Sie waren untereinander ein freundliches Volk; doch kannten sie Gott nicht

Der lamanitische König hat Amulon, dem Führer der geflohenen Priester König Noas (Mosia 23:32; 20:3-5), über das besetzte Teilgebiet, das Alma der Ältere mit seinen Anhängern bevölkert hatte (Mosia 23:25-26), die Herrschaft übertragen (Mosia 23:25,35,39) und er und seien Brüder sollten dort als Lehrer des Volkes tätig sein(Mosia 24:1), aber was sie selber und die Lamaniten, denen sie sich angeschlossen hatten, betraf: „… sie waren untereinander ein freundliches Volk; doch kannten sie Gott nicht; auch lehrten die Brüder Amulons sie gar nichts in bezug auf den Herrn, ihren Gott, auch nicht das Gesetz des Mose; und sie lehrten sie auch nicht die Worte Abinadis;“ (Mosia 24:5).

Sie waren untereinander ein freundliches Volk; doch kannten sie Gott nicht. Das kam daher, dass unter König Noa ein Abfall von der Lehre Gottes stattfand, er selber Priester nach seinem Willen berief und diese ihre eigenen fleischlich gesinnten Begierden verfolgten und die Kirche des Herrn auf diese Weise verschwand. So geschah es unter allen Völkern immer wieder. Die bevollmächtigten Diener des Herrn wurden getötet (beispielhaft Abinadi), eigene weltlich gesinnte Führer berufen und irgendwann gab es wieder einen gerechten gläubigen, durch den der Herr sein Werk wieder aufrichten ließ (Alma der Ältere beispielhaft). So war es auch nach Christus. Seine von ihm berufenen und ordinierten Apostel wurden verfolgt und getötet. Weltliche Herrscher nahmen sich selbst die Ehre und veränderten die Lehre. Irgendwann hat der Herr wieder Menschen mit seinem Geist beeinflusst eine Wiederherstellung seines Reiches auf Erden vorzubereiten (beispielhaft Tyndale mit der für das einfache Volk verständlichen Bibelübersetzung), bis derjenige von ihm berufen wurde sein Reich auf Erden wieder aufzurichten: Joseph Smith Jun.

Wie wunderbar, dass wir wieder in einer Zeit leben dürfen, in der die Kirche des Herrn, mit der Vollmacht, alle zur Erhöhung notwendigen Bündnisse und Verordnungen vollziehen zu dürfen, wieder aufgerichtet ist und diesmal nie wieder von der Erde genommen werden soll, bis Jesus Christus selber die Herrschaft übernehmen wird. Was sind deine Empfindungen darüber, dass wir in einer Zeit leben, in der wir Gott kennen lernen dürfen?

josmithAls Joseph Smith überlegte, welcher Kirche er sich anschließen solle, wandte er sich der Bibel zu. Dort las er: „Bittet Gott.“
(Quelle)

Wollten die Lamaniten ihr Versprechen nicht einhalten

Amulon und diejenigen, die mit ihm waren, schlossen sich dem Heer der Lamaniten auf der Suche nach dem Land Nephi an, kamen dabei in das Land Helam und fanden Alma den Älteren und die Seinen (Mosia 23:35). Die Lamaniten wollten von ihnen den Weg ins Land Nephi gezeigt bekommen und sie dann in Frieden lassen (Mosia 23:36): „Aber nachdem Alma ihnen den Weg gezeigt hatte, der in das Land Nephi führte, wollten die Lamaniten ihr Versprechen nicht einhalten, sondern sie stellten rings um das Land Helam Wachen auf über Alma und seine Brüder.“ (Mosia 23:37).

Wollten die Lamaniten ihr Versprechen nicht einhalten. Von Friedrich Rückert (1788 – 1866, deutscher Dichter und Lyriker) stammt folgendes Zitat: „Gib nicht zu schnell dein Wort, so brauchst du’s nicht zu brechen; viel besser ist es, mehr zu halten, als versprechen“. Ich denke dabei an die Versprechen, die ich im Laufe meines Lebens schon gegenüber dem Herrn abgegeben habe. Bei der Taufe habe ich z. B. versprochen, seine Gebote zu halten und ihm bis an mein irdisches Lebensende zu dienen (Mosia 18:10,13). Ich erneuere jeden Sonntag, wenn ich das Abendmahl nehme, dieses Versprechen. Dies darf ich nicht zu schnell und unbedacht tun, denn ansonsten nehme ich zu meinem Verderben am Mahl teil (1. Korinther 11:29; 3. Nephi 18:29). Deshalb reflektiere ich immer meine Handlungen der vergangenen Woche, um festzustellen, wo ich mein Versprechen doch gebrochen habe, bitte den Herrn entsprechend um Vergebung und nehme mir vor mich zu bessern. Wie gehst du mit Versprechen die du gemacht hast um?

Versprechen
(Quelle)

Und vernichteten sie um ihrer Frauen willen nicht

Die Heere der Lamaniten, die das Volk Limhi verfolgten, verirrten sich in der Widnis (Mosia 23:30) und trafen auf die geflohenen Priester des schlechten Königs Noa mit ihrem Anführer Amulon im Ort Amulon (Mosia 23:31). Dieser nun wieder benutze die Frauen der damals von ihnen entführten lamanitischen Töchter, dass sie sich bei den Lamaniten dafür einsetzen sollten, sie nicht zu töten (Mosia 23:33): „Und die Lamaniten hatten Mitleid mit Amulon und seinen Brüdern und vernichteten sie um ihrer Frauen willen nicht.“ (Mosia 23:34).

Du kennst sicherlich die Redensart: „Für jemanden die Kohlen aus dem Feuer holen.“ Sie bringt zum Ausdruck, dass jemand in einer gefährlichen Situation jemandem einen Gefallen tut, für jemanden etwas riskiert bzw. eine unangenehme Aufgabe übernimmt. So waren es wiedermal die Frauen, die für die schlechten Priester des Königs Noa, die sie ja vorher den Lamaniten geraubt hatten (Mosia 20:18), die Kohlen aus dem Feuer holen sollten.

Dabei kommt mir die Begebenheit mit Abigajil, der schönen, mit einem klaren Verstand gesegneten, Frau des äußerst bösartigen reichen Schafherdenbesitzers Nabal (bedeutet so viel wie Narr oder Dummkopf) in den Sinn. David und seine Hirten haben sich äußerst freundlich und hilfsbereit um Nabals Hirten und Herden gekümmert, als diese in seiner Gegend waren (1. Samuel 25:7-8). Als David nun von ihm Hilfe erbat, lehnte dieser sie sehr barsch ab (1. Samuel 25:11). David zog daraufhin mit etwa 400 seiner Männer Nabal entgegen, um ihn und seine Männer zu töten (1. Samuel 25:13). Als Abigajil dies zugetragen wurde, ritt sie David entgegen und übergab ihm die von ihm erbetene Hilfe an Nahrung (1. Samuel 25:18). Auf diese Weise wendete sie das von David vorgesehene Blutbad ab (1. Samuel 25:33). Nabal starb kurz drauf (1. Samuel 25:38) und David warb um Abigajils Hand (1. Samuel 25:40).

Und vernichteten sie um ihrer Frauen willen nicht. Ich lerne, welchen friedensstiftenden Einfluss Frauen doch auf Männern ausüben können. Häufig ist es einfach so, dass Frauen für ihre Männer die Kohlen aus dem Feuer holen. Alles spricht dafür, auf den guten Rat einer ehrbaren Frau zu achten. Welche Erlebnisse in dieser Hinsicht hattest du schon?

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Der Herr erweichte den Lamaniten das Herz

Nachdem das Volk seine Angst, wegen des in ihr Land eindringenden Heeres der Lamaniten, zum Schweigen gebracht hatte, rief es den Herrn um Hilfe an (Mosia 23:28): „Und es begab sich: Der Herr erweichte den Lamaniten das Herz. Und Alma und seine Brüder gingen hin und lieferten sich aus, ihnen in die Hände; und die Lamaniten nahmen das Land Helam in Besitz.“ (Mosia 23:29).

Der Herr erweichte den Lamaniten das Herz. Dadurch, dass der Herr den Lamaniten Mitgefühl und Mitleid ins Herz gab, führten sie wenigstens keinen vernichtenden Schlag gegen Alma den Älteren und seine Anhänger aus, dennoch gelangten auch sie, wie das Volk Limhi, in deren Unterdrückung. Was war der Grund hierfür, wo sie sich doch vom schlechten König Noa abgewandt und dem Herrn an den Wassern Mormons zugewandt hatten (Mosia 18:14.16-17)? Es lag daran, dass sie langsam waren im Befolgen der Warnungen des Propheten Abinadi (Mosia 11:20,29; 12:1). Erst nach der zweiten Warnung haben sie sich dem Herrn zugewandt (Mosia 17:2; 18:7) und so war auch der Herr nun langsam im Hören auf ihr Schreien. Hierdurch erfüllte sich auch Abinadis Prophezeiung (Mosia 12:2-5). Dessen ungeachtet behütete der Herr sie wenigstens vor Vernichtung. Durch das Leid durch das sie nun gehen mussten, prüfte der Herr ihren Glauben und ihre Geduld (Mosia 23:21).

So lerne ich aus diesen Begebenheiten, dass ich mich bemühen muss, schnell die Warnungen des Herrn, die er uns durch seine lebenden Propheten auch heute zukommen lässt, zu befolgen, wenn ich den angekündigten Strafen entgehen will. Ich weiß, dass ich ihn um Hilfe anrufen kann, wenn meine eigenen Möglichkeiten erschöpft sind. Er wird mir dann auf seine Weise helfen. Die Bedrängnisse, durch die ich dennoch gehen muss, sollen mir helfen in bestimmten Eigenschaften gestärkt zu werden. Welche Erlebnisse hattest du schon, in denen der Herr das Herz deiner Feinde erweicht hat?

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Darum brachten sie ihre Furcht zum Schweigen und fingen an, zum Herrn zu schreien

Alma der Ältere ermahnte als geistlicher Führer sein Volk, das vor dem Heer der Lamaniten Angst hatte, sich des Herren ihres Gottes zu erinnern (Mosia 23:27). Die Folge: „Darum brachten sie ihre Furcht zum Schweigen und fingen an, zum Herrn zu schreien, er solle den Lamaniten das Herz erweichen, so dass diese sie und ihre Frauen und ihre Kinder verschonen würden.“ (Mosia 23:28).

Darum brachten sie ihre Furcht zum Schweigen und fingen an, zum Herrn zu schreien. Mich beeindruckt hier, dass das Volk allein aufgrund der Ermahnung Almas, zunächst seine Angst zum Schweigen brachte und erst dann den Herrn im Gebet um Hilfe anrief. Sie erbrachten zuerst, aufgrund Ermahnung, eine Vorleistung. Damit zeigten sie, dass sie auf die Worte ihres geistlichen Führers achteten. Das ist wiederum für mich ein Muster: Achte ich auf die Worte und Ermahnungen meiner geistlichen Führer, vom Heimlehrer über den Bischof, bis hin zum Propheten und allen von ihnen beauftragten, handle danach und bitte dann den Herrn um seine Hilfe, dass mein Handeln Erfolg haben möge? Unter Umständen muss ich über die Ermahnung bzw. Aufforderung nachdenken, um eine angemessene Handlung zu überlegen und sie dem Herrn vorzutragen, um dann seine Hilfe zu erbitten für einen Teil, von dem ich weiß, dass ich ihn nicht aus eigener Kraft erfüllen kann. Wie reagierst du auf Ermahnungen deiner geistlichen Führer?

Mahnung
„… Also sprach in ernstem Ton der Papa zu seinem Sohn, …“
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Alma ging hin … und ermahnte sie, sich nicht zu fürchten, sondern sich … ihres Gottes, zu erinnern

Während das Volk Alma des Älteren in Helam das Land bebaute, kam ein Heer der Lamaniten in ihr Land (Mosia 23:25) und sie fingen an sich vor ihnen zu fürchten (Mosia 23:26): „Aber Alma ging hin und trat unter sie und ermahnte sie, sich nicht zu fürchten, sondern sich des Herrn, ihres Gottes, zu erinnern, und er werde sie befreien.“ (Mosia 23:27).

Alma ging hin … und ermahnte sie, sich nicht zu fürchten, sondern sich … ihres Gottes, zu erinnern. Ich erinnere mich an eine Situation, in der ich als kleiner Junge aus dem Stall über den Hof zurück zum Wohnhaus gehen wollte und mittendrin das Hoflicht ausging. Es war stockfinster. In meiner Nachtblindheit konnte ich nichts mehr erkennen und geriet in totale `Angst vor dem bösen Wolf` – „Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie.“.sagte schon Erich Kästner (deutscher Schriftsteller, Publizist und Drehbuchautor; 1899-1974). In wem würden nicht Angst und Sorge aufkommen, wenn er in eine Situation gerät, die nichts Gutes für Leib und Leben erahnen lässt. Aus der Schrift aber lerne ich, dass ich keine Angst zu haben brauche, wenn ich vom Feind bedroht bin. Ich muss nur im Gebet mit dem Herrn reden, ihm meine Sorgen vortragen und darauf vertrauen, dass er mich vor dem Feind retten wird (Nehemia 9:27). Mein größter Feind, der mir Angst einjagen kann, ist Satan. Wegen seiner Angriffe, muss ich ständig um Kraft für mich bitten, damit ich diesen widerstehen kann (Lukas 21:36). Wovor hast du am meisten Angst und wie gehst du damit um?

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(Quelle; Titelbild Quelle)

Niemand konnte sie befreien außer … der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs

Mormon sagt uns in seiner Zusammenfassung der großen Platten Nephis (Mosia bis Vierter Nephi; Mormon 2:17-18) weiter: „Denn siehe, ich will euch zeigen, dass sie in Knechtschaft gebracht wurden, und niemand konnte sie befreien außer der Herr, ihr Gott, ja, nämlich der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs.“ (Mosia 23:23).

Niemand konnte sie befreien außer … der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs. In den heiligen Schriften werden uns für Jesus Christus viele Namen genannt. Um nur ganz wenige aufzuzählen: «Ich-bin-da» (Exodus 3:14; in einer neuzeitlichen Übersetzung der hebräischen Bibel im 18. Jahrhundert durch Moses Mendelssohn heißt es »Ich bin das Wesen, welches ewig ist.« hier – abgeleitet von Jehova); «Jahwe» (Exodus 3:15; als der Eigenname des Gottes Israels im Tanach, der hebräischen Bibel); «Jehova» (Moroni 10:34; Köstliche Perle Abraham 1:16 – als vorirdischer Eigenname); und auch «der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs» (Exodus 3:6). Was hat es nun mit dem Namen «der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs» auf sich, von dem er selber sagt: „Das ist mein Name für immer und so wird man mich nennen in allen Generationen“ (Exodus 3:15)?

Abraham (der Herr benannte ihn von `Abram´ – „der Vater ist erhaben“ – um in `Abraham´ – „Vater der Menge von Völkern“; Genesis 17:5), sein Sohn Isaak und sein Enkel Jakob (später Israel – Genesis 32:29) gelten als die Erzväter, aus denen die zwölf Stämme Israels hervorgingen. Mit Abraham schloss der Herr einen Bund (Genesis 17:4). Der Bund umfasste: ein verheißenes Land (Köstliche Perle Abraham 2:6; Genesis 12:7), viele Nachkommen (Köstliche Perle Abraham 2:9-10; Genesis 12:2-3) und das Evangelium Jesu Christi und das Priestertum für Abraham und seine Nachkommen (Köstliche Perle Abraham 2:11; Genesis 17:7). Diesen selben Bund hat der Herr mit Isaak (Genesis 26:1-4) und Jakob (Genesis 48:3-4) jeweils erneut bekräftigt. Er erstreckt sich also auf alle Nachkommen Abrahams, die ihn auf sich nehmen wollen. Diejenigen, die keine direkten Nachkommen sind, aber das Evangelium durch die Taufe annehmen werden in diesen Stammbaum eingepfropft und ebenso Teilhaber dieses Bundes (Lehre und Bündnisse 132:32-33). Welchen Einfluss hat dieses Wissen auf deine Entscheidungen?


Stammbaum
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Wer auch immer sein Vertrauen in ihn setzt

Uns wird durch den Propheten und Heerführer Mormon, der die großen Platten Nephis zusammenfasste (Mosia bis Vierter Nephi; Mormon 2:17-18), berichtet, dass dem Volk Alma des Älteren Züchtigung widerfuhr, um dessen Geduld und Glauben zu prüfen (Mosia 23:21) und nun zeigt er uns auf: „Dennoch—wer auch immer sein Vertrauen in ihn setzt, der wird am letzten Tag emporgehoben werden. Ja, und so war es mit diesem Volk.“ (Mosia 23:22).

Von Matthias Claudius (deutscher Dichter und Journalist; 1740-1850) stammt dieses Zitat: „Die größte Ehre, die man einem Menschen antun kann, ist die, dass man zu ihm Vertrauen hat.“ Wie viel mehr muss dieses Zitat auch auf unseren Schöpfer zutreffen, denn: „Es ist gut, auf den HERRN vertrauen und nicht sich verlassen auf Menschen.“ (Psalm 118:8).

Wer auch immer sein Vertrauen in ihn setzt. Ich setze gerne mein Vertrauen in den Herrn, denn in meinem Leben bin ich von ihm noch nie enttäuscht worden. Immer hat er auch meine Wege letztendlich zum Guten geführt – wenn ich es dann zugelassen habe (Lehre und Bündnisse 84:116). Dafür bin ich ihm von Herzen dankbar und werde weiterhin mein Vertrauen nur auf ihn zu setzen, nicht auf meine eigene Stärke oder die Anderer! Ich weiß, dass ich auf diese Weise zu ihm emporgehoben werden kann (Alma 37:37). Wie ist es dir bisher ergangen, wenn du dein Vertrauen in den Herrn gesetzt hast? Oder suchst du noch nach einem Weg, wie dein Vertrauen in den Herrn stark werden kann? Dann lies auch noch Lehre und Bündnisse 121:45.

Corporate Climbers

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Dennoch hält es der Herr für richtig, sein Volk zu züchtigen

In solch einer behüteten Gemeinschaft entwickelten sich die Anhänger Alma des Älteren prächtig und erbauten in dem Land, das sie Helam nannten, eine Stadt, die sie auch Helam nannten (Mosia 23:19-20). Aber: „Dennoch hält es der Herr für richtig, sein Volk zu züchtigen; ja, er prüft ihre Geduld und ihren Glauben.“ (Mosia 23:21)

Unter Züchtigung versteht man, im Sinne des Evangeliums von Jesus Christus, die Zurechtweisung bzw. Bestrafung Einzelner oder auch Gruppen, mit dem Ziel, ihnen zu helfen, sich zu verbessern bzw. stärker zu werden. Aus der Schrift lerne ich, dass der Herr den züchtigt, den er liebt und ich mich deshalb seiner Züchtigung unterwerfen soll (Sprüche 3:11-12) um zu lernen (Psalm 94:12). Wie steht es mit denen, die unbehelligt in Gesundheit und Wohlstand leben. Sie vergessen leicht den Herrn. Durch Krieg und Elend erinnern sich die Menschen wieder seiner und rufen ihn flehentlich an (Helaman 12:3). Züchtigung erinnert mich nach Verstößen gegen das Gesetz des Herrn, von meinem Übeltun abzulassen und demütig umzukehren und neue Erkenntnis zu erlangen (Lehre und Bündnisse 1:27-28). Außerdem kann ich dadurch auch Vergebung erlangen (Lehre und Bündnisse 95:1). Ich lerne auch, dass wenn ich geheiligt werden will, ich bereit sein muss, seine Züchtigung zu ertragen (Lehre und Bündnisse 101:2-5).

Dennoch hält es der Herr für richtig, sein Volk zu züchtigen. Ich erkenne aus den Schriften, dass die Züchtigung des Herrn aus Liebe zu mir geschieht, um mir in meiner Entwicklung zu helfen, indem ich Geduld und Glauben verstärke. Es ist sicherlich nicht ganz so leicht daran zu denken, wenn man gerade von einer Hiobsbotschaft, z. B. in Bezug auf die Gesundheit, betroffen ist. Doch ich denke, wenn ich mich durch Studium geistig gefestigt habe, ich solcherlei Züchtigung annehmen kann und gestärkt aus ihr herausgehen werde. Wie verstehst du Züchtigungen des Herrn und suchst du nach dem WARUM?

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(Quelle; Titelbild Quelle)

Darum wachten sie über ihr Volk

Nachdem Alma der Ältere die Kirche Jesu Christi weiter organisiert hatte, wird uns berichtet: „Darum wachten sie über ihr Volk und nährten es mit dem, was die Rechtschaffenheit betrifft.“ (Mosia 23:18).

Darum wachten sie über ihr Volk. Ich verstehe im Sinne des Evangelium dieses Überwachen nicht wie die eines `Überwachungsstaates´, in dem mittels einer Vielzahl verschiedener staatlich legalisierter technischer Mittel, jegliches Handeln des Volkes dauernd beobachtet wird, ob etwas Verbotenes oder eine Straftat geschieht. Wachen, im Sinne des Evangeliums von Jesus Christus, meint, sich gezielt um das Wohlergehen derer zu kümmern, die einem anvertraut sind. Schon im Alten Testament lerne ich ein wenig über eine solche Wächterfunktion (Ezechiel 3:17-21).

Der Herr erklärt diese Wächterfunktion dem Propheten Ezechiel um die 570 v. Chr. also so:

  • Mit dem, was der Herr ihm sagt, muss er die ihm Anvertrauten warnen.
  • Derjenige, der sündigt und nicht gewarnt wurde, wird bestraft, der Wächter wird, aufgrund Nichterfüllens seiner Warnfunktion, zur Rechenschaft gezogen.
  • Hat er Wächter seine Aufgabe erfüllt, ist er gerechtfertigt, auch wenn der Gewarnte nicht darauf hört.

Ich lerne daraus, dass ich als Wächter die Aufgabe habe, die mir Anvertrauten vor dem Nichteinhalten des Wortes Gottes zu warnen, sie zu ermuntern eifrig im Halten der Gebote des Herrn zu sein. Meine Aufgaben als Wächter heute sind in Lehre und Bündnisse 20:38,42,53-55 beschrieben. Die Aufgabe des Wächters wird als `Heimlehrer´ erfüllt (siehe hier), bei den Schwestern sind es die `Besuchslehrerinnen´ (siehe hier). Hier noch Ausführungen über die Tiefgründigkeit dieser Aufgabe in der Kirche (Wächter auf dem Turm). Was ist deine Meinung über diese Art der `Wächter´-Tätigkeit?

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Besuchslehrerinnen besuchen eine Verletzte, um ihr zu helfen
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