Nun war Alma vom Herrn gewarnt worden

Nachdem wir erfahren haben, dass König Limhi mit seinem Volk erfolgreich nach Zarahemla geführt worden war (Mosia 22:11,13), kommt nun in den nächsten zwei Kapiteln (Mosia 2324) ein Wechsel zu Alma dem Älteren, der an den Wassern Mormons die Kirche Jesu Christi gründete und sich dieser dort 204 Seelen des Volkes, des gottlosen Königs Noa, durch Taufe angeschlossen hatten (Mosia 18:15-17): „Nun war Alma vom Herrn gewarnt worden, dass die Heere König Noas über sie kommen würden, und er hatte dies seinem Volk bekanntgegeben; darum sammelten sie ihre Herden und nahmen von ihrem Getreide und zogen vor den Heeren König Noas in die Wildnis.“ (Mosia 23:1).

Was lerne ich aus diesem Vers:

  1. Der Herr warnt Alma, den geistlichen Führer der jungen Kirche,
  2. dieser gibt die Warnung weiter an sein Volk,
  3. sie alle hören auf die Warnung und
  4. sie handeln entsprechend.

Nun war Alma vom Herrn gewarnt worden. Das ganze beziehe ich wieder auf mich: Präsident Thomas S. Monson, der vom Herrn berufene geistliche Führer der heutigen Menschheit, natürlich auch weitere von ihm beauftragt Geistliche (Apostel, Siebziger, sowie sonstige Generalautoritäten der Kirche), warnen mich, als Teil des Volkes, in ihren Reden auf den halbjährlichen Generalkonferenzen; ich gebe diese Warnung in meinem Verantwortungsbereich weiter; ab hier gibt es sicherlich eine Abweichung zu den 204 Seelen, denen Alma die Warnung weiter gab – wahrscheinlich werden nicht alle auf die Warnung hören und nicht alle werden entsprechend handeln. Aber ich mache mir und den Betroffenen klar, welche Folgen die Nichtbeachtung haben werden und jeder muss nun für sich selber entscheiden. Ich jedenfalls habe mir angewöhnt, die so ergangenen Warnungen nicht in den Wind zu schlagen, sondern auf sie zu achten und in entsprechende Handlungen umzusetzen. Wie gehst du mit den Warnungen der beauftragten Diener des Herrn um?

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So mancher, der Warnhinweise nicht ernst nahm, kam deshalb schon ums Leben (Quelle)

Er nahm auch ihre Aufzeichnungen in Empfang

Nachdem Ammon mit seinen Begleitern zusammen das Volk Limhi erfolgreich aus der Knechtschaft der Lamaniten im Land Lehi-Nephi und Schilom befreit hatte (Mosia 22:11), wurden sie in Zarahemla wieder freudig in das Volk König Mosias integriert: „Und es begab sich: Mosia empfing sie mit Freuden; und er nahm auch ihre Aufzeichnungen in Empfang und auch die Aufzeichnungen, die vom Volk Limhi gefunden worden waren.“ (Mosia 22:14).

Er nahm auch ihre Aufzeichnungen in Empfang. Wie dankbar bin ich doch, dass auch das unter Zeniff aus Zarahemla ins Land Lehi-Nephi und Schilom ausgewanderte Volk Aufzeichnungen geführt hat. Wäre dem nicht so, würden uns so viele wunderbare glaubensstärkende Belehrungen, z. B. die des Propheten Abinadi (Mosia 11:20 ff), sowie die wunderbaren Bekehrungsgeschichten durch Alma den Jüngeren (Mosia 17:2 ff), an den Wassern Mormons (Mosia 18:8 ff), fehlen (Mosia 9 bis 22; die Aufzeichnungen Zeniffs). Meine Dankbarkeit ihnen gegenüber bekunde ich dadurch, dass ich ihren Bericht immer wieder gebetserfüllt durcharbeite und darüber nachdenke, welche Lehren ich daraus ziehen und in meinem Leben anwenden kann. Inwiefern nutzt du Berichte unserer glaubenstreuen Vorfahren?

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Abinadi prophezeit die Erlösung durch Christus; Mosia 13 bis 15
(Quelle)

Sie wurden von Ammon und seinen Brüdern geführt

König Limhi entschied sich für Gideons Rettungsplan (Mosia 22:9) und veranlasste, dass sich sein Volk mit seiner Habe zur Flucht am verabredeten Ort zusammenkamen (Mosia 22:10): „Und es begab sich: Das Volk König Limhis zog bei Nacht mit seinem Kleinvieh und seinen Herden in die Wildnis hinaus, und sie zogen um das Land Schilom herum in die Wildnis und lenkten ihren Weg zum Land Zarahemla hin; und sie wurden von Ammon und seinen Brüdern geführt. … 13  Und nach vielen Tagen in der Wildnis kamen sie in das Land Zarahemla und schlossen sich dem Volk Mosias an und wurden seine Untertanen.“ (Mosia 22:11,13).

Sie wurden von Ammon und seinen Brüdern geführt. Wie gut ist es doch, jemanden zu haben, der den Weg kennt und einen zum gewünschten Ziel hin führt. Sicher wurden sie nun wieder von Ammon und seinen Begleitern dorthin zurückgeführt, von wo ihre Vorfahren, Zeniff mit einer kleinen Gruppe, vor ca. 80 Jahren ausgewandert waren (Mosia 9:1,5-6), um sich mit dem Volk König Mosias zu vereinen. Ich lerne daraus, dass ich mich von jemandem, der den Weg zu Gott zurück kennt, führen lassen kann. Ich muss mich allerdings, so wie es König Limhi auch seinem Volk anordnete, auf die Reise vorbereiten, indem ich alles mitnehme, was für mein Leben in Gerechtigkeit wichtig ist. Für mich sind die heute berufenen Propheten und Apostel und weitere von ihnen berufene Diener des Herrn diejenigen, denen ich folgen kann. Auf wen setzt du dein Vertrauen auf deiner Reise durch unbekanntes Gelände?

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Wie gut, wenn du in Zeiten der Unsicherheit jemanden hast, der den Weg kennt
(Quelle)

Ich will gemäß deinem Gebot hingehen

Hauptmann Gideon unterbreitete König Limhi seinen Plan der Befreiung aus der Knechtschaft, einen Plan, der ohne Blutvergießen auskommen sollte: „Und ich will gemäß deinem Gebot hingehen und den Lamaniten den letzten Tribut an Wein entrichten, und sie werden betrunken sein; und wir werden durch den geheimen Durchgang links von ihrem Lager gehen, wenn sie betrunken sind und schlafen. … 9  Und es begab sich: Der König hörte auf die Worte Gideons.“ (Mosia 22:7,9).

Ich will gemäß deinem Gebot hingehen. Gideon hatte die `Achillesferse´ der lamanitischen Bewacher im Fokus, ihren Zuspruch an guten Wein und er nutze diese Schwäche, um ohne Blutvergießen, dem Zustand der Rechtlosigkeit und Ausbeutung durch sie zu entkommen.

Achilleus war in der griechischen Mythologie als Sohn einer göttlichen Mutter und eines sterblichen Vaters sterblich. Durch Eintauchen in den Fluss, der die Unterwelt von der Oberwelt trennt, wollte die Mutter ihn zumindest unverwundbar machen. Doch die Ferse, an der sie ihn dabei festhielt, blieb unbenetzt und dort wurde er später von einem Pfeil tödlich getroffen. Ich lerne daraus, dass ich meine Achillesferse ausfindig machen muss, um alles zu unternehmen, dass sie nicht durch die Pfeile Satans getroffen werden kann (Genesis 3:15). Ein Ansatz für mich ist das tägliche Studium der heiligen Schriften, verbunden mit dem Gebet, um göttlichen Rat zu empfangen (Lukas 21:34-36). Kennst du deine Achillesferse und welche Maßnahmen ergreifst du zum Schutz?

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Peter Paul Rubens: Thetis taucht Achilles in den Styx, 1630–35
(Quelle)

Ich will dein Knecht sein und dieses Volk aus der Knechtschaft befreien

Gideon, der Hauptmann König Limhis (Mosia 20:16-17) hatte einen Vorschlag, zur Lösung des Unterdrückungsproblemes: „Nun begab es sich: Gideon ging hin und trat vor den König und sprach zu ihm: Nun, o König, du hast bisher oftmals auf meine Worte gehört, wenn wir mit unseren Brüdern, den Lamaniten, gestritten haben. 4  Und nun, o König, wenn du mich nicht als einen unnützen Knecht erfahren hast oder wenn du bisher auf meine Worte in gewissem Maße gehört hast und sie dir nützlich waren, so wünsche ich, du würdest auch diesmal auf meine Worte hören, und ich will dein Knecht sein und dieses Volk aus der Knechtschaft befreien. 5  Und der König gewährte ihm zu sprechen. …“ (Mosia 22:3-5).

Ich will dein Knecht sein und dieses Volk aus der Knechtschaft befreien. Diese Formulierung erinnert mich direkt an den Rat, der vor der Grundlegung der Erde im Himmel abgehalten wurde: Der Herr legte seinen Plan vor und fragte, wer ihn auf Erden umsetzen wolle. Da meldete sich außer Jesus Christus auch Luzifer: „Siehe, hier bin ich, sende mich; ich will dein Sohn sein, und ich will die ganze Menschheit erlösen …“ (Köstliche Perle Mose 4:1). Der Vater musste sich nun für einen der beiden entscheiden (Köstliche Perle Mose 4:2-3).

Worauf ich aber heute hinaus will, Gideon zeigt mir, wie ich ein Gespräch einleiten kann, um z. B. erfolgreich meinen Vorschlag zu palzieren:

  1. Mit einer angemessenen Anrede, eine Interesseweckende Einleitung formulieren,
  2. auf frühere nützliche Vorschläge verweisen, die ihren Zweck hervorragend erfüllten,
  3. meine zielgerichteten Dienste anbieten und
  4. Reaktion abwarten.

Nun muss der so Angesprochene sich entscheiden, ob er meinen, oder einen anderen Vorschlag umsetzen möchte. Wie ist deine Vorgehensweise, wenn du bei einer Problemstellung meinst, einen sinnvollen Beitrag leisten zu können?

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(Quelle)

Sie fanden keinen anderen Weg, sich aus der Knechtschaft zu befreien

Die Regierung und das Volk trafen sich zu einer Ideensammlung, wie sie sich aus ihrer misslichen Lage befreien könnten: „Und es begab sich: Sie fanden keinen anderen Weg, sich aus der Knechtschaft zu befreien, als nur den, ihre Frauen und Kinder und ihr Kleinvieh und ihre Herden und ihre Zelte zu nehmen und in die Wildnis hinauszuziehen; denn da die Lamaniten so zahlreich waren, war es für das Volk Limhi nicht möglich, mit ihnen zu streiten und daran zu denken, sich mit dem Schwert aus der Knechtschaft zu befreien.“ (Mosia 22:2).

Sie fanden keinen anderen Weg, sich aus der Knechtschaft zu befreien. Ich denke, sie sind damals auch schon so vorgegangen, wie es der Herr Oliver Cowdery in neuzeitlicher Offenbarung rät, der fälschlicherweise dachte, dass Übersetzen einfach so funktioniert, das man ohne etwas dazuzutun, vom Herrn das Übersetzungsergebnis mitgeteilt bekommt (Lehre und Bündnisse 9:7-9). Aus diesem Rat habe ich mir für schwerwiegende Probleme, die ich nicht alleine zu lösen vermag, den Fünfpunkteplan `ALFHA´ abgeleitet:

  1. Das Problem analysieren,
  2. Lösungen erarbeiten,
  3. eine Lösung favorisieren,
  4. diese dem Herrn vorlegen und ihn um seinen Rat bitten,
  5. die Antwort des Herrn mit dem Herzen erfühlen.

Wenn mir das Herz brennt, ist es die Lösung, die auch der Herr für richtig hält und ich kann an die Umsetzung gehen. Anderenfalls gehe ich mit einer anderen Lösung aus dem Pool (Schritt 2) erneut die Schritte 4 und 5 durch, bis ich ein Brennen im Herzen verspüre. Wie gehst du an die Lösung größerer Probleme heran?

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(Quelle)

Sie ließen … das ganze Volk sich versammeln … um die Stimme des Volkes … zu hören

Wenn man sich in einem Zustand der Rechtlosigkeit und Ausbeutung befindet, also in Knechtschaft, überlegt man natürlich angestrengt darüber nach, wie man sich daraus am besten befreien kann (Mosia 21:36). So gingen Ammon und seine Leute sowie König Limhi mit seinem Volk gemeinsam daran, Auswege zu erörtern: „Und nun begab es sich: Ammon und König Limhi fingen an, sich mit dem Volk zu beraten, wie sie sich aus der Knechtschaft befreien sollten; und sie ließen sogar das ganze Volk sich versammeln; und dies taten sie, um die Stimme des Volkes in dieser Sache zu hören.“ (Mosia 22:1).

Sie ließen … das ganze Volk sich versammeln … um die Stimme des Volkes … zu hören. Also schon um 120 v. Chr. gab es, sogar in einer Monarchie, den Gedanken der Volksbefragung. Macht in wichtigen Bereichen, die das gesamte Volk angehen, auch Sinn. Ich Sachen der Befreiung aus Knechtschaft kann man nicht genug Ideen zusammentragen und gemeinsam beraten, welche davon wohl die zielführendste ist. Ich denke auf mich bezogen, ist es wichtig, durch Reflexion (prüfendes und vergleichendes Nachdenken) herauszufinden, ob auch ich mich unter Knechtschaft befinde, der Knechtschaft der Sünde. Wie ich es herausfinden kann, lerne ich in neuzeitlicher Offenbarung (Lehre und Bündnisse 84:49-51). Sowie ich Anzeichen erkenne, dass ich mich von Christus entferne, weiß ich, dass ich mich in Knechtschaft begebe. Da schlagen meine Alarmglocken an: Ich muss einen Plan entwickeln, wie ich da wieder raus komme. Ich muss meine Einstellung zu Gott, zu mir und meinem Leben überprüfen, und wenn ich nicht sterben will, korrigieren (Ezechiel 18:30-31). Wie stellst du fest, ob du dich in die Knechtschaft der Sünde begibst?

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Dass sie willens waren, Gott von ganzem Herzen zu dienen

Der große Wunsch von Limhi und etlichen aus seinem Volk sich taufen zu lassen, konnte noch nicht erfüllt werden, da es niemanden gab, der die Vollmacht hatte oder sie auszuüben sich in er Lage fühlte (Mosia 21:33), dennoch: „Sie hatten den Wunsch, sich taufen zu lassen als Beweis und zum Zeugnis dafür, dass sie willens waren, Gott von ganzem Herzen zu dienen; doch schoben sie den Zeitpunkt hinaus; und ein Bericht über ihre Taufe wird später noch gegeben werden.“ (Mosia 21:35).

Dass sie willens waren, Gott von ganzem Herzen zu dienen. Ich bin dem Herren unendlich dankbar, dass zu der Zeit, als ich den Wunsch hatte, mich taufen zu lassen, Diener des Herrn da waren, die würdig waren, ihre Priestertumsvollmacht auszuüben und meine Taufe nicht aufgeschoben werden brauchte. Damals hatte ich mich dafür entschieden, ihm, dem Herrn zu dienen (Josua 24:15). Seit diesen Tagen im Jahr 1960 bis heute, ist dieser Wille in mir immer weiter gewachsen, der Wille, Gott von ganzem Herzen zu dienen.

  • Die Frage ist, wie kann ich Gott dienen, der doch persönlich nicht in meiner Nähe weilt?
    Nachdem Christus aufgezählt hat, wie ihm gedient wurde, und die Zuhörer ihn fragten, wann sie das denn getan haben sollten, beantwortet er die Frage wie wir ihm dienen so: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25:40; lies ruhig Verse 35-45). Ich kann also Gott dienen, indem ich einem meiner Mitmenschen diene (Mosia 2:17). Dies tue ich in meiner Gemeinde, indem ich den mir obliegenden Aufgaben nachkomme und auch außerhalb der Kirche, im Rahmen meiner Möglichkeiten, denjenigen helfe, die meiner Hilfe bedürfen.
  • Wie drückt sich, dem Herrn von ganzem Herzen dienen, aus?
    Das Herz wird als Sitz der Gefühle und Empfindungen angesehen. Indem ich diesen Dienst nicht aus reiner Pflichterfüllung heraus tue, sondern aus Liebe zu meinem Mitmenschen, erfülle ich ihn `von ganzem Herzen´ (Galater 5:13). Der Herr hilft mir, Dienst an Gott richtig zu verstehen (Lehre und Bündnisse 4:2).

Wie erfüllst du das Gebot, Gott zu dienen (Lehre und Bündnisse 20:19)?

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Darum bildeten sie zu jener Zeit keine Kirche, sondern warteten auf den Geist des Herrn

Nachdem es niemanden gab, der die Vollmacht des Herrn hatte zu taufen und Ammon, der sie hatte, sich nicht würdig fühlte (Mosia 21:33), blieb erst mal nichts anderes als der Wunsch übrig: „Darum bildeten sie zu jener Zeit keine Kirche, sondern warteten auf den Geist des Herrn. Nun hatten sie den Wunsch, so zu werden wie Alma und seine Brüder, die in die Wildnis geflohen waren.“ (Mosia 21:34).

Darum bildeten sie zu jener Zeit keine Kirche, sondern warteten auf den Geist des Herrn. Die zweite Satzhälfte erinnert mich an ein Theaterstück von Samuel Beckett „Warten auf Godot“, das 1952 veröffentlicht wurde. Darin verbringen zwei Landstreicher, Estragon und Wladimir, ihre Zeit, an einer Landstraße mit einem kahlen Baum, mit Nichtstun. Sie warten eben auf Godot, den sie nicht kennen, von dem sie nichts Genaues wissen, nicht einmal ob es ihn überhaupt gibt. Er erscheint aber nicht. Dennoch können sie sich nicht aus ihrer wartenden Situation lösen, wie ihr immer wiederkehrender Dialog zeigt: „Estragon: Komm, wir gehen! Wladimir: Wir können nicht. Estragon: Warum nicht? Wladimir: Wir warten auf Godot. Estragon: Ah!“

Ähnlich mag es auch dem einen oder anderen ergehen, der auf den Geist des Herrn wartet. Um dessen Gegenwart zu spüren, reicht nichts anderes zu tun, als nur zu warten, nicht aus! Philippus z. B. ließ sich taufen und traf danach den Geist des Herrn, der ihn von diesem Ort des Geschehens nach Aschdod entführte, um das Evangelium zu verkünden (Apostelgeschichte 8:39-40).

Mit dem Geist des Herrn ist in der Schrift sowohl der Heilige Geist gemeint, als auch der Geist Christi:

  1. Den Heiligen Geist kann derjenige als ständigen Begleiter haben, der getauft und konfirmiert wurde (Lehre und Bündnisse 20:41; 121:46) und entsprechend lebt (Ether 2:15).
  2. Der Geist Christi ist jedem Menschen gegeben (Moroni 7:16) – wir nennen ihn auch `Gewissen´ (Alma 15:5; Mosia 4:3).

Ich lerne daraus, dass ich etwas tun muss, damit ich den Geist des Herrn treffen und mich durch ihn leiten lassen kann, ansonsten werde ich nicht wissen, dass er es ist, den ich getroffen habe und ihn nie kennenlernen. Wie lernst du den Geist des Herrn kennen?

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„Denn siehe, jedem Menschen ist der Geist Christi gegeben“
(Moroni 7:16; Quelle)

Es gab keinen im Land, der Vollmacht von Gott hatte

Limhi und viele von seinem Volk sind mit Gott den Bund eingegangen ihm zu dienen, und wünschten sich gerne mehr (Mosia 21:32): „… König Limhi und viele von seinem Volk hatten den Wunsch, sich taufen zu lassen; aber es gab keinen im Land, der Vollmacht von Gott hatte. Und Ammon lehnte es ab, dies zu tun, denn er hielt sich für einen unwürdigen Knecht.“ (Mosia 21:33).

Es gab keinen im Land, der Vollmacht von Gott hatte. Aus diesem Grund waren sie traurig, dass sich aufgrund der Verfolgung durch Noa und seine gottlosen Priester, Alma in eine ihnen unbekannte Gegend zurückgezogen hatte (Alma 21:30) und Ammon, der zwar Vollmacht von Gott hatte, sich aber nicht als würdig erachtete, lehnte es ab, sie zu taufen. Kannst du dir vorstellen, wie traurig man ist, wenn man den starken Wunsch hat, mit dem Herrn das Bündnis der Taufe einzugehen, aber niemand da ist, der die Taufe vollzieht. Mir zeigt es, dass ich mich bemühen muss, ständig so zu leben, dass ich ein würdiger Diener des Herrn bin, um mit seiner Vollmacht jederzeit heilige Handlungen vollziehen zu dürfen, und dadurch meinen Mitmenschen ein Segen zu sein und ihnen zu helfen, näher zu Christus zu kommen (Matthäus 11:28). Bei heiligen Handlungen handelt es sich um Handlungen geistiger Bedeutung, wie z. B. die Taufe, Konfirmation, Krankensegen, Abendmahlsdienst, Kindersegnung, Übertragen des Priestertums … (mehr siehe hier). Meine Art, mich würdig zu halten besteht darin, täglich in den heiligen Schriften zu arbeiten und die Lehren, die ich daraus ziehe, in meinem Alltag anzuwenden. Wie wichtig wäre es dir, wenn du bedrückt wärest, jemanden in deiner Nähe zu wissen, der dir helfen könnte, deine Last zu mildern?

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Priestertumsträger im Dienst am Nächsten:
Segnen des Abendmahls (Quelle)