Man nennt es die Übersetzer

Dreiundvierzig Nephiten, die im Land Nephi-Lehi lebten, wollten ihre Brüder im Land Zarahemla suchen und um Hilfe bei ihrer Befreiung aus Lamanitischer Unterdrückung bitten (Mosia 8:7). Sie fanden das Land allerdings nicht, dafür aber eine untergegangene Zivilisation (Mosia 8:8). Als Beweis dafür brachten sie vierundzwanzig Goldplatten (Mosia 8:9) und diverses Kriegsmaterial (Mosia 8:10-11) mit zurück. König Limhi wollte gerne das vernichtete Volk kennenlernen und fragte deshalb nach jemandem, der den Inhalt der Platten deuten könnte (Mosia 8:12).

Ammon selber konnte es nicht (Mosia 8:6), aber: „Nun sprach Ammon zu ihm: Ich kann dir, o König, mit Bestimmtheit von einem Mann sagen, der die Aufzeichnungen übersetzen kann; denn er hat etwas, womit er schauen und alle Aufzeichnungen übersetzen kann, die aus alter Zeit stammen; und es ist eine Gabe von Gott. Und man nennt es die Übersetzer, und niemand kann hineinblicken, außer es sei ihm geboten worden, damit er nicht schaue, was er nicht soll, und er zugrunde gehe. Und wem immer es geboten ist hineinzublicken, derselbe wird Seher genannt.“ (Mosia 8:13).

Man nennt es die Übersetzer. Derjenige, der im Besitz dieser Übersetzer ist und der von Gott bevollmächtigt ist, mit geistigen Augen, den Menschen ansonsten verborgene Dinge bekannt zu machen, ist ein Seher (Köstliche Perle, Mose 6:35-38), ein Offenbarer, ein Prophet (1. Samuel 9:9; Mosia 8:16). In der letzten Evangeliumsdispensation hat Joseph Smith diesen göttlichen Auftrag erhalten, nämlich das Buch Mormon vom reformierten Ägyptisch (Mormon 9:32-33) ins Englische zu übertragen (Lehre und Bündnisse 135:3). Heute haben wir wieder lebende Propheten, Seher und Offenbarer und du kannst sie hier kennenlernen. Wie stellst du dir vor, dass Gott uns in heutiger Zeit seinen Willen in Bezug auf uns kundtut?

reformiertes ägyptisch

Photograph of what is believed to be the 1830 document known as the „Anthon Transcript“ (Quelle)

Wollte wissen, ob er Sprachen übersetzen könne

Der eine kann´s, der andere nicht – Sprachen verstehen, interpretieren und dann im richtigen Geiste in einer anderen Sprache wiederzugeben. Ammon konnte es nicht, wie er selber dem König Limhi auf dessen Frage hin antwortete: „Nun, sobald Ammon die Aufzeichnungen gelesen hatte, befragte ihn der König und wollte wissen, ob er Sprachen übersetzen könne, und Ammon sagte ihm, er könne es nicht.“ (Mosia8:6).

In der englischen Version steht für `übersetzen´ nicht der Begriff `translate´ (übersetzen) sondern `interpret´. Die möglichen deutschen Begriffe hierfür sind: interpretieren, deuten, auslegen, verstehen, dolmetschen, übersetzen, auffassen. Wenn ich Gedanken aus einer anderen Sprache mit derselben Bedeutung übersetzen möchte, ist das mehr als das Übersetzen von Begriffen. Ich muss in der Lage sein, den Sinn in der Ursprungssprache richtig zu deuten und zu verstehen, und dann Sinn erhaltend, Begriffe der anderen Sprache einsetzen – Übersetzungsprogramme beherrschen dies leider noch nicht, sie übersetzen nur Wort für Wort ohne dabei auf den Sinn zu achten. Dies ist eine große Herausforderung, insbesondere für simultanes Übersetzen, die nicht jedem liegt.

Wollte wissen, ob er Sprachen übersetzen könne. Sprache übersetzen ist das eine, sie richtig zu interpretieren eine andere. Nicht jeder hat diese gottgegebene Gabe, denn nicht jedem ist jede Gabe gegeben (1. Korinther 12:8-11). Ammon hatte diese Gabe nicht und er offenbarte dem König dieses Nichtbesitzen der Gabe der Interpretation. Ich lerne daraus, dass ich diejenigen Gaben, die mir der Herr geschenkt hat (Jakobus 1:17) und vielleicht noch in mir schlummern, erkennen, sie zum Nutzen Anderer einsetzen und weiterentwickeln muss (Lehre und Bündnisse 46:11-29). Ich bin dankbar für die Gaben, die ich in mir entdecken und weiterentwickeln konnte und noch kann, zum Nutzen meiner Mitmenschen. Meine Enkelkinder haben eine meiner Gaben entdeckt und immer wieder abgefragt. Sie sagen, dass ich der `Reparierer´ bin – und bei ihnen ging viel kaputt. Welche Gaben hast du in dir entdeckt, genutzt und weiterentwickelt – und wie dankst du dem Herrn für sie?

gaben

(Quelle)

Platten, die die Aufzeichnungen seines Volkes enthielten

Nachdem König Limhi seine Freude darüber, dass das Volk Zarahemla wohlauf ist, mit seinem Volk geteilt hatte (Mosia 7:14) und Ammon vom Volk in Zarahemla berichtet und die Worte des Propheten und Königs Benjamin erklärt hatte (Mosia 8:2-3) löste König Limhi die Konferenzversammlung auf (Mosia 8:4) und blieb noch mit Ammon zusammen: „Und es begab sich: Er [König Limhi] ließ die Platten, die die Aufzeichnungen seines Volkes enthielten von der Zeit an, da sie das Land Zarahemla verlassen hatten, vor Ammon bringen, damit er sie lese.“ (Mosia 8:5).

Platten, die die Aufzeichnungen seines Volkes enthielten. Der Volksteil, der unter der Anführung von Zeniff um 200 v. Chr. aus dem Land Zarahemla auswanderte um in seine ursprüngliche Heimat im Land Lehi-Nephi zurückzukehren (Mosia 9:3,5-6), hatte auch einen Bericht geschrieben (Mosia 9-22). Dies zeigt mir, wie wichtig es dem Herrn ist dass wir uns um unsere Familiengeschichte bemühen, ein Tagebuch zu führen, seine Vorfahren ausfindig zu machen und ihre Geschichte kennenzulernen und festzuhalten (siehe hier). Dadurch, dass wir dies tun, erfüllen wir die Prophezeiung über den Geist des Elija (Maleachi 3:23-24; mehr dazu siehe hier). Wie führst du deine Familiengeschichte?

familiengeschichte

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Damit sie alle Worte verständen, die er gesprochen hatte

Im sozialen Zusammenleben ist das Verstehen ein unverzichtbarer Kernpunkt. Nichtverstehen führt unweigerlich zu Missverständnissen, diese führen zu Auseinandersetzungen und im schlimmsten Fall zu Krieg. Grundlage für Verstehen, ist das Hören – aber hören bedeutet noch lange nicht auch verstehen und Verstehen noch lange nicht anwenden …

So war Ammon, der seine aus dem Land Zarahemla ausgewanderten Brüder im Land Lehi-Nephi besuchte, darum bemüht, dass sie die Worte des Königs und Propheten Benjamin verstanden: „Und er berichtete ihnen auch die letzten Worte, die König Benjamin sie gelehrt hatte, und erklärte diese dem Volk des Königs Limhi, damit sie alle Worte verständen, die er gesprochen hatte.“ (Mosia 8:3).

Wenn ich ohne missverstanden zu werden kommunizieren und auch eine Verhaltensänderung anregen möchte, ist es hilfreich, einige Punkte zu beachten:

  • Gedacht ist nicht gesagt
    Ich selber muss erst wissen, was ich mitteilen möchte, um dann auszusprechen, was ich denke, empfinde und anregen möchte (Lehre und Bündnisse 11:21).
  • Gesagt ist nicht gehört
    Ich muss bemüht sein, Interesse zu wecken, sodass mein Gegenüber auch zuhört – konzentriert bei der Sache ist (Lukas 8:18).
  • Gehört bedeutet noch lange nicht verstanden zu haben
    Ich muss mein Gegenüber dort abholen, wo es sich intellektuell, aber auch gefühlsmäßig, befindet (1. Timotheus 1:7).
  • Verstanden zu haben bedeutet nicht unbedingt einverstanden zu sein
    Druck ist das verkehrte Mittel, überzeugende Argumente sind das Mittel der Wahl (Lehre und Bündnisse 121:41).
  • Einverstanden sein, und auch daran denken, sind zweierlei
    Ich muss darauf bedacht sein, dass mein Gegenüber die übermittelten Gedanken verankert – sich ihrer erinnern wird (2. Nephi 32:7).
  • Daran zu denken heißt nicht, es auch umzusetzen
    Welche Schwierigkeiten könnten bei der Umsetzung auftreten und wie könnten sie überwunden werden (Jakobus 1:22).
  • Es umzusetzen heißt noch nicht, etwas dauerhaft zu verändern
    Durch regelmäßiges Wiederholen in Erinnerung rufen (2. Nephi 31:20).

Damit sie alle Worte verständen, die er gesprochen hatte. Unsere lebenden Propheten sind bestrebt, uns auf dieselbe Art und Weise dazu zu bewegen, das Wort Gottes in unserem Leben richtig anzuwenden. Ich will gerne hören, verstehen und mich bekehren (Markus 4:12) und lerne daraus, dass ich die Schriften und Worte des Herrn gebeterfüllt immer wieder hören und nachlesen muss, um wirklich zu verstehen und dauerhaft richtig anzuwenden. Wie gelingt es dir, eine anhaltende positive Verhaltensänderung zu erreichen?

hören

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Er sprach vieles zu ihnen, und nur weniges davon habe ich … niedergeschrieben

Bevor König Limhi Ammon auffordert seinem Volk zu berichten (Mosia 8:2), lässt uns Mormon, der ja den ganzen Bericht zusammenfasste, folgendes wissen: Und es begab sich: Nachdem König Limhi mit der Rede an sein Volk zu Ende gekommen war, denn er sprach vieles zu ihnen, und nur weniges davon habe ich in diesem Buch niedergeschrieben, erzählte er seinem Volk alles über ihre Brüder, die sich im Land Zarahemla befanden.“ (Mosia 8:1).

Das erinnert mich daran, dass unzählige Menschen behaupten, dass es nach dem Buch der Offenbarung im Neuen Testament kein Wort Gottes mehr geben soll (2. Nephi 29:3). Sie stützen ihre Aussage auf die letzten Worte in Offenbarung 22:18. Bei ihrer Argumentation übersehen sie, dass, wenn dem so wäre, mit dem Gesetz zwischen Gott und dem Volk Israel im Buch Deuteronomium die Heilige Schrift schon hätte enden müssen (Deuteronomium 4:2). Sie übersehen auch, dass viele heilige Schriften inzwischen verloren gegangen sind; beispielhaft: die „Urkunde des Bundes“ (Exodus 24:7), das „Buch der Kriege des Herrn“ (Numeri 21:14), die „Geschichte des Propheten Natan“ (2. Chronik 9:29), um nur drei von vielen allein in der Bibel genannten Bücher aufzuzeigen (mehr siehe hier). Sie berücksichtigen auch nicht, dass Kinder Gottes auf der ganzen Erde verteilt leben und das Wort Gottes unter allen Völkern verkündet wurde und wird (Markus 16:15; 2. Nephi 29:2), was so viel bedeutet, dass vorzeiten auf allen Kontinenten das Wort Gottes aufgeschrieben und gepredigt wurde.

Er sprach vieles zu ihnen, und nur weniges davon habe ich … niedergeschrieben. Ich bin davon überzeugt, dass es noch viel mehr heilige Schrift gibt und mit der Zeit auch noch hervorgebracht werden wird (Glaubensartikel 1:9; 1. Nephi 13:38-39). Welche Gedanken hast du zu diesem Thema?

verlorene schrift

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Wird er euch aus der Knechtschaft befreien

Wer möchte schon gerne von anderen beherrscht werden. Wer möchte schon gerne das machen, was andere ihm vorschreiben, insbesondere, wenn es einem nicht passt?

König Limhi sagt seinem Volk, wer es aus der Knechtschaft befreien wird und unter welchen Voraussetzungen: „Aber wenn ihr euch mit voller Herzensabsicht zum Herrn wendet und euer Vertrauen in ihn setzt und ihm mit allem Eifer eures Sinnes dient, wenn ihr dies tut, wird er euch aus der Knechtschaft befreien, wie er will und wie es ihm gefällt.“ (Mosia 7:33).

Der Herr wird sein Volk nach seinem Willen und Gefallen aus seiner Knechtschaft befreien, wenn:

  • es sich mit voller Herzensabsicht zum Herrn wendet
    Sich mit voller Herzensabsicht dem Herrn zuwenden bedeutet, es mit der richtigen Einstellung zu tun. Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf hat einmal gesagt: „Wir müssen nicht nur tun, was recht ist. Wir müssen aus den rechten Gründen handeln. Der aktuelle Begriff lautet lautere Beweggründe. Die heiligen Schriften bezeichnen die entsprechende Geisteshaltung oft als volle Herzensabsicht oder wirklichen Vorsatz. … Wenn wir nicht aus den rechten Gründen handeln, werden uns unsere Taten nicht als Rechtschaffenheit angerechnet. … Es gibt keine Segnungen für vermeintlich gute Taten, die aber aus einem falschen Grund getan werden.“ (Pure in Heart, 1988, Seite 15, 33; siehe auch Moroni 7:6–11.)
  • es sein Vertrauen in ihn setzt
    Jemandem vertrauen bedeutet sich auf ihn verlassen, ihn für zuverlässig halten. Wenn ich einer Person vertraue, habe ich eine subjektive Überzeugung von der Richtigkeit seiner Aussagen, und in die Redlichkeit seiner Handlungen. Im geistigen Sinn schleißt das ein, dass ich mich auf Gott und dessen Geist verlasse (Psalm 118:8; hier in der Luther-Version).
  • es ihm mit allem Eifer seines Sinnes dient
    Wenn ich eifrig bin, dann strebe ich ein Ziel mit Freude, voller Tatendrang, auch mit vermehrter Anstrengung, Mühe, Hingabe und Ausdauer an. Besonders hilfreich für mein geistiges Wachstum ist es, wenn ich mich einer guten Sache eifrig widme (Lehre und Bündnisse 58:27).

Wird er euch aus der Knechtschaft befreien. Auf mich in der heutigen Zeit bezogen verstehe ich diese Verheißung so, dass mich der Herr, nach seinem Willen und Gefallen (hier setzt das Vertrauen in den Herren ein, dass er nur das Beste für uns will), aus der Knechtschaft der Sünde, der Knechtschaft Satans, befreit, wenn ich die oben besprochenen Bedingungen dafür erfülle. Befindest du dich in einer Knechtschaft? Wenn ja, wie gehst du damit um?

befreien

(Quelle)

Wenn mein Volk Schmutz sät, werden sie den Ostwind ernten

„Ich bin heute früh ins Freie gegangen; aber es war ein wunderlicher erster Mai. Die Natur prangte in ihrem schönsten Schmucke, das Grün war frisch und schön, die Sonne schien hell vom Himmel, aber es wehte ein so scharfer und rauer Ostwind, dass es einem mitten im Glanze fror und schauerte.“ schrieb der schweizer Literat Gottfried Keller (1819-1890) in „Das Tagebuch und das Traumbuch“.

Auch der Herr bemüht in seinen Warnungen häufig den `Ostwind´. So zitiert König Limhi: „Und weiter spricht er: Wenn mein Volk Schmutz sät, werden sie den Ostwind ernten, der unmittelbare Vernichtung bringt.“ (Mosia 7:31).

Im Alten Testament ist mit dem `Ostwind´ immer Vernichtung verbunden:

Wenn mein Volk Schmutz sät, werden sie den Ostwind ernten. Ich will mich, im geistigen Sinne gesehen bemühen, durch das Halten der Gebote des Herrn, keinen Schmutz zu säen. Durch einen solchen Gehorsam bin ich meinen Mitmenschen ein gutes Vorbild, säe also Gutes. Dies hilft mit dann auch, der unmittelbaren Vernichtung durch den Ostwind des Herrn zu entrinnen. Was stellst du an, um vor dem unwirtlichen Wind bewahrt zu bleiben?

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Scharfer und rauer Ostwind (Quelle)

Wenn mein Volk Schmutz sät, werden sie die Spreu davon im Wirbelsturm ernten

Du kennst sicherlich die Redensart: „Wer Wind sät, wird Sturm ernten“, wieder einmal aus der Bibel abgeleitet (Hosea 8:7). Hiermit wird umschrieben, dass demjenigen das vermehrt heimgezahlt wird, was er anderen Schlechtes tut. Oder: wer Böses tut, dem wird eine noch höher bemessene Rache widerfahren.

König Limhi zitiert den Herrn in ähnlicher Weise gegenüber seinem Volk: „Und weiter spricht er: Wenn mein Volk Schmutz sät, werden sie die Spreu davon im Wirbelsturm ernten; und die Wirkung davon ist Gift.“ (Mosia 7:30).

  • Wer Schmutz sät
    Schmutz säe ich, wenn ich mich aufgrund bewusstem Ungehorsam gegenüber Gott geistig verunreinige, und dies schlimmstenfalls sogar noch Auswirkungen auf meine Mitmenschen hat;
  • wird Spreu davon ernten
    Die Spreu ist der für Menschen nutzlose Teil des Weizens (Spelzen und Hülsen, Grannen, Samenhüllen und Stängelteile). Beim Dreschen wird sie vom Weizenkorn getrennt und dient höchsten noch als Tierfutter. In früheren Zeiten erfolgte die Trennung durch das Worfeln (das gedroschene Getreide wurde in der Worfel nach oben geworfen und der Wind fegte die leichtere Spreu beiseite und der Weizen blieb in der Worfel übrig).

Wenn mein Volk Schmutz sät, werden sie die Spreu davon im Wirbelsturm ernten. Ich lerne daraus, dass es folgende göttliche Gesetzmäßigkeit gibt: Wenn ich bewusst gegen Gottes Wort verstoße, ernte ich, im übertragenen Sinn, nutzlose Nahrung für meinen Geist. Stell dir vor, du willst mit verdreckter Straßenkleidung am Wiener Hofball teilnehmen, das wird schlecht gehen. Eben so wenig wird es klappen, im geistigen Sinne schmutzig in die Gegenwart Gottes eingelassen zu werden, beim letzten Gericht werde ich wie die Spreu ausgeschieden (Alma 5:22-25). Was tust du, um nicht durch den Wirbelsturm ausgesondert zu werden?

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Ihre Taten werden wie ein Stolperstein vor ihnen sein

König Limhi erklärt seinem Volk, dass der Grund seiner schwierigen Lage darin begründet ist, dass es ungehorsam gegenüber den Worten des Propheten Gottes war (dem nephitischen Propheten Abinadi, der es zuzeiten des `bösen´ Königs Noa, einem Sohn Zeniffs, unterwies; siehe ab Mosia 11): „Denn siehe, der Herr hat gesprochen: Ich werde meinem Volk am Tage ihrer Übertretung nicht beistehen, sondern ich werde ihnen ihre Wege versperren, auf dass es ihnen nicht wohl ergehe; und ihre Taten werden wie ein Stolperstein vor ihnen sein.“ (Mosia 7:29).

Ihre Taten werden wie ein Stolperstein vor ihnen sein. Wenn ich einem Mitmenschen einen wertvollen Dienst geleistet habe, dann bin ich froh darüber und das Erfolgserlebnis beflügelt mich, sodass ich weitere gute Taten vollbringen möchte. Wenn ich hingegen irgendeinen gravierenden Fehler gemacht habe, so bedrückt mich der Misserfolg und liegt wie ein `Stolperstein´ vor mir, über den ich zu Fall kommen kann, wenn ich nicht achtsam bin und mir himmlische Kraft aus der Schrift hole. So geht es auch jemandem, der aufgrund starker geistiger Anstrengung `müde´ geworden ist. Muss er einen beschwerlichen Weg gehen, stolpert er auch viel leichter, als wenn er hellwach und guter Dinge ist (Jesaja 40:30.31). Aber nicht nur auf mich muss ich aufpassen, sondern ebenso muss ich auch darum bemüht sein, dass ich durch meine Taten nicht für Andere ein Stolperstein werde (Alma 4:10). Bist du schon mal in der Situation gewesen, dass du dachtest: Was der da redet, stimmt nicht mit dem überein, wie er handelt? Hast du dich daran gestört und war das wie ein Stolperstein für dich?

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Stolpersteine (Quelle)

Ich werde meinem Volk am Tage ihrer Übertretung nicht beistehen

König Limhi sagt seinem Volk, das in großen Schwierigkeiten steckt: „Denn siehe, der Herr hat gesprochen: Ich werde meinem Volk am Tage ihrer Übertretung nicht beistehen, sondern ich werde ihnen ihre Wege versperren, auf dass es ihnen nicht wohl ergehe; und ihre Taten werden wie ein Stolperstein vor ihnen sein.“ (Mosia 7:29).

Ich werde meinem Volk am Tage ihrer Übertretung nicht beistehen. Wenn jemand dich unendlich tief verletzt hat und dann, wohlgemerkt, selbst verschuldet in eine äußerst missliche Lage kommt, würdest du ihm ungeachtet dessen beistehen, oder würdest du eher sagen, dass es ihm recht geschieht? Ich habe aus der Schrift gelernt, dass wir ihm verzeihen sollen und ihm helfen sollten, auf den rechten Weg zurückzukommen. Im Vers oben gilt das für den Herrn offensichtlich nicht oder? Zum einen gilt für mich, was der Herr in Lehre und Bündnisse 64:10 sagt: „Ich, der Herr, vergebe, wem ich vergeben will, aber von euch wird verlangt, dass ihr allen Menschen vergebt.“, zum anderen weiß er sehr wohl, auf welche Art welche Menschen das lernen, was er möchte, dass sie es lernen sollen. Und Drangsal ist ein Lehrmeister (Apostelgeschichte 14:22). Leider besinnen sich viele Menschen oft nur auf Gott, wenn sie in großer Not stecken. Lieber wäre es mir natürlich, ohne Übertretung zu lernen, sodass der Herr es mir wohlergehen lassen kann, doch das klappt leider oft nicht und dann muss ich auf schmerzliche Weise lernen (2. Chronik 24:20). In welchen Situationen hast du gemerkt, dass der Herr dir nicht beigestanden hat?

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