Wegen unserer Übeltaten und Gräuel hat er uns in Knechtschaft geraten lassen

Sicherlich kennst du die Idee der Erziehung mit „logischen Konsequenzen“ und hast sie vielleicht auch schon an eigenem Leib erfahren, sei es im Kindesalter oder aber auch als Erwachsener: „Wenn du nicht aufräumst, dann können wir nicht spielen, weil kein Platz ist.“, „Wenn Sie Ihr Quartalsziel übererfüllen, dann fällt Ihre Provision entsprechend höher aus.“ …

König Limhi erklärt seinem Volk, weshalb ihr Gott sie in die Hände der Lamaniten hat geraten lassen (Mosia 7:22): „Und weiter hat dieser selbe Gott unsere Väter aus dem Land Jerusalem geführt und hat sein Volk auch bis jetzt erhalten und bewahrt; und siehe, wegen unserer Übeltaten und Gräuel hat er uns in Knechtschaft geraten lassen.“ (Mosia 7:20).

Wegen unserer Übeltaten und Gräuel hat er uns in Knechtschaft geraten lassen. Hierbei fällt mir eines der unzähligen Beispiele aus der Heiligen Schrift ein: Der Herr hat dem Volk Israel bei dem Abschluss der Verkündigung seines Gesetzes Konsequenzen für das Befolgen, als auch für das Nichtbefolgen aufzeigt (Deuteronomium 28:1,15; lies auch gerne das ganze Kapitel). Unser Handeln zieht unweigerlich logische Konsequenzen nach sich. Ich habe im dritten Stockwerk über die Balkonbrüstung einen Lappen ausgeschüttelt. Dabei ist er mir aus der Hand gerutscht und was soll ich dir sagen, ich musste die Treppen runterlaufen, um ihn wieder zu bekommen. Genauso verhält es sich mit dem Befolgen bzw. Nichtbefolgen der Gesetze, die unser Schöpfer zu unserem Schutz aufgestellt hat, sie ziehen `logische Konsequenzen´ nach sich. So bin ich bedacht darauf, die Gesetze und ihre Konsequenzen durch eifriges Schriftstudium kennenzulernen und entsprechend zu handeln, und zwar so, dass niemandem ein Schaden daraus entsteht. Das klappt nicht immer, aber ich lerne dazu, wie ein Kind, das sich verbrennt, wenn es die eingeschaltete Herdplatte berührt. Welche positiven bzw. negativen Erfahrungen hast du schon mit `logischen Konsequenzen´ gemacht?

logische konsequenzen

(Quelle)

Setzt euer Vertrauen in den Gott, der der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs war

König Limhi erklärt seinem Volk, in welchen Gott sie ihr Vertrauen setzen sollen:: „Darum erhebt das Haupt und freut euch, und setzt euer Vertrauen in Gott, in den Gott, der der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs war, und den Gott, der auch die Kinder Israel aus dem Land Ägypten geführt hat und sie auf trockenem Grund durch das Rote Meer hat gehen lassen und sie mit Manna gespeist hat, damit sie nicht in der Wildnis zugrunde gingen; und vieles mehr hat er für sie getan.“ (Mosia 7:19).

Zwei Dinge lerne ich aus dieser Aussage:

  1. Spezifizierung des Gottes in den sie ihr Vertrauen setzen sollten
    Damit es nicht zu Missverständnissen kam, war es offensichtlich hilfreich, den einen Gott, um den es in dem Glauben des Volkes des Herrn geht, genau zu bestimmen. Obwohl der Herr dem Volk Israel das Gebot gab: „Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.“ (Exodus 20:3), ist es vielen Menschen immer wieder das Bedürfnis gewesen, sich eigene Götter zu schaffen und anzubeten (Daniel 5:23).
  2. Die Nephiten kannten das Wort Gottes aus der östlichen Hemisphäre
    Dass Limhi den Gott des Himmels und der Erde so beschrieben hat, wie er immer wieder im Alten Testament beschrieben wird, zeigt mir, dass sie die alten Schriften tatsächlich gehabt haben. Und das war für das Volk überlebenswichtig, wie wir an den Lamaniten sehen, die sich ja auch überwiegend dem Götzendienst hingaben, ja und teilweise sogar die Nephiten (Alma 50:21).

Setzt euer Vertrauen in den Gott, der der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs war. Gilt das auch noch in unserer heutigen Moderne? Heute gibt es ebenso Götzen (ein der Religion fremder Gott ggf. ein von Menschenhand gefertigtes und danach angebetetes Objekt – siehe Abb. unten), denen viele Menschen anhängen und über die sie den einzigen wahren und lebendigen Gott (Johannes 17:3) vergessen. Mir geht es eher so wie Josua und den Israeliten zu seiner Zeit, denen es ferne lag, anderen Göttern als dem Herrn, ihrem Schöpfer, zu dienen (Josua 24:14-16). Bist du eher damit beschäftigt, dich um moderne Götzen (z. B. Wertsachen jeglicher Art über den eigenen Bedarf hinaus) zu kümmern, oder widmest du dich voller Dankbarkeit deinem Schöpfer, indem du seinen Willen kennenlernst und in deinem Alltag umsetzt?

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Biblisches Götzenbild des goldenen Kalbes in Hartmann Schedels Weltchronik (Nürnberg 1493) (Quelle)

Setzt euer Vertrauen in Gott

Dem russischen Politiker, Revolutionär und Marxist, Lenin, wird folgende Redewendung zugeschrieben:„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“ Sie ist so in seinen Werken nicht zu finden, aber folgende Aussage ist nachgewiesen: „Vertraue, aber prüfe nach“. Sie will uns sagen: Verlass dich nur auf das, was du selber nachgeprüft hast.

Nun rät uns aber König Limhi: „Darum erhebt das Haupt und freut euch, und setzt euer Vertrauen in Gott, in den Gott, der der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs war, und den Gott, der auch die Kinder Israel aus dem Land Ägypten geführt hat und sie auf trockenem Grund durch das Rote Meer hat gehen lassen und sie mit Manna gespeist hat, damit sie nicht in der Wildnis zugrunde gingen; und vieles mehr hat er für sie getan.“ (Mosia 7:19).

Setzt euer Vertrauen in Gott. Verlässt du dich beim Einkauf und setzt deine Zuversicht darauf, dass du auch tatsächlich das bekommst, was dir für dein Geld versprochen wird, oder wiegst du schon mal nach, um zu kontrollieren, ob die Gewichtsangabe korrekt ist … ? Wie sieht dein Vertrauen in geistiger Hinsicht aus, verlässt du dich auf Gott und dessen Zusagen? Ich denke, als nur ein Beispiel von unzähligen, an den Gelähmten, der von seinen vier Helfern durch das Dach eines Hauses hinabgelassen wurde, da er auf keinem anderen Weg hätte zu Christus gelangen können, um geheilt zu werden. Was geschah aufgrund seines und seiner Helfer Vertrauen in den Herrn, denn hätten sie ohne Vertrauen eine solche Tortur auf sich genommen? Das Ergebnis: Er konnte wieder gehen und zudem wurden ihm noch seine Sünden vergeben (Markus 2:2-12). Auch ich setze mein Vertrauen in den Herrn, denn ich weiß: Er kann nicht lügen (Ether 3:12; Numeri 23:19)! Worein setzt du dein Vertrauen?

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(Quelle)

Doch bin ich sicher, dass noch eine wirksame Anstrengung gemacht werden muss

Du kennst sicherlich die Redewendung: „Das ist ihm (wie eine reife Frucht) in den Schoß gefallen“. Gemeint ist damit, dass jemand überraschend etwas Besonderes ohne Mühe erlangt hat. Er hat eigentlich nichts getan, als nur den Mund zu öffnen und schon flogen ihm die `gebratenen Tauben´ in denselben.

Etwas anders sieht König Limhi die Möglichkeit ihrer bevorstehenden Befreiung aus der Knechtschaft der Lamaniten mithilfe ihrer Brüder aus Zarahemla: „Und es begab sich: Als sie sich versammelt hatten, sprach er zu ihnen folgendermaßen, nämlich: O ihr mein Volk, erhebt das Haupt und seid getrost; denn siehe, die Zeit ist nahe oder ist nicht mehr fern, da wir unseren Feinden nicht länger unterworfen sein werden, ungeachtet unserer vielen Anstrengungen, die vergeblich gewesen sind; doch bin ich sicher, dass noch eine wirksame Anstrengung gemacht werden muss.“ (Mosia 7:18).

Doch bin ich sicher, dass noch eine wirksame Anstrengung gemacht werden muss. Um etwas Großartiges zu erreichen, bedarf es auch eines besonderen Kraftaufwandes, besonderer Mühe, besonderen Fleißes und bestimmt auch besonderer Ausdauer. Eine besondere Herausforderung, vor der jeder von uns steht, ist die, in die Gegenwart unserer himmlischen Eltern zurückkehren zu können. Hierzu bedarf es selbstredend besonderer Anstrengungen: Glaube an den Herrn Jesus Christus, Umkehr von bewusst gewordener Übertretung der Gebote Gottes, Taufe von bevollmächtigten Dienern Gottes auf den Namen Jesu Christi (Apostelgeschichte 19:4), weitere Bündnisse eingehen und dies alles bis zum Ende meines Erdenlebens durchhalten (3. Nephi 27:6). Dies ist eine lebenslange Herausforderung, jedenfalls für mich. Welchen besonderen Herausforderungen stellst du dich?

anstrengungen

(Quelle)

König Limhi aufruf an sein Volk, … beim Tempel versammeln

Tempel sind die heiligsten Stätten der Gottesanbetung hier auf Erden. Seit alters hat der Herr in allen Evangeliumszeiten den Menschen geboten solche Stätten zu errichten, damit die würdigen Nachfolger Jesu all die Bündnisse empfangen können, die ihnen helfen in die Gegenwart Gottes wieder zurückkehren zu können und dort in ewigen Familienverbänden zu leben. Wie wichtig dem Herrn solche Orte für seine Kinder sind, sehen wir daran, dass er schon Mose den Auftrag gab, dem Volk Israel in seiner vierzigjährigen Wanderschaft durch die Wüste einen mobilen Tempel zu bauen, bekannt als das Offenbarungszelt (Exodus 25:8-9). Als dieses fertiggestellt war, nahm der Herr es an (Exodus 40:33-34). Nachdem ihre Wanderungen durch die Wüste durch die Landeinnahme Kanans beendet war, baute Salomo um 957 v. Chr. dem Herrn ein festes Haus (1. Könige 6:1).

Auch die Nephiten hatten einen Tempel, zu dem zu kommen König Limhi sein Volk einlud, damit er seine Freude mit ihm teilen konnte (Mosia 7:14): „Und nun begab es sich: Am nächsten Tag sandte König Limhi einen Aufruf an sein ganzes Volk, demzufolge sie sich beim Tempel versammeln sollten, um die Worte zu vernehmen, die er zu ihnen sprechen würde.“ (Mosia 7:17). Nephi hatte diesen Tempel nach dem Vorbild des Tempels Salomos um 580 v. Chr. auf der westlichen Hemisphäre in Zentralamerika errichtet (2. Nephi 5:16).

Sandte König Limhi einen Aufruf an sein ganzes Volk, … sich beim Tempel [zu] versammeln. Auch in dieser, der letzten Dispensation (Evangeliumszeit), hat der Herr seinen Kindern geboten, ihm ein Haus zu errichten (Lehre und Bündnisse 88:119). Der erste Tempel in dieser letzten Zeit vor dem zweiten Kommen Jesu wurde von Joseph Smith Jr. am 27. März 1836 in Kirtland geweiht. Seitdem errichtet die Kirche je nach Gebrauch weitere Tempel. Heute haben wir über 148 Tempel weltweit (hier). Ich bin dem Herrn zutiefst dankbar, dass wir diese Stätten der Anbetung immer mehr in der Nähe der Mitglieder bekommen, damit wir sie häufig zu unserem und dem Nutzen unserer Vorfahren aufsuchen können. Was weißt du über solche heiligen Stätten, die im Auftrag des Herrn gebaut werden?

Kirtland Mormon Temple

Kirtland Tempel (Quelle)

Nun will ich mich freuen, und morgen will ich …….

Du kennst sicherlich das altbekannte Sprichwort: Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude. In diesem Sinn handelte auch König Limhi: „Und nun begab es sich: Nachdem Limhi die Worte Ammons gehört hatte, war er überaus froh und sprach: Nun weiß ich mit Gewissheit, dass meine Brüder, die im Land Zarahemla waren, noch leben. Und nun will ich mich freuen, und morgen will ich dafür sorgen, dass auch mein Volk sich freut.“ (Mosia 7:14).

Unser Wohlbefinden kann gesteigert werden, wenn wir unsere Erlebnisse mit anderen teilen können. Denk nur einmal an ein äußerst freudiges Erlebnis zurück. War es da nicht dein Bestreben, diese Freude mit anderen zu teilen – z. B. als du in jungen Jahren das erste Mal verliebt warst? Hattest du es mit solchen Menschen geteilt, die im Wesentlichen mit deiner eigenen Einstellung übereinstimmen, bestärkte ihr positives Mitempfinden wiederum dein Glücksgefühl. Hattest du es auch mal mit jenen Menschen versucht, die deinen Empfindungen eher kritisch gegenüberstanden? Wenn du deine Freude mit ihnen teiltest und sie darauf nicht positiv reagierten, wurde deine eigene Freude eher gedämpft.

Nun will ich mich freuen, und morgen will ich dafür sorgen, dass auch mein Volk sich freut. Auch der Herr will uns gerne an seiner Freude teilhaben lassen (Matthäus 25:21). Ich lerne daraus, dass es für mein Wohlbefinden förderlich ist, wenn ich sowohl positive als auch negative Erlebnisse mit anderen Menschen teile, besonders aber mit Freunden und Verwandten, da ihre Auffassungen mit meinen eigenen Überzeugungen am stärksten übereinstimmen. Durch ihre Zustimmung geben sie mir ein Gefühl der Zugehörigkeit und tragen somit dazu bei, dass ich doppeltes Glück empfinde. Wie gehst du mit Erlebnissen um, teilst du sie eher und wenn ja, wie wirkt sich das auf dein Befinden aus?

freud und leid teilen

(Quelle)

Ging er hin und neigte sich vor dem König

Was haben die Medien sich überschlagen, uns Normalmenschen auf einige Benimmregeln hinzuweisen, die es zu beachten gilt, wenn man Königin Elizabeth II gegenüberstehen sollte. So wird von einem Mann erwartet, dass er bei der Begrüßung seinen Kopf leicht senkt, von Frauen ein angedeuteter Knicks. Bei der ersten Anrede heißt es „Your Majesty“, weiterhin reicht „Ma´am“, wobei die Königin natürlich das erste Wort führt. Bei dem Gespräch plappert man nicht einfach drauf los und bleibt höflich bei dem Thema, das sie angeschnitten hat …

Wie hat sich Ammon als Expeditionsführer gegenüber König Limhi verhalten: „Und als Ammon nun sah, dass er sprechen dürfe, ging er hin und neigte sich vor dem König; und als er sich wieder aufrichtete, sprach er: O König, ich bin vor Gott heute sehr dankbar, dass ich noch lebe und sprechen darf; und ich werde mich unterfangen, unerschrocken zu sprechen;“ (Mosia 7:12).

Ging er hin und neigte sich vor dem König. Wenn wir nun schon höhergestellten Menschen größeren Respekt erweisen als dem Normalbürger, wie sieht es denn da mit unserem Verhalten gegenüber Gott Vater und seinem Sohn aus? Wir brauchen nicht auf die Genehmigung zu warten sprechen zu dürfen. Der Herr wünscht sich, dass wir ihn als erstes ansprechen. Wir haben die Möglichkeit, dies in einer ehrfürchtigen Weise – indem wir unsere Knie vor ihm beugen oder zumindest unser Haupt und eine entsprechende Geisteshaltung einnehmen -, im Gebet, zu tun. Im Namen Jesu Christi dürfen wir uns an den Vater wenden, in Gedanken oder Worten, sowohl laut, als auch im Stillen, öffentlich, als auch im Verborgenen (Lehre und Bündnisse 19:28). Wir dürfen uns mit ihm über alles und überall unterhalten (Alma 34:18-27). Er hört uns zu und antwortet uns auf seine Weise (Lehre und Bündnisse 112:10). Ein Muster hat er uns im `Vater unser´ gegeben (3. Nephi 13:9-13; Matthäus 6:9-13). Wie hältst du es mit der ehrfürchtigen Unterhaltung mit Gott?

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Jesus Christus unterweist die Nephiten und betet mit ihnen
(Quelle; siehe dir auch den kurzen Clip an)

Um nach ihren Brüdern zu forschen

Die Frankfurter Allgemeine titelte am 10.03.2015: „Deutschland verliert Talente an das Ausland“ und hält dabei fest: „Aus der EU erfährt Deutschland einen Zuwanderungsboom. Die Deutschen selbst aber streben hinaus in die Welt. Auch junge Hochqualifizierte verlassen die Bundesrepublik. Experten fordern Rückkehrer-Programme.“ (Quelle)

So ähnlich muss es wohl bei dem Volk Zarahemla gewesen sein. Etwa 200 v. Chr. ist eine Gruppe aus Zarahemla aufgebrochen, um in ihre frühere Heimat, das Land und die Stadt Lehi-Nephi, zurückzukehren. Unterwegs gab es Streit und dabei Tote. Fünfzig überlebten und kehrten wieder nach Zarahemla zurück (Omni 1:27-28). Unter ihnen war ein gewisser Zeniff, der sich kurz drauf wieder aufmachte und sich mit seiner Gruppe erfolgreich wieder im Land Lehi-Nephi und Schimlon ansiedeln konnte (Mosia 9:3-7). Allerdings verfolgte der Aufnehmende König Laman damit eine List (Mosia 9:10). Er verlangte von ihnen die Hälfte ihrer Erträge an ihn abzuführen (Mosia 7:22).

In Zarahemla machte sich das Volk achtzig Jahre später starke Gedanken, was mit diesen Auswanderern passiert ist, da sie seit ihrem Auszug unter Zeniff nichts mehr von ihnen gehört hatten und sie bedrängten König Mosia II einen Suchtrupp zu entsenden: „Und es begab sich: König Mosia erlaubte, dass sechzehn ihrer starken Männer hinauf in das Land Lehi-Nephi gingen, um nach ihren Brüdern zu forschen.“ (Mosia 7:2).

Um nach ihren Brüdern zu forschen. Wenn es ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl gibt, interessiert man sich füreinander. So wollten eben viele vom Volk Zarahemla wissen, wie es den Auswanderern ergangen ist und sie wollten sich auf eine äußerst beschwerliche Reise durch die Wildnis begeben, um sie ausfindig zu machen. Ich denke in diesem Zusammenhang daran, wie meine Mutter sich bildhaft auf den Weg gemacht hat um ihre Vorfahren ausfindig zu machen und ich es versuche immer noch fortzusetzen. Allerdings geht es hierbei um unsere verstorbenen Vorfahren. Was bezwecken wir damit? Unzählige von ihnen hatten nicht die Gelegenheit das wahre Evangelium von Jesus Christus kennenzulernen, da es in seiner Reinheit nicht auf Erden zu finden war. Wir wollen ihnen helfen, es durch stellvertretende Taufe annehmen zu können, da die Taufe nur hier im irdischen Leben möglich ist. Wir erfüllen damit auch eine Prophezeiung die Maleachi um 430 v. Chr. aussprach (Maleachi 3:23-24). Dieser angekündigte Elija suchte Joseph Smith am 3. April 1836 im Kirtlandtempel auf und überbrachte die notwendigen Vollmachten (Lehreund Bündnisse 110:14-16)

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Taufbecken für stellvertretende Taufe für verstorbene in einem Tempel
(Quelle; lies auch den dortigen Artikel „Im Tempel“)
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Elija überbringt Joseph Smith Priestertumsvollmachten
(Quelle; lies auch „2. The Return of Elijah“)

König Mosia wandelte auf den Wegen des Herrn

Wenn ich auf den Wegen eines Anderen wandle, werde ich auch dorthin kommen, wo dieser hinging. König Benjamin hatte nun auf der großen Konferenzversammlung um 124 v. Chr. in Zentralamerika die Nachfolge seinem Sohn Mosia übertragen. Von ihm wird uns berichtet: „Und es begab sich: König Mosia wandelte auf den Wegen des Herrn und beachtete seine Richtersprüche und seine Satzungen und hielt seine Gebote in allem, was immer er ihm gebot.“ (Mosia 6:6).

Uns wird über König Mosia berichtet, er:

  • Wandelte auf den Wegen des Herrn
    um dereinst dorthin zu kommen, wohin Jesus Christus gegangen ist, nämlich zu seinem und zu unserem himmlischen Vater – also zurück in unsere himmlische Heimat, allerdings aufgrund hier gemachter Erfahrungen, in eine höhere Ebene transferiert;
  • Beachtete seine Richtersprüche und seine Satzungen
    Christus ist der Richter der Lebenden und der Toten (2. Timotheus 4:1) und als solcher fällt er natürlich Richtersprüche. Gegen Richtersprüche zu handeln würde so viel bedeuten, wie der Legislative zu widersprechen und sich, die endgültige Instanz betreffend, noch mehr strafbar zu machen;
    Satzungen betrifft zum einen festgesetzte Rechtsnormen von Körperschaften, deren eigene Angelegenheiten regelnd, hier der Kirche des Herrn, als auch ihren Organisationsstatus betreffend. In der Bibel heißt es häufig: „Spruch des Herrn“. Dieser beinhaltet meist Verheißungen aufgrund von Gehorsam (Genesis22:16-18) oder Androhung von Vergeltung aufgrund von Ungehorsam (Numeri 14:28), aber auch Ankündigung von Vorhaben des Herrn (2. Könige 19:33) bzw. bestimmte Grundsätze betreffend (Jesaja 55:8-9). Sich diesen zu widersetzen bzw. sie nicht anzuerkennen wäre nicht gerade zielführend;
  • Hielt seine Gebote in allem
    Will ich dorthin gelangen, wohin Christus gegangen ist, ist es unablässig, in allem seine Gebote zu halten (Johannes 15:10).

König Mosia wandelte auf den Wegen des Herrn. Alle Propheten des Herrn waren uns in Sachen Gehorsam gegenüber den Geboten, Richtersprüchen und Satzungen des Herrn gute Vorbilder und wäre es anders, würde der Herr einen solchen von seinem Posten entfernen. Aus diesem Grund kann ich auch ihrem Wandel folgen und mir sicher sein, dass ich das mir gesteckte Ziel erreichen werde. Welche Personen nimmst du dir als Vorbild?

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(Quelle)

Darum zogen sie viele Tage in der Wildnis dahin, ja, vierzig Tage

Vielleicht hast du schon mal folgenden Aphorismus (eine prägnant knappe, geistreiche oder spitzfindige Formulierung eines Gedankens) gehört: „Wenn man nicht weiß, wohin man will, so kommt man am weitesten.“ Er stammt von William Shakespeare (1564 – 1616, englischer Dichter, Dramatiker, Schauspieler und Theaterleiter).

Ganz so verhielt es sich bei der Expedition der sechzehn starken Männer unter der Führung von Ammon, einem Abkömmling des Volkes Zarahemla (Mosia 7:3), zum Land Lehi-Nephi nicht. Sie wussten zwar wo sie hin wollten, aber nicht wo es lang ging: „Und nun wussten sie den Weg nicht, den sie in der Wildnis einschlagen sollten, um zu dem Land Lehi-Nephi hinaufzugelangen; darum zogen sie viele Tage in der Wildnis dahin, ja, vierzig Tage zogen sie dahin.“ (Mosia 7:4).

Darum zogen sie viele Tage in der Wildnis dahin, ja, vierzig Tage. Diese Zahl `vierzig´ begegnet uns in den heiligen Schriften sehr häufig:

  • Sintflut
    „Der Regen ergoss sich vierzig Tage und vierzig Nächte lang auf die Erde.“ (Genesis 7:12)
  • Heirat
    Isaak und Esau heirateten mit vierzig Jahren (Genesis 25:20; Genesis 26:34)
  • Einbalsamierung
    sie dauerte bei Josephs Vater Jakob vierzig Tage (Genesis 50:3)
  • Israels Wanderung durch die Wüste
    dauerte 40 Jahre (Exodus 16:35)
  • Mose
    blieb vierzig Tage auf dem Berg um Gottes Bund mit Israel zu empfangen (Exodus24:18)
  • und noch viel mehr, bis hin zu
    Christus, der sich vierzig Tage in der Wüste auf seine große Berufung vorbereitete (Markus 1:13).

Die Zahl vierzig hat in der jüdischen und christlichen Überlieferung eine hohe Symbolkraft (Produkt aus 4 und 10; die Vier symbolisiert das Weltumspannende – vier Himmelsrichtungen; die Zehn gilt als das vollendete Ganze – zehn Finger und nicht zuletzt gibt es zehn Gebote).

Darum zogen sie viele Tage in der Wildnis dahin, ja, vierzig Tage. Die Sechzehn Männer hatten ein Ziel, das sie konsequent verfolgten, obwohl sie den Weg nicht kannten, vierzig Tage lang eine beschwerliche Reise durchhielten um ihr Projekt nach einem Zwischenstopp (Mosia 7:5) letztendlich erfolgreich zu beenden, auch wenn es zunächst nicht danach aussah (Mosia 7:7). Das ist für mich ein Anreiz meine guten Ziele ebenso konsequent zu verfolgen, auch wenn ich nicht sofort weiß, wie sie erreicht werden können und was mich auf dem Weg erwartet. Wie verfolgst du deine guten Ziele?

 beschwerliche reise
(Quelle)