Wie, meint ihr, weiß ich denn, dass es gewiss und wahr ist?

Nachdem Alma der Jüngere seinen Zuhörern sagte, dass er von Gott berufen war, über die Evangeliumsgrundsätze zu ihnen zu sprechen, sagte er ihnen, woher er dies alles weiß: „Und dies ist nicht alles. Meint ihr denn nicht, ich wisse dies alles selbst? Siehe, ich bezeuge euch, ich weiß, dass das, wovon ich gesprochen habe, wahr ist. Und wie, meint ihr, weiß ich denn, dass es gewiss und wahr ist? 46  Siehe, ich sage euch: Es wird mir durch den Heiligen Geist Gottes zu wissen gegeben. Siehe, ich habe viele Tage gefastet und gebetet, um dies für mich selbst wissen zu können. Und nun weiß ich für mich selbst, dass es wahr ist; denn der Herr, Gott, hat es mir durch seinen Heiligen Geist kundgetan; und dies ist der Geist der Offenbarung, der in mir ist.“ (Alma 5:45-46).

Alma der Jüngere erklärt seinen Zuhörern, wie man Wahrheiten der Evangeliumsgrundsätze für sich erkennen kann.

  • Wahrheit
    Neuzeitliche Offenbarung erklärt uns, was Wahrheit ist: „Wahrheit ist Kenntnis von etwas, wie es ist und wie es war und wie es kommen wird;“ (Lehre und Bündnisse 93:24). Christus erklärt, wenn wir uns an sein Wort halten: „Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch befreien.“ (Johannes 8:31-32). Weiter führt Christus aus, dass Wahrheit uns aus der Sklaverei der Sünde befreit (Johannes 8:34-36).
  • Evangeliumsgrundsätze
    Joseph Smith, der Prophet Gottes der Neuzeit, beschreibt die Grundsätze des Evangeliums so: „Wir glauben, dass die ersten Grundsätze und Verordnungen des Evangeliums sind: erstens der Glaube an den Herrn Jesus Christus; zweitens die Umkehr; drittens die Taufe durch Untertauchen zur Sündenvergebung; viertens das Händeauflegen zur Gabe des Heiligen Geistes.“ (Glaubensartikel 1:4).
  • Erkennen
    Die Wahrheit der Evangeliumsgrundsätze kann ich nur mithilfe des Heiligen Geistes erkennen (Johannes 14:26; 16:13). Durch ihn kann ich von allem wissen, ob es wahr ist (Moroni 10:5). Er wird mich Wahrheit durch meinen Verstand und mein Herz erkennen lassen (Lehre und Bündnisse 8:2). Damit das auch gut klappt, muss ich mich konzentrieren können. Dies gelingt mir mittels Fasten und Beten.

Wie, meint ihr, weiß ich denn, dass es gewiss und wahr ist? Gewissheit über Evangeliumsgrundsätze kann jeder erlangen, der es gerne möchte und sich auf die Kommunikationswege des Geistes einlässt. Welche Erfahrungen hast du schon mit dem Erlangen von Evangeliumswahrheiten gemacht?

BibelBuchMormonJeder kann Gewissheit erlangen, was wahr ist – wenn er denn möchte
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Ich bin berufen, auf diese Weise zu sprechen, gemäß der heiligen Ordnung Gottes

Alma der Jüngere bezeugt: „Denn ich bin berufen, auf diese Weise zu sprechen, gemäß der heiligen Ordnung Gottes, die in Christus Jesus ist; ja, mir ist geboten, aufzustehen und diesem Volk das zu bezeugen, was von unseren Vätern in Bezug auf das Künftige gesprochen worden ist.“ (Alma 5:44).

Männer, die auf diese Weise berufen sind zu sprechen, sind Propheten Gottes. Sie empfangen von Gott Gebote, Prophezeiungen und Offenbarungen und tun sie den Menschen kund (Lehre und Bündnisse 43:1-7). Sie weisen die Menschheit auf Sünden hin und erklären deren Folgen. Sollte es der Herr für notwendig erachten, lässt er sie auch die Zukunft vorhersagen (Amos 3:7). Ihre eigentlichen Aufgaben allerdings bestehen darin, vom lebendigen Christus Zeugnis abzulegen (Apostelgeschichte 10:43). Der Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist zugleich der Prophet Gottes auf Erden (Epheser 2:19-20; Lehre und Bündnisse 107:91-92). Er hat zwei Ratgeber (Matthäus 17:1-9) und ein Kollegium von zwölf Aposteln (Matthäus 10:1-8), die ihn in seiner Aufgabe unterstützen und auch Propheten, Seher und Offenbarer sind. Informationen über die heutige Erste Präsidentschaft erfährst du hier und über die Zwölf hier.

Ich bin berufen, auf diese Weise zu sprechen, gemäß der heiligen Ordnung Gottes. Ich anerkenne die Autoritäten der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage als die geistlichen Führer des Herrn hier auf Erden und empfange ihr Wort als sei es aus dem Mund des Herrn gesprochen (Lehre und Bündnisse 21:4-6). Welche Gedanken gehen dir durch den Kopf, wenn du hörst, dass es genauso wie in vergangenen Zeitaltern, auch heute von Jesus Christus berufene Propheten und Apostel gibt, die die Aufgabe haben, die heutige Menschheit zu führen und zu leiten?

erste präsidentschaft(Bild: Quelle)

Und nun, meine Brüder, möchte ich, dass ihr auf mich hört

Alma der Jüngere sagt zu seinen Zuhörern: „Und nun, meine Brüder, möchte ich, dass ihr auf mich hört, denn ich spreche mit der Kraft meiner Seele; denn siehe, ich habe deutlich zu euch gesprochen, so dass ihr euch nicht irren könnt, oder habe gemäß den Geboten Gottes gesprochen.“ (Alma 5:43).

  • Dass ihr auf mich hört
    Nachdem wir jemandem, der deutlich zu uns gesprochen hat, schon zugehört haben, fordert dieser uns nun auch noch auf, auf ihn zu hören. Das kann ich als Aufforderung verstehen, das, was gesagt worden ist, auch anzuwenden.
  • Ich spreche mit der Kraft meiner Seele
    verstehe ich so, dass Alma der Jünger mit allen Fasern seines sterblichen, als auch seines unsterblichen Körpers, seines Geistes, diese Aussagen tätigt (Köstliche Perle Abraham 5:7). Er will seine Zuhörer mit all seiner Macht auf die Bedeutung seiner Aussagen für das ewige Leben hinweisen.
  • Ich habe deutlich zu euch gesprochen
    Damit bringt Alma der Jüngere m. E. nach zum Ausdruck, dass seine Botschaft unmissverständlich war, dass seine Aussagen sinnlich wahrnehmbar und inhaltlich zu verstehen gewesen sein mussten.
  • Gemäß den Geboten Gottes gesprochen
    Die Worte Alma des Jüngeren sind so aufzunehmen, als hätte der Herr selber gesprochen.

Und nun, meine Brüder, möchte ich, dass ihr auf mich hört. Diese Aussage beziehe ich auf alle Propheten, also auch auf unsere lebenden. Ich höre auf das, was sie in ihrer Berufung als `Sprachrohr Gottes´ verkünden so, als wenn es der Herr selber sagen würde (Lehre und Bündnisse 21:4-6). Wie gehst du mit der Aussage Alma des Jüngeren um?

Presidents Henry B. Eyring, Thomas S. Monson and Dieter F. Uchtdorf smile at attendees prior to the Saturday morning session of 185th Annual General Conference for The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints in Salt Lake City Saturday, April 4, 2015.

Presidents Henry B. Eyring, Thomas S. Monson and Dieter F. Uchtdorf
Befassen Sie sich mit den Worten der lebenden Propheten und schätzen Sie sie (lies hier)
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Wer aber böse Werke hervorbringt, der wird ein Kind des Teufels

„Wenn darum ein Mensch gute Werke hervorbringt, so hört er auf die Stimme des guten Hirten, und er folgt ihm nach; wer aber böse Werke hervorbringt, der wird ein Kind des Teufels, denn er hört auf seine Stimme und folgt ihm nach.“ (Alma 5:41).

Johann Wolfgang von Goethe sagte in Zusammenhang mit den Arbeiten des französischen Psychologen und Philosophen Léon Dumont folgendes: „Die Wahl der Gegenstände zeigt immer, was einer für ein Mann und wes Geistes Kind er ist.“ (siehe hier). In der King James Version der Bibel spricht Jesus zu seinen Jüngern, die über diejenigen Feuer vom Himmel fallen lassen wollten, die Jesus keine Unterkunft gewähren wollten (frei übersetzt): „Aber er drehte sich um und wies sie zurecht und sprach: Wisset ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid?“ (Lukas 9:55; King James Version).

Wer aber böse Werke hervorbringt, der wird ein Kind des Teufels. Also: Unsere Taten verraten, `wes Geistes Kind´ wir sind. Bringen wir gute Taten hervor, sind wir Kinder des Herrn, im anderen Fall Kinder des Teufels. Wenn ich nun dabei bleibe böse Werke hervorzubringen und nicht Umkehr übe, wird es für mich keine Möglichkeit der Errettung aus meinem gefallenen Zustand geben (Mosia 16:3-5), ich werde ein Kind des Teufels sein. Das ist aber nicht meine Absicht, so bin ich täglich bemüht mein Handeln zu reflektieren, um es an den Forderungen des Erlösungsplanes auszurichten. Wie beantwortest du für dich die Frage des Herrn an seine Jünger: „Wisset ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid?“

wes geistes kinderWisset ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid?
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Alles, was gut ist, kommt von Gott, und alles, was böse ist, kommt vom Teufel

„Denn ich sage euch: Alles, was gut ist, kommt von Gott, und alles, was böse ist, kommt vom Teufel.“ (Alma 5:40).

Auch Jakobus, der Bruder des Herrn (Markus 6:3), tätigt ca. 113 Jahre später eine Aussage gleichen Inhalts: „Lasst euch nicht irreführen, meine geliebten Brüder; 17 jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben, vom Vater der Gestirne, bei dem es keine Veränderung und keine Verfinsterung gibt.“ (Jakobus 1:16-17). Du kennst sicherlich die Redensart: „Alles Gute kommt von oben“, wie so viele Redensarten, ist auch diese aus der Heiligen Schrift abgeleitet, nämlich aus dem vorher zitierten Vers. Warum das so ist, sagt uns Mormon, der Vater Moronis: „… der Teufel ist ein Feind Gottes und kämpft beständig gegen ihn und lädt ein und lockt, zu sündigen und beständig das zu tun, was böse ist.“ (Moroni 7:12). Der Herr selber bestätigt die Tatsache, dass alles Gute von ihm kommt, durch Jareds Bruder (Ether 2:4Ether 4:12).

Feindschaft entsteht, wenn Ansichten und Ziele einander total entgegengesetzt sind und mit sich widersprechenden Mitteln erreicht werden sollen: Christus hat das Ziel alle Menschen über Entscheidungsfreiheit und selbständiges Handeln (Köstliche Perle Mose 7:32) in die Gegenwart unserer ewigen Familie zurückgelangen zu lassen (Köstliche Perle Mose 1:39), Satan wollte dies durch Zwang erreichen und dafür auch noch selber die Stellung Gottes für sich in Anspruch nehmen. So wurde Luzifer zu Satan, dem Teufel, der Quelle allen Übels (Köstliche Perle Mose 4:1-4).

Alles, was gut ist, kommt von Gott, und alles, was böse ist, kommt vom Teufel. Für mich steht fest, dass ich aus der Quelle schöpfen möchte, aus der das Gute kommt. Nur manchmal bin ich mir nicht ganz im Klaren, was das Gute für mich ist und da hakt Satan gerne ein, um mich weiter zu irritieren, um dadurch zu erreichen, dass ich mich für das Falsche entscheide. Hier hilft mir nur, mich mehr und gebeterfüllt der Quelle des Guten zuzuwenden und Erkenntnis und Kraft aus ihr zu schöpfen. Welcher Quelle wendest du dich gerne und freiwillig zu und aus welchem Motiv heraus?

alles guteAlles Gute kommt von oben
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Wenn ihr nun nicht die Schafe des guten Hirten seid, von welcher Herde seid ihr dann?

Im vorausgehenden Vers erklärt Alma der Jüngere dem Kirchenvolk, dass sie nicht Schafe des guten Hirten wären, wenn sie nicht auf sein Rufen hören würden (Alma 5:38): „Und wenn ihr nun nicht die Schafe des guten Hirten seid, von welcher Herde seid ihr dann? Siehe, ich sage euch, dass der Teufel euer Hirte ist und ihr von seiner Herde seid; und nun, wer kann dies leugnen? Siehe, ich sage euch: Wer dies leugnet, ist ein Lügner und ein Kind des Teufels.“ (Alma 5:39).

Wenn ihr nun nicht die Schafe des guten Hirten seid, von welcher Herde seid ihr dann? Du kennst den Ausspruch: Jede Medaille hat zwei Seiten. Hast du schon mal probiert, beide Seiten zur selben Zeit anzuschauen? So geht es auch mit dem Dienst für unterschiedliche Arbeitgeber. Du kannst nicht zwei Arbeitgebern gleichzeitig deine Kräfte zur Verfügung stellen (Matthäus 6:24). Es wird sogar noch davon gesprochen, dass man den einen lieben wird und den anderen hassen.

Es ist also unmöglich gleichzeitig sowohl Christus als Hirten zu haben, als auch jemand anderen. Und dieser andere wäre dann nur Luzifer, weil es in Bezug auf das Leben nach diesem, unserem irdischen Leben, nur diese beiden Hirten mit ihren Herden gibt. Will ich zur Herde des Herrn gehören, muss ich auch auf die Stimme dieses Hirten hören (Mosia 5:10). Wo und wie höre ich diese Stimme? Sie spricht aus den Heiligen Schriften zu mir, ich höre sie in den Worten, die die Diener des Herrn an mich richten. Und wenn ich sie gut genug kennengelernt habe, kann ich sie in meinem Innersten empfinden und mein Geist wird sie verstehen (1. Samuel 3:1-10; Lehre und Bündnisse 1:11). Welcher Herde möchtest du zugehören und wie willst du dies erreichen?

medailleDu kannst nicht beide Seiten einer Medaille gleichzeitig ansehen
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Obgleich ein Hirte nach euch gerufen hat … aber ihr wollt nicht auf seine Stimme hören!

Der Herr spricht weiter durch Alma den Jüngeren zu seinem Kirchenvolk: „O ihr, die ihr Übles tut; ihr, die ihr aufgeblasen seid in den Nichtigkeiten der Welt; ihr, die ihr behauptet habt, ihr kenntet die Wege der Rechtschaffenheit, und doch irregegangen seid wie Schafe, die keinen Hirten haben, obgleich ein Hirte nach euch gerufen hat und noch immer nach euch ruft, aber ihr wollt nicht auf seine Stimme hören!“ (Alma 5:37).

Ich wanderte früher gerne in den Bergen und hatte mich anhand von Karten über den Weg zu meinem Ziel informiert und war mir dann recht sicher, ihn auch richtig zu gehen. Wenn mir dann Zweifel kamen und ich jemanden fragte, ignorierte ich manchmal doch seinen Rat, weil ich von meiner Ansicht überzeugt war, dass sie richtig sei. Irgendwann musste ich einsehen, dass ich doch hätte hören sollen und mir kam in den Sinn: Wer nicht hören will, muss fühlen. Mein Weg hatte sich dann unnötigerweise verlängert und erschwert.

Obgleich ein Hirte nach euch gerufen hat … aber ihr wollt nicht auf seine Stimme hören! In Bezug auf das, was der Herr uns zuruft, versuche ich nicht taub zu sein und stur auf meiner Meinung zu beharren (2. Nephi 28:14), um dann irgendwann festzustellen, dass ich umkehren muss, weil ich auf dem falschen Weg bin (Mosia 14:6). Ich bemühe mich, auf die Stimme meines `guten Hirten´ zu achten (Johannes 10:11,14) und mich von ihm leiten zu lassen. Ich weiß, wenn ich mich darin übe, dass ich mein Ziel erreichen kann: In die Gegenwart unserer himmlischen Eltern zurückzukehren. Wie stellst du es an, auf die Stimme des guten Hirten zu hören?

der gute hirteRescue of the Lost Lamb, by Minerva K. Teichert
(Bild: Quelle)

Bringt Werke der Rechtschaffenheit hervor, so werdet ihr nicht umgehauen und ins Feuer geworfen werden

Alma der Jüngere gibt an das Volk der Kirche weiter, wozu der Herr uns Menschen auffordert: „ja, kommt her zu mir und bringt Werke der Rechtschaffenheit hervor, so werdet ihr nicht umgehauen und ins Feuer geworfen werden—36  denn siehe, die Zeit ist nahe, da alle, die keine gute Frucht hervorbringen, oder alle, die nicht die Werke der Rechtschaffenheit tun, eben die werden Ursache haben, zu klagen und zu trauern.“ (Alma 5:35-36).

  • Werke – Frucht hervorbringen
    Die Handlungen eines Menschen sind seine Werke. Die Ergebnisse seiner Werke sind Früchte, die er hervorbringt. Den Charakter eines Menschen erkennt man an seinen Werken (Moroni 7:5).
  • Rechtschaffenheit
    drück sich dadurch aus, dass Menschen nach Gottes Geboten leben, Sünde meiden und dies voller Eifer und freiwillig (Lehre und Bündnisse 58:27).
  • Umgehauen und ins Feuer geworfen werden
    So wie in einer Prüfung unsere erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten abgefragt und beurteilt werden, werden auch die Früchte, die wir in unserem Erdendasein hervorgebracht haben, vom Herrn am Tag des Gerichts beurteilt werden (Alma 41:3-4). Aber schon vorher, bevor Christus seine Regentschaft auf Erden antreten wird, muss die Erde von allem Übel gereinigt werden. Sollte die Qualität der Früchte nicht den Anforderungen des Herrn entsprechen, werden diejenigen von der Erde entfernt werden (Matthäus 3:10), wenn es sein muss, mit Feuer (2. Nephi 30:10).

Bringt Werke der Rechtschaffenheit hervor, so werdet ihr nicht umgehauen und ins Feuer geworfen werden. Hierin gibt uns der Herr den lebensrettenden Rat: Werke der Rechtschaffenheit hervorzubringen. Da ich ungerne „umgehauen und ins Feuer geworfen werden“ möchte, will ich gerne freiwillig diesen Rat beherzigen. Nachdem ich aber auch noch viele schlechte Früchte hervorbringe, muss ich ständig Umkehr üben, um Vergebung bitten und das Sühnopfer Jesu annehmen (Johannes 1:7). Welche Gedanken kommen dir bei diesem Rat des Herrn in den Sinn?

verbrennenDie Rechtschaffenen wird der Herr vor dem Verbrennen bewahren
(Bild: Quelle; Helaman 5:22,23)

Kommt her zu mir, und ihr werdet von der Frucht des Baumes des Lebens essen

Alma der Jüngere sagt dem Volk der Kirche von Christus: „Siehe, er lädt alle Menschen ein, denn die Arme der Barmherzigkeit sind ihnen entgegengestreckt, und er spricht: Kehrt um, und ich werde euch empfangen. 34  Ja, er spricht: Kommt her zu mir, und ihr werdet von der Frucht des Baumes des Lebens essen; ja, ihr werdet uneingeschränkt essen und trinken vom Brot und von den Wassern des Lebens;“ (Alma 5:33-34).

Stell dir vor, du kehrst von einer langen Reise zurück nach Hause. Wie wirst du dich freuen über entgegengestreckte Arme, die dich in überschwänglicher Liebe und sehnsüchtiger Erwartung empfangen? Jede von seiner Mission zurückkehrende Person kann das wohl sehr gut nachempfinden. Wir alle sind hier auf Erden auf solch einer Reise. Wir haben unsere himmlischen Eltern mit ihrem Sohn, unserem Bruder, in unserer himmlischen Heimat zurückgelassen. Sie laden uns auf dieser Reise durchs Erdenleben ständig ein: „Kommt her zu mir …“. Und wenn wir diesem Ruf folgen, werden wir eines Tages in diese ausgestreckten arme heimkehren.

Kommt her zu mir, und ihr werdet von der Frucht des Baumes des Lebens essen. Wenn wir uns vom Plan der Erlösung leiten lassen, sind wir auf dem Weg, der uns zu Christus führt. Um von ihm empfangen zu werden, müssen wir aber auch noch von der `Frucht des Baumes des Lebens´ genießen (1. Nephi 8). Diese Frucht stellt die größte aller Gaben Gottes dar (1. Nephi 15:36). Und die größte aller Gaben Gottes ist die der Errettung in sein Reich (Lehre und Bündnisse 6:13), ewiges Leben in seiner Gegenwart zu erhalten (Römer 6:23; Lehre und Bündnisse 14:7).

Die Früchte des Baumes des Lebens, von denen wir zu essen eingeladen sind, sind die Segnungen, die aus dem Sühnopfer Jesu erwachsen. Von diesen Früchten zu essen, bedeutet, dass wir die Bündnisse, die der Herr für uns auf Erden bereithält, die Taufe, das Priestertum und ewige Bündnisse, die wir im Tempel schließen, eingehen und bis ans Ende halten (2. Nephi 31:20). Elder David A. Bednar vom Kollegium der Zwölf Apostel erklärt: „Die Frucht des Baumes ist ein Symbol für die Segnungen aus dem Sühnopfer. Der Verzehr der Frucht des Baumes stellt den Empfang heiliger Handlungen und Bündnisse dar, wodurch das Sühnopfer für uns voll und ganz wirksam werden kann.“ (lies hier nach). Wie nutzt du das Angebot dieser Früchte des Baumes des Lebens?

fruchtDie Frucht ist das unbegrenzte Sühnopfer Christi
(Bild: Quelle)

Gibt es jemanden unter euch, der seinen Bruder verspottet oder Verfolgungen auf ihn häuft?

Alma der Jüngere fragt das Volk der Kirche: „… Gibt es jemanden unter euch, der seinen Bruder verspottet oder Verfolgungen auf ihn häuft?“ (Alma 5:30).

  • Verspottung
    Sicherlich hast du es in deinem Leben auch schon zur Genüge erlebt, dass besondere persönliche Eigenschaften eines Menschen, z. B. Kleinwüchsigkeit, Schielen, auffälliger Name …, als Anlass genommen wurden, sich über diese Auffälligkeit lustig zu machen, ihn mit `Hohn und Spott´ zu überschütten, sarkastische Bemerkungen abzugeben. Die Beteiligten haben dann lachend noch etwas draufgesetzt. Jeder hat dabei seinen Spaß, nur nicht der so lächerlich gemachte.
  • Verfolgung
    Verfolgung auf jemanden laden ist heute schon in der Schule gang und gäbe. Insbesondere mittels sozialer Medien ist das ein Kinderspiel, allerdings mit unwahrscheinlicher Breitenwirkung und nicht auslöschbaren Folgen. Jemanden in der Öffentlichkeit schikanieren, gegen ihn intrigieren oder ihn terrorisieren wird Mobbing genannt.

Gibt es jemanden unter euch, der seinen Bruder verspottet oder Verfolgungen auf ihn häuft? Ein solches Handeln erfolgt meist mit der Absicht, jemandem wehzutun, ihn zu schädigen, ihn auszugrenzen. Doch in der Schrift werde ich dazu aufgefordert solcherlei Böses zu unterlassen (1. Petrus 3:10-11). In neuzeitlicher Offenbarung fordert der Herr Priestertumsträger dazu auf, sich darum zu kümmern, „… dass es in der Kirche kein Übeltun gibt, auch keine Härte gegeneinander, weder Lügen noch Verleumden, noch üble Nachrede,“ (Lehre und Bündnisse 20:54). Mit zunehmender Erfahrung habe ich gelernt, wie wichtig es ist, auch hierin díe Weisungen des Herrn durch die Propheten zu beachten (Alma 5:31-32). Wie gehst du mit Spott und Verfolgung um?

verfolgungDie Nephiten jagten Samuel aus der Stadt
(Helaman 13:2; Bild: Quelle Seite 111)