Ich wurde oft gerufen, und ich wollte nicht hören

Amulek, ein unter den Ammonihaiten bekannter und wohlhabender Mann (Alma 10:4), der vom Herrn durch Alma den Jüngeren als Missionar berufen war (Alma 8:29), gibt in seiner Rede zu diesem Volk zu, dass er die Geheimnisse Gottes zwar kannte (Alma 10:5): „Doch habe ich mein Herz verhärtet, denn ich wurde oft gerufen, und ich wollte nicht hören; darum wusste ich von all diesem, doch ich wollte es nicht wissen; darum lehnte ich mich weiter in der Schlechtigkeit meines Herzens gegen Gott auf, ja, bis zum vierten Tag dieses siebenten Monats, nämlich im zehnten Jahr der Regierung der Richter.“ (Alma 10:6).

Ich wurde oft gerufen, und ich wollte nicht hören. Bei dieser Aussage frage ich mich selber, wie erging es mir, wurde auch ich oft gerufen, wollte aber nicht hören. Ganz sicher war dies häufiger, aber mit zunehmendem Alter wohl mit abnehmender Tendenz, der Fall. Doch im Gegensatz zu Amulek, wurde ich nicht von einem Engel aufgefordert, jedenfalls nicht wissentlich und nicht wortwörtlich, einen heiligen Mann in mein Haus aufzunehmen und ihn zu speisen, der mir und meinem Haus ein Segen sein würde (Alma 10:7). Allerdings könnte man sagen, dass es meiner Mutter so ungefähr erging. Nur es waren zwei heilige Männer (es waren sicherlich Engel in Form von Missionaren der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, im Auftrag des Herrn unterwegs), die an unserer Wohnungstür in Berlin klingelten und meine Mutter hat sie eingelassen und sicherlich auch häufig gespeist. Sie hingegen waren ihr und ihrem Haus ein unermesslicher Segen: Sie brachten diesem Haus (meiner Mutter und mir, ihrem damals jugendlichen Sohn – Vater war schon in seine himmlische Heimat zurückgerufen worden) die frohe Botschaft der einzig wahren und lebendigen Kirche des Herrn (Lehre und Bündnisse 1:30). Und meine Mutter hat auf den Ruf des Herrn gehört und ich kurz drauf auch. Wir kehrten um und ließen uns taufen. Was bin ich dem Herrn von Herzen für dieses Ereignis in unserem Leben dankbar! Wurdest du auch oft gerufen und wolltest nicht hören?

nicht-hoeren(Bild: Quelle)

Der ein Abkömmling Manasses war, der der Sohn Josephs war

Amulek zeigt weiter seine Abstammung auf: „Und Aminadi war ein Abkömmling Nephis, der der Sohn Lehis war, der aus dem Land Jerusalem kam, der ein Abkömmling Manasses war, der der Sohn Josephs war, der durch die Hand seiner Brüder nach Ägypten verkauft wurde.“ (Alma 10:3).

Der ein Abkömmling Manasses war, der der Sohn Josephs war. Amulek zeigt anhand seiner Abstammungslinie auf, dass er, der ja nun ein Ammonihait war, welche zum Volk Nephi gehören, ein Israelit ist, indem er seine Vorfahren zurückführt auf Joseph, der nach Ägypten verkauft wurde und dort zum Stamm Manasse gehört. Nun ist aber Lehi ja aus Jerusalem ausgewandert, während der Stamm Manasse zum nördlichen Israel anstatt zum südlichen Juda gehörte und um 721 v. Chr. von den Assyrern in Gefangenschaft geführt wurde. Offensichtlich setzte sich vor ihrer Deportation, ein Teil der Israeliten nach Jerusalem ab. Das lässt sich ableiten aus der Aussage in 2. Chronik 5:9-10, wo Asa “ganz Juda und Benjamin sowie die Leute von Efraim, Manasse und Simeon, die sich bei ihnen aufhielten.“ in Jerusalem versammelte.

Desweiteren erfüllt sich hier, was der Herr dem Joseph aus Ägypten prophezeite, nämlich dass der Herr ihm einen rechtschaffenen Zweig als Nachkommen erwecken wird, von denen wiederum ein Zweig in ein fernes Land geführt werden würde (JSÜ Mose 50:24-25; um 600 v. Chr. wanderte Lehi auf Geheiß des Herrn aus Jerusalem aus, und siedelte sich in Amerika an: 1. Nephi 2:1-4; 18:23-25). Weiterhin verheißt er ihm, dass aus diesem Zweig ein Seher erwachsen wird, wobei dessen Name, als auch der seines Vaters Joseph sein würde (JSÜ Mose 50:33). Außerdem werden sie beiden Zweige die Worte des Herrn schreiben (Juda – Bibel und rechtschaffener Zweig Israel – Buch Mormon) und sie werden eines Tages zusammenkommen (JSÜ Mose 50:31).

All diese Verheißungen sind inzwischen eingetreten. Wir haben dank unzähliger Beteiligter (Gutenberg, Martin Luther, William Tyndale, Joseph Smith Jun. …) sowohl die Bibel als auch das Buch Mormon und beides wird der ganzen Welt kundgetan, „damit falsche Lehren zuschanden werden und Streitigkeiten beigelegt werden und Friede aufgerichtet werde unter der Frucht deiner Lenden und sie in den Letzten Tagen zur Erkenntnis ihrer Väter und auch zur Erkenntnis meiner Bündnisse gebracht werden, spricht der Herr.“ (JSÜ Mose 50:31). Was denkst du, welchem Zweck das Buch Mormon dient?

tyndaleWilliam Tyndale war Priester und Gelehrter und übersetzte in den 1520er Jahren die Bibel in die englische Sprache.
(Bild: Quelle)

Ich bin Amulek; ich bin der Sohn Giddonachs

Nachdem Alma der Jüngere aufhörte zu den Ammonihaiten zu sprechen, ergriff Amulek das Wort und stellte sich den Zuhörern erst einmal vor: „Ich bin Amulek; ich bin der Sohn Giddonachs, der der Sohn Ischmaels war, der ein Abkömmling Aminadis war; und es war dieser selbe Aminadi, der die Schrift übersetzte, die an der Mauer des Tempels war und die vom Finger Gottes geschrieben wurde.“ (Alma 10:2).

Ich bin Amulek; ich bin der Sohn Giddonachs. Bei der Aussage, dass sein Urgroßvater Aminadi, derjenige war, „der die Schrift übersetzte, die an der Mauer des Tempels war und die vom Finger Gottes geschrieben wurde.“ denke ich an eine Parallele im Alten Testament. Da gab es einen babylonischen König namens Belschazzar, Sohn des Königs Nebukadnezzar. Er sah, wie eine Hand etwas an die Mauer seines Palastes schrieb, was er aber nicht verstehen konnte, eben sowenig die herbeigerufenen Weisen des Landes. Seine Frau wusste aber von Daniel, der durch den Geist Gottes solche Rätsel lösen konnte und der König ließ ihn kommen. Zu entziffern galt es die Schrift: „Mene mene tekel u-parsin.“ Daniel übersetzte: „Mene: Gezählt hat Gott die Tage deiner Herrschaft und macht ihr ein Ende. Tekel: Gewogen wurdest du auf der Waage und zu leicht befunden. Peres: Geteilt wird dein Reich und den Medern und Persern gegeben.“ was sich auch kurz darauf alles erfüllte (Daniel 5:5-30).

Im Buch Mormon wird uns über diesen Vorfahren Amuleks nichts weiter berichtet, als nur, dass er in der Lage war, die Schrift, die Gottes Finger an die Tempelmauer schrieb, zu übersetzen. Das lässt mich schaudern, da ich über meine Urgroßeltern mütterlicherseits nichts weiß, außer, dass sie aus Posen stammten und dort ein Gut besaßen. Von meinen Urgroßeltern väterlicherseits weiß ich auch nur, dass sie aus Brandenburg stammten. Was sie geleistet und unter welchen Umständen sie gelebt haben, darüber weiß ich leider nichts. Aber für das, was meine Eltern leisteten, dafür bin ich zutiefst dankbar, und das kann ich mir als Vorbild nehmen. Wie geht es dir mit deinem Wissen über deine Vorfahren?

gut-grosseltern-1939Gut der Groß- und Urgroßeltern in Posen
(Bildquelle: Foto des Verfassers)

Da war das Volk wütend auf mich

Alma der Jüngere teilt uns mit: „Nun begab es sich: Als ich, Alma, diese Worte gesprochen hatte, siehe, da war das Volk wütend auf mich, weil ich ihnen gesagt hatte, sie seien ein hartherziges und ein halsstarriges Volk. 32  Und auch, weil ich ihnen gesagt hatte, sie seien ein verlorenes und ein gefallenes Volk, waren sie zornig auf mich und wollten Hand an mich legen, um mich ins Gefängnis zu werfen.“ (Alma 9:31-32).

Erinnerst du dich an das Wort des Jahres 2010? Dieses Wort wurde durch ein Essay des Journalisten Dirk Kurbjuweit im Nachrichtenmagazin Der Spiegel zu einem Modeschlagwort und beschreibt einen durch Enttäuschung über bestimmte politische Entscheidungen öffentlich protestierenden und demonstrierenden Bürger: Wutbürger.

Da war das Volk wütend auf mich. Menschen auf menschliche Fehlentscheidungen wütend ist noch einigermaßen nachvollziehbar, aber Menschen auf einen Propheten Gottes wütend? Wie z. B. bei den ersten Demonstrationen zu Stuttgart 21, wird aus Wut sehr schnell Zorn, und die Fronten verhärten sich und es kommt ganz leicht zu körperlichen Übergriffen mit unabsehbaren Folgen. Der erste in der Bibel wiedergegebene Zornausbruch passierte Kain (Genesis 4:5; in der King James-Version wird der Begriff wroth=Zorn benutzt, lies hier). Dieser Ausbruch führte letztendlich zum Mord an seinem Bruder Abel (Genesis 4:8).

Ich lerne daraus, dass ich starke negative Gefühle, die im Wesentlichen ja nur mir selber schaden, in die richtigen Bahnen lenken, kanalisieren muss (Sprüche 15:1), ehe sie zu unkontrollierten Handlungen führen. Auch bin ich darin gefordert, meinen Mitmenschen, insbesondere in meiner Familie, nicht zum Zorn zu reizen (Epheser 6:4), und erst recht nicht Gott (Jesaja 65:2-3). Da gibt es die unterschiedlichsten Ansätze: Negative Gedanken durch positive ersetzen; erbauende Lieder singen; die auslösende Situation verlassen; Wut in Bewegung in der Natur ersetzen; Bauchatmung; ggf. seine Empfindungen zu Papier bringen. Nicht zuletzt, aber nicht zu vergessen: Schriftenstudium und Gebet. Wie reagierst du, wenn du merkst, dass in dir Wut hochkommt?

wutEs liegt an dir, du kannst eine Situation anheizen oder abkühlen
(Matthäus 5:9; Bild: Quelle)

In Anbetracht dessen, dass ihr ein verlorenes und ein gefallenes Volk seid

Alma der Jüngere erklärt den Ammonihaiten warum sie Umkehr sollten: „Und nun, meine geliebten Brüder, denn ihr seid meine Brüder, und ihr solltet geliebt sein, und ihr solltet Werke hervorbringen, die der Umkehr entsprechen, in Anbetracht dessen, dass sich euer Herz stark gegen das Wort Gottes verhärtet hat, und in Anbetracht dessen, dass ihr ein verlorenes und ein gefallenes Volk seid.“ (Alma 9:30).

In Anbetracht dessen, dass ihr ein verlorenes und ein gefallenes Volk seid. Ich frage mich: Muss ich mir diesen Schuh auch anziehen? Soll meinen: Muss ich diese Aussage auch auf mich beziehen, gehöre auch ich zu diesem `verlorenen und gefallenen Volk´? Oder sind damit nur die Ammonihaiten gemeint?

Gehen wir zurück in die Zeit von Adam und Eva im Garten von Eden. Sie standen vor dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Sie wussten, dass sie davon nicht essen sollten. Würden sie es tun, wäre die Folge, dass sie sterblich werden würden (Genesis 2:16-17). Aufgrund großer Überzeugungskraft konnte Luzifer Eva mit einsichtigen Argumenten davon überzeugen, doch davon zu essen. Dann sollte sie auch Adam dazu bringen, von der Frucht zu essen. Sie wiederum konnte ihn wirkungsvoll davon überzeugen, es auch zu tun (Köstliche Perle Mose 4:10-12). Würde er es nicht tun, würde er alleine im Garten verbleiben, weil sie hinausgestoßen werden würde. Er wählte Eva und wurde mit ihr aus der Gegenwart Gottes im Garten Eden verbannt (Köstliche Perle Mose 4:28-31). Sie waren nun sterblich und in der Lage Nachkommen zu zeugen (Köstliche Perle Mose 4:22).

Ich gehöre zu diesen ihren Nachkommen und demzufolge muss ich mir den Schuh auch anziehen: Ich gehöre zu diesem gefallenen Volk. Was bedeutet, dass auch ich Werke hervorbringen muss, die der Umkehr entsprechen. Wie siehst du dich in diesem Zusammenhang, ziehst du dir diesen Schuh auch an, oder meinst da, dass es dich nicht betrifft?

schuh-anziehen(Bild: Quelle)

Die Zeit ist nahe, da alle Menschen den Lohn für ihre Werke ernten werden

Über den Lohn, den die Menschen vom Herrn erhalten, sagt Alma der Jüngere: „Darum bereitet den Weg des Herrn, denn die Zeit ist nahe, da alle Menschen den Lohn für ihre Werke ernten werden gemäß dem, was sie gewesen sind—wenn sie rechtschaffen gewesen sind, werden sie die Errettung ihrer Seele ernten gemäß der Macht Jesu Christi und seiner Befreiung; und wenn sie böse gewesen sind, werden sie die Verdammung ihrer Seele ernten gemäß der Macht des Teufels und seiner Gefangennahme.“ (Alma 9:28).

Du kennst ganz sicher diese Redensart: Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Klingt nach „Rache ist süß“. Wer also etwas Schlimmes tut, hat mit einer noch schlimmeren Reaktion zu rechnen. Übrigens leitet sich diese Redensart auch wieder aus der Bibel ab (Hosea 8:7).

Die Zeit ist nahe, da alle Menschen den Lohn für ihre Werke ernten werden. Glücklicherweise geht es beim Herrn gerecht zu, von ihm bekommen wir den Lohn, der uns für unsere Taten versprochen wurde, nicht mehr und nicht weniger. Allerdings berücksichtigt der Herr offensichtlich unser Verhalten gegenüber unserem Nächsten. Handeln wir nach dem „Rache ist süß“-Prinzip, wird der Herr uns entsprechend zukommen lassen (Lehre und Bündnisse 1:10). Das motiviert mich, meinem Nächsten gegenüber nachsichtiger zu sein, ihm wohlwollend gegenüberzutreten und nach dem Prinzip zu handeln: Was der Mensch sät, wird er ernten (Galater 6:7). Welches Prinzip bevorzugst du und warum?

saeen-und-ernten(Bild: Quelle)

Diejenigen zu erlösen, die sich aus Glauben an seinen Namen zur Umkehr taufen lassen

Den Auftrag des „Einziggezeugten des Vaters“ umschreibt Alma der Jüngere kurz und trotzdem allumfassend: „Und siehe, er kommt, diejenigen zu erlösen, die sich aus Glauben an seinen Namen zur Umkehr taufen lassen werden.“ (Alma 9:27).

Diejenigen zu erlösen, die sich aus Glauben an seinen Namen zur Umkehr taufen lassen. Nicht umsonst ist einer der weiteren Namen dieses Einziggezeugten des Vaters „Erlöser“ (Jesaja 16:63), oder auch „Retter“ (Lukas 2:11). Der Titel Erlöser oder Erretter deutet also nicht nur, wie im Alten Testament vom Volk häufig benutzt, auf deren Rettung aus der Gefangenschaft in Ägypten hin, sondern mehr noch auf seinen eigentlichen Auftrag, uns von dem Tod zu erlösen (Hosea 13:4,14), der durch Adams und Evas Fall eintrat (Genesis 2:17).

Von diesem Tod werden wir alle, die wir auf dieser Erde waren, sind und sein werden, durch sein Sühnopfer erlöst. Aber nicht nur das, wenn wir von unseren Sünden umkehren und uns taufen lassen, und darin ausharren bis zu unserem Ende, werden wir in einem noch umfassenderen Sinn erlöst, nämlich, dass wir auch wieder in seine Gegenwart zurückkehren können, aus der wir jetzt ausgestoßen sind (Lehre und Bündnisse 29:44). Wenn wir also Glauben, umkehren und uns taufen lassen, also das Sühnopfer unseres Retters annehmen und bis ans Ende ausharren, können wir uns wie Adam und Eva auf unsere Erlösung freuen (Köstliche Perle Mose 5:9-11). Was denkst du, warum wir uns zur Umkehr taufen lassen müssen?

taufeSaulus von Hananias getauft und zum Paulus geworden (Apostelgeschichte 9:17-18)
(Bild: Quelle)

Seine Herrlichkeit wird die Herrlichkeit des Einziggezeugten des Vaters sein

Alma der Jüngere weissagt 82 Jahre vor dem Ereignis weiterhin, dass Christus auf die Erde kommen würde: „und in nicht vielen Tagen wird der Sohn Gottes in seiner Herrlichkeit kommen; und seine Herrlichkeit wird die Herrlichkeit des Einziggezeugten des Vaters sein, voller Gnade, Gerechtigkeit und Wahrheit, voller Geduld, Barmherzigkeit und Langmut, schnell bereit, die Schreie seines Volkes zu vernehmen und ihre Gebete zu erhören.“ (Alma 9:26).

Seine Herrlichkeit wird die Herrlichkeit des Einziggezeugten des Vaters sein. Christus hat viele Namen, u. a. ist er auch bekannt als der „Einziggezeugte des Vaters“. Nun mag mancher meinen: Sind wir denn nicht alle gezeugte Kinder unseres himmlischen Vaters? Ja, das sind wir. Wir alle sind buchstäbliche Geistkinder unseres himmlischen Vaters (Deuteronomium 14:1). So heißt es auch in einem Erlass zum Schutz der Juden in Esther 8:12 (p-q): „Wir aber finden, dass die Juden, die dieser Erzschurke ausrotten wollte, keine Aufrührer sind, sondern dass sie als Bürger nach sehr gerechten Gesetzen leben, (q) als Kinder des höchsten, größten und lebendigen Gottes, der unser Reich, wie schon zu Zeiten unserer Vorfahren, in der schönsten Ordnung erhält.“  Desweiteren werden wir sogar im übertragenen Sinn auch noch Kinder dieses `Einziggezeugten´, nämlich durch unsere Neugeburt durch Wasser und Geist (Mosia 5:7).

Christus ist aber nicht nur, so wie wir alle, ein Geistsohn Gottvaters, sonder auch der buchstäblich von ihm gezeugte Sohn im Fleische, und zwar als Einziger, deshalb hat er u. a. den Namen der „Einziggezeugte des Vaters“. Über die Art und Weise der Geburt dieses Einziggezeugten wird Maria, dessen irdische Mutter, vom Engel Gabriel so in Kenntnis gesetzt: „Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.“ (Lukas 1:35). Übrigens, dieser Engel Gabriel war nach Aussagen von Joseph Smith zu seinen Lebzeiten auf Erden Noach (lies hier nach). Welches Verständnis hast du von dem Namen „Einziggezeugter des Vaters“?

einziggezeugter„Da er auferstanden ist, muss er ein Gott, ja, der einziggezeugte Sohn des Vaters gewesen sein.“ – Die Auferstehung Jesu Christi, Elder D. Todd Christofferson vom Kollegium der Zwölf Apostel
(Bild: Quelle)

Dass ihr nicht ausgetilgt werdet, hat der Herr seinen Engel gesandt

Alma der Jüngere sagte den Ammonihaiten, dass sie vernichtet werden würden, wenn sie sich gegen den Herrn auflehnen würden (Alma 9:24), aber: „Und nun, aus diesem Grund, dass ihr nicht ausgetilgt werdet, hat der Herr seinen Engel gesandt, damit dieser viele von seinem Volk besuche und ihnen verkünde, dass sie hingehen müssen und diesem Volk machtvoll zurufen, nämlich: Kehrt um, denn das Himmelreich steht nahe bevor,“ (Alma 9:25).

Über Engel hat wahrscheinlich jeder so seine eigene Vorstellung. Der eine kennt sie nur aus der Weihnachtszeit als Schokoladenengel mit Flügeln, der andere meint wieder, dass jeder Mensch seinen eigenen `Schutzengel´ hat, und weiß sicherlich auch mindestens eine Geschichte dazu. Eine Begebenheit fällt mir aus dem Alten Testament ein: Lot beherbergte, zu deren Schutz vor den verderbten Männern aus Sodom, zwei Engel in seinem Haus. Die Männer forderten deren Herausgabe, aber Lot versuchte dies, wenig erfolgreich, zu verhindern. Als die Männer aus Sodom anfingen zu randalieren: „Da streckten jene Männer die Hand aus, zogen Lot zu sich ins Haus und sperrten die Tür zu.“ (Genesis 19:10, lies auch gerne die Verse drum herum und vergleiche mit JST Genesis 19:9-15). Der mittelalterliche französische Abt Bernhard von Clairvaux hatte auch seine eigene Meinung zu diesen Wesen: „Eine Seele ist nie ohne Geleit der Engel, wissen doch diese erleuchteten Geister, dass unsere Seele mehr Wert hat als die ganze Welt.“ Wie wahr er dies doch erkannt hat: Engel sind zum einen Geister, aus der Gegenwart Gottes und in seinem Auftrag unter uns Menschen unterwegs, wobei es auch Engel unter uns Sterblichen gibt, aber auch noch weitere Wesen (lies hier).

Dass ihr nicht ausgetilgt werdet, hat der Herr seinen Engel gesandt. Auch heute schickt der Herr uns Engel, damit wir nicht ausgetilgt werden (Lehre und Bündnisse 27:16). Einige dieser Engel werden in den vorhergehenden Versen namentlich aufgezählt: Moroni, Elias, Johannes der Täufer, Elija, Petrus, Jakobus und Johannes (Lehre und Bündnisse 27:5-15). Wie dankbar bin ich für diese Boten des Himmels. Ich weiß aber, dass es auch Engel des Teufels gibt, vor denen ich mich in acht zu nehmen habe, denn sie wollen mich dazu verleiten, die Pfade des Herrn zu verlassen und Luzifer anzuhängen (Offenbarung 12:9; Lehre und Bündnisse 29:36-37; 2. Nephi 9:9,16). Wie stellst du sicher, dass die Botschaft, die dir ein Engel übermittelt, auch eine vom Herrn ist und nicht von Luzifer?

angel-moroni-appears-to-joseph-129546-galleryEngel Moroni erscheint Joseph Smith
(Joseph Smith—Lebensgeschichte 1:27–47)
(Bild: Quelle)

Wenn sie in Übertretung verfielen, dann wäre es für die Lamaniten weit erträglicher als für sie

Nachdem Alma der Jüngere alle Segnungen aufgezählt hatte, die der Herr diesem seinem Volk, den Nephiten, hat zukommen lassen (Alma 9:19-22), sagt er zu den Ammonihaiten, die ja zu diesem begünstigten Volk gehörten: „… Wenn dieses Volk, das so viele Segnungen aus der Hand des Herrn empfangen hat, nun gegen das Licht und die Erkenntnis, die es hat, Übertretung begeht, ich sage euch, wenn das der Fall wäre, wenn sie in Übertretung verfielen, dann wäre es für die Lamaniten weit erträglicher als für sie.“ (Alma 9:23).

Da kommen mir die Vorwürfe von Christus gegenüber der Bevölkerung der galiläischen Städte in den Sinn, in denen er die meisten Wunder getan hatte, die Bevölkerung sich dessen ungeachtet dadurch nicht hat bekehren lassen. Zu ihnen sagte er schließlich: „… Dem Gebiet von Sodom wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie dir.“ (Matthäus 11:20-24).

Wenn sie in Übertretung verfielen, dann wäre es für die Lamaniten weit erträglicher als für sie. Ich lerne daraus, dass es mir, der ich mit dem Herrn Bündnisse eingegangen bin und sie dann fortwährend brechen würde, schlechter ergehen würde, als denjenigen, die solche Bündnisse nicht eingegangen sind, weil sie sie nicht kannten. Das bedeutet aber nicht, dass ich mich am besten erst gar nicht um die Gesetze des Herrn kümmern sollte, wenn ich die Gelegenheit dazu hätte. Wenn ich also die Gelegenheit habe und sie willentlich nicht nutze, hätte ich ebenso meine Chance vertan und würde nicht in den Genuss der reichen Segnungen des Herrn kommen. Demzufolge habe ich mich dazu entschieden, den Erlösungsplan des Herrn zu studieren und seine Forderungen Stück für Stück in meinem Leben umzusetzen – notwendige Bündnisse mit dem Herrn schließen, wo erforderlich immer wieder Umkehr üben, meinem Nächsten dienen denn nur so diene ich dem Herrn, … . Wie nutzt du die Gelegenheiten, die der Herr dir gibt?

unsere-liebe-zum-erloeser„Unsere Liebe zum Erlöser ist der Schlüssel dazu, so gehorsam zu sein wie er.“ – „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten“ Elder Robert D. Hales vom Kollegium der Zwölf Apostel
(Bild: Quelle)