Er fing an, das Volk im Land Melek zu lehren gemäß der heiligen Ordnung Gottes

Alma der Jüngere kam ca. 82 v. Chr. in Melek an: „Und er fing an, das Volk im Land Melek zu lehren gemäß der heiligen Ordnung Gottes, durch die er berufen worden war; und er fing an, das Volk überall im ganzen Land Melek zu belehren.“ (Alma 8:4).

  • Gemäß der heiligen Ordnung Gottes
    bedeutet, dass Alma der Jüngere mit der Vollmacht Gottes handelte. Nur mit dieser Vollmacht des Priestertums, das schon Aaron innehatte (Lehre und Bündnisse 84:18), wird „die Macht des Göttlichen den Menschen im Fleische nicht kundgetan;“ (Lehre und Bündnisse 84:21). Diese Priestertumsvollmacht übertrug der Herr schon Adam, der sie an seine Nachkommen weitergab (Lehre und Bündnisse 84:6-17). Bis zu den Tagen Melchisedeks, dem König von Salem und Zeitgenossen Abrahams zwischen 2000 und 1800 v. Chr. (Genesis 14:18-20), wurde es „das Heilige Priestertum nach der Ordnung des Sohnes Gottes“ genannt. Aus Achtung vor dem Namen Gottes, wurde es seitdem nach diesem „Priester des Höchsten Gottes“ benannt (Lehre und Bündnisse 107:2-4).

Er fing an, das Volk im Land Melek zu lehren gemäß der heiligen Ordnung Gottes. Alma der Jüngere predigte nicht nur dem Volk in Melek das Wort Gottes, er taufte auch „überall im ganzen Land“, ausgerüstet mit dieser Vollmacht des Melchisedekischen Priestertums (Alma 8:5). Auch heute hat der Herr diese Vollmacht auf Erden wiederherstellen lassen (JS-Lebensgeschichte 1:72; Lehre und Bündnisse 27:12-13). Was denkst du, welche Segnungen wir durch diese Vollmacht erlangen können?

melchisedek-trifft-abrahamTreffen Abrahams und Melchisedeks, Ölgemälde von Dierick Bouts
(Bild: Quelle)

Nahm seinen Weg hinüber in das Land Melek

Nach kurzer Pause begann Alma der Jüngere ein weiteres Projekt: „Und es begab sich: Zu Beginn des zehnten Jahres der Regierung der Richter über das Volk Nephi machte sich Alma von dort auf und nahm seinen Weg hinüber in das Land Melek, im Westen des Flusses Sidon, im Westen an den Grenzen zur Wildnis.“ (Alma 8:3).

Nahm seinen Weg hinüber in das Land Melek. Nachdem Alma der Jüngere ein Jahr lang in Zarahemla und im südostwärts gelegenen Gideon die Kirche des Herrn gestärkt und in Zarahemla eine kurze Erholungsphase eingelegt hatte, macht er sich nun auf, das Volk im von Zarahemla südlich gelegenen Land Melek (siehe Karte unten), ebenso das Wort des Herrn zu predigen.

Natürlich machen sich Wissenschaftler daran, herauszufinden, wo dies alles in Amerika geschah und man versucht Karten aufgrund der geografischen Angaben, die im Buch Mormon zu finden sind, zu erstellen. Jedoch kann man bis heute keinen beweisbaren Bezug zu realen Karten vom heutigen Amerika herstellen, da zuzeiten der Kreuzigung Jesu, aufgrund Naturkatastrophen, ganz enorme Veränderungen der Erdoberfläche eintraten (3. Nephi 8:12; aber auch das ganze Kapitel) und Offenbarungen zur Geografie gibt es bis heute nicht. Zumindest aber ist man in der Lage aus den Angaben im Buch Mormon die relative Lage einiger Städte zueinander zu rekonstruieren (siehe Kartenausschnitt unten).

Nun geht es ja im Buch Mormon auch nicht um die Geografie, sondern darum, wie das Volk des Herrn auf diesem Kontinent das Wort des Herrn aufnahm und Gotteserkenntnis gewann. Diese ihre Gotteserkenntnis sollten sie uns, auf Geheiß des Herrn, mitteilen. Deshalb schrieben sie ihre Geschichte auf und gaben die Berichte von Generation zu Generation weiter, bis sie von Mormon in einem Bericht zusammengefasst, von seinem Sohn Moroni um 420 n. Chr. vergraben (Mormon 8:14) und Joseph Smith 1827 übergeben wurden (JS-Lebensgeschichte 1:59), um der Menschheit zu bezeugen, „dass Jesus der Christus ist, der Sohn des lebendigen Gottes;“ (Mormon 5:10-14; lies gerne auch den Artikel „Mormons wunderbares Buch“). Was ist dir wichtiger, Kenntnis der Geografie des Buches Mormon, oder das Zeugnis, das es darüber ablegt, dass Jesus der Christus, unser Erretter und Fürsprecher beim Vater ist?

geographie-zarahemla-melekLage von Melek in Relation zu Zarahemla
(Bild: Quelle)

Er kehrte in sein eigenes Haus in Zarahemla zurück, um sich von der Arbeit, …, auszuruhen

Als Alma der Jüngere mit seinem Predigen beim Volk Gideon südöstlich von seiner Heimat Zarahemla, jenseits des Flusses Sidon, fertig war, kehrte er nach Zarahemla zurück: „Und nun begab es sich: Alma kehrte aus dem Land Gideon zurück, nachdem er das Volk Gideon in vielem belehrt hatte, was nicht geschrieben werden kann, und nachdem er die Ordnung der Kirche so aufgerichtet hatte, wie er es vorher im Land Zarahemla getan hatte; ja, er kehrte in sein eigenes Haus in Zarahemla zurück, um sich von der Arbeit, die er verrichtet hatte, auszuruhen.“ (Alma 8:1).

Ein Jahr hatte Alma der Jüngere nun schon sein Amt als oberster Richter des Landes an Nephihach abgetreten und sich vollzeitlich dem geistlichen Dienst als Hoherpriester der Kirche (Alma 5:3) gewidmet, indem er in Zarahemla und beim Volk Gideon die Kirche wiederaufgerichtet hatte (Alma 4:20; 8:2). Er hatte dem Volk so vieles gelehrt, was nicht niedergeschrieben worden ist. Dennoch sind so viele kostbare Lehren an uns überliefert worden, über die wir unendlich dankbar sein können.

Er kehrte in sein eigenes Haus in Zarahemla zurück, um sich von der Arbeit, …, auszuruhen. Nach so viel unermüdlicher Arbeit war es sicherlich ratsam, dass Alma der Jüngere sich nun, vor seinem nächsten großen Vorhaben, ein wenig ausruhte und Kraft für die bevorstehenden Arbeiten sammelte. Er ließ Weisheit walten. Und dies wird auch uns heute angeraten. Den Propheten Joseph Smith wies der Herr an: „Laufe nicht schneller und verrichte nicht mehr Arbeit, als du Kraft hast und Mittel vorgesehen sind, die dir das Übersetzen ermöglichen; doch sei eifrig bis ans Ende.“ (Lehre und Bündnisse 10:4). Wir sollen zwar eifrig bis ans Ende sein, aber unsere körperlichen Kräfte nicht überanstrengen. Wie bist du bei deinem letzten großen Projekt mit deinen Kräften umgegangen?

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(Bild: Quelle)

Möge der Friede Gottes auf euch ruhen

Nun endet Alma der Jüngere die Konferenz beim Volk Gideon mit einem Segen: „Und nun, möge der Friede Gottes auf euch ruhen und auf euren Häusern und Ländereien und auf eurem Kleinvieh und euren Herden und allem, was ihr besitzt, auf euren Frauen und euren Kindern, gemäß eurem Glauben und euren guten Werken, von jetzt an und immerdar. Und so habe ich gesprochen. Amen.“ (Alma 7:27).

In seinen Trostworten an seine Jünger sagt Jesus zu ihnen: „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht.“ (Johannes 14:27). Die Israeliten waren ja voller Erwartung, dass Jesus ihnen den weltlichen Frieden verschaffen würde, also die Abwesenheit von Konflikten und Aufruhr. Natürlich ist dieser Friede wünschens- und erstrebenswert. Aber wichtiger noch, bei dem von ihm verheißenen Frieden geht es eher um die innere Ruhe und den vom Geist kommenden Trost, den Gott den Gehorsamen verspricht. Wenn alle diesen Frieden hätten, würde man Konflikte und Aufruhr nicht kennen.

Möge der Friede Gottes auf euch ruhen. Alma sprach vorher darüber, dass das Volk Gideon dem Wort Gottes große Beachtung schenkte und es mit Eifer anwendete. Solchen Menschen wird dann auch der Friede Gottes zuteil. Auch unsere heutigen Propheten und Apostel segnen uns mit diesem Frieden, wenn sie zu uns in den Konferenzen gesprochen haben. So z. B. Präsident Monson in seinem Schlusswort der Aprilgeneralkonferenz 2010: „Möge Gott Sie segnen. Möge sein verheißener Frieden jetzt und immer bei Ihnen sein, im Namen Jesu Christi. Amen.“ (siehe seine Schlussworte hier). Und dieser „Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus bewahren.“ (Philipper 4:7). Wann hast du diesen Frieden Gottes das letzte Mal verspürt und wie war dir dabei zumute?

friede-gottesMeinen Frieden gebe ich euch (Johannes 14:27)
(Bild: Quelle)

Weil ihr meinem Wort überaus großen Eifer und überaus große Beachtung geschenkt habt

Zum Schluss seiner Belehrungen unter dem Volk Gideon sagt Alma: „Und nun, meine geliebten Brüder, habe ich diese Worte zu euch gesprochen gemäß dem Geist, der in mir Zeugnis gibt; und meine Seele freut sich über die Maßen, weil ihr meinem Wort überaus großen Eifer und überaus große Beachtung geschenkt habt.“ (Alma 7:26).

  • Überaus großen Eifer
    Etwas mit Eifer tun, bedeutet, etwas mit ernsthaftem Bemühen vorantreiben, Begeisterung für eine Sache haben und diese mit aufgeregter Eile anzustreben. Alma stellt nun auch noch fest, dass das Volk in Gideon seinen Worten überaus großen Eifer geschenkt habe. Sie werden also offensichtlich sein Wort mit intensivem Tatendrang und voller Begeisterung umgesetzt haben.
  • Überaus große Beachtung
    Etwas aufmerksam und mit großem Interesse zur Kenntnis nehmen und befolgen.

Weil ihr meinem Wort überaus großen Eifer und überaus große Beachtung geschenkt habt. Da fällt mir die Rede von Jeffrey R. Holland aus der Priestertumsversammlung der Herbstgeneralkonferenz im Oktober 2016 ein. In ihr geht es um das Thema des sich umeinander Kümmerns, füreinander da seins, des sogenannten Heimlehrens (hier kannst du die 15-minütige Rede ansehen).

Wie offensichtlich das Volk in Gideon vor gut 2000 Jahren, haben auch wir uns in unserer Gemeinde sofort intensiv mit den Worten Elder Hollands, eines lebenden Apostels des Herrn Jesus Christus, auseinandergesetzt und haben uns gesagt, dass wir seinen Worten überaus große Beachtung schenken müssen und mit überaus großem Eifer haben dafür einen Plan entwickelt, den wir nach und nach mit Begeisterung umsetzen wollen, um dem Einzelnen noch besser zu dienen als bisher (Lehre und Bündnisse 58:27). Wie schenkst du einem Wort mit weitreichender Bedeutung überaus große Beachtung und gehst an dessen Umsetzung mit überaus großem Eifer heran?

beachtung-schenkenIn Kirchenräten wird dem Wort überaus große Beachtung geschenkt, um Wege zu finden, es mit großem Eifer umzusetzen
(Bild: Quelle)

Euch mit Abraham, Isaak und Jakob und den heiligen Propheten, …, im Himmelreich niederzusetzen

Alma der Jüngere erfleht für sein Volk in Gideon: „Und möge der Herr euch segnen und eure Kleider makellos halten, damit ihr schließlich soweit seid, euch mit Abraham, Isaak und Jakob und den heiligen Propheten, die von Anfang der Welt an gewesen sind, im Himmelreich niederzusetzen, um nie mehr hinauszugehen, nachdem eure Kleider makellos sind, wie auch ihre Kleider makellos sind.“ (Alma 7:25).

Wenn von Gott die Rede ist, wird häufig vom `Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs´ gesprochen. Als Mose eines Tages mit dem Vieh seines Schwiegervaters Jitro an den Berg Horeb kam, sah er etwas Merkwürdiges, einen brennenden Dornenbusch, der doch nicht verbrannte. Mose wollte sich das näher ansehen und machte Bekanntschaft mit dem Herrn, der sich ihm so vorstellte: „Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.“ (Exodus 3:6).

  • Abraham, Isaak und Jakob
    Sein ursprünglicher Name war Abram. Der Herr gab ihm allerdings einen Namen, der seine Aufgabe beschreiben sollte, nämlich Abraham, was so viel wie `Vater der Menge´ bedeutet (Genesis 17:5). Er, sowie sein Sohn Isaak (Genesis 21:3) und dessen Sohn Jakob (Genesis 25:26) – später in Israel umbenannt (Genensis 32:29), werden als die drei Erzväter, oder auch Ahnväter, der Israeliten bezeichnet.

Euch mit Abraham, Isaak und Jakob und den heiligen Propheten, …, im Himmelreich niederzusetzen. All diejenigen, die Nachkommen von diesen Erzvätern sind, als auch diejenigen, die adoptiert werden – durch Glauben, Umkehr und Taufe (Galater 3:29; Römer 11:17), und ihrem Bund mit dem Herrn treu geblieben sind, dürfen sich darauf freuen, eines Tages mit diesen Erzvätern und allen weiteren Propheten im Himmelreich vereint zu sein und ihre Gegenwart genießen zu dürfen (Lehre und Bündnisse 137:5-10). Du und ich haben ebenso die Möglichkeit zu denjenigen zu gehören, deren Kleider durch das Sühnopfer Jesu makellos gemacht wurden. Was müssen wir nur tun, um dies zu erreichen? (Eventuell willst du hier nachlesen).

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Abraham mit seinem Sohn Isaak
(Bild: Quelle)

Seht zu, dass ihr Glauben, Hoffnung und Nächstenliebe habt

Alma der Jüngere fordert das Volk in Gideon auf: „Und seht zu, dass ihr Glauben, Hoffnung und Nächstenliebe habt, und dann werdet ihr immer reich sein an guten Werken.“ (Alma 7:24).

Paulus blieb mit seiner ca. 50 n. Chr. in Korinth gegründeten Christengemeinde, auf seinen weiteren Missionsreisen in schriftlicher Verbindung. In seinem ersten Brief, den er ca. 53 n. Chr. in Ephesus an sie schrieb, führt er im 12. Kapitel die Geistesgaben auf und endet dieses Kapitel mit der Aussage: „Strebt aber nach den höheren Gnadengaben!“ (1. Korinther 12:31a). Das nächste Kapitel ist als das `Hohe Lied der Liebe´ bekannt und endet mit der Aussage: „Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe.“ (1. Korinther 13:13). Glaube, Hoffnung und Liebe werden auch als die `göttlichen Tugenden´ bezeichnet.

  • Glaube
    ist „die Grundlage des Handelns bei allen intelligenten Wesen.“ lehrte Joseph Smith (Lectures on Faith, 1985, Seite 1; zum Nachlesen hier Punkt 9).
  • Hoffnung
    „Der Glaube an Christus ist untrennbar verbunden mit der Hoffnung, zu der er führt – der Hoffnung in Christus auf Erlösung und Erhöhung. Zuversicht und Hoffnung ermöglichen es uns, bis zum Ende des Lichtstrahls zu gehen und noch ein paar Schritte hinein in die Finsternis zu wagen – in der Erwartung und im Vertrauen, dass das Licht sich bewegt und uns den Weg erhellt. Die Verbindung von Zuversicht und Hoffnung führt dazu, dass wir in der Gegenwart handeln.“ (Elder David A. Bednar vom Kollegium der Zwölf Apostel; zum Nachlesen hier).
  • Liebe
    „aber die Nächstenliebe ist die reine Christusliebe, und sie dauert für immer fort; und bei wem am letzten Tag gefunden wird, dass er sie besitzt, mit dem wird es wohl sein.“ (Moroni 7:41).

Seht zu, dass ihr Glauben, Hoffnung und Nächstenliebe habt. So wie Alma der Jüngere sein Volk in Gideon auffordert, diese drei Tugenden zu erlangen, tut es ein Apostel der Neuzeit, Elder Joseph B. Wirthlin (*1917-+2008) in der Herbstgeneralkonferenz 1998 ebenso: „Diese göttlichen Eigenschaften sollten wir in Herz und Sinn fest verankern und uns in allem, was wir tun, an ihnen ausrichten.“ (zum Nachlesen hier). Mein Versuch, diese Aufforderung in die Tat umzusetzen, besteht darin, Glauben in meine Fähigkeiten zu setzen, in der Hoffnung, dass ich meine mir gegebenen Gaben erfolgreich zur Unterstützung meiner Mitmenschen anwende und ihnen dadurch die notwendige Liebe im Alltag erweise. Wie gehst du an die Erfüllung dieser Aufforderung heran?

glaube-hoffnung-liebe(Bild: Quelle)

Nun möchte ich, dass ihr … eifrig seid im Halten der Gebote Gottes zu allen Zeiten

Alma der Jüngere artikuliert seine Wünsche an das Volk in Gideon: „Und nun möchte ich, dass ihr demütig seid und fügsam und sanft seid; leicht zu bewegen; voller Geduld und Langmut; maßvoll seid in allem; eifrig seid im Halten der Gebote Gottes zu allen Zeiten; um alles bittet, dessen ihr bedürft, sowohl geistig als auch zeitlich; und immer Gott Dank zurückgebt für alles, was ihr empfangt.“ (Alma 7:23).

Etwas mit Eifer tun bedeutet, dass man an Dinge oder Aufgaben arbeitsam, strebsam, betriebsam herangeht, ehrgeizig und unermüdlich dran bleibt, sie aktiv vorantreibt, sich mit besten Kräften bemüht. Dies gelingt einem sicherlich insbesondere bei Dingen, für die ein großes Interesse besteht, für Dinge, die man sich sehnsüchtig wünscht, von denen man sich Vorteile erhofft.

Nun möchte ich, dass ihr … eifrig seid im Halten der Gebote Gottes zu allen Zeiten. Vorteile erhoffen kann ich mir in jeglicher Hinsicht, wenn ich bemüht bin, in der oben beschriebenen Weise, die Gebote des Herrn zu halten. Dazu muss ich zunächst einmal auf den Herrn und seine Worte hören (Jesaja 55:2-3) und eifrig meinen Glauben mit Tugenden verbinden (2. Petrus 1:5). Wenn ich das tue, werde ich viel Rechtschaffenheit zustande bringen – zu allen Zeiten eifrig sein, im Halten der Gebote Gottes. Ich darf also keinen Müßiggang einkehren lassen, sondern mit all meiner Kraft arbeiten (Lehre und Bündnisse 75:3). Dann kann ich in den Genuss des Vorteils kommen, dass mich der Herr für meinen Eifer belohnen wird (Hebräer 11:6). Was gehört aus deiner Sicht dazu, zu allen Zeiten eifrig im Halten der Gebote Gottes zu sein?

gebote-eifrig-altenMose kehrt mit den Gesetzestafeln vom Berg Sinai zurück
(Bild: Quelle)

Damit ich in euch das Bewusstsein eurer Pflicht vor Gott erwecke

Alma der Jüngere fordert das Volk in Gideon auf untadelig vor Gott zu wandeln: „Und nun, meine geliebten Brüder, habe ich euch dies gesagt, damit ich in euch das Bewusstsein eurer Pflicht vor Gott erwecke, damit ihr untadelig vor ihm wandelt, damit ihr nach der heiligen Ordnung Gottes wandelt, nach der ihr aufgenommen worden seid.“ (Alma 7:22).

Die Menschen haben das Evangelium angenommen und sich taufen lassen. Mit der Taufe sind sie Verpflichtungen eingegangen:

  • Willens zu sein, einer des anderen Last zu tragen (Mosia 18:8)
  • mit den Trauernden zu trauern, und diejenigen zu trösten, die des Trostes bedürfen (Mosia 18:9)
  • wo auch immer man ist, selbst bis in den Tod, als Zeugen Gottes aufzutreten (Mosia 18:9)
  • Gott zu dienen und seine Gebote zu halten (Mosia 18:10)

Und all das mit dem Versprechen seitens des Herrn, seinen Geist reichlicher über sie auszugießen (Mosia 18:10).

Damit ich in euch das Bewusstsein eurer Pflicht vor Gott erwecke. Auch in mir wird ständig dieses Bewusstsein meiner Pflichten vor Gott erweckt, und ich muss ihnen nachkommen, will ich mich seiner wunderbaren Verheißungen erfreuen. Mein Bewusstsein wird durch ständiges Schriftenstudium (in den Heiligen Schriften arbeiten, darüber nachsinnen und beten und das erworbene Wissen richtig anwenden) erweckt, zusätzlich durch den Besuch der Kirchenversammlungen, aber zuallererst durch die Teilnahme am Tisch des Herrn (Lehre und Bündnisse 20:75-79). Wie wird in dir das Bewusstsein deiner Pflicht vor Gott erweck?

pflicht-vor-gott(Bild: Quelle)

Er wohnt nicht in unheiligen Tempeln

Alma der Jüngere führt weiter aus: „Und er wohnt nicht in unheiligen Tempeln; auch kann Schmutziges oder etwas, was unrein ist, nicht in das Reich Gottes aufgenommen werden; darum sage ich euch, die Zeit wird kommen, ja, und das wird am letzten Tag sein, dass, wer schmutzig ist, in seiner Schmutzigkeit verbleiben wird.“ (Alma 7:21).

Er wohnt nicht in unheiligen Tempeln. Diese Aussage wird von Christus selber etwa 1900 Jahre später gegenüber dem neuzeitlichen Propheten Joseph Smith wiederholt (Lehre und Bündnisse 97:15-17). Tempel sind dem Herrn hier auf Erden errichtete, ihm besonders geweihte Gebäude, in denen er dem Menschen Gelegenheit gibt, mit ihm Bündnisse zu schließen, die über dieses Erdenleben hinaus Bestand haben können. Dass der Herr keine Unreinheit darin duldet, erfahren wir, als er eigenhändig alle Händler und Käufer aus diesem Haus vertrieb und deren Tische umwarf (Matthäus 21:12-13).

Nun bezieht sich der Begriff Tempel aber nicht nur allein auf dem Herrn geweihte Gebäude. Als es darum ging, den Heiligen der ersten Tage um die 55 n. Chr. Missstände in der Gemeinde aufzuzeigen, warnt Paulus die Korinther vor Unzucht und erklärt ihnen: „… wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt und den ihr von Gott habt? …“ (1. Korinther 6:19; siehe auch 3:16-17). Demzufolge bin ich in erster Linie gefordert meinen Körper als `Haus des Herrn´ rein zu halten, damit der Geist Gottes in mir wohnen kann. Wenn ich das geschafft habe, kann ich auch bedenkenlos in das andere Haus des Herrn gehen, ohne Gefahr zu laufen dieses zu verunreinigen, wie damals zu Jesu Zeiten die Händler und Käufer. Welche Gedanken bewegen dich, wenn du realisierst, dass dein Körper ein `Tempel Gottes´ ist?

jesus-cleanses-the-templeMacht das Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle!
(Johannes 2:16)
(Bild: Quelle)