Errettung … durch das Gesetz des Mose

Der Prophet Abinadi spricht mit den falschen Priestern König Noas um 148 v. Chr. über die Frage, ob das Gesetz des Mose Errettung bringt: „Und nun habt ihr gesagt, die Errettung komme durch das Gesetz des Mose … 28  Und ferner sage ich euch, dass die Errettung nicht durch das Gesetz allein kommt; und wenn nicht das Sühnopfer wäre, das Gott selbst für die Sünden und Übeltaten seines Volkes zustande bringen wird, so würde es unweigerlich zugrunde gehen, trotz des Gesetzes des Mose.“ (Mosia 13:27-28).

Errettung … durch das Gesetz des Mose. Das Befolgen der Gesetze des Herrn ist eine der Notwendigkeiten für die Errettung des Menschen von seinem gefallenen Zustand. Zur Errettung gehört jedoch noch etwas anderes. Durch den Fall Adams und Evas im Garten von Eden kamen die Sterblichkeit als auch der geistige Tod (Trennung von Gott) über sie und somit über die gesamte Menschheit (Köstliche Perle Mose 4:25,31). Vom körperlichen Tod, der Sterblichkeit, werden ausnahmslos alle Menschen durch die Auferstehung Jesu errettet, und vom geistigen Tod werden durch sein Leiden in Getsemani all diejenigen errettet, die sein Sühnopfer annehmen. Das Spühnopfer nehmen wir dadurch an, dass wir an ihn und Gott Vater glauben, von unseren Sünden umkehren, mit dem Taufbündnis versprechen, alle seine Gesetze und Verordnungen zu halten und in diesem Bemühen treu zu bleiben bis ans Ende unserer Erdentage (Köstliche Perle Mose 6:52,59). Errettung erlangen wir also zum einen durch das Halten der Gesetze Gottes und zum anderen durch das Sühnopfer von Jesus Christus, welches er durch sein Leiden in Getsemani und am Kreuz nebst seiner Auferstehung erbrachte (Mosia 13:32). Was denkst du, wie wir errettet werden?

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Hättet ihr es getan, so hätte der Herr mich nicht hervortreten und in Bezug auf dieses Volk Böses prophezeien lassen

Abinadi spricht nun zu den falschen Priestern des Königs Noa weiter, nachdem er ihnen die zehn Gebote aufgezählt hat: „… Habt ihr dieses Volk gelehrt, es solle darauf bedacht sein, dies alles zu tun, damit es diese Gebote halte? 26  Ich sage euch: Nein; denn hättet ihr es getan, so hätte der Herr mich nicht hervortreten und in Bezug auf dieses Volk Böses prophezeien lassen.“ (Mosia 13:25-26).

Hättet ihr es getan, so hätte der Herr mich nicht hervortreten und in Bezug auf dieses Volk Böses prophezeien lassen. Abinadi war ein Prophet des Herrn. „Es ist seine Aufgabe, der Menschheit Gottes Willen und wahres Wesen bekanntzumachen und die Bedeutung seines Umgangs mit ihnen aufzuzeigen. Ein Prophet prangert Sünde an und sagt ihre Folgen vorher. Er ist ein Prediger der Rechtschaffenheit.“ (siehe hier). So wie in jeder der vergangenen Evangeliumszeiten, haben wir auch in dieser unserer `Evangeliumszeit der Fülle der Zeiten´(lies hier) Propheten, die als Seher und Offenbarer von Gott berufen sind (Mosia 8:13-16). Ich habe mich entschieden, zu denen zu gehören, die auf ihre Worte achten (Lehre und Bündnisse 20:26-27) und sie nicht verwerfen (2. Nephi 26:3), um nicht aus seinem Volk abgeschnitten zu werden (Lehre und Bündnisse 1:14). Was denkst du über lebende Propheten?

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Du sollst nicht begehren … (10. Gebot)

Das letzte der zehn Gebote wird von Abinadi den falschen Priestern König Noas so zitiert: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, noch seinen Knecht, noch seine Magd, noch sein Rind, noch seinen Esel, noch irgend etwas, was dein Nächster hat.“ (Mosia 13:24; vergleiche Exodus 20:17)

Du sollst nicht begehren … Leicht kommt man in Versuchung jemanden um das, was er hat zu beneiden und sich genau dieses übermäßig für sich zu wünschen. Dann kann es leicht passieren, dass ich mir hinterhältige Machenschaften ausdenke, um an den Besitz desjenigen zu gelangen. Durch dieses `haben wollen´ entsteht Unheil. Dabei kann es so weit gehen, dass ich sogar eine soziale Gemeinschaft zerstöre. Ich muss also darauf achten, meine Gelüste, Leidenschaften, Triebe, Verlangen, Sehnen, im Zaum zu halten. Ich habe mir angewöhnt mich für denjenigen, der etwas hat, was ich nicht habe, zu freuen, aber darauf nicht neidisch zu sein und mich mit dem zufriedenzugeben, was ich habe, in mir kein `Mangelerleben´ aufkommen zu lassen. Dann kommt auch kein `Aneignungswunsch´, kein Begehren in mir auf. In neuzeitlicher Offenbarung hat uns der Herr durch Joseph Smith geboten, einander zu lieben, nicht habgierig zu sein, sondern miteinander zu teilen (Lehre und Bündnisse 88:123). Elder Jeffrey R. Holland vom Kollegium der Zwölf macht uns auf Folgendes aufmerksam: „Die meisten Gebote mit „Du sollst nicht“ sollen uns daran hindern, anderen Schaden zuzufügen. Doch ich bin mir sicher, dass das Gebot „Du sollst nicht begehren“ uns daran hindern soll, uns selbst Schaden zuzufügen.“ (hier). Wie reduzierst du dein Begehren am Besitz eines anderen?

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Du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen gegen deinen Nächsten (9. Gebot)

Das neunte Gebot zitiert Abinadi den falschen Priestern König Noas folgendermaßen: „Du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen gegen deinen Nächsten.“ (Mosia 13:23; vergleiche Exodus 20:16).

Du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen gegen deinen Nächsten. Doch auch wieder ein hochaktuelles Gebot, denk nur an das heute so vielfach um sich greifende `Mobben`, dem Vorgang der Rufschädigung mittels Falschmeldungen über jemanden mit besonders schlimmen Folgen im heutigen Zeitalter des weltweit digitalen Netzes: Einmal drin, Ruf ist hin. Auch Falschaussagen vor Gericht sind hier gemeint, die wiederum strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen (§ 153 StGB). Ich bin durch dieses Gebot also aufgefordert aufrichtig, wahrhaftig und ohne Falsch zu sein. Der Apostel Petrus fordert die Christen seinerzeit auf, rechtschaffen unter den Heiden zu leben, damit sie durch das gute Vorbild zur Einsicht kommen (1. Petrus 2:12). Genauso gilt das auch für mich heute. Ich muss mir schon, bevor meine Zunge aktiv wird, überlegen, was meine Aussagen über einen Mitmenschen anrichten können. Wie gehst du vor, wenn du über jemand anderen sprichst?

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Du sollst nicht stehlen (8. Gebot)

Als nächstes führt Abinadi das achte Gebot an: „Du sollst nicht stehlen.“ (Mosia 13:22; vergleiche Exodus 20:15). Auch Jesus hat dieses Gebot u. a. gegenüber dem jungen Mann, der ihn fragte, was er tun solle, um ewiges Leben zu erhalten aufgezählt (Matthäus 19:18).

Du sollst nicht stehlen. Vielfach ist es doch so, dass man gerne das hätte, was der andere besitzt, man selber aber nicht. Nun gibt es verschiedene Wege an das Gewünschte heranzukommen: Man kauft es sich; man borgt es sich aus und vergisst es zurückzugeben; man bringt es in einem unbeobachteten Moment in seinen Besitz. Selbstredend ist nur die erste Lösung die straffreie. In den beiden anderen Fällen begehe ich Diebstahl: Ich mache mir die Sache auf unehrliche oder unrechtmäßige Weise zu eigen. Werde ich erwischt, werde ich mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft (§ 242 StGB), so jedenfalls das weltliche Strafmaß. Der Herr hat in neuzeitlicher Offenbarung auch ein Strafmaß hierfür festgelegt: „… wer stiehlt und nicht umkehren will, soll ausgestoßen werden.“ (Lehre und Bündnisse 42:20). Glücklicherweise bietet der Herr auch hier wieder den Weg der Umkehr an! Wie sieht es damit aus: Man nimmt aus dem Büro, das einem der Arbeitgeber zur Arbeitserledigung zur Verfügung stellt, einen Kugelschreiber mit und nutzt diesen privat … (Diebstahl und Unterschlagung geringwertiger Sachen; § 248a StGB). Wie stellst du sicher, dass du dir nichts unrechtmäßig aneignest, was einem anderen gehört?

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Du sollst nicht Ehebruch begehen (7. Gebot)

Nun erinnert Abinadi die falschen Priester König Noas an das siebente Gebot: „Du sollst nicht Ehebruch begehen.“ (Mosia 13:22; vergleiche Exodus 20:14).

Du sollst nicht Ehebruch begehen. Ein Gebot, dass in allen Zeiten übertreten wurde und auch gegenwärtig von vielen Menschen missachtet wird. In neuzeitlicher Offenbarung hat der Herr uns mitgeteilt, dass seine Gebote sogar umfassender zu verstehen sind, indem er uns sagt, dass wir weder das eine, „noch irgend etwas Derartiges tun“ dürfen (Lehre und Bündnisse 59:6). In diesem Zusammenhang hat uns der Herr ein Gesetz gegeben, das wir als `das Gesetz der Keuschheit´ kennen, das sexuelle Beziehungen außerhalb der rechtmäßigen Ehe ausschließt (eine Broschüre zu diesem Thema findest du hier). Schon in Matthäus werden wir auf den Umfang dieses siebten Gebotes hingewiesen, indem uns gesagt wird, dass wir das Gebot schon brechen würden, wenn wir „eine Frau auch nur lüstern“ ansehen würden (jemanden mit den Augen ausziehen; Matthäus 5:27.28). Selbstverständlich gilt dies in umgekehrter Richtung ebenso. Das Thema „gleichgeschlechtliche Ehe“ kocht ja auch gerade wieder stark hoch, die Stellung der Kirche hierzu siehe hier und hier. Was tust du, um das siebente Gebot des Herrn einzuhalten?

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Du sollst nicht töten (6. Gebot)

Nun zitiert Abinadi das Gebot, welches wir als sechstes Gebot eingereiht haben: „Du sollst nicht töten.“ (Mosia 13:21; vergleiche Exodus 20:13).

In der Einheitsübersetzung heißt es „Du sollst nicht morden.“ (Exodus 20:13). Bei Matthäus heißt es wieder: töten (Matthäus 5:21). Stellt sich die Frage, gibt es einen Unterschied zwischen töten und morden. Im Deutschen wird der Begriff `töten´ sehr umfassend benutzt: er beinhaltet alle Arten jemanden ums Leben zu bringen, während `morden´ sich nur auf verbrecherische Tötungshandlungen bezieht. Im Schriftenführer heißt es zu Mord: „Einen Menschen widerrechtlich und absichtlich töten. Mord ist eine Sünde, die von frühester Zeit an verurteilt wurde (Mose 5:18–41).“ Im Buch Mormon heißt es an anderer Stelle: „Weh dem Mörder, der vorsätzlich tötet; denn er wird sterben.“ (2. Nephi 9:35); in neuzeitlicher Offenbarung wiederum: „Und weiter, ich sage, du sollst nicht töten; wer aber tötet, soll sterben.“ (Lehre und Bündnisse 42:18-19). Diese Begriffe werden also nicht eindeutig unterschieden. Diskussionen kommen eben dort auf, wo es darum geht: erfülle ich einen Wehrdienst, oder verweigere ich diesen aus Glaubensgründen mit Bezug auf das Gebot; wie verhalte ich mich, wenn jemand mein Leben oder das meiner Familie bedroht …

Du sollst nicht töten. Ein äußerst vielschichtiges Thema. Glücklicherweise war ich bis jetzt noch nie in einer Situation, in der ich gefordert war, mich zu entscheiden. Wenn ich die heiligen Schriften insgesamt zu dieser Problematik untersuche, komme ich zu dem Entschluss, dass Mord auf jeden Fall mit diesem Gebot gemeint ist, ich mich aber verteidigen darf, wenn mein, oder das Leben meiner Nächsten, durch jemand anderen willentlich bedroht wird (Alma 43:47). Wie verstehst du dieses Gebot?

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