Wenn dieses Volk nicht umkehrt

Abinadi, der Prophet des Herren, der die Nephiten aus ihrer Abkehr von Gott und ihren Gräueltaten unter König Noa aufrütteln sollte, sagt ihnen, was eintreten wird, wenn sie nicht umkehren: „Und es wird sich begeben: Wenn dieses Volk nicht umkehrt und sich nicht zum Herrn, zu seinem Gott, wendet, werden sie in Knechtschaft geraten; und niemand wird sie befreien, außer der Herr, der Allmächtige Gott.“ (Mosia 11:23).

Wenn dieses Volk nicht umkehrt …, werden sie in Knechtschaft geraten. In einer ähnlichen Lage befand sich Israel. Auch hier hat das Volk sich vom Herrn abgewandt und Unzucht getrieben (Hosea 5:3). Es ist von seinen Gräueltaten nicht umgekehrt (Hosea 5:4). Sein Treuebruch führte dazu, dass sein Besitz vom glühenden Wind gefressen wurde (Hosa 5:7). Ich lerne daraus, dass der Herr mir nicht aus Schwierigkeiten heraushelfen wird, in die ich mich selber wissentlich gebracht habe, durch Untreue gegenüber den Bündnissen, die ich mit ihm schließen durfte, außer ich übe Umkehr (Lehre und Bündnisse 19:4). Jeden Sonntag sinne ich beim Abendmahl darüber nach, wo ich wohl noch nicht Umkehr geübt habe und bitte den Herrn um Vergebung und bemühe mich, mich in der kommenden Woche zu verbessern. Wie gehst du mit deinen Bündnissen mit Gott um?

glühender wind

Glühender Wind (Hosa 5:7; Quelle)

Und wenn sie nicht in Sack und Asche umkehren

Abinadi predigt den durch König Noa und seinen selbst ernannten Priestern verführten Nephiten Umkehr und kündigt ihnen an, was bei Nichtbeachtung folgen würde. Sie würden in Knechtschaft geraten (Mosia 11:23) und der Herr würde ihr Schreien nur langsam beachten (Mosia 11:24), des Weiteren: „Und wenn sie nicht in Sack und Asche umkehren und mächtig zum Herrn, zu ihrem Gott, schreien, werde ich ihre Gebete nicht vernehmen, und ich werde sie auch nicht aus ihren Bedrängnissen befreien; und so spricht der Herr, und so hat er mir geboten.“ (Mosia 11:25).

Und wenn sie nicht in Sack und Asche umkehren. Im Orient war der `Sak´ ein schmuckloses raues Kleid, mittels dessen der Träger anzeigte, dass gerade Trauer anstatt Freude sein Leben bestimmte. Die Asche, in die er sich ggf. setzte, war ein Zeichen für die Vergänglichkeit. `In Sack und Asche´ gehen bedeutet im übertragenen Sinn traurig über Fehlverhalten zu sein, es zu bereuen und aufrichtige Umkehr zu üben und von Demut erfüllt den Herrn um Vergebung anzuflehen (Esther 4:1; Lukas 10:13; Daniel 9:3). Genauso ergeht die Warnung Abinadis, die von heute lebenden Propheten in ähnlicher Form bestätigt wird, auch mir: Wenn ich nicht von begangenem Übeltun umkehre, den Herrn demütig um Vergebung bitte, werde ich genau sowenig in den Genuss der heilenden Auswirkungen des Sühnopfers Jesu kommen. Wie gehst du mit dem in `Sack und Asche gehen´ um?

sach und asche

(Quelle)

ich bin der Herr, ihr Gott

Folgende Aussage des deutschen Philosophen und Theologen Friedrich Ernst Daniel Schleiermacher (1768-1834) wird wohl eher Verwirrung stiften, als zur Klärung des Begriffes Eifersucht beizutragen: „Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.“ Ein sumerisches Sprichwort soll helfen zu verstehen: „Wird der Ochse gestriegelt, knurrt ihn der Hund an.“ will sagen: Was der eine bekommt oder hat und der andere nicht, verursacht in diesem eine gewisse starke Enttäuschung und Unzufriedenheit, verbunden mit dem starken Verlangen, es auch haben zu wollen, was zu unkontrollierten Handlungen führen kann, womit wir bei dem Zitat von oben sind.

Der Prophet Abinadi erklärt den Nephiten, dass sie, wenn sie aufgrund ihrer Gräueltaten, von denen sie nicht umkehren (Mosia 11:20-21), keine Hilfe vom Herrn in ihren Bedrängnissen zu erwarten haben: „Und es wird sich begeben: Sie werden wissen, dass ich der Herr bin, ihr Gott, und ein eifersüchtiger Gott bin und die Übeltaten meines Volkes heimsuche.“ (Mosia 11:22).

Sie werden wissen, dass ich der Herr bin, ihr Gott, und ein eifersüchtiger Gott bin. Wie können wir uns nun erklären, dass Gott eifersüchtig ist und worauf? Ich denke an das erste der Gebote, die der Herr Mose gegeben hatte: „Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.“ (Exodus 20:3). Ich verstehe das so: Er ist nicht eifersüchtig auf etwas, was wir haben und er nicht; paradox, er hat ja alles, er stellt es uns zur Verfügung. Er hat uns ein Gebot gegeben, neben ihm keinen anderen Gott anzubeten. Wenn wir es dennoch tun, übertreten wir sein Gebot. Die Verletzung führt zu angekündigten Folgen und der Herr wird nicht helfend eingreifen außer wir üben ernsthafte Umkehr (Exodus 20:5). Wenn wir anderen Göttern dienen, gehen wir dem Herrn fremd und begehen im übertragenen Sinn `Ehebruch´; wir brechen unser Bündnis, ihm treu zu bleiben. Sein Sühnopfer ist im übertragenen Sinn das Eifersuchtsopfer, das unsere Schuld feststellt (Numeri 5:15). Was sind deine Gedanken zu einem eifersüchtigen Gott?

eifersucht

(Quelle)