Gehe deines Weges und trachte nicht mehr danach, die Kirche zu vernichten

Der Engel des Herrn gibt Alma schlussendlich folgende Anweisung: „Nun sage ich dir: Gehe hin und denke an die Gefangenschaft deiner Väter im Land Helam und im Land Nephi; und denke daran, was er Großes für sie getan hat; denn sie waren in Knechtschaft, und er hat sie befreit. Und nun sage ich dir, Alma: Gehe deines Weges und trachte nicht mehr danach, die Kirche zu vernichten, damit ihre Gebete Erhörung finden, und dies, auch wenn du selbst verstoßen werden willst.“ (Mosia 27:16).

Gehe deines Weges und trachte nicht mehr danach, die Kirche zu vernichten. Bei dieser Aussage kommt mir direkt die Begebenheit mit der Ehebrecherin in den Sinn. Jesus lehrte das Volk im Tempel. Die Schriftgelehrten (diejenigen, die die Einzelheiten des Gesetzes entwickelten und auf die Umstände ihrer Zeit anwandten. Sie gehörten zur Partei der Pharisäer) und Pharisäer (eine jüdische religiöse Gruppe, die das Gesetz des Mose wortwörtlich befolgten und viele dazu verleiteten an Christus und seinem Evangelium zu zweifeln) brachten eine Ehebrecherin zu Jesus und fragten ihn, was er dazu zu sagen habe, nachdem das mosaische Gesetz für solche Fälle die Steinigung vorsah. Er antwortete ihnen, dass derjenige den ersten Stein auf sie werfen sollte, der ohne Sünde wäre. Einer nach dem anderen ging weg, bis nur noch sie und Jesus da waren. „Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? 11 Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!“ (Johannes 8:10-11).

Wenn ich nicht selber daran schuld sein will, dass ich von Christus verstoßen werde, muss auch ich seiner Aufforderung Folge leisten: „Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!“. Das ist bei einigen Geboten für mich kein Problem, bei anderen aber doch nicht ganz so leicht. Immer wieder nehme ich es mir vor, scheitere dann aber doch wieder an meiner Schwachheit. Ich gebe nicht auf und werde es eines Tages doch schaffen vom Tisch des Herrn wegzugehen und wieder eines der Gesetze mehr zu halten, von da an nicht mehr gegen dieses Gebot zu sündigen. Welche Erfahrungen hast du mit dieser Aussage schon gemacht?

ehebrecherinJesus und die Ehebrecherin (Bild: Quelle)

Er hat mit viel Glauben für dich gebetet, damit du zur Erkenntnis der Wahrheit gebracht würdest

Der Engel des Herrn erklärt Alma dem Jüngeren, worin der Grund seines Auftrages zu sehen ist: „Und weiter sprach der Engel: Siehe, der Herr hat die Gebete seines Volkes vernommen, ebenso auch die Gebete seines Knechtes Alma, der dein Vater ist; denn er hat mit viel Glauben für dich gebetet, damit du zur Erkenntnis der Wahrheit gebracht würdest; darum bin ich nun zu diesem Zweck gekommen, dich von der Macht und Vollmacht Gottes zu überzeugen, damit die Gebete seiner Knechte gemäß ihrem Glauben erhört würden.“ (Mosia 27:14).

Er hat mit viel Glauben für dich gebetet, damit du zur Erkenntnis der Wahrheit gebracht würdest. Wir können sicher sein, dass wenn wir selber mit viel Glauben alles tun, um Verständnis zu erlangen, oder für andere Menschen nach Hilfe suchen, alleine aber nicht weiter kommen, der Herr auf unsere demütigen Bitten hört und uns Antworten zukommen lässt, manchmal auch auf unerwartete Weise (Daniel 10:12). In Saulus haben wir ein ähnliches Beispiel. Auch er versuchte die Kirche des Herrn zu vernichten, wurde aber durch den Herrn selber zur Bekehrung veranlasst (Apostelgeschichte 8:3; 9:1-7). Auch Abraham wurde sein Flehen auf spektakuläre Art und Weise beantwortet (Köstliche Perle Abraham 27:15), in diesem Fall allerdings, weil Abraham gläubigen Gehorsam zeigte.

Aus diesen Begebenheiten lerne ich, dass der Herr in bestimmten Fällen gerade auch mit solchen Menschen, die ihn und die Seinen bekämpfen, unter Umständen etwas Besonderes vorhat und sie durch auf sie zugeschnittene Ereignisse zur Umkehr bewegen möchte (Mosia 27:15). Ich werde dadurch darin bestärkt, unablässig für meine Nächsten zu beten (2. Korinther 1:11), die vom Herrn nichts wissen wollen, oder sogar die Gläubigen verfolgen und sogar umbringen. Was geht dir durch den Kopf, wenn du an solche Bekehrungsgeschichten denkst?

paulus zu saulusMichelangelo: Die Bekehrung des Saulus, 1542 – 45, Fresko in der Cappella Paolina im Vatikan (Bild: Quelle; Titelbild: Quelle)

Dies ist meine Kirche, und ich werde sie aufrichten; und nichts wird sie zu Fall bringen

Der Engel, der Alma dem Jüngeren und den Söhnen Mosias erschien, sprach diese, nachdem sie vor Bestürzung zur Erde gefallen waren und seine ersten Worte nicht verstanden (Mosia 27:12), erneut an: „Doch er rief abermals, nämlich: Alma, erhebe dich und tritt vor, denn warum verfolgst du die Kirche Gottes? Denn der Herr hat gesprochen: Dies ist meine Kirche, und ich werde sie aufrichten; und nichts wird sie zu Fall bringen als allein die Übertretung meines Volkes.“ (Mosia 27:13).

Sehr häufig in der Menschheitsgeschichte wurde die vom Herrn aufgerichtete Kirche von innen heraus auch wieder zu Fall gebracht. Die Gläubigen wandten sich aufgrund falscher Versprechungen Satans (Matthäus 24:24) von der Wahrheit ab und wurden so auch noch für weitere ein Stolperstein (Alma 4:10). Wohlstand führt häufig dazu, dass Menschen den Herrn vergessen, sich von der Wahrheit abwenden und andere ebenso verleiten (Helaman 12:2). Ein weiterer großer Abfall ist vor dem Zweiten Kommen Jesu vorhergesagt (2. Thessalonischer 2:3). Die Kirche des Herrn wird aber nicht zu Fall gebracht werden (Lehre und Bündnisse 13:1).

Dies ist meine Kirche, und ich werde sie aufrichten; und nichts wird sie zu Fall bringen. Wie dankbar bin ich dem Herrn, dass er in dieser letzten Evangeliumszeit (Lehre und Bündnisse 27:13) seine Vollmacht, durch Joseph Smith wiederhergestellt, nicht mehr von der Erde nehmen wird und seine Kirche bestehen bleiben wird, bis er selber wieder zur Erde zurückkommen wird, um seine Friedensherrschaft anzutreten (Apostelgeschichte 1:11; Lehre und Bündnisse 29:9-12). Inwiefern beeinflusst der Glaube daran, dass seine Kirche auf Erden ist und bleiben wird, bis er selber wieder kommen wird, deine Entscheidungen.

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An der eisernen Stange, dem Wort Gottes, festhalten um nicht abzufallen
(Bild: Quelle)

Da erschien ihnen der Engel des Herrn

Heimlich ging Alma der Jüngere mit den Söhnen Mosias II, dessen Gesetz missachtend, unter dem Volk umher, um die Mitglieder der Kirche von ihrem Glauben abzubringen und die Kirche zu vernichten (Mosia 27:10). Dabei widerfuhr ihnen Folgendes: „und wie ich euch sagte, als sie umhergingen und sich gegen Gott auflehnten, siehe, da erschien ihnen der Engel des Herrn; und er kam wie in einer Wolke herab; und er sprach wie mit einer Donnerstimme, die die Erde, worauf sie standen, erbeben ließ; 12  und so groß war ihre Bestürzung, dass sie zur Erde fielen und die Worte, die er zu ihnen sprach, nicht verstanden.“ (Mosia 27:11-12).

Engel sind Wesen mit einem `Geistkörper´ (sie haben noch keinen Körper aus Fleisch und Gebein erlangt oder sind Geister, die schon einen sterblichen Körper aus Fleisch und Blut hatten und auf ihre Auferstehung warten) oder mit einem auferstanden Körper aus `Fleisch und Gebein´. Es gibt auch rechtschaffene Menschen, die als Engel bezeichnet werden. In der Heiligen Schrift werden auch diejenigen als Engel bezeichnet, die Luzifer folgten und mit ihm aus der Gegenwart Gottes ausgestoßen wurden (Offenbarung 12:7-9). Himmlische Boten als Engel, erscheinen Menschen nur um einen Auftrag von Gott zu erfüllen, oder ihnen zu dienen (Moroni 7:22), wie in diesem Fall um Alma den Jüngeren und die Söhne Mosias zur Raison zu rufen. Ein ähnliches Ereignis wird uns in Zusammenhang mit der letzten Offenbarung an Daniel geschildert (Daniel 10:8-11).

Da erschien ihnen der Engel des Herrn. Im Fall von Alma dem Jüngeren und den Söhnen Mosias II sprach der Engel mit einer `Donnerstimme´ zu ihnen, sodass die ganze Erde unter ihnen bebte. Würde mir so etwas zustoßen, würde ich sicherlich auch vor Schrecken und Angst umfallen und nichts mehr mitbekommen. Welche Gedanken gehen dir durch den Kopf, wenn du hörst, dass der Herr Engel senden kann, um uns Menschen zu dienen?

engel mose erscheint jsEilija erscheint Joseph Smith 1836 im Kirtlandtempel
(Lehre und Bündnisse 110:13-16; Bild: Quelle)

Er lehrte sie und predigte ihnen Umkehr und Erlösung und Glauben an den Herrn

Alma der Ältere lehrte diejenigen, die zu ihm kamen mit der Vollmacht des Herren (Alma 5:3): „Und es begab sich: Nach vielen Tagen war eine stattliche Anzahl an dem Ort Mormon versammelt, um die Worte Almas zu hören. Ja, alle, die seinen Worten glaubten, waren versammelt, um ihn zu hören. Und er lehrte sie und predigte ihnen Umkehr und Erlösung und Glauben an den Herrn.“ (Mosia 18:7).

Mir kommt bei dieser Schriftstelle direkt Johannes der Täufer in den Sinn, wie er in der Wüste von Judäa im Auftrag des Herrn lehrte. Auch zu ihm kamen die Leute von Jerusalem, ganz Judäa und aus der ganzen Jordangegend und er verkündete ihnen: Kehrt um! (Matthäus 3:1-2,5). Der Auftrag des Herrn an seine Diener lautete seit jeher: „Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen!“ (Markus 16:15). Die Grundsätze des Evangeliums bestehen aus: Glaube an den Herrn Jesus Christus; der Umkehr; der Taufe durch Untertauchen zur Sündenvergebung; dem Händeauflegen zur Gabe des Heiligen Geistes.“ (Glaubensartikel 1:4).

Er lehrte sie und predigte ihnen Umkehr und Erlösung und Glauben an den Herrn. Auch heute gilt dieser Auftrag. Jesus Christus hat z. B. Martin Harries geboten: „Und ich gebiete dir, nichts anderes als nur Umkehr zu predigen …“ (Lehre und Bündnisse 19:21). Seit der Wiederherstellung der Kirche des Herrn in diesen letzten Tagen sendet der Herr seine Diener erneut aus, um die Völker der Erde mit seinem Evangelium bekannt zu machen (Lehre und Bündnisse 1:23). Missionare des Herren gehen je zu zweit aus und predigen sein Evangelium (Lehre und Bündnisse 42:6) jedem Menschen, der es hören will, in dessen Muttersprache (Lehre und Bündnisse 90:11). Als solche Missionare der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage meine Mutter und mich 1960 mit dem Evangelium von Jesus Christus bekannt machten, waren wir dem Herrn für seine große Liebe und Güte dankbar und wir ließen uns gerne von ihnen belehren. Wie hast du reagiert, als du von den Missionaren angesprochen worden bist – oder wurdest du noch nicht angesprochen? Wenn nein, schau doch mal auf diese Seite.

missionare
(Quelle)

Nun gab es in Mormon eine Quelle reinen Wassers

Die Umgebung des Versteckes Alma des Älteren ist folgendermaßen beschrieben: „Nun gab es in Mormon eine Quelle reinen Wassers, und dorthin begab sich Alma, denn es gab nahe dem Wasser ein Dickicht von kleinen Bäumen, wo er sich des Tags vor den Nachforschungen des Königs verbarg. 6  Und es begab sich: Alle, die ihm glaubten, gingen dorthin, um seine Worte zu hören.“ (Mosia 18:5-6).

Mir kommt hier sofort die Symbolhaftigkeit `Quelle reinen Wassers´ in den Sinn. Als Jesus von Judäa nach Galiläa unterwegs war, machte er in Samarien am Jakobsbrunnen Rast und bat eine Samariterin ihm zu trinken zu geben. Sie verstand zunächst nicht, was Christus damit meinte, dass er ihr Wasser geben könnte, nachdem ihr nie mehr dürsten würde, wenn sie davon trinken würde (Johannes 4:14; lies ruhig um den Vers herum).

Nun gab es in Mormon eine Quelle reinen Wassers. Alma der Ältere hatte von der Quelle reinen Wassers genossen, als er den Predigten des Propheten Abinadi zuhörte. Nun war er gesättigt und konnte seinerseits denjenigen davon abgeben, die sich der Anstrengung unterzogen, zu ihm in die Wildnis zu ziehen, um auch davon zu trinken. Ich lerne daraus, dass man sich anstrengen muss, um an die Quelle des Wassers, das in das ewige Leben quillt, zu gelangen. Was unternimmst du, um von der Quelle dieses reinen Wassers, das Jesus uns durch seine berufenen Diener anbietet, zu trinken?

jakobsbrunnen

Christus und die Samariterin am Jakobsbrunnen
(Quelle; sieh dir gerne auch den kurzen Clip an)

Alle, die seine Worte hören wollten, die lehrte er

Über die Aktivitäten Alma des Älteren wird uns berichtet: „Und alle, die seine Worte hören wollten, die lehrte er. Und er lehrte sie heimlich, damit es nicht dem König zur Kenntnis käme. Und viele glaubten seinen Worten. 4  Und es begab sich: Alle, die ihm glaubten, begaben sich an einen Ort, der Mormon genannt wurde, und er hatte seinen Namen von dem König bekommen, und er lag in dem Grenzgebiet des Landes, das bisweilen oder zuzeiten von wilden Tieren unsicher gemacht wurde.“ (Mosia 18:3-4).

Dies war der Beginn des Wiedererrichtens der Kirche des Herren in diesem Gebiet nach einem Abfall, verursacht durch König Noa (3. Nephi 5:12). In der Geschichte der Kirche des Herren sehen wir immer wieder, dass Menschen nicht mehr auf seine Diener hören wollten und an deren Stelle ihre eigene Lehre setzten. So warnte Paulus den Timotheus, dass Zeiten kommen würden, wo die Menschen sich ihre eigenen Lehrer aussuchen würden, die Lehren nach ihrem Geschmack lehren würden (2. Timotheus 4:3). Nach Jesu Himmelfahrt wurde seine Kirche weiter aufgebaut, aber mit dem gewaltsamen Tod der von ihm bevollmächtigten Kirchenführer (alle Apostel) gab es eine sehr lange Zeit keine göttliche Vollmacht mehr auf Erden. Zwar wirkte sein Geist auf viele Menschen ein (Kolumbus, Hieronymus, Wycliffe, Tyndale, Luther, Zwingli, Gutenberg …), wodurch eine Wiederherstellung vorbereitet wurde (mehr darüber erfährst du hier). Mit Joseph Smith kam derjenige auf die Erde, der wieder die Wahrheit verbreiten und seine Kirche aufrichten sollte (Joseph Smith – der Prophet der Wiederherstellung).

Alle, die seine Worte hören wollten, die lehrte er. Auch heute sind wir in der Situation, dass alle, die das Wort Gottes von seinen bevollmächtigten Dienern gelehrt bekommen wollen, sich an einem Ort versammeln. Glücklicherweise brauchen wir bei unseren Zusammenkünften keine wilden Tiere fürchten, die die Gegend unsicher machen und uns vor üblen Menschen verstecken, obwohl es in der damaligen DDR doch auch Besucher gab, vor denen sich der Lehrende in Acht nehmen und seine Worte bedacht wählen musste, um nicht als Klassenfeind zu gelten. Ich versammle mich sehr gerne jeden Sonntag in der Kirche des Herrn, um sein Wort gelehrt zu bekommen und ermuntert zu werden, es in meinem Leben anzuwenden, um ihm näherzukommen (Lukas 6:47-49). Wie ergeht es dir?

kirche

Der Ort, wo ich sonntags hingehe, um Worte ewigen Lebens zu lernen

Alma, …, kehrte von seinen Sünden und Übeltaten um …

Was geschah nach dem Feuertod des Propheten Abinadi? „Und nun begab es sich: Alma, der vor den Knechten König Noas geflohen war, kehrte von seinen Sünden und Übeltaten um und ging heimlich unter das Volk und fing an, die Worte Abinadis zu lehren — 2  ja, in Bezug auf das Kommende und auch in Bezug auf die Auferstehung der Toten und die Erlösung des Volkes, die durch die Macht und die Leiden und den Tod Christi und seine Auferstehung und Auffahrt in den Himmel zustande gebracht werden sollte.“ (Mosia 18:1-2).

Alma, …, kehrte von seinen Sünden und Übeltaten um … und fing an, die Worte Abinadis zu lehren. Dieser Alma der Ältere war ein Abkömmling Nephis (Mosia 17:2). Woher hatte er Vollmacht, das Evangelium zu predigen und wie wir später erfahren werden, die Kirche des Herrn aufzubauen? Präsident Joseph Fielding Smith, 10. Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (1970-1972), hat erklärt: „Wir können wohl annehmen, dass Alma schon das Priestertum besaß, ehe er sich – zusammen mit anderen – von König Noa verleiten ließ. Es ist aber unerheblich, ob es nun so war oder nicht. Denn im Buch Mosia wird unmissverständlich gesagt, dass er Vollmacht besaß [siehe Mosia 18:13,18].“ (Answers to Gospel Questions, 3:203.). Durch die Predigt des Propheten Abinadi erkannte Alma, dass er sich von der Kirche des Herrn aufgrund schmeichlerischer Machenschaften abgewandt hatte. Er erkannte seinen Fehler, hat sich dem wahren Evangelium wieder zugewandt und göttlichen Dienst an seinen Mitmenschen wieder aufgenommen. Ich lerne daraus, dass ich auf die Worte der Propheten achten muss, sie mit meinem Handeln vergleichen und wenn ich Abweichungen erkenne, wieder auf den rechten Weg zurückkehren muss und vor allem kann. Wie stellst du fest, ob du noch auf dem richtigen Weg bist?

alma predigt

Nachdem Alma umgekehrt war, predigte er die Wahrheit (Quelle)

Er stahl dem Volk das Herz

Von Alma dem Jüngeren lesen wir, ganz entgegengesetzt dem Vorbild und Handeln seines Vaters, der mithilfe des Herrn dessen Kirche wieder unter dem Volk aufrichtete, nachdem sie von König Noah niedergerissen wurde: „Und er wurde ein großes Hindernis für das Wohlergehen der Kirche Gottes; denn er stahl dem Volk das Herz, verursachte viele Auseinandersetzungen unter dem Volk und gab dem Feind Gottes Gelegenheit, seine Macht über sie auszuüben.“ (Mosia 27:9).

Er stahl dem Volk das Herz. Das Herz symbolisiert Sinn und Willen des Menschen und ist Quelle all seiner Empfindungen und Gefühle. Du kennst sicherlich auch die Redewendung: „Jemandem das Herz stehlen.“ Hiermit soll u. a. zum Ausdruck gebracht werden, dass einer jemanden für sich einnimmt, für sich gewinnt, erobert. Wir lesen im Alten Testament, wie so etwas geht: Abschalom, einer der jüngeren Söhne von König David und ein Halbbruder des Salomo (um 1000 v.Chr.), hat sich dadurch in das Herz der Israeliten gestohlen, indem er ihnen versprach, wenn sie ihn zum Richter machen würden, würde er ihnen Recht verschaffen (2. Samuel 15:1-6). Kennen wir solche Machenschaften nicht auch heutzutage zur Genüge? Werden dadurch nicht auch heute Auseinandersetzungen provoziert?

Ich lerne daraus, dass ich mich durch solche Machenschaften nicht beeindrucken lassen sollte, vom Weg des Herrn abzuweichen, um krumme Wege zu gehen (Psalm 125:4-5). Der schmale und gerade Pfad führt mich zu Gott zurück (Matthäus 7:14). Selbstredend darf ich, um ungerechte Ziele zu erreichen, diese Methode auch nicht bei anderen anwenden. Wie gehst du damit um, wenn dir jemand dein Herz stehlen will?

herz stehlen(Bild: Quelle)

Nun wurden die Söhne Mosias zu den Ungläubigen gezählt; und auch einer der Söhne Almas

Nachdem durch den damaligen Kirchenführer Alma dem Älteren und König Mosia II alle Angelegenheiten geregelt und auf den richtigen Weg gebracht wurden, segnete der Herr das Volk und sie breiteten sich im Land in alle Himmelrichtungen aus (Mosai 27:6-7). Die nächste Generation wuchs heran und über die Söhne von König Mosia und Alma den Älteren wird uns berichtet: „Nun wurden die Söhne Mosias zu den Ungläubigen gezählt; und auch einer der Söhne Almas wurde zu ihnen gezählt, er hieß Alma nach seinem Vater, doch wurde er ein sehr schlechter und götzendienerischer Mensch. Und er war ein Mann vieler Worte und sagte den Leuten viel Schmeichelei; darum verführte er viele vom Volk, nach der Weise seiner Übeltaten zu handeln.“ (Mosia 27:8).

Nun wurden die Söhne Mosias zu den Ungläubigen gezählt; und auch einer der Söhne Almas. Wir erkennen, dass auch Söhne von ehrenhaften und gottesfürchtigen Eltern vom Weg abkommen können. Dies ist nicht dem Vorbild der Eltern zuzuschreiben, denn das war ja in jeglicher Hinsicht gut. Jeder Mensch hat eben seine eigene Persönlichkeit und kann sich nach eigenem freien Willen entscheiden (Helaman 14:30). Alma der Jüngere hat sich nun mal dazu entschieden, mit schmeichlerischen Worten viele Menschen zu Übeltaten zu verführen. Vier Söhne Mosias II halfen ihm dabei, Ammon, Aaron, Omner und Himni (Mosia 27:34).

Um mich herum gibt es viele Familien, deren Kinder treu im Glauben stehen und dem Vorbild ihrer Eltern nacheifern. Da könnte ich an mir ins Zweifeln kommen, wenn meine Kinder meinem Vorbild nicht nachfolgen, sondern eigene andere Wege gehen und dem Herrn nicht so treu bleiben, wie ich es mir wünsche. Aus der obigen Schriftstelle lerne ich, dass ich mir keine Vorwürfe machen brauche, solange ich ihnen ein gutes Vorbild war und bleibe. Was ich tun kann: Ich liebe sie weiterhin von ganzem Herzen, mache ihnen keine Vorwürfe und bitte den Herrn tagtäglich in meinen persönlichen Gebeten, dass ihnen auf eine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Hilfe zuteilwerde und sie sich eines Tages wieder in der rechten Weise dem Herrn zuwenden. Wie gehst du mit ähnlichen Situationen um, falls du sie erleben solltest?

der verlorene sohnDer verlorene Sohn – Lukas 15,11-32
(Bild: Quelle)