Sooft mein Volk umkehrt, werde ich ihnen ihre Verfehlungen gegen mich vergeben

Nun erklärt der Herr Alma dem Älteren, wie er Vergebung handhabt und wie es wir Menschen tun sollen: „Ja, und sooft mein Volk umkehrt, werde ich ihnen ihre Verfehlungen gegen mich vergeben.“ (Mosia 26:30).

Sooft mein Volk umkehrt, werde ich ihnen ihre Verfehlungen gegen mich vergeben. Das bedeutet natürlich nicht, dass ich zielgerichtet Gebote des Herrn übertreten kann in der Überzeugung, dass der Herr mir ja immer wieder vergeben wird (Jesus Sirach 5:5). Vergebung kann ich nur erwarten, wenn ich wahre Umkehr übe. Wahre Umkehr ist mit einer Wandlung von Herz und Sinn verbunden (2. Korinther 7:10), die eine neue Einstellung zu Gott und mir selbst und zum Leben an sich mit sich bringt (Ezechiel 18:30-31). Sie ist begründet in meiner Liebe zu Gott, und dem Wunsch der Sünde zu entsagen. Vergebung erlangen wir nur, wenn wir unsere Fehler vor Gott bekennen (Esra 10:11; Lehre und Bündnisse 58:42-43). Sollte ich von einer entsprechend großen Sünde nicht umkehren, erwartet mich ein Ausschluss aus dem Volk des Herrn (Lehre und Bündnisse 42:28). Vergebung vom Herrn zu erhalten bedeutet, dass die aufgrund von Sünde erforderliche Bestrafung aufgehoben oder außer Kraft gesetzt wird (Apostelgeschichte 26:18).

Ist es nicht wunderbar, dass der Herr uns diese Möglichkeit eröffnet. Ohne sie, wären wir verloren, könnten nie wieder in die Gegenwart unseres Schöpfers zurückkehren (Köstliche Perle Mose 6:57). Dies ist einer der Gründe, warum Jesus für uns im Garten Getsemani gelitten hat (Lehre und Bündnisse 19:13-19). Was sind deine Gedanken in Bezug auf die einzigartige Chance der Umkehr?

getsemani(Bild: Quelle)

Wer auch immer gegen mich übertritt, den sollt ihr richten

Nun sagt der Herr Alma dem Älteren, dass seine Berufung als Kirchenoberhaupt, die Aufgabe eines Richters in Israel in sich trägt: Nun sagt der Herr Alma dem Älteren, dass seine Berufung als Kirchenoberhaupt, die Aufgabe eines Richters in Israel in sich trägt: „Darum sage ich dir: Geh hin, und wer auch immer gegen mich übertritt, den sollt ihr richten gemäß den Sünden, die er begangen hat; und wenn er seine Sünden bekennt vor dir und mir und in der Aufrichtigkeit seines Herzens umkehrt, sollt ihr ihm vergeben, und ich werde ihm auch vergeben. 30  Ja, und sooft mein Volk umkehrt, werde ich ihnen ihre Verfehlungen gegen mich vergeben.“  (Mosia 26:29-30).

Wer auch immer gegen mich übertritt, den sollt ihr richten. Dieses Richten in der Kirche ist eine Beurteilung des Verhaltens, gemessen an den Grundsätzen des Evangeliums. Das Volk Israel versammelte ich in Streitfällen um ihren Führer, nämlich Mose, und er sprach Recht (Exodus 18:13). In Zusammenhang mit sozialem Verhalten und Nächstenliebe, sagte der Herr dem Volk Israel, dass seine Rechtsprechung unparteiisch und gerecht sein soll (Levitikus 19:15).

Genau wie zuzeiten des alten Israel und bei Alma, hat auch heute derjenige die Funktion eines allgemeinen Richters in Israel, dem die Führung und Leitung einer Gemeinde ordnungsgemäß übertragen wurde, nämlich der jeweils amtierende Bischof (Lehre und Bündnisse 107:72-74). Er ist für die Verwaltung der zeitlichen Belange seiner Gemeinde zuständig. Um gerecht und unparteiisch zu sein, erhält er aufgrund Inspiration Kenntnis von Wahrheit (Lehre und Bündnisse 107:71). Welche Gedanken hast du in Bezug darauf, dass der Bischof einer Gemeinde ein `allgemeiner Richter in Israel´ ist?

Close-up Of Male Judge In Front Of Mallet Holding Documents

(Bild: Quelle)

Ihn, der meine Stimme nicht hören will, den sollt ihr nicht in meine Kirche aufnehmen

Nun gibt der Herr Alma dem Älteren die Anweisungen, wer durch Taufe in seine Kirche aufgenommen werden darf: „Darum sage ich dir: Ihn, der meine Stimme nicht hören will, den sollt ihr nicht in meine Kirche aufnehmen, denn ihn werde ich am letzten Tag nicht aufnehmen.“ (Mosia 26:28).

An denjenigen, der den Wunsch hat, in die Kirche des Herrn aufgenommen zu werden, werden einige Anforderungen gestellt, die er erfüllen muss, bevor er sich taufen lassen kann:

  • Würdigkeit
    Wer sich taufen lassen will, muss sich dafür würdig machen „Seht zu, dass ihr euch nicht unwürdig taufen lasst; …“ (Mormon 9:29).

Würdigkeit zeigt sich darin, dass man (Lehre und Bündnisse 20:37):
– sich vor Gott demütigt;
– ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist hat;
– von allen Sünden umgekehrt ist;
– willens ist, den Namen Christi auf sich zu nehmen;
– entschlossen ist, Christus bis ans Lebensende zu dienen;
– rechtschaffene Werke hervorbringt.

Ihn, der meine Stimme nicht hören will, den sollt ihr nicht in meine Kirche aufnehmen. Mit der Taufe verspreche ich dem Herrn, ihm bis an mein Lebensende hier auf Erden treu dienen zu wollen. Wenn ich das gar nicht vorhabe, würde ich wissentlich etwas versprechen, was ich nicht vorhätte einzuhalten. Das würde mir sehr, sehr schaden. Wie gehst du mit Versprechen um; eher in dem Bewusstsein ihrer Bedeutung oder eher leichtfertig mit dem Gedanken: Hab ja noch viel Zeit sie einzuhalten?

versprechungen„Jedes Versprechen ist eine Schuld.“
(Bild: Quelle; Titelbild: Quelle)