Bau einen Altar und bringe Opfer dar

Vor einigen Jahren arbeitete ich, als ich Anfang 20 war, in einem Natursteingeschäft. Dort musste ich häufig schwere Steine tragen, die oft über 30 Kilogramm gewogen haben. Es waren große Steine und ich musste sie auf eine Palette schaffen, damit sie weggefahren werden konnten. Damit viele Steine auf eine Palette passen konnten, musste ich die Steine sorgfältig stapeln und zwar so hoch, dass sie mir fast bis zur Hüfte reichten.

Es war August und sehr heiß. Während ich mich mit den Steinen abmühte, merkte ich, wie ich zu schwitzen anfing. Der Schweiß war wortwörtlich auf meinem Angesicht. Meine Arme, Hände und Finger fingen zu schmerzen an. Außerdem bekam ich Rückenschmerzen, da ich keine ideale Hebetechnik anwendete. Sechs solche Steinhügel musste ich stapeln.

Mein ganzer Körper schmerzte, ich war verschwitzt und müde. Als ich jeden Stein einzeln auf die anderen Steine legte, dachte ich an Altäre. Ich dachte an den ersten Mensch, der auf der Erde lebte und daran, dass auch er einen Altar baute (womöglich viel symmetrischer als ich das tat). An mich erging damals die schwere Aufgabe Steinhügel zu bauen, an Adam jedoch erging die Aufgabe, einen Altar zu bauen, zu beten und zu opfern (Mose 5:5).

Adam begann erst langsam seine Muskeln zu benutzen, dennoch benutzte er sie und baute so einen Altar.

Nun besteht ein Altar nicht aus einem Stein hier und einem Stein da. Es ist eine sehr ermüdende Arbeit. Nicht nur die Höhe, sondern auch die Stabilität ist wichtig. Er sollte so symmetrisch wie möglich sein, denn er sollte als Sinnbild des Altars dienen, auf dem das Lamm Gottes geopfert werden würde.

Einen Altar ohne Zement und Werkzeuge zu bauen erfordert handwerkliche Fähigkeiten. Somit war Adam nicht nur Feldarbeiter, sondern auch Handwerker.

Ich baute einen Altar, oder eher etwas ähnliches. An diesem heißen Augusttag lernte ich, dass es eigentlich schon ein Opfer ist auch nur einen Altar zu bauen. Die Energie und Kraft, die der Erbauer in diesen Akt der Vorbereitung stecken muss, um Gott anzubeten, ist ein Schatten dessen, was diesem ersten Opfer folgen wird. Und somit opferte Adam gleich zweimal: Einmal, als er diese heilige Erhöhung erbaute, ein Fußschemel für den Allerhöchsten und einmal, als er das Erstling seiner Herde schlachtete.

Jedes Opfer verlangt Vorbereitung. Abraham, der wohl als einziger ein Teil der Gefühle unseres Vaters, der seinen geliebten Sohn gab, fühlen musste, war vorbereitet seinen eigenen Sohn Isaak zu opfern. Auch heute müssen wir uns vorbereiten zu opfern.

Baue einen Altar und bringe Opfer dar, ist ein Gebot, das mehr beinhaltet als nur einen Altar zu bauen. An diesem Tag verstand ich, was es heißt, einen heiligen Stand hochzuziehen und was damit verbunden ist. Das Opfer beginnt nicht damit, ein Lamm oder ein anderes Tier, das als Opfer bestimmt werden darf zu sammeln. Es beginnt mit dem Gebot einen Altar zu bauen.

Folgende Opfer im Alten Testament sind bekannt:
• Sühnopfer (Levitikus 9:7)
• Brand-, Schlacht- und Trankopfer (1.Makkabäer 1:45)
• Versöhnungsopfer (2.Makkabäer 3:33)
• Speise- und Sündopfer (Psalm 40:7)
• Ganzopfer (Psalm 51:21)
• Dankopfer (Psalm 56:13)
• Lobopfer (Psalm 119:108)
• Rauch- und Abendopfer (Psalm 141:2)
• Schuldopfer (Sirach 7:31)
• Heilsopfer (Sirach 35:2)
• Gedenkopfer (Sirach 35:9)
• Feueropfer (Sirach 50:13)
• Kindesopfer (Jeremia 32:35)
• Erstlingsopfer (Ezechiel 20:40-41)
• Weinopfer (Hosea 9:4)

Keines von all diesen ist heiliger als das von Christus. Er trug seinen eigenen Altar in der Form eines Kreuzes. Er betete und wurde erhört. Und sein Sühnopfer erfüllte das Gesetz des Moses.

Heute können wir immer noch geistige Altäre bauen und Gott Opfer darbringen. Wir können unser Alles auf den Altar des Lebens legen und uns dem Herrn Gott ganz opfern beziehungsweise weihen.

Nun übersetzte er sie mit Hilfe jener zwei Steine

Limhi und sein Volk hatten auf ihren Wanderungen durchs Land Aufzeichnungen eines untergegangenen Volkes (Mosia 21:26-27) in unbekannter Sprache gefunden und sie Mosia II zur Übersetzung übergeben (Mosia 28:11). Er besaß nämlich vom Herrn gefertigte `Übersetzersteine´ mit denen fremde Sprachen verstanden werden konnten: „Und nun übersetzte er sie mit Hilfe jener zwei Steine, die in den zwei Rändern eines Bügels befestigt waren.“ (Mosia 28:13).

Auch schon im Alten Testament ist die Rede von zwei besonderen Steinen, die von Hohepriestern in einer Lostasche am Priestergewand über dem Herzen getragen, zur Erkennung des Willen Gottes dienten. Die Steine waren unterschiedlich gefärbt und hießen `Urim und Tummim´ (Exodus 28:30). Aus dem Hebräischen übersetzt bedeuten die Begriffe so viel wie: ‚Lichter und Vollkommenheiten‘. Schon Abraham nutzte den Urim und Tummim, um Offenbarungen zu empfangen (Köstliche Perle Abraham 3:1,4). Im Buch Mormon wird berichtet, wie der Herr dem Bruder von Jared zwei Steine übergab, mit deren Hilfe ihre Überlieferungen, zu der von ihm bestimmten Zeit, übersetzt werden könnten (Ether 3:21-24,28).

Nun übersetzte er sie mithilfe jener zwei Steine. Nachdem diese Steine von den damaligen Propheten, denn nur sie haben sie in Händen gehalten, von Generation zu Generation weitergegeben wurden, um schließlich mit allen anderen heiligen Unterlagen vom letzten lebenden Propheten Moroni vergraben zu werden (ca. 421 n.Chr.; Mormon 8:1,14), wurden sie durch ihn, nun als real existierendes himmlisches Wesen, an Joseph Smith übergeben (JS Lebensgeschichte 1:35,59,62). Somit ist Joseph der nächste rechtmäßige Prophet, Seher und Offenbarer des Herrn (Mosia 28:16) und er konnte mit ihrer Hilfe die alten Schriften, heute als Buch Mormon bekannt, übersetzen (Mosia 28:14). Was sind deine Gedanken zu solchen von Gott bereiteten Hilfsmitteln zur Erlangung von Offenbarung und der Übersetzung fremder Sprachen?

Urim-and-ThummimUrim und Tummim, wie Joseph Smith sie beschrieb
(Bild: Quelle)

Der Herr sprach zu Mosia: Lass sie hinaufgehen

Mosia II befragte den Herrn, ob er seine Söhne zu den Lamaniten schicken solle, damit sie ihnen, ihrem Wunsch entsprechend, das Evangelium predigen könnten (Mosia 28:6): „Und der Herr sprach zu Mosia: Lass sie hinaufgehen, denn viele werden ihren Worten glauben, und sie werden ewiges Leben haben; und ich werde deine Söhne aus den Händen der Lamaniten befreien. 8  Und es begab sich: Mosia gewährte ihnen, hinzugehen und gemäß ihrer Bitte zu handeln.“ (Mosia 28:7-8).

Der Herr sprach zu Mosia: Lass sie hinaufgehen. Aus einem weisen Grund hat der Herr die Söhne Mosias II zusammen mit Alma durch einen Engel zur Umkehr gerufen (Mosia 27:18). Sie hatten damit verbunden ein Erlebnis, dass ihnen ihr Herz all jenen zuwandte, die den Plan der Erlösung ablehnten oder noch nicht kannten, ja sie konnten es sogar nicht ertragen, dass diejenigen eines Tages ewige Pein ertragen sollten (Mosia 28:3). Sie wurden gewarnt und nun wollten auch sie andere warnen, so wie wir, die wir schon gewarnt worden sind, auch aufgefordert sind unseren Nächsten zu warnen (Lehre und Bündnisse 88:81). Der Herr hat uns in heutiger Zeit sogar gesagt, dass dies nicht die Zeit vieler Worte sei, sondern eine Zeit des Warnens (Lehre und Bündnisse 63:58).

Wir sind aufgefordert alles Volk (Lehre und Bündnisse 1:4) vor jeglicher Art von Sünde zu warnen (Jakob 3:12). Allerdings soll das nicht mit dem erhobenen Zeigefinger und überheblich geschehen, sondern voller Milde und Sanftmut (Lehre und Bündnisse 38:41). Hierbei denke ich an das Gleichnis vom reichen Mann und vom armen Lazarus, das mich ermuntert, Menschen davor zu warnen, durch eigenes Verschulden dereinst an einen Ort der Qual zu kommen, der Qual, zu wissen, dass sie hätten einen besseren Ort erlangen können (Lukas 16:19-31). Was hältst du von diesem Gedanken der Warnung?

warnenDer Rauchmelder warnt uns vor unsichtbaren giftigen Gasen, wer warnt uns vor zukünftigen Qualen die eine Ewigkeit andauern?
(Bild: Quelle)

König Mosia ging hin und befragte den Herrn

Die Söhne König Mosias II mussten ihren Vater mehrere Tage mit ihrem Wunsch beknien, die Lamaniten missionieren zu dürfen (Mosia 28:5): „Und König Mosia ging hin und befragte den Herrn, ob er seine Söhne zu den Lamaniten hinaufgehen lassen solle, dass sie das Wort predigten.“ (Mosia 28:6).

König Mosia ging hin und befragte den Herrn. König Mosia II stand vor einer schweren Entscheidung. Wenn er seine Söhne auf Mission gehen ließ, musste er damit rechnen, dass sie von den Lamaniten umgebracht würden. So blieb ihm nichts anderes übrig, als den Herrn zu befragen. Andere handelten in ähnlichen Situationen ebenso:

  • Isaak und seine Frau Rebekka
    Isaak erbat vom Herrn Nachwuchs, der Herr erfüllte die Bitte. Rebekka trug Zwillinge aus, die sich schon im Mutterleib in die Quere kamen und sie bangte um ihr Leben, und befragte den Herrn, der ihre Frage beantwortete (Genesis 25:21-26).
  • Die Daniter suchten ihren Erbbesitz
    Als es noch keinen König in Israel gab, suchte der Stamm Dans sein Land des Erbteils. Als sie unterwegs waren, trafen sie auf den Priester und sie baten ihn, den Herrn zu befragen, wo sie hingehen sollten, um ihren Erbbesitz zu finden. Der Priester gab ihnen Weisung (Richter 18:3-5).
  • Joseph Smith
    Er wusste aufgrund der widerstreitenden Kirchen nicht, welche die Kirche des Herrn ist, las in der Schrift, dass man Gott fragen könnte (JS LG 1:11), tat es, bekam Antwort (JS LG 1:19) und wurde schließlich der erste Prophet der Neuzeit (Lehre und Bündnisse 124:125).
  • Spencer W. Kimball (30.12.1973 bis 5.12.1985 der 12. Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage)
    „… nach langem Nachsinnen und Beten in den heiligen Räumen des heiligen Tempels“ empfing Präsident Spencer W. Kimball die Offenbarung, „dass die Segnungen des Priestertums und des Tempels allen würdigen männlichen Mitgliedern der Kirche zugänglich gemacht werden.“ was so viel bedeutete, dass „alle würdigen männlichen Mitglieder der Kirche ohne Rücksicht auf Rasse oder Hautfarbe zum Priestertum ordiniert werden“ konnten (Lehre und Bündnisse Amtliche Erklärung 2).

Ich weiß, dass der Herr seit Adam und Eva bis heute den Menschen seine Antworten und seinen Willen auf inbrünstiges Gebet kundtut, sei es durch seinen eigenen Mund oder den seiner Propheten (Lehre und Bündnisse 1:38). Was denkst du darüber, dass der Herr gestern, heute und in Zukunft mit den Menschen spricht?

spencer-w-kimball-82958-gallerySpencer W. Kimball
12. Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
(Bild: Quelle)

Der Herr hielt es in seiner unendlichen Barmherzigkeit für richtig, sie zu verschonen

Die Söhne Mosias II hatten den sehnlichen Wunsch, dass jedem Geschöpf Errettung gepredigt werden möge (Mosia 28:3), denn: „… so wirkte der Geist des Herrn auf sie, denn sie waren die allerschändlichsten Sünder gewesen. Und der Herr hielt es in seiner unendlichen Barmherzigkeit für richtig, sie zu verschonen; doch litten sie viel Seelenqual wegen ihrer Übeltaten; sie litten viel und fürchteten, sie würden für immer verstoßen sein.“ (Mosia 28:4).

Der Herr hielt es in seiner unendlichen Barmherzigkeit für richtig, sie zu verschonen. Obwohl die Söhne König Mosias II mit Alma dem Jüngeren zusammen, entgegen dem Gebot des Königs, die Kirche des Herrn zu vernichten suchten und das Volk in die Irre führen wollten (Mosia 27:10), zeigte der Herr ihnen seine unendliche Barmherzigkeit, verschonte sie und brachte sie durch seinen Engel zur Umkehr. Ja ihre Umkehr und Bekehrung ging sogar so weit, dass sie den innigen Wunsch hatten, andere Menschen mögen auch in den Genuss dieser Barmherzigkeit kommen.

Daraus erkenne ich, dass der Geist des Mitleids, des Mitgefühls und der Vergebung, die Eigenschaften die Gott auszeichnen (Exodus 34:6), aufgrund des Sühnopfers Jesu Christi, jedem Menschen angeboten werden, auch dir und mir (Alma 42:11-30). Allerdings nur um den Preis der Unruhe, die mich zur Umkehr führt (Alma 42:13,29), indem ich Herz und Sinn wandle, eine neue Einstellung zu Gott, mir selber und dem Leben bewirke, mich vom Bösen abwende und dem Willen Gottes zuwende (Jesaja 1:16-17). Sooft ich das tue, wird mir Barmherzigkeit zuteilwerden (Moroni 6:8). Wie stehst du zu diesem Preis, dem Preis der Unruhe, die zur Umkehr führt?

barmherzigkeitDer Herr erweist dem reuigen Sünder Barmherzigkeit
(Bild: Quelle)