Kommt heraus von den Schlechten und sondert euch ab

Nachdem Alma der Jüngere seine Zuhörer noch daran erinnert hatte, sich der Armen anzunehmen und vom Übeltun rasch umzukehren (Alma 5:55,56), fordert er nun noch all diejenigen, die auf die Stimme des guten Hirten hören wollen, auf: „… Kommt heraus von den Schlechten und sondert euch ab und rührt ihre Unreinheiten nicht an;“ (Alma 5:57).

Du kennst sicherlich die Redensart: „Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen!“ Es stammt aus dem Volksmärchen „Aschenputtel“. Aschenputtel hatte eine Stiefmutter und zwei Stiefschwestern, die ihr nicht gut gesonnen waren. Sie musste die gröbste Schmutzarbeit im Hause leisten und sogar in der Asche neben dem Herd schlafen. Als es darum ging, auf einen Ball des Königs gehen zu dürfen, hier sollte die Braut des Königssohnes ermittelt werden, wollten die Stiefmutter und ihre Töchter verhindern, dass Aschenputtel hingehen konnte. Darum übertrugen sie Aschenputtel die Aufgabe, erst die Linsen aus der Asche auszusortieren. Doch Aschenputtel hat hilfreiche Tauben, zu denen sie sagt: „… die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen!“ Weitere Hindernisse kann sie mithilfe eines weißen Vogels meistern und wird letztendlich doch die Braut und die Stieftöchter haben das Nachsehen.

Kommt heraus von den Schlechten und sondert euch ab. Im übertragenen Sinn, „die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen“, sollen sich auch diejenigen, die dem Herrn zugetan sind, von denjenigen, die ihn ablehnen, absondern. Der Herr sagt: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen.“ (Matthäus 11:28). Dieses Absondern geschieht dadurch, dass die einen dieser Einladung des Herrn folgen und sich in seiner Kirche zusammenschließen, während die anderen dies nicht tun.

Dankend nehme ich die Einladung des Herren an und richte meinen Weg so aus, dass er mich zu ihm führt. Es kommt vor, dass ich manchmal die Richtung verliere, weil ich mich ablenken lasse und nicht auf die Stimme des Navigationsgerätes (Heiliger Geist) achte. Aber dadurch, dass ich die Kirche besuche und am Abendmahl teilnehme, kann ich meine Richtung immer wieder korrigieren. Aus welchen Gründen entscheidest du dich für das „Töpfchen“ oder „Kröpfchen“?

aschenputtelAschenputtel; Darstellung von Alexander Zick
(Bild: Quelle)

Die durch den Heiligen Geist geheiligt worden sind

 

Noch einmal diesen Vers von gestern, unter Betrachtung eines anderen Grundsatzes: „Ja, wollt ihr darauf beharren, dass ihr meint, der eine von euch sei besser als der andere, ja, wollt ihr darauf beharren, dass ihr eure Brüder verfolgt, die sich demütigen und nach der heiligen Ordnung Gottes wandeln, wodurch sie in diese Kirche geführt worden sind, und die durch den Heiligen Geist geheiligt worden sind und die Werke hervorbringen, die der Umkehr entsprechen -„ (Alma 5:54).

Die durch den Heiligen Geist geheiligt worden sind. In neuzeitlicher Offenbarung werden wir Menschen aufgefordert, uns dem Herrn zu nahen, unseren Sinn nur auf ihn zu richten, um uns zu heiligen, damit wir eines Tages volle Erkenntnis erlangen können (Lehre und Bündnisse 88:68). Eine solche Heiligung wird dadurch zustande gebracht, indem wir unser Herz Gott weihen (Helaman 3:35). Das kann ich bewerkstelligen, indem ich mich von einem Feind Gottes, der ich als natürlicher Mensch bin, den Einflüsterungen des Heiligen Geistes nachgebend, diesen natürlichen Menschen ablege und durch Annahme des Sühnopfers Jesu, mich Stück für Stück zu einem Heiligen entwickle (Mosia 3:19; Hebräer 10:10). Was denkst du, wie du frei von Sünde, rein und heilig werden kannst? Nachdem du deine Gedanken gesammelt hast, kannst du hier nachlesen ob du richtig liegst (Köstliche Perle Mose 6:59-60).

geheiligt-werden
Es ist eine grundlegende Wahrheit, dass wir durch das Sühnopfer Jesu Christi rein gemacht werden können.
(Elder Richard G. Scott vom Kollegium der Zwölf Apostel; Oktober-Generalkonferenz 2013)
(Bild: Quelle)

Wollt ihr darauf beharren, dass ihr meint, der eine von euch sei besser als der andere

Alma der Jüngere fährt fort: „Ja, wollt ihr darauf beharren, dass ihr meint, der eine von euch sei besser als der andere, ja, wollt ihr darauf beharren, dass ihr eure Brüder verfolgt, die sich demütigen und nach der heiligen Ordnung Gottes wandeln, wodurch sie in diese Kirche geführt worden sind, und die durch den Heiligen Geist geheiligt worden sind und die Werke hervorbringen, die der Umkehr entsprechen -“ (Alma 5:54).

Du kennst sicherlich die Redensart: „Jemanden in den Sack stecken.“ Gerne will man wissen, wie man im Verhältnis zu anderen etwas beherrscht. Um dies festzustellen, liefert man sich mit diesen dann einen Wettstreit. Zur Einschüchterung sagt der eine vielleicht zum anderen: „Du willst gegen mich gewinnen? Dich steck ich doch in den Sack!“ Diese Redensart stammt aus dem 16. Jahrhundert. Ein scherzhafter Ringerstil hatte zum Ziel, den Gegner in einen Sack zu stecken. Wer dies als Erster schaffte, war der Bessere.

Wollt ihr darauf beharren, dass ihr meint, der eine von euch sei besser als der andere. Gerne sieht man seine Vorteile gegenüber seinem Nächsten und plustert sich damit auf, wird stolz und überheblich, schätzt den Nächsten gering, setzt ihn herab und sich selber gerne herauf. Das gibt ein Wohlgefühl der Überlegenheit, führt aber auf der einen Seite gerne zu Stolz, Überheblichkeit und Geringschätzung, auf der anderen Seite zu Neid, Missgunst und im schlimmsten Fall zu kriegerischen Auseinandersetzungen.

Gegen einen gesunden Wettstreit ist sicherlich nichts einzuwenden, setzt aber voraus, dass die gegenseitige Wertschätzung nicht leidet. Paulus z. B. bittet die Mitglieder der Gemeinde in Korinth, seinen Mitknecht Timotheus nicht gering zu schätzen, wenn er sie besucht (1. Korinther 16:10-11). Ein vergleichender Wettbewerb kann dazu führen, dass sich jeder motiviert fühlt, sich zu verbessern. Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf Apostel sagte in seiner Rede in der Herbstgeneralkonferenz 2007: „… es ist gut, eine Versammlung abzuhalten, besser, einen Grundsatz zu lehren, aber am besten, durch eine Versammlung ein Leben zu verbessern.“ (lies hier). Und das ist ja ein Grund, weshalb wir auf der Erde sind, dass ein jeder in guten Dingen besser wird, ohne den anderen dabei geringer als sich zu schätzen. Mit welcher Einstellung vergleichst du deine Leistungen mit anderen?

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(Bild: Quelle)

Könnt ihr dies beiseite tun und den Heiligen mit Füßen treten?

Alma der Jüngere fragt: „Und nun, meine geliebten Brüder, ich sage euch: Könnt ihr diesen Worten widerstehen? Ja, könnt ihr dies beiseite tun und den Heiligen mit Füßen treten? Ja, könnt ihr in eurem Herzensstolz aufgeblasen sein, ja, wollt ihr noch darauf beharren, kostbare Gewänder zu tragen und euer Herz auf die Nichtigkeiten der Welt, auf eure Reichtümer zu setzen?“ (Alma 5:53).

Du kennst die Redensart: „Etwas/jemanden mit Füßen treten“. Im wortwörtlichen Sinn verstanden, ist das Treten eines Wehrlosen mit den Füßen die gemeinste und niederträchtigste Art der Gewaltanwendung. In alter Zeit galt das Setzen des Fußes auf den Nacken des Unterlegenen als Zeichen der Unterwerfung. Im übertragenen Sinn umschreibt man damit, dass etwas, z. B. eine Regel, missachtet, Verbotenes getan wird, man gegen etwas zuwiderhandelt.

Könnt ihr dies beiseite tun und den Heiligen mit Füßen treten? Auf mich bezogen, fühle ich mich hier angesprochen und gefragt, ob ich den Worten des Herrn, die er uns durch seine heiligen Propheten kundtut (Amos 3:7), widersetzen, sie missachten, bzw. ihnen zuwiderhandeln und damit Ihn, unseren Erretter mit Füßen treten möchte (1. Nephi 19:7). Das sei Ferne von mir. Wie kann ich den missachten, der für uns Menschen im Garten Getsemani Unvorstellbares gelitten hat (Lukas 22:39-46) und am Kreuz auf Golgatha sein Leben ließ (Lukas 23:44-46), um es nach drei Tagen Arbeit in der Geisterwelt (Lehre und Bündnisse 138:29-30) wieder aufzunehmen (Lukas 24:6), sodass auch wir ewiges Leben erlangen können? Ein weiteres Sprichwort sagt doch: „Man sägt nicht den Ast ab, auf dem man sitzt.“ was so viel bedeutet, dass man keine Schritte unternimmt, die einem dann selbst schaden würden. Was machst du, um die Worte des Herrn nicht beiseite zu tun und ihn dadurch mit Füßen zu treten?

eigenen-ast-absaegen(Bild: Quelle)

Darum wird jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, umgehauen und in das Feuer geworfen werden

Alma der Jüngere warnt seine Zuhörer: „Und weiter sage ich euch, der Geist spricht: Siehe, die Axt ist an die Wurzel des Baumes gelegt; darum wird jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, umgehauen und in das Feuer geworfen werden, ja, in ein Feuer, das sich nicht verzehrt, nämlich ein unlöschbares Feuer. Seht, und denkt daran, der Heilige hat es gesprochen.“ (Alma 5:52).

Etwas mehr als 80 Jahre später predigte Johannes der Täufer auf der anderen Erdhälfte denjenigen, die zu ihm kamen und sich von ihm taufen lassen wollten, genau diesen Satz: „Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt; jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.“ (Lukas 3:9). Und auf die vielen Fragen der unterschiedlichsten Menschen die zu ihm kamen was sie denn machen sollten, ermahnte er sie von ihrem jeweiligen falschen Tun abzulassen (Lukas 3:10-18).

Darum wird jeder Baum, der keine gute Frucht hervorbringt, umgehauen und in das Feuer geworfen werden. Wer möchte schon gerne zu denen gehören, die Frucht (Taten) hervorbringen, die niemand genießen (brauchen) kann. Da gibt es aber den Satan, der viele dazu verleitet, schlechte Frucht als gut anzusehen und umgekehrt. Ich darf mir von ihm aber kein `x für ein u vormachen´ lassen, was so viel bedeutet, dass ich mich von ihm nicht betrügen lassen darf. [Wenn man die lateinische Fünf, ein V, an beiden Strichen verlängert, erhält man eine Zehn, ein X. Durch solch eine betrügerische Machenschaft hat man dann einem Schuldner leicht seine Schuld verdoppeln können.] Um nicht böses Tun für gut zu halten, muss ich mich dem Beispiel Jesu zuwenden, mein Handeln, dem Seinen immer mehr angleichen. Dann bringe ich gute Früchte hervor und die Axt und das Feuer bleiben mir erspart. Wie sorgst du dafür, dass dir nicht die Axt an die Wurzel gelegt wird?

x-fuer-u-vormachen(Bild: Quelle)

Der Geist spricht auch zu mir, ja, ruft mir mit mächtiger Stimme zu

Ein weiteres Zeugnis seiner Berufung zum Sprachrohr des Herrn legt Alma der Jüngere mit der folgenden Aussage ab: „Und der Geist spricht auch zu mir, ja, ruft mir mit mächtiger Stimme zu, nämlich: Gehe hin und sprich zu diesem Volk: Kehrt um, denn wenn ihr nicht umkehrt, könnt ihr keinesfalls das Himmelreich ererben.“ (Alma 5:51).

Der Geist spricht auch zu mir, ja, ruft mir mit mächtiger Stimme zu. Auch in heutiger Zeit sprechen unsere Propheten und Apostel das zu uns, was ihnen mit mächtiger Stimme durch den Geist zugerufen wird. So empfing Joseph Smith aufgrund von Befragung des Herrn in Bezug auf die Verkündigung des Evangeliums an die Bewohner der Erde, am 3. November 1831 folgende Anweisung: „die Stimme des Herrn; … ruft allen Menschen zu, und er gebietet allen Menschen überall, umzukehren.“ (Lehre und Bündnisse 133:16).

  • Er gebietet allen Menschen überall, umzukehren
    Wenn der Herr dies gebietet, und zwar allen Menschen, so handelt es sich wohl um eine Sache, der wir unbedingt gehorchen müssen, wenn wir ewiges Leben erlangen wollen (Lehre und Bündnisse 133:62). Denn: „Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren.“ (Römer 3:23). Und wir wissen, dass nichts Unreines in Gottes Gegenwart wohnen kann. Dies wurde schon Adam geboten, es seinen Nachkommen zu lehren (Köstliche Perle Mose 6:57). Sind wir heute besser als Menschen zu früheren Zeiten? Darum ergeht der Ruf genauso auch an uns.

Ich bemühe mich ständig, herauszufinden, wo ich Umkehr zu üben habe. Eine gute Gelegenheit darüber nachzusinnen, bietet sich mir, während ich vom Abendmahl nehme. Ich sinne über mein Verhalten in der vergangenen Woche nach, und mir fällt immer wieder etwas ein, wo ich Umkehr zu üben habe und verspreche dem Herrn, dass ich es, verbunden mit einer Herzenswandlung, tun will, und bitte um Kraft dafür. Wie reagierst du auf die Anweisungen, die uns durch Diener des Herrn in Bezug auf Umkehr zugerufen werden?

umkehrDemütige Dankbarkeit für die Möglichkeit der Umkehr
(Bild: Quelle)

Die Herrlichkeit des Königs der ganzen Erde, und … des Himmels, wird sehr bald unter all den Menschenkindern leuchten

Alma der Jüngere sagt weiter: „Ja, so spricht der Geist: Kehrt um, all ihr Enden der Erde, denn das Himmelreich ist bald nahe; ja, der Sohn Gottes kommt in seiner Herrlichkeit, in seiner Kraft, Majestät, Macht und Herrschaft. Ja, meine geliebten Brüder, ich sage euch, der Geist spricht: Siehe, die Herrlichkeit des Königs der ganzen Erde, und auch des Königs des Himmels, wird sehr bald unter all den Menschenkindern leuchten.“ (Alma 5:50).

Die Herrlichkeit des Königs der ganzen Erde, und … des Himmels, wird sehr bald unter all den Menschenkindern leuchten. Ich verstehe diese Aussage nicht so, dass hier das erste Kommen des Heilandes in einen irdischen Körper gemeint ist, sondern ein späteres Ereignis. Die Rede ist nämlich davon, dass der Sohn Gottes „in seiner Herrlichkeit, in seiner Kraft, Majestät, Macht und Herrschaft“ bald kommen wird, und diese Verherrlichung sollte erst nach seinem ersten Erdenaufenthalt stattfinden (JS-Matthäus 1:1). Diese Herrschaft tritt er erst an, wenn er das zweite Mal „in der Herrlichkeit seines Vaters“ (Matthäus 16:27) auf diese Erde herabkommen wird (Apostelgeschichte 1:11; Lehre und Bündnisse 45:16) und mit ihm das Himmelreich (Judas 14; Lehre und Bündnisse 65:5-6) und er wird über alles Fleisch regieren (Lehre und Bündnisse 133.25). Vor diesem Ereignis muss die Erde allerdings noch von aller Unreinheit gesäubert werden (Maleachi 3:2; Lehre und Bündnisse 101:24-25). Während dieser Reinigungsprozedur werden die Rechtschaffenen in den Himmel aufgenommen, um dann mit Christus wieder zu kommen (Lehre und Bündnisse 63:53-54).

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Sie sind eine auserwählte Generation, von Gott zu einem bemerkenswerten Werk vorherbestimmt, nämlich die Menschen dieser Welt auf das Zweite Kommen des Herrn vorzubereiten.
(Ein wahres Kind des Millenniums werden; lies hier)
(Bild: Quelle)

Dies ist die Ordnung, wonach ich berufen bin

Alma der Ältere teilt seinem Kirchenvolk mit, dass er berufen ist, allen Menschen zu predigen: „Und nun sage ich euch: Dies ist die Ordnung, wonach ich berufen bin, ja, meinen geliebten Brüdern zu predigen, ja, und einem jeden, der im Land wohnt; ja, allen zu predigen, seien sie alt oder jung, seien sie geknechtet oder frei; ja, ich sage euch, den Alten und auch denen im mittleren Alter und der heranwachsenden Generation; ja, ihnen zuzurufen, dass sie umkehren und von neuem geboren werden müssen.“ (Alma 5:49).

Dies ist die Ordnung, wonach ich berufen bin. Genauso wie vor alters, sind auch in der heutigen Zeit Diener Gottes von ihm selber oder von dazu von ihm berufenen, beauftragt allen Menschen auf der Erde den Erlösungsplan bekannt zu machen. Wie sieht nun diese Ordnung, nach der der Herr beruft, aus?

  • Handauflegung
    In der Kirche des Herrn nimmt sich niemand selber das Recht heraus, in einer Aufgabe zu dienen (Hebräer 5:4). Schon aus dem Alten Testament lernen wir die Art und Weise des Herrn, Berufungen auszusprechen. Mose durfte nicht mit in das verheißene Land und so bat er den Herrn, einen Führer für das Volk zu bestimmen (Numeri 27:15-17). Der Herr gab Mose die Anweisung einem mit Geist begabten Mann namens Josua die Hände aufzulegen und ihm vor dem Priester und der Gemeinde seinen Auftrag und die entsprechende Vollmacht zu übertragen (Numeri 27:18-20).

In gleicher Weise beruft der Herr in heutiger Zeit seine Diener zu den für sie vorgesehenen Aufgaben. Gebeterfüllt sinnen diejenigen, die dazu berufen sind, darüber nach, wem im Werk des Herrn welche Aufgabe übertragen werden soll. Hat der Herr ihnen durch den Geist Gewissheit über ihre Entscheidung gegeben, wird der Betroffene darüber informiert und gefragt, ob er die Berufung annehmen will (Prinzip der Entscheidungsfreiheit: Lehre und Bündnisse 37:4). Stimmt er zu, wird er der ganzen Gemeinde vorgelegt. In dem Fall, indem die Gemeinde ihre Unterstützung zusagt, werden demjenigen, von einem mit entsprechender Vollmacht ausgestatteten Diener, die Hände aufgelegt, um ihm den entsprechenden Auftrag zu erteilen, verbunden mit der Übertragung der dafür notwendigen Vollmachten (Lehre und Bündnisse 42:11).

berufungenMose ordiniert Josua
(Bild: Quelle)

Ich weiß, dass Jesus Christus kommen wird

Alma der Jüngere bezeugt gegenüber dem Kirchenvolk etwa 83 Jahre vor dem Kommen Christi: „Ich sage euch: Ich weiß für mich selbst, dass alles, was ich euch über das Künftige sagen werde, wahr ist; und ich sage euch: Ich weiß, dass Jesus Christus kommen wird, ja, der Sohn, der Einziggezeugte des Vaters, voller Gnade und Barmherzigkeit und Wahrheit. Und siehe, er ist es, der da kommt, die Sünden der Welt hinwegzunehmen, ja, die Sünden eines jeden Menschen, der standhaft an seinen Namen glaubt.“ (Alma 5:48).

Ich weiß, dass Jesus Christus kommen wird. Woher weiß Alma der Jüngere dies? Zum einen von seinen Vorfahren (Alma 5:44), zum anderen, weil er gefastet und gebetet hatte und der Geist ihm die Wahrheiten bestätigte (Alma 5:46). Außerdem hatte er ja, als er mit den Söhnen Mosias die Kirche verfolgte, eine Engelserscheinung mit dem Zweck ihn von der Macht Gottes zu überzeugen (Mosia 27:8,11,14). Was meinst du, was auf Alma den Jüngeren mehr Wirkung ausgeübt hatte, die Engelserscheinung oder die Bestätigung durch den Geist?

Viele Menschen denken, wenn ihnen ein Engel erscheinen würde, würden sie bis an ihr Lebensende an den Herrn glauben. Aber haben nicht Laman und Lemuel auch Engelserscheinungen gehabt (1. Nephi 3:29)? Und hat es etwas genützt (1. Nephi 3:31)? Wie hat Oliver Cowdery Kenntnis über die Aufzeichnungen empfangen, die Joseph Smith übersetzte? Durch die Macht des Heiligen Geistes, der dieses Wissen in seinen Verstand und in sein Herz dringen ließ (Lehre und Bündnisse 8:1-2). Eine Engelserscheinung nehme ich also mit Augen und Ohren wahr, der Heilige Geist aber berührt meinen Verstand und mein Herz! Weiterhin haben wir nach der Taufe mit dem Heiligen Geist (2. Nephi 31:13) die Möglichkeit ständig von ihm belehrt zu werden (Lehre und Bündnisse 121:45-46).

Erlebnisse, die auf meinen Verstand und mein Herz einwirken, prägen sich unauslöschlich ein, während Eindrücke mit meinen Augen und Ohren wahrgenommen, sich mit der Zeit verflüchtigen können. Elder Richard G. Scott vom Kollegium der Zwölf Apostel hat beschrieben, was Eingebungen des Heiligen Geistes bewirken können: „Eine Eingebung an den Verstand ist sehr konkret. … Eine Mitteilung an das Herz ist eher ein allgemeiner Eindruck. … Ein im Herzen empfundener Eindruck, der befolgt wird, wird durch konkretere Anweisungen an den Verstand bekräftigt.“ („Helping Others to Be Spiritually Led“, CES Symposium zum Buch Lehre und Bündnisse, 11. August 1998, Seite 3f.) Welche Erfahrung hast du schon in dieser Hinsicht gemacht?

heiliger geistDer Heilige Geist spricht zum Verstand und zum Herzen
(Bild: Quelle; im Video auf 6:15 Minuten)

So ist es mir offenbart worden, dass die Worte, die unsere Väter gesprochen haben, wahr sind

Alma der Jüngere bezeugt seinem Kirchenvolk: „Und weiter sage ich euch: So ist es mir offenbart worden, dass die Worte, die unsere Väter gesprochen haben, wahr sind, nämlich gemäß dem Geist der Prophezeiung, der in mir ist, und dieser kommt auch durch die Kundgebung des Geistes Gottes.“ (Alma 5:47).

  • Offenbarung
    ist die Art und Weise, wie der Herr mit uns, seinen Kindern hier auf Erden, Kontakt aufnimmt. Sie kann erfolgen durch das `Licht Christi´ oder den Heiligen Geist. Sie dient dem Zweck, glaubenstreuen Menschen den Weg ins celestiale Reich zu weisen. Jeder Glaubenstreue (Alma 26:22) kann für sich und seinen Zuständigkeitsbereich persönliche Führung mittels Offenbarung erhalten (Lehre und Bündnisse 42:61), wenn er sich dafür empfindsam macht (1. Könige 19:12), sich durch Weltliches nicht ablenken lässt. Für die Kirche als Ganzes und für die Welt ergeht das Wort des Herrn aber nur an den von ihm berufenen Propheten, Seher und Offenbarer (Lehre und Bündnisse 28:2-7).

So ist es mir offenbart worden, dass die Worte, die unsere Väter gesprochen haben, wahr sind. Genauso, wie Alma der Jüngere ein Zeugnis von der Wahrheit dessen hatte, und auch gegenüber seinem Volk ablegte, wovon seine Vorfahren gesprochen haben, kann auch jeder Mensch Zeugnis von den Wahrworten Gottes erlangen, die frühere oder jetzt lebende Diener des Herrn kundgetan haben oder kundtun. Er muss nur den Herrn fragen (Jakobus 1:5). Ich kann bezeugen, dass der Herr denjenigen, der ihn glaubensvoll und demütig um Dinge befragt, die ihn in Licht und Wahrheit führen können, nicht ohne Antwort lässt. Wenn ich mich dann daran halte, werde ich aufgrund Erfahrung erkennen, dass es Wahrworte sind, und kann ebenfalls Zeugnis davon ablegen, so wie Alma und andere Diener des Herrn. Welche Erfahrungen mit Offenbarungen hast du schon in deinem Leben gemacht?

erste visionAufgrund einer Frage erschienen Gott Vater und Sohn dem jungen Joseph Smith
(Bild: Quelle)