Ohne das Eingreifen ihres allweisen Schöpfers, und zwar wegen ihrer aufrichtigen Umkehr

Als König Mosia II seinem Volk die Nachteile der Monarchie erklärt (Mosia 29:16-18), macht er sein Volk auf folgenden Tatbestand aufmerksam: „Und ohne das Eingreifen ihres allweisen Schöpfers, und zwar wegen ihrer aufrichtigen Umkehr, hätten sie unweigerlich bis heute in Knechtschaft verbleiben müssen.“ (Mosia 29:19).

Sicherlich hast du schon sehr häufig Nachrichtenmeldungen folgender Art mitbekommen: „Dank dem beherzten und schnellen Eingreifen mehrerer Feuerwehrleute und des Sicherheitsdienstes bei einem Brand, der … in einer Unterkunft am Kirchplatz in … ausbrach, wurde Schlimmeres verhindert.“ Dank des Eingreifens dieser erfahrenen Helfer werden immer wieder Leben gerettet.

Ohne das Eingreifen ihres allweisen Schöpfers, und zwar wegen ihrer aufrichtigen Umkehr. Der Herr ließ es zunächst zu, dass das Volk, das durch den gottlosen König Noa dazu verleitet wurde, sich von ihm abzuwenden und seine Gebote zu missachten und zu übertreten (Mosia 11:2), in die Knechtschaft der Lamaniten zu gelangen (Mosia 11:21,23). Als sie sich dann allerdings wieder zum Herrn bekehrten und aufrichtige Umkehr übten (Mosia 11:25), griff der Herr zu dem von ihm für richtig befundenen Zeitpunkt ein und befreite es.

Ich lerne daraus, dass der Herr mich aus meinen Bedrängnissen befreit, in die ich eigenverschuldet gekommen bin, wenn ich aufrichtige Umkehr übe. Das aber zu einem Zeitpunkt, zu dem der `allweise Schöpfer´ der Meinung ist, dass ich das für meine Errettung Notwendige gelernt und verinnerlicht habe, und willens bin es auch anzuwenden. Ich kann mir dieser Hilfe des Herrn sicher sein, wie ich mir der Hilfe der Feuerwehrleute sicher sein kann, wenn ich mich in Lebensgefahr befinde und der Notruf bei ihr einging – im übertragenen Sinn sehe ich meine Umkehr als den Notruf an. Was bedeutet diese Erkenntnis für dich?

notruf(Bild: Quelle)

Wieviel Übeltun wird doch durch einen schlechten König verursacht

In seinem Schreiben an sein Volk (Mosia 29:4) rät König Mosia II, aufgrund Schlechtigkeit vieler Menschen, davon ab, die Monarchie aufrechtzuerhalten (Mosia 29:16) und begründet dies so: „Denn siehe, wieviel Übeltun wird doch durch einen schlechten König verursacht, ja, und welch große Zerstörung!“ (Mosia 29:17).

Es gibt unterschiedliche Staatsformen mit Varianten und unterschiedlichen Regierungssystemen auf der Welt:

  • Monarchien
    Alleinherrschaft – heute eines Monarchen als Souverän.
  • Republiken
    Gegenstück zur Monarchie, geht oft mit Demokratie (Volksherrschaft) einher, das Gemeinwohl steht an erster Stelle.
  • Diktaturen
    Es regiert ein einzelner Diktator ohne freie Wahlen. Kommen illegitim an die Macht durch Sturz einer legitimen Staatsform.

Wieviel Übeltun wird doch durch einen schlechten König verursacht. Weil die Macht auf einen Menschen alleine konzentriert leicht Übeltun und Zerstörung begünstigt (siehe König Noa; Mosia 11:1-15; 29:18), schlägt König Mosia II seinem Volk vor, die Herrschaftsform der Monarchie aufzugeben und durch eine Richterherrschaft zu ersetzen. Sie sollen durch Stimmabgabe gute Menschen als Richter wählen (Mosia 29:25). Um die Möglichkeit der Berufung zu schaffen, soll ein dreigliedriges System von Richtern eingerichtet werden (Mosia 29:27-29). Fast ähnlich haben auch wir bei uns in der heutigen Bundesrepublik ein mehrstufiges Gerichtssystem: Amtsgericht, 1. Instanz Landgericht, 2. Instanz Oberlandesgericht, 3. Instanz Bundesgerichtshof.

Ich lerne daraus, dass wir als Bürger Augen und Ohren offen halten sollen, damit wir gute Menschen als unsere Volksvertreter in die Parlamente wählen, um nicht den Boden für Alleinherrscher zu bereiten. Wie gehst du mit deiner Verantwortung als Staatsbürger um (lies auch „Ein guter Staatsbürger sein“)?

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Wenn es möglich wäre, dass ihr gerechte Männer zu Königen hättet

König Mosia II erklärt seinem Volk in dem Schreiben (Mosia 29:4) weiter: „Darum, wenn es möglich wäre, dass ihr gerechte Männer zu Königen hättet, die die Gesetze Gottes einsetzen und dieses Volk gemäß seinen Geboten richten würden, ja, wenn ihr Männer zu Königen haben könntet, die ebenso handeln würden, wie es mein Vater Benjamin für dieses Volk getan hat—ich sage euch, wenn dies immer der Fall sein könnte, dann wäre es ratsam, dass ihr immer Könige hättet, die über euch herrschen.“ (Mosia 29:13).

Wenn es möglich wäre, dass ihr gerechte Männer zu Königen hättet. In der Welt sind wir alle fehlbar, allein unser Herr und Erlöser Jesus Christus ist unfehlbar (Hebräer 9:14). Aus diesem Grund können wir nichts sehnlicher erwarten, als den Tag, da wir ihn, das erhabenste Wesen, das je auf dieser Erde geboren wurde, eines Tages als unseren `Herrn der Herren und König der Könige´ (1. Timotheus 6:14-15) haben dürfen. In diesen Genuss werden all diejenigen kommen, die an der `ersten Auferstehung´ hervorkommen werden (Mosia 15:21-26) und mit ihm zusammen im Millennium leben dürfen (Offenbarung 20:4-6; Lehre und Bündnisse 29:11).

Gerne setze ich mich mit den Anforderungen auseinander, die zur ersten Auferstehung führen, und versuche sie mehr und mehr zu erfüllen. Nicht weil ich, wie beim Menschen üblich, bei den ersten sein will, sondern weil das der Sinn und Zweck unseres Daseins auf Erden ist (Mose 1:39; Alma 34:32). Welche Gedanken gehen dir durch den Kopf, wenn du an die Herrschaft des Königs aller Könige denkst?

zweites kommenDas zweite Kommen Cristi, Beginn des Millenniums
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Glauben heißt, nichts wissen! Oder?

Häufig, wenn ich mit Leuten außerhalb der Kirche über meinen Glauben spreche, schlägt mir in irgendeiner Form das gängige Klischee entgegen: „Glauben heißt, nichts wissen!“ Dem wird dann in unserer inzwischen sehr weitgehend von atheistischen Ideen geprägten Gesellschaft die Wissenschaft entgegen gestellt, die ja, wie der Name schon sagt, gesichertes Wissen vermittelt. Diesem Gedankengang liegen zwei Missverständnisse zugrunde. Ich möchte hier auf das eine davon eingehen.

Die Online-Version des Duden definiert „Glauben“ als „gefühlsmäßige, nicht von Beweisen, Fakten o. Ä. bestimmte unbedingte Gewissheit, Überzeugung“. Dies ist die Definition, die die meisten Menschen im Hinterkopf haben, wenn es um das Thema „Glauben“ geht. Ein Blick auf die vom Duden angegebenen Synonyme offenbart jedoch, dass in unserer Sprache gewisse Bedeutungen des Wortes verloren gegangen sind. Synonyme für „Glaube“ sind „Meinung, Überzeugung, Vertrauen, Zuversicht“. Glaube im Sinne von Vertrauen oder Zuversicht ist die Bedeutung, die unseren Vorfahren sicher noch geläufig war, vielen von uns aber inzwischen fremd geworden ist.

Vielleicht hat der eine oder andere von uns noch die Worte eines Geistlichen im Ohr: „Du musst einfach glauben!“ Da glauben ja, nach weit verbreiteter Meinung „nichts wissen“ bedeutet, ist das eine sehr unbefriedigende Aussage. Sie bedeutet dieser Definition gemäß, man soll einfach gewisse Glaubenssätze annehmen, ohne einen Beweis dafür zu verlangen und ohne sie zu hinterfragen. Wenn man jedoch Glauben als Vertrauen definiert, ergibt sich daraus eine völlig andere Aussage. Dann bedeutet diese nämlich, man soll auf diese Grundsätze vertrauen, darauf setzen, dass sie wahr ist. Und dies vielleicht einfach nur für eine begrenzte Zeit, bis sich herausgestellt hat, ob sie einen weiterbringen oder nicht.

Dann sind wir genau bei der Aussage in Alma 32 im Buch Mormon. Dort heißt es im Vers 28: „Nun wollen wir das Wort mit einem Samenkorn vergleichen. Wenn ihr nun Raum gebt, dass ein Samenkorn in euer Herz gepflanzt werden kann, siehe, wenn es ein wahres Samenkorn oder ein gutes Samenkorn ist, wenn ihr es nicht durch euren Unglauben ausstoßt, so dass ihr dem Geist des Herrn Widerstand leistet, siehe, so wird es anfangen, in eurer Brust zu schwellen; und wenn ihr dieses Schwellen spürt, so werdet ihr anfangen, in euch zu sagen: Es muss notwendigerweise so sein, dass es ein gutes Samenkorn ist oder dass das Wort gut ist, denn es fängt an, meine Seele zu erweitern; ja, es fängt an, mein Verständnis zu erleuchten; ja, es fängt an, mir köstlich zu sein.“

Was der Prophet Alma hier beschreibt, ist die Tatsache, dass man gewisse spirituelle Wahrheiten nicht beweisen, sondern nur für sich selbst ausprobieren kann, indem man sie als wahr annimmt und ihnen keinen „Widerstand leistet“. Nach einiger Zeit kommt dann die Phase des Hinterfragens: Was hat diese Wahrheit, die ich angenommen habe, mit mir gemacht? Hat sie mein Verständnis erweitert, hat sie mir Freude bereitet, hat
sie mich im Leben vorangebracht?

Diese Art von Glauben ist alles andere als unkritisch oder naiv. Sie ist einfach notwendig, um Wahrheiten zu überprüfen, die sich der wissenschaftlich-intellektuellen Methodik entziehen. Außerdem ist sie sehr vernünftig und entspricht darüber hinaus auch noch unserer Alltagserfahrung. Wer wissen will, ob Sushi gut schmeckt, wird nicht mit Waage, Maßband und Thermometer an einem Maki-Röllchen herum hantieren. Er wird auch nicht alle möglichen Anhänger und Gegner des Sushi-Verzehrs zu ihrer Meinung befragen. Nein, die einzige Methode, um herauszufinden, ob man Sushi mag, ist, zumindest eines davon in den Mund zu nehmen, intensiv zu kauen, bewusst zu schmecken und dann für sich zu entscheiden, ob es einem schmeckt oder nicht.

So ist es auch mit dem Glauben.

Nun wäre es besser, der Mensch würde von Gott gerichtet als von Menschen

Im Zusammenhang mit der Neuordnung der Angelegenheiten seines Volkes (Mosia 29:11) sagte König Mosia II: „Nun wäre es besser, der Mensch würde von Gott gerichtet als von Menschen, denn die Richtersprüche Gottes sind immer gerecht, aber die Richtersprüche der Menschen sind nicht immer gerecht.“ (Mosia 29:12).

Nun wäre es besser, der Mensch würde von Gott gerichtet als von Menschen. Vor weltlichen Gerichten besteht eine ganz große Gefahr von Fehlurteilen. So gibt es eine Schätzung, dass jedes vierte Strafurteil ein Fehlurteil sei. Dabei liegt die größte Fehlerquelle in Irrtümern von Zeugen bei der Identifizierung Verdächtiger. Auch Falschgeständnisse sollen häufiger vorkommen. All diese und weitere menschliche Fehlerquellen sind bei dem Richter, vor den wir eines Tages alle treten müssen (Römer 14:10; 2. Nephi 9:15), ausgeschlossen, denn all unsere Taten sind in `Büchern´ (Offenbarung 20:12; 3. Nephi 27:23-26) und vor allem in unserem Gedächtnis lückenlos festgehalten (Mosia 2:38; Römer 14:12). Darum wird das Urteil des Herren unanfechtbar sein.

Würde es das Sühnopfer Jesu nicht geben, würden wir alle aufgrund Gerechtigkeit verloren sein. So aber haben wir mithilfe der Umkehr die Möglichkeit Barmherzigkeit zu erfahren (Alma 34:16). Gerne übe ich meinen Glauben zur Umkehr aus, um nicht „dem ganzen Gesetz mit seinen Forderungen der Gerechtigkeit ausgesetzt“ zu sein, sondern Nutznießer des großen und ewigen Plans der Erlösung sein zu dürfen (Alma 34:16). Wie setzt du deinen Glauben ein?

the-last-judgement-john-scott-355306-galleryDas letzte Gericht, Wandgemälde von John Scott im Washington D.C. Temple
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Sandte er hinaus … zu allem Volk, denn er wollte wissen, wen sie zum König haben wollten

„Als nun Mosia dies getan hatte, sandte er hinaus in das ganze Land, zu allem Volk, denn er wollte wissen, wen sie zum König haben wollten. 2  Und es begab sich: Die Stimme des Volkes kam, nämlich: Wir wünschen, dass dein Sohn Aaron unser König und unser Herrscher sei.“ (Mosia 29:1-2).

Sandte er hinaus … zu allem Volk, denn er wollte wissen, wen sie zum König haben wollten. Ein Monarch, in Zentralamerika, Mosia II, nutzt ca. 92 v. Chr. ein Instrument der `direkten Demokratie´, die Volksbefragung. Er bevorzugte also anstelle der Erbmonarchie das System der `Wahlmonarchie´. Auf diese Art wollte Mosia II mehrere, im weiteren Verlauf seines Schreibens an sein Volk (Mosia 29:4), aufgezählte Gefahren abwenden, u. a. Kriege und Streitigkeiten (Mosia 29:7). Nachdem allerdings diejenigen, die vom Volk vorgeschlagen wurden, ablehnten (Mosia 29:6), ermunterte er sein Volk weise und vorausschauend zu sein (Mosia 29:10) und schlug eine Umwandlung des Regierungssystems vor, nämlich von einer Monarchie hin zu einem Rechtsystem mit Richtern (Mosia 29:11,28-29).

Frieden kann nur herrschen, wenn allgemein anerkannte Regeln aufgestellt werden, die auch eingehalten werden. In unserem politischen System sind diese im Grundgesetz und darauf aufbauenden Gesetzeswerken festgelegt. Sollten Regeln nicht eingehalten werden, können wir die Einhaltung über unterschiedlich zuständige Gerichte einfordern (Verfassungsgerichte, Verwaltungsgerichte, Finanzhöfe, Arbeitsgerichte, Sozialgerichte, Straf- und Zivilgerichte, mit der Möglichkeit der Berufung bzw. Revision bei der nächsthöheren Instanz). Jeder von uns trägt durch Beachtung der Regeln zum Frieden bei. Ich bin glücklich, dass ich in einem Staat leben darf, in dem sich das Grundgesetz an den Regeln Gottes orientiert. Vergleiche doch mal das weltliche Rechtssystem mit dem Rechtssystem im Reich Gottes auf Erden mit Bischöfen als allgemeine Richter in Israel (Lehre und Bündnisse 107:72,74) und nächsthöheren Berufungsinstanzen (mehr lies hier: „Die Hirten Israels“)?

richterDer Bischof als allgemeiner Richter in Israel
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Alma … solle dies von einer Generation an die andere weitergeben

In seiner Zusammenfassung der Aufzeichnungen seiner Vorfahren auf den Platten, die er nun als letzter Berichtsführer in Händen hält, schreibt Moroni: „Und nun, wie ich euch gesagt habe, nachdem König Mosia dies alles getan hatte, nahm er die Platten aus Messing und alles, was er gehütet hatte, und übergab es an Alma, der der Sohn Almas war, ja, alle die Aufzeichnungen und auch die Übersetzer, und übergab sie ihm und gebot ihm, er solle sie hüten und bewahren und auch Aufzeichnungen über das Volk führen und solle dies von einer Generation an die andere weitergeben, ja, wie es weitergegeben worden war von der Zeit an, da Lehi Jerusalem verlassen hatte.“ (Mosia 28:20).

Langjährige Mitarbeiter eines Unternehmens haben sich spezielles Wissen angeeignet und Erfahrungen gesammelt. Irgendwann kommt der Tag, dass sie aus dem Unternehmen ausscheiden und wenn keine Vorkehrungen getroffen wurden, verschwindet mit ihnen auch ihre Erfahrung und ihr Wissen. Das ist eine teure Angelegenheit, jeder muss das Rad wieder neu erfinden. Deshalb haben die Unternehmen ein Wissensmanagement eingeführt. Ziel ist es: Wissen im Unternehmen zu erhalten und nutzbar zu machen, indem das Wissen gespeichert wird, dieses von einem auf den anderen Mitarbeiter übertragen wird und Wissensnetzwerke aufgebaut werden – wer weiß was.

Alma … solle dies von einer Generation an die andere weitergeben. Wissensmanagement wird nicht nur heute in Firmen durchgeführt, sondern wurde seit Anbeginn der Menschheit gelebt. Der Herr selber machte darauf aufmerksam (3. Nephi 23:11-14). Aufzeichnungen der Vorfahren sind für die Nachfahren von ganz enormer Bedeutung. In ihnen sind Erfahrungen festgehalten, die den Nachfahren so manches Leid ersparen können, wenn sie daraus lernen. Das, was unsere Vorfahren machten, wird auch heute in der Kirche des Herrn praktiziert. So beauftragte der Herr 1831 Oliver Cowdery, die Geschichte der jüngst wiederaufgerichteten Kirche zusammenzufassen (Lehre und Bündnisse 69:1-3).

Ich lerne daraus, dass auch wir in unseren Familien Wissensmanagement betreiben müssen, indem wir unsere Erfahrungen an unsere Kinder weitergeben. Durch Nephi werden wir aufgefordert, unseren Nachkommen nur das aufzuschreiben, was Gott gefällt und für sie von Wert ist (1. Nephi 6:3-6). Ich führe ein Tagebuch und muss daraus dann noch eine Abkürzung machen, wie es auch Moroni getan hat (mehr zum Tagebuch siehe hier und hier). Auch mein Blog über mein Schriftstudium ist eine solche Art von Wissensweitergabe. Was sind deine Gedanken zu einem solchen `Familienwissensmanagement´?

tagebuch(Bild: Quelle)

Dieser Bericht … brachte … ihnen viel Erkenntnis

Nachdem König Mosia II den Bericht der Jarediten übersetzt hatte: „… ließ dieser Bericht das Volk Mosia über die Maßen trauern, ja, sie waren von Kummer erfüllt; doch brachte er ihnen viel Erkenntnis, worüber sie sich freuten. 19  Und dieser Bericht wird später noch geschrieben werden; denn siehe, es ist ratsam, dass alles Volk weiß, was in diesem Bericht geschrieben steht.“ (Mosia 28:18-19).

Dieser Bericht, der im Buch Ether wiedergegeben ist, der bei den Nephiten übermäßige Trauer hervorrief, ihnen aber auch viel Erkenntnis brachte, wird von Moroni, dem letzten der Propheten der Nephiten, im Buch Ether zusammengefasst. Trauer dürfte er hervorgerufen haben, weil dieses Volk sich selbst durch einen fürchterlichen Bürgerkrieg den Untergang bereitete und viel Erkenntnis, weil darin der liebevolle Umgang des Herrn mit Jared und seinem Bruder und deren Nachkommen, in der Zeit zwischen 2500 v. Chr. bis zu ihrem selbstverschuldeten Untergang wenige hundert Jahre vor Christi Geburt, wiedergegeben ist. Es wird berichtet, wie der Herr Mitleid mit ihnen hatte und sie als Teil des Volkes in ein erwähltes Land führte, um sie dort zu einer großen Nation heranwachsen zu lassen (Ether 1:40-43), wie Jareds Bruder aufgrund seines überaus großen Glaubens den Herrn sehen durfte, verbunden mit der Erkenntnis, dass der Mensch im Ebenbild Gottes erschaffen wurde (Ether 3:13,15). Es wird über rechtschaffene Führer berichtet (Ether 7:1), aber auch darüber, wie Satan unter ihnen wirkte und aus Machtgier heraus geheime Verbindungen entstanden (Ether 8:18), die letztendlich zum Untergang des über zweimillionenstarken Volkes führten (Ether 8:21; 15:2). Nur Koriantumr (König, Ether 12:1 und letzter überlebender Kämpfer, Ether 15:32) und Ether (letzter Prophet der Jarediten; Ether 12.2; 15:33-34) blieben übrig. Koriantumr wurde vom Volk Zarahemla entdeckt (Omni 1:21). Ether verbarg den Bericht des Volkes und das Volk Limhi fand ihn und er wurde von Mosia II übersetzt (Mosia 28:11).

Dieser Bericht … brachte … ihnen viel Erkenntnis. Auch uns heute bringt dieser Bericht viel Erkenntnis. Deshalb hat der Herr Moroni geboten ihn abzukürzen und mit den anderen Sachen zusammen zu verbergen (Moroni 8:1,4), damit sie in unsere Hände gelangen könnten. Wie dankbar wir doch dem Herrn für seine unendliche Liebe und Güte sein können, uns mithilfe der Erfahrungen unserer Vorfahren vor Übeltun und dessen Folgen zu warnen. Wie ist deine Einstellung zu den Berichten, die uns der Herr zur Verfügung stellt?

ether schreibtEther stellt seinen Bericht fertig
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Da war es ein Bericht des Volkes, das vernichtet worden war

„Nachdem nun Mosia die Übersetzung dieser Aufzeichnungen beendet hatte, siehe, da war es ein Bericht des Volkes, das vernichtet worden war, von der Zeit, da es vernichtet wurde, bis zurück zum Bau des großen Turmes zu der Zeit, da der Herr die Sprache der Menschen verwirrte und sie weit über das ganze Antlitz der Erde zerstreut wurden, ja, und sogar von jener Zeit zurück bis zur Erschaffung Adams.“ (Mosia 28:17).

Da war es ein Bericht des Volkes, das vernichtet worden war. Dieser Bericht, den Limhi mit seinen Leuten bei deren Wanderung durch die Wildnis in einem Land fand, dessen Bewohner vernichtet waren (Mosia 21:26-28), handelt es sich um Aufzeichnungen der Jarediten, eines der drei Völkergruppen, über die das Buch Mormon in Zentralamerika berichtet (die anderen zwei sind die Nephiten, inkl. Lamaniten, und Mulekiten). Jared, sein Bruder und einige ihrer Freunde wurden vom Herrn zur Zeit des Turmbaus zu Babel (ca. 2200 v. Chr.; Genesis 11:1-8) von dort weggeführt nach Amerika (Ether 1:33). Dort wuchsen sie zu einem großen Volk heran (Ether 1:42-43), welches sich dann aber in einem fürchterlichen Bürgerkrieg, verursacht aufgrund von Schlechtigkeit, völlig ausrottete (Ether 15:19).

Wie wunderbar, dass es auch in diesem Volk, bis zu ihrem Untergang, Menschen gab, die der Anordnung des Herrn, einen Bericht zu führen, nachkamen und die Nephiten, und dadurch auch wir, aus deren Bericht Lehren, über den Umgang Gottes mit uns Menschen, ziehen können. Der Herr war auch so gütig und hat Mittel bereitet, wie dieser Bericht aus einer fremden Sprache übersetzt werden konnte! Was denkst du über den Auftrag des Herrn, für unsere Nachkommen Berichte über unsere Lebenserfahrungen, insbesondere mit Gott, zu führen?

goldene plattenDie goldenen Platten mit dem zusammengefassten Bericht der Nephiten, Mulekiten und Jarediten
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Nasse Schuhe – Kalte Füße

Es ist Ende April und als ich zusammen mit meinem Mann das Haus verlasse, um ihn ein Stück zur Arbeit zu begleiten, ziehe ich meine Halbstiefel an. Sie sind nicht wasserdicht, das war mir klar. „Es wird schon nicht so schlimm werden“, denke ich und gehe los. Doch der Schnee ist so naß, daß er auf der Straße bereits gleich wieder zu Matsch wird. Wir laufen nur wenige Minuten, als mir klar wird, daß ich mit nassen Füßen wieder zu Hause ankommen werde. Obwohl wir noch nicht so weit weg von zu Hause sind, gehe ich nicht zurück, um richtige Winterstiefel anzuziehen. „Die habe ich schon in den Keller geräumt“ erwidere ich meinen Mann, als er mir genau das vorschlägt und gehe entschlossen weiter. Ich spüre wie meine Socken sich vorne mit Wasser voll saugen und die Nässe sich langsam zur Fußmitte ausbreitet. Ich versuche nicht zu jammern. Schließlich habe ich mich ja so entschieden, aber irgendwann wird es so unangenehm, dass ich doch ein klein wenig über meine kalten Füße klage.

Während wir weiter laufen, erinnert mich mein Mann, an die vielen Flüchtlinge, die es zur Zeit auf der Welt gibt. Bestimmt gibt es da auch welche, die noch nie so ein Wetter erlebt haben und folglich gar nicht im Besitz von Winterstiefeln sind. Und dann auf ihrer Flucht, kommen sie in solches Wetter. Auch ihre Füße werden kalt, ihre Kinder weinen und sie sehnen sich, so wie ich auch in diesem Moment, nur nach Wärme. Doch ich weiß, daß ich nach einer halben Stunde wieder zu Hause sein werde. Wie freue ich mich darauf, meine nassen Socken und Schuhe ausziehen zu können und meine kalten Füße mit einer warmen Decke zu wärmen.

Da gehen mein Gedanken wieder zurück an all die Menschen, die auf der Flucht sind, die nicht wissen, wann und wo ihr beschwerlicher Weg zu Ende sein wird. Die sich nach Frieden und einer Zukunft für ihre Kinder sehnen. Was bin ich bereit, für diese Menschen zu tun, die mittlerweile auch in meiner Stadt leben? Ich denke, an die Worte, die ich erst vor wenigen Wochen auf der Generalkonferenz unserer Kirche gehört habe. Dort sprach der Siebziger, Patrick Kearon unter anderem darüber, was wir für diese Menschen, die mittlerweile in unserer Heimat angekommen sind, tun können:

„Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, wie wir mit anpacken und ein Freund sein können. Wir können umgesiedelten Flüchtlingen helfen, die Sprache ihres Gastlandes zu erlernen, sich neue berufliche Fertigkeiten anzueignen oder sich auf ein Vorstellungsgespräch vorzubereiten. Wir können einer Familie oder einer alleinerziehenden Mutter helfen, sich in der neuen Kultur besser zurechtzufinden. Vielleicht bedarf es dazu bloß solcher Kleinigkeiten, wie mit ihnen einkaufen zu gehen oder sie in die Schule zu begleiten. …….

Kommen wir doch aus unserer Sicherheit heraus und geben wir von dem ab, was bei uns im Überfluss vorhanden ist, nämlich Hoffnung auf eine bessere Zukunft, Glaube an Gott und unsere Mitmenschen und Liebe, die über kulturelle und ideologische Unterschiede hinwegsieht auf die herrliche Wahrheit, dass wir alle Kinder des himmlischen Vaters sind.“

In der Bibel können wir lesen, daß Jesus bereits als Kind lernen mußte, was es bedeutet auf der Flucht zu sein. Sein Leben war bedroht, weil König Herodes alle Jungen unter zwei Jahre töten ließ. Deswegen floh er mit Maria und Josef nach Ägypten. Auch später in seinem Leben sagte er von sich: Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester, der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.“ (Matthäus 8:20) Denken wir daran, was Jesus später sagte, als er über das Weltgericht sprach: „ Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“(Matthäus 25:40)

 

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