Wenn die zweite Posaune ertönt

Der Herr belehrt Alma den Älteren weiter über Zukünftiges: „Und es wird sich begeben: Wenn die zweite Posaune ertönt, dann werden diejenigen, die mich nie gekannt haben, hervorkommen und vor mir stehen.“ (Mosia 26:25).

Wenn die zweite Posaune ertönt. Nachdem Alma der Ältere den Herrn befragte, wie er mit jenen verfahren soll, die wegen ihrer Übertretungen vor ihn gebracht wurden, klärt er ihn über die Art und Weise des Gerichtes auf, vor das alle Menschen, die über diese Erde gingen, treten müssen. Wie wir aus neuzeitlicher Offenbarung des Herrn an Joseph Smith erfahren, werden alle Verstorbenen dieser Erde in vier Kategorien eingeteilt und durch Posaunen in entsprechender Reihenfolge aufgerufen vor den Herrn zu treten, um gerichtet zu werden:

  • Erste Posaune
    Diejenigen, die Christus gehören, egal ob noch am Leben oder verstorben, werden ihm begegnen und mit ihm zur Erde herabkommen (Lehre und Bündnisse 88:95-98). Das sind diejenigen, die alle notwendigen Bündnisse mit dem Herrn eingingen und bis ans Ende ihres Lebens treu blieben. Sie ererben das Celestiale Reich (Lehre und Bündnisse 88:28-29), wo sie die Gegenwart von Gott Vater und Gott Sohn genießen dürfen (Lehre und Bündnisse 76:50-70).
  • Zweite Posaune
    Diejenigen ehrenhaften Menschen, die auf Erden das Evangelium nicht annahmen, aber im Gefängnis der Geisterwelt, oder aber auf Erden nicht bis ans Ende den Bündnissen treu waren, auch alle, die ohne Gesetz gestorben sind (Lehre und Bündnisse 88:99). Sie werden in das Terrestriale Reich eintreten (Lehre und Bündnisse 88:30), wo sie in der Gegenwart von Christus leben werden (Lehre und Bündnisse 76:71-79).
  • Dritte Posaune
    Diejenigen, die sich nicht zum Herrn bekehren wollen, das Evangelium ablehnen, sich nicht taufen lassen wollen, oder die Taufe durch Stellvertreter im Tempel ablehnen (Lehre und Bündnisse 88:100-101; 84:74). Sie werden das Telestiale Reich ererben (Lehre und Bündnisse 88:31). Sie genießen die Gegenwart des Heiligen Geistes (Lehre und Bündnisse 76:81-86).
  • Vierte Posaune
    Diejenigen, die sich bewusst gegen Gott entschieden, oder den Heiligen Geist geleugnet haben nachdem sie ihn empfangen hatten. Sie werden für ewig in keine der drei Herrlichkeiten eingelassen, sondern für immer in Satans Gegenwart verbleiben (Lehre und Bündnisse 88:102,32,35). Das ist ein Ort ohne Herrlichkeit, ohne Erlösung (Lehre und Bündnisse 76:30-38,43-45).

Wenn die zweite Posaune ertönt. Wie wir in der Schrift belehrt werden, bedarf es höchster Anstrengung, zu denjenigen zu gehören, die bei der ersten Posaune gerufen werden. Aber das ist das Ziel, der Sinn unseres Lebens, das Sühnopfer Jesu Christi zu verstehen und anzunehmen. Kannst du dir ausmahlen, wie wunderbar es sein muss, Jesus Christus in der Mitte des Himmels zu treffen und mit all den anderen und ihm zur Erde zurückzukehren und den Beginn des Millenniums, die Übernahme der Herrschaft des Friedenskönigs für tausend Jahre ohne Satan, zu erleben? Was denkst du über diese Zeit, die uns bevorsteht?

zweites kommenDas Zweite Kommen (Bild: Quelle)

Mit meinem Namen werden sie gerufen

Jesus Christus erklärt Alma dem Älteren um 110 v.Chr. weiter: „Denn siehe, mit meinem Namen werden sie gerufen; und wenn sie mich kennen, werden sie hervorkommen und auf ewig einen Platz zu meiner rechten Hand haben.“ (Mosia 26:24).

Mit meinem Namen werden sie gerufen. Dem Menschen gefällt es, wenn er seinen Namen hört oder irgendwo öffentlich zu lesen bekommt. Er fühlt sich angenommen, geehrt. Sollte er seinen Namen wider Erwarten nicht hören oder lesen, ist er enttäuscht. Wie ist es nun aber zu verstehen, dass der Herr Menschen mit seinem Namen, also dem Namen Jesu Christi ruft? Und welche Menschen ruft er so?

Aus neuzeitlicher Offenbarung erfahren wir: „darum müssen alle Menschen den Namen auf sich nehmen, der vom Vater gegeben ist, denn mit diesem Namen werden sie am letzten Tag gerufen werden;“ (Lehre und Bündnisse 18:24). Der Name, der vom Vater gegeben ist, ist der Name Jesu Christi (3. Nephi 27:5). Diesen Namen nehmen wir bei unserer Taufe auf uns (Lehre und Bündnisse 20:37). Wer Jesus Christus ablehnt, der wird auch nicht auf diesen Namen reagieren, wenn er mit ihm gerufen werden würde. Alle anderen reagieren darauf und werden auf ewig einen Platz zur Rechten von Christus zugeteilt bekommen.

Ich bin dankbar, dass ich den Namen Jesu auf mich nehmen durfte und jeden Sonntag werde ich beim Abendmahl daran erinnert (Lehre und Bündnisse 20:77). Wie erkennst du die Stimme dessen, der dich einmal mit seinem Namen rufen wird?

zur rechten hand(Bild: Quelle)

Ich bin es, …, der demjenigen, der bis ans Ende Glauben hat, einen Platz zu meiner rechten Hand gewährt

Jesus Christus erklärt Alma dem Älteren (Mosia 26:14) weiterhin: „Denn ich bin es, der die Sünden der Welt auf sich nimmt; denn ich bin es, der sie erschaffen hat; und ich bin es, der demjenigen, der bis ans Ende Glauben hat, einen Platz zu meiner rechten Hand gewährt.“ (Mosia 26:23).

Du hast sicherlich schon mal die Redewendung „die Schafe von den Böcken scheiden“ gehört. Angewendet wird die Redensart, wenn man das Gute vom Bösen zu trennen, die Guten von den Schlechten unterscheiden, Unschuldige und Übeltäter voneinander abgrenzen oder Dinge nach ihrer Qualität voneinander unterscheiden möchte. Die Redewendung leitet sich aus dem Matthäusevangelium ab, wo es um das Weltgericht geht. Dort wird uns erklärt, dass Jesus Christus mit seinen Engeln kommen und Platz auf seinem Thron einnehmen wird, die Völker vor ihm versammelt werden und er die Schafe von den Böcken scheiden wird. Er wird „… die Schafe zu seiner Rechten stellen und die Böcke zur Linken.“ (Matthäus 25:31-33).

Ich bin es, …, der demjenigen, der bis ans Ende Glauben hat, einen Platz zu meiner rechten Hand gewährt. Was bedeutet es, einen Platz zur rechten Hand von Jesus Christus gewährt zu bekommen?

  • Die rechte Seite von Jesus Christus ist diejenige, auf der all jene gesammelt werden, die auf Erden ein rechtschaffenes Leben geführt haben (Matthäus 25:34-40).
  • Zur Linken werden diejenigen gesammelt, die im Halten der Bündnisse nicht treu gewesen sind und sich wissentlich gegen den Herrn entschieden haben (Matthäus 25:41-46).

Neuzeitliche Offenbarung bestätigt uns, dass diese Einteilung nach der Auferstehung zum `Jüngsten Gericht´ (siehe hier) stattfinden wird (Lehre und Bündnisse 29:26-28). Ich lerne daraus, dass ich mich in diesem Erdenleben entsprechend anstrengen muss, wenn ich mich zur rechten Hand des Herrn wiederfinden möchte (Alma 34:32). Was denkst du, musst du tun, um zu denen zu gehören, die zur rechten Hand des Herrn eingeordnet zu werden?

schafe und böcke trennen(Bild: Quelle)

Dies ist meine Kirche

Der Herr, Jesus Christus, spricht zu Alma dem Älteren darüber, dass all diejenigen, die zur Umkehr getauft werden, in die Kirche aufgenommen werden sollen (Mosia 26:14,21) und sagt dann weiter: „Denn siehe, dies ist meine Kirche; wer auch immer getauft wird, der soll zur Umkehr getauft werden. Und wen auch immer ihr aufnehmt, der soll an meinen Namen glauben, und ihm will ich ohne weiteres vergeben.“ (Mosia 26:22).

Dies ist meine Kirche. Wenn in der Schrift vom `Herrn´ die Rede ist, handelt es sich entweder um Gottvater (Elohim) oder um Gottsohn (Jehova). Nachdem Gottvater die Vollmacht über diese Erde seinem Sohn Jehova übertragen hat, und er sie auch nach den Plänen Gottvaters erschuf (Genesis 2:4; Helaman 14:12; Hebräer 1:2; Lehre und Bündnisse 14:9), spricht auch dieser zu den Menschen, auch wenn es sich manchmal so anhört, als wenn Gottvater spricht (Köstliche Perle Mose 2:1).

Jesus Christus hat Alma dem Älteren also zu verstehen gegeben, dass die Kirche, die er aufgerichtet hat, seine Kirche ist, also die Kirche von Jesus Christus. Die Kirche ist ein ordnungsgemäßer Zusammenschluss derjenigen Gläubigen, die sich auf den Namen Jesu Christi haben taufen und konfirmieren lassen und damit den Namen von Jesus Christus auf sich genommen haben (Römer 12:5). Seine Kirche (Epheser 5:23) wird hier auf Erden von Aposteln und Propheten geleitet (Epheser 2:19-20), die sein Wort verkünden, welches sie von ihm erhalten (Amos 3:7). Wenn es die Kirche von Jesus Christus ist, verwundert es dann, dass sie auch seinen Namen tragen muss (3. Nephi 27:8)?

Ich bin zutiefst dankbar, dass der Herr, Jesus Christus, seine Kirche auf Erden immer wieder aufgerichtet hat, sodass wir in ihr Schutz vor den Anfechtungen Satans finden, uns gegenseitig stärken und all die Verordnungen durchführen können, die uns zu ihm zurückführen (Exodus 18:20). Welchen Stellenwert räumst du der Kirche des Herrn ein?

kirche jesu christi_(Bild: Quelle)

Wer meine Stimme hören will, der wird mein Schaf sein

Nachdem der Herr Alma dem Älteren den Auftrag erteilt hatte, seine Schafe zu sammeln (Mosia 26:20), sagt er ihm nun: „Und wer meine Stimme hören will, der wird mein Schaf sein; und ihn sollt ihr in die Kirche aufnehmen, und ihn werde ich auch aufnehmen.“ (Mosia 26:21).

Wer meine Stimme hören will, der wird mein Schaf sein. All diejenigen, die auf die Stimme des Herrn, oder die seiner Diener, hören wollen, werden durch ein Tor auf die Weide des `guten Hirten´ geführt und in seine Herde aufgenommen, wo sie sich ein Leben lang an seinem Wort weiden und dadurch wachsen und gedeihen und dem `guten Hirten´ folgen können (Johannes 10:27), um dereinst in seine Gegenwart zurückkehren zu können und durch sein Sühnopfer vollkommen gemacht zu werden. Dieses Tor ist die Taufe im Wasser und die anschließende Konfirmation durch die Knechte des Herren, verbunden mit der Aufforderung die Gabe des Heiligen Geistes zu empfangen. Vor Jahrzehnten durfte ich auch durch dieses Tor seine Weide betreten. Auf seiner Weide fühle ich mich geborgen und erfreue mich am Wort des guten Hirten und versuche wie Samuel (1. Samuel 3:7-10), seine Stimme immer besser kennenzulernen, damit ich weiß, wenn er mich ruft und ich sagen kann „Rede, HERR, denn dein Knecht hört“. Wie lernst du die Stimme des Herrn kennen und wie achtest du auf seine Worte?

meine schafe hören auf meine stimme
(Quelle)

Du sollst mir dienen und in meinem Namen hingehen und sollst meine Schafe sammeln

Nachdem Alma der Ältere vom Herrn gesagt bekam, dass er sein Knecht sei und er mit ihm einen Bund schloss (Mosia 26:20), gab er ihm noch folgenden Auftrag: „… und du sollst mir dienen und in meinem Namen hingehen und sollst meine Schafe sammeln.“ (Mosia 26:20).

Du sollst mir dienen und in meinem Namen hingehen und sollst meine Schafe sammeln. Ein Knecht ist der Diener seines Herren, von daher eine Bekräftigung der ersten Aussage. Dann aber kommt die Konkretisierung, welche Diensttätigkeit er als sein Knecht erfüllen soll: die Schafe des Herrn sammeln. Dies erinnert mich an die Unterhaltung, die der auferstandene Jesus mit Petrus führte. Jesus fragte ihn dreimal, ob er ihn lieb habe und Petrus verzweifelte schier, dass der Herr ihn wiederholt fragte, obwohl er ihm dies jedes Mal bestätigte. Jedes Mal gab ihm der Herr den Auftrag: „Weide meine Lämmer … Weide meine Schafe!“ (Johannes 21:15-17). Alle Töchter und Söhne Gottes sind Lämmer und Schafe von Jesus Christus. Sein Ziel ist es, ihnen ewiges Leben zu ermöglichen (Köstliche Perle Mose 1:39). Dazu ist es erforderlich, sein Sühnopfer anzunehmen (Mosia 4:6-8). Das können wir nur, wenn wir die Gelegenheit haben es kennenzulernen. Deshalb ergeht derselbe Ruf auch an die heutigen Knechte des Herrn „Geht hin in alle Welt, predigt das Evangelium jedem Geschöpf …“ (Lehre und Bündnisse 68:8). Diesem Ruf folgen junge Missionarinnen und Missionare, Missionarsehepaare und ein jedes Mitglied, indem es ein Beispiel durch seine Lebensführung gibt. Eine der vielen Möglichkeiten ist ein Blog wie dieser (Weiteres siehe hier). Wie gehst du mit dem Ruf um, den der Herr an seine Knechtinnen und Knechte richtet: „Weide meine Lämmer … Weide meine Schafe!“?

knechte gottes
Heutige Dienerinnen Gottes (Quelle; Eine junge Frau, die aus der Elfenbeinküste geflohen ist, bekommt Hilfe von einer anderen Frau und wird ihre Freundin. Clip: 3:24)

Du bist mein Knecht, und ich mache den Bund mit dir

Nachdem Alma der Ältere dem Herrn seine ganze Seele ausgeschüttet hatte (Mosai 26:14) und der Herr ihm schon einige Antworten gegeben hatte (Mosai 26:15-19), sagt er ihm Folgendes: „Du bist mein Knecht, und ich mache den Bund mit dir, dass du ewiges Leben haben sollst; ….“ (Mosia 26:20).

Du bist mein Knecht, und ich mache den Bund mit dir. Knecht ist ein aussterbender Beruf eines Arbeiters in der Landwirtschaft. In der Bibel wird dieser Begriff in unterschiedlichen Bedeutungen benutzt: Sklave (ein Mensch, der als das Eigentum von jemandem lebt, für diesen arbeitet und selbst keine Rechte hat) bzw. ergebener Diener (Mitglied des Hausgesindes, der für seinen Arbeitgeber häusliche Pflichten erfüllt). Ist das nicht etwas, was sich jeder gläubige Mensch wünschen würde, vom Herrn eine solche Aussage zu hören, insbesondere, nachdem sogar Jesus ein Knecht ist, nämlich der Knecht Gottes (Apostelgeschichte 3:26)! Dann noch zu hören, dass der Herr den Bund mit einem macht, ewiges Leben, die größte Gabe Gottes für den Menschen (Römer 6:23; Lehre und Bündnisse 14:7), zu erhalten. Ich fühle mich geehrt, dass auch ich ein ganz geringer Knecht des Herrn sein darf, indem er mir Aufgaben in seinem Werk übertragen hat. Wie sind deine Empfindungen dazu, ein Knecht Gottes sein zu dürfen?

knechte
Heutige `Knechte Gottes´ leisten u. a. Dienst am Gemeinwesen und helfen Katastrophenopfern (Quelle)

Dass eure Nachkommen die Ursache sein werden, dass viele die Qualen erleiden werden, die ich erleide, ja, die Qualen des Feuertodes

Bevor Abinadi den Feuertod erleidet (Mosia 17:14), prophezeit er Noa und seinen falschen Priestern: „Siehe, so wie ihr mir getan habt, so wird es sich begeben, dass eure Nachkommen die Ursache sein werden, dass viele die Qualen erleiden werden, die ich erleide, ja, die Qualen des Feuertodes, und dies, weil sie an die Errettung des Herrn, ihres Gottes, glauben. 18  Und an jenem Tag werdet ihr gehetzt werden, und ihr werdet von der Hand eurer Feinde ergriffen werden, und dann werdet ihr leiden, wie ich leide, nämlich die Qualen des Feuertodes.“ (Mosia 17:15,18).

Abinadi prophezeit König Noa und seinen falschen Priestern um 148 v. Chr., dass ihre Nachkommen dereinst denjenigen, die an die Errettung durch Jesus glauben würden, ebenso Qualen bis hin zum Feuertod zukommen lassen würden, wie ihm jetzt. Etwa 65 Jahre später erfüllt sich seine Prophezeiung.

Was war geschehen. Etliche Volksteile der Lamaniten bekehrten sich zum wahren Evangelium und zur wahren Kirche des Herrn, und sie folgten nicht den falschen Lehren ihrer Vorfahren und nannten sich nun `Anti-Nephi-Lehier´ (Alma 23:3,17). Unter ihnen wurden Gemeinden der Kirche des Herrn aufgerichtet und die Vollmacht des Priestertums Gottes (Alma 23:4). Diese Bekehrten wurden nun von den Nachkommen der falschen Priester König Noas verfolgt und umgebracht (Alma 24:20-22,28; Amulon war einer der Priester König Noas: Mosia 23:31-32). Viele Gläubige wurden dem Feuertod überliefert (Alma 14:8). Sogar König Noa selbst traf der von Abinadi vorhergesagte Feuertod (Mosia 19:20).

Dass eure Nachkommen die Ursache sein werden, dass viele die Qualen erleiden werden, die ich erleide, ja, die Qualen des Feuertodes. Wieder zeigt sich: Die Prophezeiungen der Propheten des Herren erfüllen sich immer buchstäblich. Ich lerne erneut daraus, auf ihre Worte zu hören und sie zu befolgen, auch die Worte unserer heute lebenden Propheten. Was ist deine Meinung zu heute lebenden Propheten?

abinadi verbrannt

Abinadi auf dem Scheiterhaufen (Quelle)

Nachdem er seine ganze Seele vor Gott ausgeschüttet hatte

Alma der Ältere war in Bezug auf seine neue Aufgabe des Richters im Reich Gottes äußerst beunruhigt, dass er in den Augen des Herrn das Falsches tun würde und so befragte er den Herrn (Mosia 26:13): „Und es begab sich: Nachdem er seine ganze Seele vor Gott ausgeschüttet hatte, erging die Stimme des Herrn an ihn, nämlich:“ (Mosia 26:14)

Nachdem er seine ganze Seele vor Gott ausgeschüttet hatte. Du kennst sicherlich die Redensart: „jemandem sein Herz ausschütten“. Sie besagt, dass ich jemandem meine Sorgen anvertrauen, mit jemandem über meine Probleme spreche, mich ausspreche, jemandem erzähle, was mich bewegt oder bedrückt. Bildhaft wird das Herz als ein Gefäß verstanden, aus dem die verborgenen Gefühle ausgeschüttet werden. Übrigens hat auch diese Redensart ihren Ursprung in der Bibel (1. Samuel 1:15). In der Schrift werden wir sogar aufgefordert unser Herz vor Gott auszuschütten (Psalm 62:9). Alma der Ältere tat dieses nun und welch großartigen Zuspruch hat ihm der Herr deshalb zukommen lassen:

  • Der Herr sprach Segnungen über ihn und die Getauften aus, da sie allein an die Worte von Gott bestellter Diener glaubten (Mosia 26:15-16).
  • Die Zusicherung, dass der Herr die Gläubigen als sein Volk annehmen würde und sie nach seinem Namen gerufen werden würden (Mosia 26:17-18).
  • Lob, dass Alma der Ältere ihn wegen der Vorgehensweise gegen Übertreter befragte (Mosia 26:19).

Die Lehre, die ich daraus ziehe: Ich darf meinem Gott mein Herz ausschütten in der Gewissheit, dass er mir Zuspruch geben wird wenn ich allein aufgrund der Worte seiner Diener an ihn glaube (Johannes 20:29) und dass ich mit Sicherheit wissen werde, seinem Volk zugezählt zu sein (Johannes 17:9) und zu gegebener Zeit mit seinem Namen gerufen werde (Johannes 10:27). Wenn ich dem Herrn mein Herz ausschütte, verspüre ich danach Frieden in meinem Herzen und ich danke dem Herrn dafür – auch wenn dadurch die Probleme noch nicht beseitigt sind, ich gehe mit neuer Zuversicht an die Lösung. Welche Erfahrungen hast du gemacht, wenn du dem Herrn dein Herz ausgeschüttet hast?

herz ausschütten
(Quelle; Titelbild Quelle)