christi abgewaschen werden (1. Johannes 1:7) und somit können sie nicht in die Gegenwart Gottes erlöst werden, denn nichts Unreines kann in der Gegenwart Gottes bestehen (1. Nephi 10:21). Sie werden in eine andere Herrlichkeit eingehen, aber nicht in die höchste (Johannes 14:2; 1. Korinther 15:40-41; Lehre und Bündnisse 88:22-24).

Ich meine, der Mensch ist so ausgelegt, dass er bestrebt ist, das Beste für sich herauszuholen. Das bedeutet aber auch, dass er die dafür notwendigen Anforderungen erfüllen muss. Was das höchste himmlische Ziel anbelangt, sind die Anforderungen: Glaube, Umkehr, Taufe und weitere Bündnisse, sowie im Gehorsam ausharren bis ans Ende (3. Nephi 15:9). Nachdem auch ich gerne das höchste Ziel erreichen möchte, bemühe ich mich redlich, die Vorgaben zu erfüllen. Es klappt nicht immer, aber ich gebe nicht auf. Wie ergeht es dir?

nie-aufgeben
„Wir wollen nicht aufgeben. Wir wollen unseren Bündnissen treu bleiben. Wir wollen niemals unseren Fürsprecher und Erlöser aus den Augen verlieren, wenn wir auf ihn zugehen – einen unvollkommenen Schritt nach dem anderen“. – Präsident Dieter F. Uchtdorf, zweiter Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
(Bild: Quelle)

Er wird die Übertretungen derjenigen auf sich nehmen, die an seinen Namen glauben

Der vom Herrn durch Alma dem Jüngeren berufene Missionar Amulek (Alma 8:29), spricht weiter zu dem gesetzeskundigen Zeezrom über den ewigen Vater des Himmels und der Erde: „und er wird in die Welt kommen, um sein Volk zu erlösen; und er wird die Übertretungen derjenigen auf sich nehmen, die an seinen Namen glauben; und diese sind es, die ewiges Leben haben werden, und niemandem sonst wird die Errettung zuteil.“ (Alma 11:40).

Da fällt mir eine Geschichte ein, die ich mal gelesen habe: Ein Lehrer hat mit den Schülern der Klasse zusammen Verhaltensregeln aufgestellt. So beschlossen sie denjenigen, der einem anderen etwas klaut, mit 40 Stockhieben auf das Hinterteil zu bestrafen. Nun gab es da aber einen ganz armen Jungen, der nie etwas zu Essen dabei hatte, weil seine Eltern nichts hatten. Er hatte eines Tages einen solchen Hunger, dass er es nicht mehr aushielt und einem Kameraden eines seiner Pausenbrote klaute. Als das aufkam, wurde besprochen, was zu tun sei und der Lehrer sagte, dass er die Strafe, die abgemacht war, zu bekommen habe. Der Junge beugte sich herunter und die der Rohrstock sauste auf sein Hinterteil, als ein anderer Schüler aufstand und fragte, ob es nicht auch gehe, dass ein anderer für diesen Dieb die Strafe übernehmen könne. Es wurde festgestellt, dass nichts dagegen spricht. So meldete dieser sich, um für den armen hungrigen Jungen die Strafe zu übernehmen. Der so entlastete eigentliche Täter war diesem Jungen aus tiefstem Herzen für immer dankbar.

Er wird die Übertretungen derjenigen auf sich nehmen, die an seinen Namen glauben. So ergeht es doch auch einem jeden von uns Erdenmenschen. Im vorirdischen Rat im Himmel hat uns Gott seinen Plan der Erlösung vorgestellt (Köstliche Perle Abraham 3:24-27) und wir haben freudig zugesagt (Hiob 38:7), sind auf die Erde gekommen und haben göttliche Gebote erhalten. Vielfach gelingt es uns nicht, sie einzuhalten und wir wären verloren, wenn es da nicht den Einen geben würde, der die Strafen aller Übertreter auf sich nehmen würde, bzw. auf sich genommen hat, Jesus Christus (Jesaja 53:5). Er war im übertragenen Sinn der vorhergehenden Geschichte derjenige, der sich gemeldet hat und gefragt hat, ob nicht ein andere für den Dieb die Strafe übernehmen könne und es dann auch tat (Mosia 14:5). Ich danke ihm dafür dadurch, dass ich sein Sühnopfer annehme, mich habe taufen lassen und ständig bemüht bin meine Übertretungen durch forschen in den Schriften zu erkennen und Umkehr zu üben (3. Nephi 23:5), mit allem was dazugehört (Ezechiel 18:30-31). Wie bringst du deine Dankbarkeit für diesen `Einen´ zum Ausdruck?

dankbarkeit„Dankbarkeit im Herzen rührt daher, dass wir dem Vater im Himmel für seine Segnungen danken und unseren Mitmenschen für alles, womit sie unser Leben bereichern.“ – Präsident Thomas S. Monson
(Bild: Quelle)

Ist der Sohn Gottes der ewige Vater selbst?

Auf die Frage des in den „… Schlichen des Teufels sehr …“ (Alma 11:21) bewanderten Gesetzeskundigen Zeezrom (Alma 10:30-31): „Ist der Sohn Gottes der ewige Vater selbst?“ (Alma 11:38), antwortet Amulek: „… Ja, er ist selbst der ewige Vater des Himmels und der Erde und all dessen, was darinnen ist; er ist der Anfang und das Ende, der Erste und der Letzte;“ (Alma 11:39).

Ist der Sohn Gottes der ewige Vater selbst? Ist diese Fragestellung verwirrend? Jemand, dem man als Erstem eine besonders herausragende Leistung zuschreibt, bekommt meist dafür den `Vatertitel´. So kennen wir den Mann, der mit seiner Theorie über die Entstehung der Arten unser Verständnis vom Leben und von der Stellung des Menschen revolutionierte, Charles Darwin, als den „Vater der Evolutionstheorie“ oder den Russen Konstantin Ziolkowski als den „Vater der modernen Raumfahrttheorie“ oder Robert Koch, neben dem Franzosen Louis Pasteur als den „Vater der Bakteriologie“, … .

Die Antwort Amuleks um 82 v. Chr. klärt uns auf, inwiefern der `Sohn Gottes´ der `ewige Vater´ selbst ist, nämlich weil Jesus Christus als Sohn Gottes der Schöpfer all dessen ist, was wir kennen. In seinem `Loblied auf Christus, das Ebenbild Gottes´, schreibt Paulus an die Gemeinde in Kolossäa, um 60 n. Chr. auf der entgegengesetzten Erdhälfte, also etwa 142 Jahre nach Amuleks Antwort: „Denn in ihm wurde alles erschaffen im Himmel und auf Erden, das Sichtbare und das Unsichtbare, Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten; alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen.“ (Kolosser 1:16) und bestätigt damit die Aussage Amuleks. Joseph Smith, dem Propheten der Neuzeit, hat Jesus Christus am 2. Januar 1831 zu Fayette, New York, in einer Offenbarung selber bestätigt: „ich bin es, der sprach, und die Welt wurde gemacht, und alles ist durch mich geworden.“ (Lehre und Bündnisse 38:1-3; siehe auch Johannes 1:1). Was denkst du wer der „ewige Vater des Himmels und der Erde“ ist?

vater-des-himmelsJesus erschafft die Erde
(Bild: Quelle)

Wird er sein Volk in ihren Sünden erretten?

Nun begann Zeezrom Amulek zu befragen. Er fragte ihn, ob es einen „wahren und lebendigen Gott“ gäbe, woher er das wisse und ob es der Sohn Gottes wäre, der kommen würde (Alma 11:26-33). Nachdem Amulek jeweils wahrheitsgetreu geantwortet hatte, fragte Zeezrom: „… Wird er sein Volk in ihren Sünden erretten? Und Amulek antwortete und sprach zu ihm: Ich sage dir, das wird er nicht; denn es ist ihm nicht möglich, sein Wort zu leugnen.“ (Alma 11:34).

Wird er sein Volk in ihren Sünden erretten? Es könnte sein, dass Amulek sich bei seiner Antwort (Alma 11:37) auf die Aussage Nephis, vor etwas mehr als 500 Jahren, in 1. Nephi 15:33 bezieht, in der es heißt: „… wenn ihre Werke Schmutz wären, müssten sie notwendigerweise schmutzig sein; und wenn sie schmutzig seien, würden sie notwendigerweise nicht im Reich Gottes wohnen können, denn sonst müsste das Reich Gottes ebenfalls schmutzig sein.“ Etwa 135 Jahre nach Amulek bestätigt auch Paulus in seinem Brief an die Korinther dessen Aussage, als es um die Missstände in deren Gemeinde ging: „… Oder wisst ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden?“ (1. Korinther 6:9). Dann zählt Paulus auch noch auf, wer zu den Ungerechten zählt: Unzüchtige, Götzendiener, Ehebrecher, Lustknaben, Knabenschänder, Diebe, Habgierige, Trunkenbolde, Lästerer, Räuber (1. Korinther 6:9-10) und sagt im Vers 11: „… solche sind einige von euch gewesen“.

Da denke ich mir, auch ich gehöre in gewisser Weise zu jenen. Und ich müsste mich erschrecken. Aber wenn ich dann im Vers 11 weiterlese, kommt doch noch das erlösende Wort: „Aber ihr seid reingewaschen, ihr seid geheiligt, ihr seid gerecht geworden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.“ Dankbar bin ich dem Herrn dafür zutiefst, indem ich mich ständig bemühe, ihm ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist darzubringen (3. Nephi 9:20). Welche Gefühle kommen in dir auf, wenn du daran denkst, dass der Herr niemanden in seinen Sünden, sondern nur aus seinen Sünden errettet (Mosia 2:32-33)? Bei deinen Überlegungen kann dir die Ansprache von Elder Dallin H. Oaks „Sind Sie errettet?“ gute Anregungen geben.

suehnopferDu kannst heute Hoffnung haben, wegen dem, was Er damals tat
(Moroni 7:41; Bild: Quelle)

Hier sind sechs Onti Silber, … , wenn du das Dasein eines Allerhöchsten Wesens leugnest

Nachdem Amulek die einleitende Frage Zeezroms dahingehend beantwortete, dass er ihm schon auf seine Fragen antworten würde, ausgenommen es sei gegen den Geist, der in ihm ist (Alma 10:22 erster Teil). Die Schliche, die Satan nun durch Zeezrom anwenden lässt, sind monetäre, das Geld betreffende Reize: „… Und Zeezrom sprach zu ihm: Siehe, hier sind sechs Onti Silber, und dies alles will ich dir geben, wenn du das Dasein eines Allerhöchsten Wesens leugnest.“ (Alma 10:22).

Hier sind sechs Onti Silber, … , wenn du das Dasein eines Allerhöchsten Wesens leugnest. Nun wird mir klar, warum Mormon in den Versen 5 bis 19 uns das Münzsystem der Nephiten darlegt. Aus meiner Sicht will er uns damit aufzeigen, dass Zeezrom mit einer enormen Summe Geld Amulek dazu zu verleiten wollte, Gott zu leugnen (Alma 11:25). Ein Onti hatte nach ihrer Rechnung, den höchsten Geldwert, den es gab (Alma 11:13) und davon nun will Zeezrom noch sechsmal so viel dafür hergeben, dass Amulek die Existenz Gottes leugnet. Dies entsprach dem Lohn für 42 Arbeitstage eines Richters unter dem Volk Ammoniha (Alma 11:3,11-13).

Dies erinnert mich an den Handel des Judas mit den Hohenpriestern, dass er Jesus um dreißig Silberstücke verraten würde (Matthäus 26:15), mit denen er sich ein Grundstück zulegen konnte (Apostelgeschichte 1:18). Meinungen über den Wert eines Silberlings sind dahin gehend, dass er dem Tageslohn eines Arbeiters entsprach, bei dreißig Silberstücken also ein Monatslohn oder nach dem Alten Testament der Wert eines Sklaven (Exodus 21:32). Auch hier lockte Satan den Verräter mit einem beträchtlichen Geldwert (Sacharja 11:12-13).

Das lässt in mir die Frage aufkommen, für welches Angebot Luzifers wäre ich bereit, die Existenz Gottes leugnen? Ich kann darauf nur antworten: Ich hoffe für kein noch so hohes Angebot. Wissen kann ich es nicht, denn ich war noch nicht in dieser Situation. Wie ergeht es dir bei dieser Frage?

judas-bekommt-30-silberlingeJudas erhält seinen Verräterlohn
(Bild: Quelle)

Nun war Zeezrom ein Mann, der in den Schlichen des Teufels sehr bewandert war

Einer der fachlich besten Gesetzeskundigen unter den Ammonihaiten (Alma 10:30-31) begann nun Amulek mit dem Ziel zu verhören, ihm einen Strick zu drehen (Alma 10:13): „… Wollt ihr mir ein paar Fragen beantworten, die ich euch stellen werde? Nun war Zeezrom ein Mann, der in den Schlichen des Teufels sehr bewandert war, um das, was gut war, zu vernichten; darum sprach er zu Amulek: Wollt ihr mir die Fragen beantworten, die ich euch vorlegen werde?“ (Alma 11:21).

Du kennst die Redewendung „Jemandem einen Strick aus etwas drehen“ sicherlich. Sie will besagen, dass man die Aussagen oder Handlungen eines anderen so auslegt, dass ihm daraus ein Schaden entsteht. Ihr Ursprung liegt in der Todesstrafe durch Erhängen am Strick. Solches war nun das Anliegen der ammonihaitischen Gesetzeskundigen. Sie wollten Amulek und Alma dem Jüngeren zum Schein irgendetwas anhängen, um sie ins Gefängnis stecken zu können. So gingen ja auch die Hohenpriester und Ältesten mit Jesus vor, denn sie „beschlossen, Jesus mit List in ihre Gewalt zu bringen und ihn zu töten.“ (Matthäus 26:4).

Nun war Zeezrom ein Mann, der in den Schlichen des Teufels sehr bewandert war. Unter Schliche versteht man die Anwendung einer List oder von Tricks. Für mich stellt sich daraus die Frage: Wie kann ich mich nun vor solchen Schlichen des Teufels schützen? Ich muss demjenigen `auf die Schliche kommen´ seine Tricks enttarnen, seine List durchschauen. Wenn ich die verborgenen Schleichwege, Schliche, des Wildes im Wald entdecke, ist es nicht mehr getarnt und es kann problemlos erlegt werden. Analog dazu: Wenn ich die Schliche Satans herausgefunden habe, kann ich ihn `erlegen´. Eine Hilfe ist es mir auch, die `Rüstung Gottes´ anzuziehen (Epheser 6:10-11). Auch dadurch bin ich in der Lage den Kampf zu bestehen (Epheser 6:13). Woraus diese Rüstung besteht? Aus Wahrheit, Gerechtigkeit, Bereitschaft für das Evangelium einzustehen, Glauben, das Wort Gottes kennen und anwenden, Beten, Wachsamkeit (Epheser 6:14-18). Was hilft dir, jemandem, besonders Luzifer, auf die Schliche zu kommen, damit dir kein Strick gedreht werden kann?

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(Bild: Quelle)

Nun war es einzig zu dem Zweck, Gewinn zu erlangen

Mormon, erklärt uns in seiner Zusammenfassung die Vergütung im Rechtssystem der Nephiten in der Nach-König Mosiah-Zeit: „Nun war es einzig zu dem Zweck, Gewinn zu erlangen, denn sie empfingen ihren Lohn gemäß ihrer Beschäftigung; darum stachelten sie das Volk zu Unruhen und allerart Störungen und Schlechtigkeit auf, damit sie mehr Beschäftigung hätten, damit sie Geld bekämen gemäß den Prozessen, die ihnen vorgelegt wurden; darum stachelten sie das Volk gegen Alma und Amulek auf.“ (Alma 11:20).

Nun war es einzig zu dem Zweck, Gewinn zu erlangen. Kenne ich das auch aus unserer Zeit, in unserer Gesellschaft? Haben wir hier nicht auch einen Berufszweig, der sich darum kümmert, die Anliegen eines Bürgers vor der Judikativen zu vertreten. Und wird dieser nicht auch nach dem Streitwert und seinem Aufwand vergütet? Sollte es nicht auch hier möglich sein, die Lösung von Streitigkeiten in die Länge zu ziehen, um den Aufwand möglichst hochzuhalten, um möglichst viel Gewinn zu erlangen? Aber ich denke, Profitstreben ist nicht eine Sache eines einzelnen Berufszweiges, sondern sie ist Bestandteil des `natürlichen Menschen´ (Alma 41:11). Wir haben unzählige Beispiele, wer, wie, wen um des Gewinnes wegen übervorteilt bzw. ausbeutet, wobei Ausbeutung der Arbeitskraft sogar ein Bestandteil der Strafgesetzgebung ist (StGB § 233).

Ich lerne für mich daraus, dass ich den `natürlichen Menschen´ ablegen muss (Mosia 3:19) und aus der Not meiner Mitmenschen nicht auch noch möglichst viel Kapital schlagen darf. Gegen eine angemessene Vergütung ist selbstredend nichts einzuwenden. Natürlich stellt sich hier gleich wieder die Frage: Was ist angemessen? Damit kann man dann auch die Judikative beschäftigen. Wie stehst du zum Thema: Gewinn zu erlangen?

gewinn-erzielen(Bild: Quelle)