Deshalb war er auf ihn wütend

Alma der Ältere und seine Anhänger wurden nun von Amulon, dem von Laman eingesetzten Herrscher über das eingenommene Land Almas, Helam (Mosia 23:39,19-20,29), unterdrückt (Mosia 24:8): „Denn Amulon wusste von Alma, dass er einer der Priester des Königs gewesen war und dass er es gewesen war, der den Worten Abinadis geglaubt hatte und vor dem König verjagt worden war, und deshalb war er auf ihn wütend; denn er war König Laman untertan, und doch übte er Gewalt über sie aus und bürdete ihnen Arbeiten auf und setzte Arbeitsaufseher über sie.“ (Mosia 24:9).

Sicherlich kennst du von Heinrich Hoffmann, dem deutschen Psychiater, Lyriker und Kinderbuchautor und Verfasser des Struwwelpeters (1809 – 1894) „Die Geschichte vom bösen Friederich“:

Der Friederich, der Friederich,
Das war ein arger Wüterich!
Er fing die Fliegen in dem Haus
Und riss ihnen die Flügel aus.
Er schlug die Stühl’ und Vögel tot,
Die Katzen litten große Not.
Und höre nur, wie bös er war:
Er peitschte seine Gretchen gar!

Deshalb war er auf ihn wütend. Leider passiert es auch mir hier und da noch, dass ich in einen erregten Gemütszustand gerate. Sollte mich jemand z. B. beim Autofahren meiner Meinung nach unrechtmäßig behindern, werde ich kurzfristig leicht wütend, aber bekomme mich, erinnernd daran, dass aus der Sicht anderer, ich womöglich oft das gleiche in ihnen verursache, recht schnell wieder in den Griff. Ich nehme mich immer mehr in Acht vor dem wütend werden, denke an die Folgen (siehe „Die Geschichte vom bösen Friederich“). Man verliert leicht die Selbstkontrolle, viel Schlimmes entsteht daraus: über Schlägereien (Numeri 22:27), kriegerische Auseinandersetzungen (2. Makkabäer 5:11), bis hin zu Mord (Daniel 2:12), ist alles unbedachte Handeln drin. Wie gehst du mit aufkommender Wut um?

wut(Quelle; Titelbild Quelle)

Amulon fing an, Gewalt über Alma und seine Brüder auszuüben

Der ehemalige, durch den gottlosen König Noa ernannte Priester Amulon und jetzt durch König Laman eingesetzte weltliche Führer im Land Helam (Mosia 23:39), stiftet seine Anhänger an: „… Gewalt über Alma und seine Brüder auszuüben, und fing an, ihn zu verfolgen, und veranlasste, dass seine Kinder ihre Kinder verfolgten.“ (Mosia 24:8).

Amulon fing an, Gewalt über Alma und seine Brüder auszuüben. Fortgesetzte Gewaltausübung wird in Deutschland mit Freiheitsstrafe geahndet (StGB § 107). Hierunter fallen körperliche Misshandlung sowie Handlungen gegen Leib und Leben oder gegen die Freiheit anderer Personen. Aber es gibt auch noch seelische Gewalt mit schwerwiegenden Folgen. Der Herr sagt uns, dass fast jeder Mensch dazu neigt, die ihm übertragene Macht zu missbrauchen (Lehre und Bündnise 121:39). Im Besonderen hat der Herr diejenigen gewarnt, Gewalt anzuwenden, die sein Priestertum tragen. Er sagt, dass die Rechte des Priestertums unzertrennlich mit den Mächten des Himmels verbunden sind und nur in Rechtschaffenheit ausgeübt werden können. Würde „mit dem geringsten Maß von Unrecht irgendwelche Gewalt oder Herrschaft oder Nötigung auf die Seele der Menschenkinder“ ausgeübt, würden wir den Geist des Herren betrüben und er würde sich zurückziehen und wir würden keine Macht mehr haben (Lehre und Bündnisse 121:36-37). Ich bin dankbar für die Macht des Priestertums, die ich tragen darf, und hüte mich davor, sie unrechtschaffen zu nutzen. Ich habe gelernt, sie im Dienst an meinem Mitmenschen zu deren Wohl und Nutzen auszuüben. Wie gehst du mit der Macht um, die dir übertragen worden ist?

gewalt(Quelle; Titelbild Quelle)

Fingen an, ein schlaues und weises Volk zu sein, was die Weisheit der Welt betrifft

Nachdem der lamanitische König namens Laman, Lehrer für das Volk bestellt hatte (Mosia 24:3-4), wurde es in der Weisheit der Welt unterrichtet: „Und so fingen die Lamaniten an, ihren Reichtum zu vermehren, und fingen an, miteinander Handel zu treiben und groß zu werden, und fingen an, ein schlaues und weises Volk zu sein, was die Weisheit der Welt betrifft, ja, ein sehr schlaues Volk, das Vergnügen fand an allerart Schlechtigkeit und Ausplünderung, außer unter den eigenen Brüdern.“ (Mosia 24:7).

Fingen an, ein schlaues und weises Volk zu sein, was die Weisheit der Welt betrifft. Nach meinem Verständnis bedeutet weise zu sein, erlangtes Wissen richtig anzuwenden. Wenn ich die Gesetzmäßigkeit von Fliehkräften und Haftungskräften kennengelernt habe, dann aber doch mit überhöhter Geschwindigkeit in eine Kurve fahre und mich überschlage, bin ich zwar schlau, aber mein Handeln war töricht. Seine Weisheit nur auf weltliche Dinge zu beschränken, ist auch töricht (1. Korinther 1:20; 2. Nephi 9:28). Der Herr fordert uns auf, Weisheit aus den besten Büchern zu ziehen und durch `Studium und Glauben´ Wissen zu erlangen (Lehre und Bündnisse 109:7). Zu den besten der besten Bücher gehören für mich die heiligen Schriften. Aus ihnen lerne ich durch tägliches Studium, verbunden mit Glauben und Gebet, göttliche Weisheit, indem ich das Gelernte im täglichen Leben richtig anwende. Wenn ich gelernt habe, dass der Herr von mir verlangt ein Zehntel meines Ertrages, den ich ohne ihn ja schon gar nicht hätte erlangen können, an ihn zurückzugeben und er mich dafür wiederum segnen würde (Deuteronomium 14:22; 3. Nephi 24:10), ich es aber unterlasse, so handle ich nicht weise sondern töricht. Wie gehst du mit dem dir angeeigneten Wissen um?

fliehkraft(Quelle)