Selbst ich in meinem vorgerückten Alter, zog aus zum Kampf gegen die Lamaniten

Wieder konnte ein einzelner Mensch durch Schüren von Hass bewirken, dass ein Volk gegen das andere in den Krieg zog (Mosia 10:6-8). König Zeniff hatte ja Wachen aufgestellt und sich auf den Verteidigungsfall vorbereitet und so brachten sie ihre Frauen und Kinder in Sicherheit und die Kampffähigen sammelten sich (Mosia 10:9) und zogen in den Kampf: „Und es begab sich: Wir zogen aus zum Kampf gegen die Lamaniten; und ich, selbst ich in meinem vorgerückten Alter, zog aus zum Kampf gegen die Lamaniten. Und es begab sich: Wir rückten in der Kraft des Herrn zum Kampf aus.“ (Mosia 10:10).

Vor nicht allzu langer Zeit hatten Firmenbosse keine Lust auf ältere Mitarbeiter. Sie sahen in ihnen nur einen mit zunehmender Erfahrung höher werdenden Kostenfaktor. Diese Denkweise hat sich insofern geändert, dass eben diese höhere Qualifikation heute als unverzichtbar angesehen wird, gepaart mit dem Effekt, dass sie diese an die Jüngeren weitergeben würden (natürlich spielen auch weitere Faktoren eine Rolle).

Selbst ich in meinem vorgerückten Alter, zog aus zum Kampf gegen die Lamaniten. König Zeniff hatte eine langjährige starke Erfahrung in Sachen Vertrauen in die Kraft des Herren zu setzen und konnte seinem Volk auf diese Weise den erfolgreichen Weg im Kampf gegen das Böse zeigen (Psalm 28:8). Genauso sind heute die älteren Menschen in der Lage in den Jüngeren durch ihre Glaubensstärke die nötige Kraft zu entfachen, für das Gute einzustehen und zu kämpfen – bezogen auf die Anfechtungen Satans (Psalm 78:3-4). Wie hast du als Jüngerer von den Erfahrungen, der Kraft und Stärke eines Älteren profitiert?

stärke

Meine Stärke und mein Lied ist der Herr (Exodus 15:2; Quelle)

Ich ließ die Männer den Boden bebauen … die Frauen spinnen und arbeiten und sich mühen

Entgegen ihren Brüdern den Lamaniten, die lieber andere für sich arbeiten lassen wollten (Mosia 9:12), waren die Nephiten darauf bedacht für ihren Unterhalt selber fleißig Sorge zu tragen: „4  Und ich ließ die Männer den Boden bebauen und allerlei Getreide und allerlei Frucht jeder Art ziehen. 5  Und ich ließ die Frauen spinnen und arbeiten und sich mühen und allerlei feines Leinen herstellen, ja, und Tuch jeder Art, damit wir unsere Nacktheit bekleiden konnten; und so erging es uns wohl im Land—so hatten wir beständig Frieden im Land für den Zeitraum von zweiundzwanzig Jahren.“ (Mosia 10:4-5).

Das erinnert mich daran, dass der Herr Adam und Eva bei der Vertreibung aus dem Garten Eden, jeweilig zugeordnete Aufgaben übertrug (Genesis 3:16-19). Der Frau hat er die unvergleichliche Aufgabe zugedacht, Leben auf die Erde zu bringen und der Mann sollte für den Lebensunterhalt der so entstehenden Familie sorgen. Um ihre Nacktheit zu bedecken, machte der Herr ihnen Kleider (Genesis 3:21). Und erst nachdem sie vom Baum der Erkenntnis genossen hatten (der sogenannte „Fall des Menschen“), waren Adam und Eva in der Lage – wie Gott (Genesis 3:5) – zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, also zu sündigen (Genesis 3:22).

Ich ließ die Männer den Boden bebauen … die Frauen spinnen und arbeiten und sich mühen. Auf den Punkt gebracht lerne ich daraus:

  • Zu einer Familie gehören Mann und Frau – durch Gott miteinander verbunden (Genesis 2:24) – und Kinder und diese Form ist von Gott so gewollt.
  • Der Herr hat der Frau die besondere Aufgabe zugedacht, Geistkinder Gottes aus seiner Gegenwart hier auf die Erde kommen zu lassen.
  • Der Herr hat dem Mann eine bestimmte Aufgabe in der Familie zugedacht, nämlich für das Wohl seiner Familie und ihre Sicherheit zu sorgen.
  • Beide sind für den Erfolg in der Familie verantwortlich, dadurch, dass sie Vorleben und ihre Kinder unterrichten (Köstliche Perle 6:1-6).

Mehr zum Thema Familie lies: „Die Familie eine Proklamation an die Welt“. Was ist deine Einstellung zum Thema Familie?

familie

(Quelle)

Ich stellte rings um das Land Wachen auf

Hast du schon mal eine Gruppe von Enten beim Schlaf beobachtet? Wenn ja, dann wirst du festgestellt haben, dass die Tiere am Rand nur ein Auge zumachen, während das andere offen ist. Merkwürdig? Nein, denn Vögel haben einen sogenannten `unihemisphärischen Schlaf´. Mit einem Auge und einer Hirnhälfte `schieben sie Wache´, um Angriffe durch Räuber frühzeitig mitzubekommen.

Um sich vor einem erneuten feindlichen Übergriff zu schützen, machte König Zeniff Folgendes: „Und ich stellte rings um das Land Wachen auf, damit nicht die Lamaniten abermals unversehens über uns kämen und uns vernichteten; und so schützte ich mein Volk und meine Herden und bewahrte sie davor, unseren Feinden in die Hände zu fallen.“ (Mosia 10:2).

Ich stellte rings um das Land Wachen auf. Nicht alleine vor menschlichen Feinden müssen wir uns schützen, sondern viel schlimmer noch, vor den Streitkräften Satans, die unsere Achillesferse (benannt nach Achill, dem griechischen Sagenhelden, der vom gegnerischen Pfeil an seiner einzig verwundbaren Stelle, seiner Ferse, getroffen wurde)  – unseren Schwachpunkt, die Eigenschaft, die für uns gefährlich sein kann – kennen und uns dort treffen wollen, um unser ewiges Leben in Gottes Gegenwart zu verspielen. Der Herr kennt dieses Wollen Satans und hat um uns herum auch Wächter aufgestellt. Unsere Wächter sind lebende Apostel, Propheten – wie einst Ezechiel (Ezechiel 3:17.21) – und weitere Diener Gottes, bis hinunter zu Heimlehrern und Besuchslehrerinnen. Ihnen hat der Herr aufgetragen über einen jeden zu wachen (Lehre und Bündnisse 20:53-55). Sie sind diejenigen `Gänse´, die am Rand der Gruppe nächtigen und immer ein Auge offen haben und Alarm schlagen, wenn der Feind mit seiner Strategie in die Herde eindringen will, um Beute zu machen. Wie schiebst du Wache?

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(Quelle)

Damit ich auf diese Weise Waffen für mein Volk hätte

Hast du noch das Motiv zum Symbol der Friedensbewegung in der damaligen DDR in Erinnerung? Es leitete sich aus dem Alten Testament ab. Nachdem Micha sich gegen Habsucht der Reichen, gegen Rechtsbrecher, gegen habgierige Propheten und Bestechliche weltliche Führer ausgelassen hat, wird in Kapitel vier über die wunderbare Zeit gesprochen, in der der Herr seine Regierung auf Erden antreten würde, denn: „Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen.“ (Micha 4:3; lies ruhig insgesamt Verse 1-5).

Zeniff und sein Volk befanden sich um die 180 v. Chr. noch nicht in dieser, noch weit in der Zukunft liegenden, komfortablen Lage. Nachdem sie die sie angreifenden Lamaniten aus ihrem Landesteil mithilfe der Kraft des Herrn vertrieben hatten, bereitete Zeniff sein Volk vor, sich gegen erneute Angriffe zu wappnen: „Und es begab sich: Wir fingen wieder an, das Königreich aufzurichten, und wir fingen wieder an, das Land in Frieden zu besitzen. Und ich ließ Kriegswaffen jeder Art fertigen, damit ich auf diese Weise Waffen für mein Volk hätte gegen die Zeit, da die Lamaniten wiederum zum Krieg gegen mein Volk heraufkommen würden.“ (Mosia 10:1).

Damit ich auf diese Weise Waffen für mein Volk hätte. Auch heute liegt diese Zeit der Friedensherrschaft des Herrn noch in der Zukunft und allzu viele Menschen sind leider immer noch nicht in der Lage, Schwerter in Pflugscharen und Lanzen in Winzermesser zu wandeln (Prediger 9:18). Immer noch sind wir dabei Waffen zu ersinnen und zu schmieden und Strategien zu entwerfen, um uns gegen potenzielle Angreifer zu schützen. Für mich, der sich derzeit in einem Land aufhalten darf, in dem es Frieden, jedenfalls keinen militärischen Konflikt gibt, besteht die Aufgabe darin, mich in geistiger Hinsicht gegen die Angriffe Satans zu rüsten. Dies tue ich, indem ich gebeterfüllt eifrig das Wort Gottes aufnehme (Lehre und Bündnisse 97:1), mich zum Herrn bekehre (Lehre und Bündnisse 109:65-66) und versuche, seinen Plan des Glücklichseins zu verstehen und überlege, wie ich diesen in Handlungen umsetzen kann. Wie sieht dein Aufrüstungsprogramm aus?

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(Quelle)

Wir zogen in seiner Macht aus

Zeniff und sein Volk waren in einer Situation, in der sie um ihr Leben fürchteten aufgrund der Raffgier der Lamaniten (Mosia 9:14). So taten sie das, was in ihrer Macht stand, um ihr Leben zu verteidigen. Sie rüsteten sich für einen Verteidigungskampf (Mosia 9:16). Doch sie verließen sich nicht allein auf ihre eigene Stärke, sondern sie schrien zum Herrn, dass er ihnen helfen möge, dass sie aus den Händen ihrer Feinde befreit werden mögen (Mosia 9:17). Das Ergebnis ihrer Bemühungen schildert Zeniff so: „Und Gott vernahm unser Schreien und erhörte unsere Gebete; und wir zogen in seiner Macht aus; ja, wir zogen gegen die Lamaniten aus, und in einem Tag und einer Nacht töteten wir dreitausendunddreiundvierzig; ja, wir töteten sie, bis wir sie aus unserem Land gejagt hatten.“ (Mosia 9:18).

Überall in der Geschichte des Volkes Gottes lesen wir über Krieg und darüber, dass der Herr denen Macht zukommen ließ, die ihm treu waren. Ich denke als ein Beispiel an Abraham. Er sollte von den Götzenpriestern seines Heimatlandes geopfert werden. Er flehte Gott um Hilfe an und dieser erhörte ihn, sandte einen Engel, der seine Fesseln löste und der Herr gebot ihm in eine fremdes, ihm und seinen Nachkommen verheißenes, Land zu ziehen (Köstliche Perle Abraham 1:15-16).

Wir zogen in seiner Macht aus. Für mich ziehe ich folgende Lehre daraus: Sollte ich in einer lebensbedrohlichen Situation stecken – egal ob aufgrund menschlicher Feindseligkeit oder durch Verführung Satans die Gebote zu missachten, mein physisches oder geistiges Leben bedroht ist, kann ich mich glaubensvoll an den Herrn wenden. Er wird mein aufrichtiges Flehen erhören und mir Macht zukommen lassen, mich zu befreien (Daniel 10:12). Wie gehst du vor, wenn du in Bedrängnis bist?

bedrängnis

(Quelle)

In der Kraft des Herrn gingen wir hinaus, um gegen die Lamaniten zu kämpfen

Ist es schon mal passiert, dass du dir bei einer Auseinandersetzung gewünscht hast, dass du einen starken Freund neben dir gehabt hättest? So ähnlich erging es auch den Nephiten, als sie von den Lamaniten im Land Schilom in vernichtender Absicht überfallen wurden (Mosia 9:14) und in der Stadt Nephi bei ihrem König Zeniff um Hilfe flehten (Mosia 9:15). Zeniff rüstete sein Volk auf, um sich gegen die Aggressoren zu verteidigen (Mosia 9:16). Sie erinnerten sich auch daran, dass Gott in ähnlichen Situationen schon ihren Vorfahren beistand und so schrien sie ihn in ihrer Not an. Die Folge ihres Glaubens: „Ja, in der Kraft des Herrn gingen wir hinaus, um gegen die Lamaniten zu kämpfen; denn ich und mein Volk schrien mächtig zum Herrn, er möge uns aus den Händen unserer Feinde befreien; denn in uns wurde die Erinnerung an die Befreiung unserer Väter wach.“ (Mosia 9:17).

In der Kraft des Herrn gingen wir hinaus, um gegen die Lamaniten zu kämpfen. Auch ich stehe in ständigem Kampf, und zwar mit Satan und bedarf der Kraft des Herrn, um seinen Anfechtungen widerstehen zu können. Auch ich schreie jeden Tag zum Herrn und flehe um seinen Beistand (Psalm 30:9). Ich weiß, dass ich ohne die Hilfe des Herrn kraftlos bin (2. Korinther 12:9), aber mit „seiner Kraft kann ich alles tun“ (Alma 26:12). Wie dankbar bin ich dafür! Wie gehst du in den täglichen Kampf gegen Satans Anfechtungen?

kraft

Kraft durch Vertrauen in Gott (Jesaja 40:31; Quelle)

Laman fing an, sein Volk aufzustacheln

Das Strafgesetzbuch der Bundesrepublik Deutschland kennt den Straftatbestand des „Aufstachelns zum Angriffskrieg“. Im § 80a heißt es: „Wer im räumlichen Geltungsbereich dieses Gesetzes öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) zum Angriffskrieg (§ 80a) aufstachelt, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.“

Genau so etwas tat nun König Laman: „Darum begab es sich: König Laman fing an, sein Volk aufzustacheln, so dass sie mit meinem Volk Streit begannen; darum begannen Kriege und Streitigkeiten in dem Land.“ (Mosia 9:13).

Laman fing an, sein Volk aufzustacheln. Hier kommt mir die kriegerische Auseinadersetzung zwischen den Seleukiden aus Syrien, unter König Antiochus, und den Juden um die 170 v. Chr. in den Sinn. Des Königs Truppen schwärmten aus und stießen in die Trompeten und reizten ihre Elefanten mittels Trauben- und Maulbeersaft zum Kampf (1. Makkabäer 6:34). Muss ja nun nicht gleich das Aufstacheln zu einem Angriffskrieg sein, reicht ja schon, wenn jemand einen anderen gegen einen ungeliebten Mitmenschen aufstachelt – ihn antreibt, aufhetzt – ihm Leid, in welcher Form auch immer, anzutun. Ist es doch ein Mittel, zu dem immer wieder gerne gegriffen wird, um nicht selber der Übeltäter zu sein. Wie viele Menschen nutzen gerade jetzt wieder diese Machenschaft Satans, Volksgruppen gegeneinander zum Krieg aufzustacheln! Solche Handlungsweise steht dem Wunsch ewiges Leben zu gewinnen im Weg (Lukas 10:25-27). Was hast du schon in Bezug auf das Aufstacheln gegen jemanden erlebt und wie ist das ausgegangen?

aufstacheln

(Quelle)

Sie waren aber ein träges … Volk

Zeniff lässt uns über die Lamaniten im Land Nephi wissen, dass sie faul waren, nicht viel davon hielten, sich durch redliche Arbeit und im Schweiße ihres Angesichts für ihren Lebensunterhalt zu sorgen (Genesis 3:19): „Sie waren aber ein träges und ein götzendienerisches Volk; darum hatten sie den Wunsch, uns in Knechtschaft zu bringen, damit sie es sich durch die Arbeit unserer Hände wohl sein lassen könnten, ja, um sich an den Herden unserer Felder gütlich zu tun.“ (Mosia 9:12).

Mir fällt dazu die aus dem Neuen Testament entliehene Redensart ein: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“ Paulus weist damit die Müßiggänger der Gemeinde von Thessalonich zurecht und ermahnt die Mitglieder, im Namen von Jesus Christus, ihrer Arbeit nachzugehen und ihr selbst verdientes Brot zu essen und anderen nicht zur Last zu fallen (2. Thessalonicher 3:10-12).

Sie waren aber ein träges … Volk. Wie dankbar bin ich meiner Mutter – mein Vater konnte nicht viel dazu beitragen, da er zu früh verstarb – dass sie mich in jungen Jahren gelehrt hat, für meinen Unterhalt hart und ehrlich zu arbeiten. Die Zeit kurz nach Kriegsende hat ihren Teil dazu beigetragen, dass auch Kinder schon mithelfen mussten. Glücklicherweise hatte ich keine Scheu vor ehrlicher Arbeit und dem Lohn, der daraus erwuchs, auch wenn er nicht unbedingt groß war. Viel gab es zu tun: Gartenarbeit jeglicher Art – Unkraut jäten und Johannisbeeren ernten waren dabei nicht meine Favoriten, Eierzustellung auf dem Fahrrad in diversen Stadtteilen Berlins, auf dem Marktstand mithelfen, Werbung austragen, in einem Friseurladen mitarbeiten … Das hat mir geholfen mich vor keiner Arbeit zu scheuen sondern gerne anzupacken – nicht nur für mich selber, sondern auch im Dienst für Andere – und dem Gebot des Herrn Folge zu leisten: „Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, …“ (Genesis 3:19). Was ist deine Einstellung zu der Aufforderung des Paulus?

faulheit

(Quelle)