Doch verließ ihn der Geist des Herrn nicht

„Und nun begab es sich: Alma, der die Bedrängnisse der demütigen Nachfolger Gottes und die Verfolgungen, womit sie durch den übrigen Teil seines Volkes überhäuft worden waren, gesehen hatte und der auch all ihre Ungleichheit wahrnahm, wurde sehr bekümmert; doch verließ ihn der Geist des Herrn nicht.“ (Alma 4:15).

Ein Artikel in Spiegel Online titelt: Vermögensverteilung: „Deutschland ist gespalten – in Superreiche und den Rest“ und schreibt u. a.: „In keinem Land Europas ist der Reichtum so ungleich verteilt wie in Deutschland. Eine neue Untersuchung zeigt: Allein das reichste Prozent besitzt ein Drittel des gesamten Privatvermögens. In Spanien oder Frankreich ist der Wohlstand gleichmäßiger verteilt.“ (siehe hier). Ungleichheit haben wir also auch heute in überhohem Maß unter uns Menschen und dadurch befinden sich unzählige Menschen in Bedrängnis. Das dies nicht so sein soll, sagt uns der Herr deutlich in neuzeitlicher Offenbarung (Lehre und Bündnisse 49:20).

Doch verließ ihn der Geist des Herrn nicht. Die Tatsache der Bedrängnisse aufgrund Ungleichheit bekümmert die Gläubigen sicherlich auch heute. Dessen ungeachtet fühlen sich ebenso heute viele nicht vom Geist des Herrn verlassen, sondern geben von dem was sie haben den Armen. Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, indem sie am ersten Sonntag eines Monats auf zwei Mahlzeiten verzichten und den Gegenwert, und wer kann wesentlich mehr, für die Bedürftigen dieser Welt in den Fastopferfond der Kirche spendet. Hundert Prozent der Spenden kommen den Hilfsbedürftigen der Erde zugute, ob Mitglieder der Kirche oder nicht (siehe hierzu auch meinen Blogbeitrag vom 8. Juli). Wie kümmerst du dich um Bedürftige?

FairesTeilen-300x206Warum fällt es so schwer fair zu teilen?
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Sie waren von großer Freude erfüllt wegen der Auferstehung der Toten

Weiter teilt uns Mormon in seiner Zusammenfassung (Mormon 2:17-18) über die gläubigen Nephiten mit: „… sie waren von großer Freude erfüllt wegen der Auferstehung der Toten, gemäß dem Willen und der Macht und der Befreiung Jesu Christi aus den Banden des Todes.“ (Alma 4:14).

Kannst du dir vorstellen für immer deiner Freiheit beraubt zu sein, weil du in einem Staat leben musst, in dem du dich nicht unabhängig entwickeln oder handeln darfst, unterdrückt wirst oder deinen Aufenthaltsort nicht frei wählen kannst? Wie groß wird dann die Freude sein, wenn dir Freiheit wiedergegeben wird und wie dankbar wirst du dem sein, der dies zuwege gebracht hat!

Sie waren von großer Freude erfüllt wegen der Auferstehung der Toten. Aufgrund des Falls Adams und Evas müssen alle Menschen sterben (Köstliche Perle Mose 6:48). Sie warten in der Geisterwelt auf die Wiederherstellung von Leib und Geist zu einem unsterblichen Wesen (Alma 40:11). Doch ob wir zu ewiger Freiheit oder ewiger Verdammnis wiederhergestellt werden, hängt davon ab, ob wir uns in diesem Leben für Christus oder für Satan entschieden haben, und wird vor dem Richterstuhl Gottes festgestellt werden (Römer 14:10). Satan ist derjenige, der keine Freiheit gewährt, sondern uns in Gefangenschaft führt (1. Nephi 14:3-4,7), Christus ist derjenige, der es einem jeden Menschen ermöglicht für immer und ewig Freiheit zu erlangen (Galater 5:1). Selbstredend möchte ich in Freiheit leben und habe mich für Christus entschieden, und bemühe mich, seinem Vorbild mehr und mehr näherzukommen und freue mich und bin ihm dankbar für seine Errettung aus ewiger Gefangenschaft und Tod (Apostelgeschichte 4:10-12). Was musst du tun, um für immer in Freiheit leben zu können? Tipp: Lehre und Bündnisse 88:86.

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Sie schauten nach jenem Tag aus und bewahrten sich somit die Vergebung ihrer Sünden

Mormon, der die Berichte der einzelnen Schreiber der großen Platten Nephis (Mosia bis Vierter Nephi) ca. 350 n. Chr. zusammenfasste (Mormon 2:17-18; siehe auch hier), lässt uns wissen, dass die Nephiten aufgrund Prophezeiungen wussten, dass Christus eines Tages auf die Erden kommen würde (Alma 4:13) und weiter zeigt er uns auf: „sie schauten nach jenem Tag aus und bewahrten sich somit die Vergebung ihrer Sünden; …“ (Alma 4:14).

Die Nephiten glaubten den Prophezeiungen, die ankündigten, dass Jesus Christus auf die Erde kommen würde und sie richteten ihr Sinnen darauf und damit auch ihr Handeln. Indem sie dies taten, kehrten sie sicherlich auch von ihren Sünden um und sicherten sich somit Vergebung ihrer Sünden (Mosia 4:11-12).

Sie schauten nach jenem Tag aus und bewahrten sich somit die Vergebung ihrer Sünden. Für mich lerne ich daraus: Wenn auch ich mich an jenen Tag erinnere, der nun in der Vergangenheit liegt, werde auch ich immer wieder angeregt Umkehr von meinen Sünden zu üben, um auch mir Vergebung meiner Sünden zu bewahren. Wie ich das anstelle? Indem ich jeden Sonntag zum Tisch des Herrn komme und am Abendmahl des Herrn teilnehme. Das Abendmahl ist die heiligste Handlung der Woche, bei der ich zum Gedächtnis an das sühnende Opfer Christi Brot und Wasser gereicht bekomme. Das Brot symbolisiert den gebrochenen Leib Jesu, den er für uns hingab und das Wasser sein Blut, das für unsere Sünden floss (1. Korinther 11:23-26). Um nicht mitschuldig an seinem Sühnopfer zu sein, muss ich mich entsprechend würdigen, indem ich von meinem falschen Handeln aufrichtig Umkehr übe (1. Korinther 11:27,29). Hierzu muss ich mein zurückliegendes Handeln reflektieren und den aufrichtigen Wunsch entwickeln die Sünden abzulegen (1. Korinther 11:28). Was sind deine Beweggründe, am Tisch des Herrn teilzuhaben?

abendmahl(Bild: Quelle)

Um Christi willen, der gemäß dem Geist der Prophezeiung kommen sollte

„Nun war dies eine große Ursache für Wehklagen unter dem Volk, während andere sich erniedrigten und denen halfen, die ihrer Hilfe bedurften, indem sie mit den Armen und den Bedürftigen von ihrer Habe teilten und die Hungrigen speisten und indem sie allerart Bedrängnisse erlitten um Christi willen, der gemäß dem Geist der Prophezeiung kommen sollte; „ (Alma 4:13).

Auch die Nephiten hatten schon vor seiner irdischen Geburt aufgrund Prophezeiung Kenntnis davon, dass `Christus´ auf die Erde kommen würde. Sie wussten schon, dass der `Jehova´ des Alten Testaments Christus (Hebräisch: `der Gesalbte´) sein würde, so wie es auch der Apostel Paulus lehrte (1. Korinther 10:1-4). Um 550 v. Chr. schreibt Nephi darüber, dass sie über Christus redeten (2. Nephi 25:26) und Moroni teilt uns mit, dass er Jehova kennt (Moroni 10:34). Auch dem Volk Jareds, das zuzeiten des Turmbaus zu Babel (ca. 2200 v. Chr.) nach Amerika auswanderte (Ether 1:33), war bekannt, dass Christus der Erlöser der Welt sein würde (Ether 3:13-15), ja sogar Adam und die Seinen wussten davon (Köstliche Perle Mose 6:51-52,54).

Um Christi willen, der gemäß dem Geist der Prophezeiung kommen sollte. Ich gewinne daraus die Erkenntnis, dass alle Menschen in allen Zeitaltern wussten, dass es einen `Gesalbten´ geben würde, der der Retter der gesamten Menschheit sein würde (Jesaja 43:11; Matthäus 1:21) und bin dankbar, dass uns auch heute dieses Wissen erneut kundgetan wurde (Lehre und Bündnisse 18:23) und von lebenden Propheten wird (siehe hier). Wie ergeht es dir mit dem Wissen um den Retter der Menschheit?

mary-joseph-with-baby-jesus-39533-gallery(Bild: Quelle)

Er sah große Ungleichheit unter dem Volk

Alma der Jüngere berichtet, welche Schlechtigkeiten (Alma 4:11) zum Untergang des Volkes führen würden: „Ja, er sah große Ungleichheit unter dem Volk, denn einige wurden in ihrem Stolz überheblich und verachteten andere und kehrten den Bedürftigen und den Nackten den Rücken, auch denen, die hungrig waren, und denen, die durstig waren, und denen, die krank und bedrängt waren.“ (Alma 4:12).

  • Große Ungleichheit unter dem Volk
    Soziale Ungleichheit bedeutet die ungleiche Verteilung sowohl materieller als auch immaterieller Ressourcen (verfügbare Mittel um Handlungen zu tätigen) in einer Gesellschaft. Hierdurch wird das Wohl der Menschen untergraben. Es entsteht eine Schere zwischen Armen und Reichen, die sich immer weiter öffnet: Immer weniger Menschen besitzen unbeschreiblich viel, die meisten aber haben nicht einmal das Lebensnotwendige. Je weiter die Schere auseinanderklafft, umso größere Spannungen entstehen, die sich irgendwann entladen.

Da kommt mir doch wieder das Gleichnis vom reichen Mann und vom armen Lazarus in den Sinn: Ein reicher Mann lebte mit seinen Freunden in großem Wohlstand. Vor seinen Türen lag der mit Geschwüren übersäte arme Lazarus. Nicht einmal mit dem, was vom Tisch des Reichen fiel, wurde ihm geholfen. Als beide starben, wurde Lazarus in den Armen der Engel in den Schoß von Abraham getragen und der Reiche litt qualvolle Schmerzen in der Unterwelt. Von dort rief er Abraham zu, dass doch Lazarus seine Qualen lindern kommen möge. Er bekam zur Antwort: „Mein Kind, denk daran, dass du schon zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten hast, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafür getröstet, du aber musst leiden.“ (Lukas 16:25). Weiter spricht dieses Beispiel über eine Schere, die dort in umgekehrter Weise zwischen den Betroffenen besteht und sogar unüberwindbar ist (Lukas 16:26).

Er sah große Ungleichheit unter dem Volk. Wieder werde ich daran erinnert, dass ich, der genügend Auskommen hat, mich hier auf Erden um diejenigen kümmern soll, die zu wenig haben. Und dies nicht nur in Bezug auf materielle Güter (Deuteronomium 15:7). Ebenso muss ich denen abgeben, denen es an Immateriellem mangelt (Lehre und Bündnisse 84:43). In beiden Fällen bin ich dazu aber nur in der Lage, wenn ich mich auch selber um beide Güter bemühe (Lehre und Bündnisse 75:3), natürlich nur aus der richtigen Motivation heraus (Jesaja 3:14). Welche Gedanken bewegen dich bei dem Thema große Ungleichheit?

ungleichheit(Bild: Quelle)

So dass auf diese Weise die Vernichtung des Volkes herbeigeführt wurde

„Und es begab sich: Zu Beginn des neunten Jahres sah Alma die Schlechtigkeit der Kirche, und er sah auch, dass das Beispiel der Kirche die Ungläubigen von einer Schlechtigkeit zur anderen zu führen begann, so dass auf diese Weise die Vernichtung des Volkes herbeigeführt wurde.“ (Alma 4:11).

  • Sah Alma die Schlechtigkeit der Kirche
    Eine Kirche setzt sich aus ihren einzelnen Mitgliedern zusammen. Sie ist eine Organisationsform in der sich Gleichgesinnte mit einem bestimmten Ziel zusammenschließen. So gibt es grundsätzlich zwei Kirchen, die des Herren und die Satans (1. Nephi 14:10). Wenn Alma der Jüngere hier von der Schlechtigkeit der Kirche spricht, so meint er die Schlechtigkeit ihrer Mitglieder.
  • Dass das Beispiel der Kirche die Ungläubigen
    Das schlechte Beispiel der Mitglieder der Kirche verführte die Ungläubigen, diejenigen, die nicht an Gott glaubten, zu ebensolch schlechten Taten.
  • Vernichtung des Volkes
    Das `Volk´ bestand aus Mitgliedern der Kirche des Herrn und aus Nichtmitgliedern, den Ungläubigen.

So dass auf diese Weise die Vernichtung des Volkes herbeigeführt wurde. Wenn es in einem Volk niemanden mehr gibt, der an Gott glaubt, so richtet sich dieses Volk eines Tages aufgrund seiner Untaten selber zugrunde. Allerdings muss man auch damit rechnen, dass der Herr die Untaten nur eine begrenzte Zeit mit ansehen wird, um dann Sorge dafür zu tragen, dass ihnen ein Ende gesetzt wird (2. Nephi 1:10-11). Ich lerne daraus, dass ich mich als Mitglied der Kirche des Herrn, davor zu hüten habe, ein schlechtes Vorbild abzugeben, indem ich z. B. in der Kirche predige, wie es sein sollte, dies meinem Handeln allerdings total widerspricht. Was kannst du tun, um die Vernichtung des Volkes aufzuhalten?

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So fing die Kirche an, in ihrem Fortschritt zu stocken

„Und so endete das achte Jahr der Regierung der Richter; und die Schlechtigkeit der Kirche war ein großer Stolperstein für diejenigen, die nicht der Kirche angehörten; und so fing die Kirche an, in ihrem Fortschritt zu stocken.“ (Alma 4:10).

Wer von uns lebt denn gerne nur so in den Tag hinein, ohne etwas Positives zu bewirken, einen Fortschritt gegenüber vorher zu machen. Von Kindesbeinen an sind wir darauf ausgerichtet, zu lernen, Neues zu entdecken und zu untersuchen. Und welche Mühen man aufbringen muss, um Fortschritt zu machen. Wird mir alles abgenommen und leicht gemacht, dann kann es für mich keinen Fortschritt geben. Eher gilt doch, was der Unternehmer Reinhold Würth sagte: „Stillstand ist Rückschritt und der erste Schritt ins Grab“. Du kannst es dir so vorstellen: Du verharrst auf deinem Entwicklungsstand, während andere sich stetig weiterentwickeln. Demzufolge machst du im Verhältnis zu den anderen Rückschritt (in wirtschaftlicher Hinsicht, wäre das ein Schritt in Richtung Untergang deines Unternehmens). Insofern wird das Verhalten derjenigen, die dich am Fortschritt hindern, zu deinem Stolperstein.

So fing die Kirche an, in ihrem Fortschritt zu stocken. Falsches Vorbild der Menschen meiner Umgebung kann zu einem Stolperstein in meiner Entwicklung werden, und zwar insofern, dass ich mich in die falsche Richtung entwickle und nie das Ziel erreich, das der Herr für mich vorgesehen hatte: Unsterblichkeit und ewiges Leben in seiner Gegenwart (Köstliche Perle Mose 1:39). Ich muss also auf meinem Weg immer Ausschau nach Stolpersteinen halten. Wie mache ich das? Ich vergleiche das, was mir vorgelebt und an Lehre angeboten wird, mit dem `Wahrwort Gottes´, welches ich in den heiligen Schriften finde und mir durch die Propheten und Diener Gottes mitgeteilt (Lehre und Bündnisse 124:126) und durch den Heiligen Geist bestätigt wird (Moroni 10:5). Was machst du, um Stolpersteine zu erkennen und ihnen aus dem Weg zu gehen, um nicht an deinem persönlichen Fortschritt gehindert zu werden?

fortschrittJunge Damen der Kirche Jesu Christi HLT haben ein Programm „Mein Fortschritt“
(Bild: Quelle)

Stolz, ja, sogar über den Stolz derer hinaus, die nicht zur Kirche Gottes gehörten

„Und so fingen in diesem achten Jahr der Regierung der Richter große Streitigkeiten unter dem Volk der Kirche an; ja, es gab viel Neid und Hader und Bosheit und Verfolgungen und Stolz, ja, sogar über den Stolz derer hinaus, die nicht zur Kirche Gottes gehörten.“ (Alma 4:9).

Stolz, ja, sogar über den Stolz derer hinaus, die nicht zur Kirche Gottes gehörten. Was ist an Stolz so falsch? Darf man nicht stolz auf eine gute Leistung sein? Nicht, wenn er verbunden ist mit Mangelnder oder fehlender Demut oder Belehrbarkeit. Allzuleicht bringt Stolz auch Menschen gegeneinander und gegen Gott auf. Gottes Wille wird zur Seite gelegt, er zählt nicht mehr. Ich neige leichter dazu eingebildet, hartherzig und hochmütig zu werden. Und nun auch das noch: der Stolz der Mitglieder der Kirche war größer als der der Nichtmitglieder.

Gibt es das unter uns heute auch? Wie dem auch sei, ich bin bemüht, immer die Warnung in Erinnerung zu behalten: „Auf Stolz folgt Sturz, …“ (Sprüche 16:18 in der Gute Nachricht Version, siehe auch King James Version) und folge gerne der Aufforderung des Petrus: „Alle aber begegnet einander in Demut! Denn Gott tritt den Stolzen entgegen, den Demütigen aber schenkt er seine Gnade.“ (1. Petrus 5:5). In neuzeitlicher Offenbarung warnt der Herr uns als Mitglieder seiner Kirche: „… hütet euch vor dem Stolz, damit ihr nicht werdet wie die Nephiten vor alters“ (Lehre und Bündnisse 38:39). Wenn ich etwas für mich Großartiges geschafft habe, geht mein Dank zuerst an den himmlischen Vater, denn ich bin überzeugt, dass er mich unterstützt hat, egal ob dadurch, dass er mir früher schon geholfen hat, bestimmte Fähigkeiten zu entwickeln oder durch direkte Inspiration. Wie hältst du es mit dem Stolz?

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Ihr Herz auf Reichtümer und auf die Nichtigkeiten der Welt zu setzen

Alma der Jüngere und weitere von ihm eingesetzte Kirchenbeamte waren tief bekümmert (Alma 4:7): „Denn sie sahen und nahmen mit großer Betrübnis wahr, dass das Volk der Kirche anfing, im Stolz seiner Augen überheblich zu werden und ihr Herz auf Reichtümer und auf die Nichtigkeiten der Welt zu setzen, dass sie anfingen, einer den anderen zu verachten, und sie fingen an, diejenigen zu verfolgen, die nicht glaubten, wie sie wollten und wie es ihnen gefiel.“ (Alma 4:8).

Ihr Herz auf Reichtümer und auf die Nichtigkeiten der Welt zu setzen. Was habe ich unter den Nichtigkeiten der Welt zu verstehen? Mit Nichtigkeit wird etwas bezeichnet, das bedeutungslos ist, belanglos. Was nun einer für `die Nichtigkeiten der Welt´ hält, ist abhängig von seiner Werteorientierung. Werte können kultureller, ökologischer, religiöser aber auch materieller Art sein. Dem Wert, dem jemand eine hohe Priorität zuordnet, auf den wird er sich auch am meisten konzentrieren. Lebt einer dort, wo Wassermangel herrscht, wird er wohl ökologische Werte sehr hoch priorisieren und er wird seine Abhängigkeit von der Natur erkennen. So kommt es also auf meine Lebensumstände an, welche Werte für mich von großer Bedeutung sind, was ich als Nichtigkeit ansehe oder was als Wichtigkeit.

Gott und Christus kennenzulernen und ihm näherzukommen, hat für mich höchste Priorität, weil davon meine Zukunft abhängt. Nicht nur die hier auf Erden, sondern insbesondere die Zukunft nach diesem Erdenleben, denn: „Das ist das ewige Leben: dich, den einzigen wahren Gott, zu erkennen und Jesus Christus, den du gesandt hast.“ (Johannes 17:3). Nun fragt sich noch, was ich als `die Nichtigkeiten der Welt´ ansehe. Ich denke, all das, was mich davon abhält, Gott und Jesus Christus zu erkennen und näherzukommen. Was sind für dich die Nichtigkeiten der Welt?

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In all dem wurden sie im Stolz ihrer Augen überheblich

Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich, aufgrund Gehorsams gegenüber den Geboten des Herrn, beim Volk Reichtum. Die Folge: „… Im achten Jahr der Regierung der Richter fing das Volk der Kirche an, stolz zu werden wegen ihres überaus großen Reichtums und ihrer feinen Seiden und ihres feingezwirnten Leinens und wegen ihres vielen Kleinviehs und ihrer Herden und ihres Goldes und ihres Silbers und allerart Kostbarkeiten, die sie durch ihren Fleiß erworben hatten; und in all dem wurden sie im Stolz ihrer Augen überheblich, denn sie fingen an, sehr kostbare Gewänder zu tragen.“ (Alma 4:6).

Ist das nicht ein Schlamassel, der uns auch heute widerfährt: Menschen sind Gottes Worten gehorsam, arbeiten fleißig, werden gesegnet in geistigen wie in weltlichen Dingen, vergessen, wem sie die Segnungen zu verdanken haben, bilden sich ein, es durch ihren eigenen Fleiß geschafft zu haben, werden stolz darauf und vergessen Gott, bis es ihnen wieder schlecht geht. Dann beginnt der Kreislauf von vorne.

Präsident George Q. Cannon, ehemals Ratgeber in der Ersten Präsidentschaft, hat gesagt: „Viele Menschen, die treue Mitglieder blieben, solange sie arm waren, verlieren ihren Stand vielleicht, wenn sie reich sind. Reichtum [hat] sehr schädliche Auswirkungen auf das menschliche Herz, und man muss schon in höchstem Maße rein sein, wenn man inmitten von Luxus und Reichtum genauso ehrlich, tugendhaft, demütig und aufrichtig bleiben will wie in ärmlichen Verhältnissen.“ (Gospel Truth, Hg. Jerreld L. Newquist, 2 Bände, [1957, 1974], 2:319.)

In all dem wurden sie im Stolz ihrer Augen überheblich. Der Herr hat uns durch den Psalmisten gewarnt: „Wenn der Reichtum auch wächst, so verliert doch nicht euer Herz an ihn!“ (Psalm 62:11), „Denn die Wurzel aller Übel ist die Habsucht. Nicht wenige, die ihr verfielen, sind vom Glauben abgeirrt und haben sich viele Qualen bereitet.“ (1. Timotheus 6:10), das böse Erwachen: „Wer auf seinen Reichtum vertraut, der fällt …“ (Sprüche 11:28). Aus diesem Grund bin ich sehr zufrieden, mit dem, was ich haben darf und bestrebt, vornehmlich nach geistigem Reichtum, nach Weisheit, zu trachten (Lehre und Bündnisse 6:7). Wie ergeht es dir?

reichtum(Bild: Quelle)